Das Deutsche Literaturarchiv Marbach erschließt Buchbestand von Ernst Jünger

26. Juli 2018

Welcher Marburger denkt bei Marbach nicht sofort an das kleine Örtchen unweit des Südviertels?

Doch das Deutsche Literaturarchiv Marbach (DLA) hat seinen Standort in Marbach am Neckar, dem Geburtsort von Friedrich Schiller. Das 1995 gegründete Archiv hat nun ein mehrjähriges Erschließungsprojekt beendet. Im Rahmen dieses Projekts wurde die Privatbibliothek von Ernst Jünger (Schriftsteller, 1895-1998) vollständig katalogisiert und Informationen online zur Verfügung gestellt.

Seine Bibliothek umfasst etwa 14.000 Bände, wovon mehr als 4.000 Bände in der Bibliothek des DLA aufbewahrt werden. Die übrigen 10.000 Bände befinden sich im Jünger-Haus in Wiflingen.

In Jüngers Nachlass zeichnet sich ein breitgefächertes Archiv zur Geschichte des 20. Jahrhunderts ab – von kulturgeschichtlichen und politischen bis hin zu naturwissenschaftlichen Themen. Sie zeugen von Jüngers vielseitigen Interesse. Viele der Bänder enthalten Widmungen an Ernst Jünger, handschriftliche Anmerkungen und Einlagen. Diese sowie alle Provenienzen und Exemplarspezifika sind jetzt unter anderem im Online-Katalog des DLA recherierbar. Außerdem sind 60 Kästen Pressematerialien und Bild- und Tonträger in dem Online-Katalog hinterlegt.

Gefördert wurde das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen des des Förderprogramms »Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme« sowie von der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg.

Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: August

22. Juli 2018

Eine kleine Auswahl des literarischen Veranstaltungskalender in Frankfurt mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr….

5.8., 11 Uhr: LiteraturLounge

Matthias Göritz „Parker“
Moderation: Martin Maria Schwarz (hr2-kultur)
Ort: Kultur & Bahn im Haus am Dom
Eintritt: frei

Parker hat nur eine Woche Zeit. Ein Freund, politisches Urgestein in Schleswig-Holstein, hat ihn nach Kiel eingeladen, damit er dem jungen, vielversprechenden Politiker Mahler als Medienberater und Redenschreiber zur Seite steht. Parker braucht den Erfolg, einen Vertrag, das Geld. Und er braucht einen Neuanfang. Dank eines Bestsellers zum Thema Coaching wurde Parker zu einem international renommierten Rhetorikexperten, der sogar in Obamas Präsidentschaftswahlkampf mitwirken durfte. Aber das ist lange her. Auch privat ist Parker an einem Wendepunkt angelangt. Floh er schon als Student vor seiner Herkunft und Vergangenheit aus Hamburg in die USA, so flieht er, der global vernetzte Arbeitsnomade, auch in seinem Privatleben immer wieder vor allzu großer Nähe. Seine letzte Freundin setzte ihn deshalb vor die Tür. Und jetzt in Kiel stellt Anneli Schneider, die ehrgeizige und kampferprobte Mitarbeiterin seines Auftraggebers Mahler, ihn vor eine Herausforderung nach der anderen. Spannend und abgründig erzählt Matthias Göritz in seinem neuen Roman von einer perfiden Intrige, von Macht und Liebe, von der unwiderstehlichen Verlockung des Aufstiegs und seinem Preis.

Matthias Göritz, geboren 1969, ist vielfach ausgezeichneter Lyriker, Theaterautor, Übersetzer und Romancier und lebt in Offenbach. Er veröffentlichte u. a. die Romane „Der kurze Traum des Jakob Voss“ (2005), für den er den Mara-Cassens-Preis erhielt, und „Träumer und Sünder“, der mit dem Robert- Gernhardt-Preis ausgezeichnet wurde. Matthias Göritz lehrt derzeit an der Washington University in St. Louis, USA

14.8., 21.8., 28.8., 4.9., 17-19 Uhr: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne!“

Die Kunst des Lesens – Was die ersten Sätze eines Buches bereits verraten
Ort: Stadtteilbibliothek Rödelheim
Eintritt: frei

Die ersten Sätze entscheiden oftmals darüber, ob wir mit der Lektüre eines Buchs beginnen. Grund genug, gelungene Anfänge aufmerksam zu betrachten, um zu verstehen, warum wir welche Bücher auswählen. Und nebenbei entfaltet sich dabei Überblick über einige der bedeutsamsten Werke des vergangenen Jahrhunderts. Mit Andrea Hensgen.

Information und Anmeldung: Evangelischer Regionalverband
Barbara Hedtmann, Telefon: (069) 92105-6678, E-Mail: barbara.hedtmann@frankfurt-evangelisch.de
www.evangelischesfrankfurt.de/erwachsenenbildung

17.8. – 15.12.: Mon Oncle. Klaus und Heinrich Mann

Eine Ausstellung der Monacensia im Hildebrandhaus zu Gast im Deutschen Exilarchiv 1933–1945
Donnerstag, 16. August, 19 Uhr
Ausstellungseröffnung mit Dr. Uwe Kaumann, Kurator der Ausstellung
Ort: Deutsche Nationalbibliothek
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9–21:30 Uhr, Samstag 10–17:30 Uhr. An Sonn- und Feiertagen geschlossen.
Eintritt: frei (Anmeldung zur Ausstellungseröffnung über www.dnb.de/veranstaltungfrankfurt)

Die Ausstellung präsentiert die Beziehung zwischen Heinrich Mann und seinem ältesten Neffen Klaus Mann. Gezeigt werden die Lebensgeschichten zweier Schriftsteller: Heinrich Mann (1871– 1950), Autor der Romane »Professor Unrat« und »Der Untertan«, der in den Jahren der Weimarer Republik zu einem der angesehensten Künstler in Deutschland wurde; und Klaus Mann (1906–1949), der seinen Weg als literarisches Enfant terrible in den Zwanzigerjahren begann. Im Frühjahr 1933, nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten, mussten beide ins Exil gehen. Dort gehörten sie zu den wichtigsten Repräsentanten der Hitler-Gegner, zunächst im europäischen Exil, später in den USA. Eine dauerhafte Rückkehr nach Europa in den Jahren nach 1945 gelang aber weder Klaus noch Heinrich Mann. Dokumentiert werden die Lebenswege von Klaus und Heinrich Mann, die innerhalb der Familie stets für das Unbürgerliche, das Bohèmeleben standen. Die Ausstellung thematisiert auch die spannungsreiche, komplizierte Beziehung beider zu Thomas Mann, dem Bruder beziehungsweise dem Vater. Und sie spiegelt mit der Familiengeschichte der Manns zugleich ein zentrales Kapitel deutscher Kultur- und Zeitgeschichte.

23.8., 19 Uhr: Bibliothek – Kultur – Politik: Die Geschichte der Deutschen Bücherei von der Kaiserzeit bis 1990

Die Autoren Sören Flachowsky und Christian Rau im Gespräch mit Wolfgang Niess
Ort: Deutsche Nationalbibliothek
Eintritt: frei (Anmeldung über www.dnb.de/veranstaltungfrankfurt)

Erstmals liegt eine umfassende Darstellung der Geschichte der Deutschen Bücherei von der Kaiserzeit bis 1990 vor: „Zeughaus für die Schwerter des Geistes“ und „Nationalbibliothek im geteilten Land“ heißen die im Wallstein Verlag erschienenen Bände. Dabei beleuchten die Autoren die Wechselwirkungen zu Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, den Benutzerinnen und Benutzern sowie die Beziehungen zur Deutschen Bibliothek, die 1946 in Frankfurt am Main gegründet wurde. 1990 wurden Deutsche Bücherei und Deutsche Bibliothek zur heutigen Deutschen Nationalbibliothek zusammengeführt.

Über ihre Recherchen und Ergebnisse sprechen Dr. Sören Flachowsky vom Institut für Geschichtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin und Dr. Christian Rau vom Institut für Zeitgeschichte in Berlin mit Dr. Wolfgang Niess.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung.

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger 

17. Juli 2018

Christine Nöstlinger ist am 28. Juni im Alter von 81 Jahren gestorben. Bekannt wurde die österreichische Schriftstellerin für ihre Kinder- und Jugendbücher. Sie schrieb über 100 Bücher, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde und mit internationalen Preisen ausgezeichnet wurden. Sie erhielt unter anderem den Hans Christian Andersen Preis und den Astrid-Lindgren-Gedächtnis-Preis.

„Ich habe gewisse Vermutungen darüber, was Kinder lesenwollen, und gewisse Vermutungen, was Kinder lesen sollten. Und dann habe ich noch das dringende Bedürfnis, mir gewisse Dinge von der Seele zu schreiben. Und die feste Überzeugung, dass Kinder beim Lesen gern lachen, die habe ich auch. Aus diesen vier Komponenten mische ich üblicherweise meine Bücher zusammen.“ (Christine Nöstlinger)

Im Jahr 1970 veröffentlichte sie ihr erstes Kinderbuch „Der feuerrote Friederike“, das ursprünglich als Bilderbuch angesetzt wurde und sich die Geschichte erst später entwickelte. Das Buch erzählt von der Außenseiterin Friederike, für das sie direkt den Friedrich-Bödecker-Preis bekam. Es folgten eine Reihe weiterer bekannter Bücher, wie „Wir pfeifen auf den Gurkenkönig“, „Konrad oder Kind aus der Konservenbüchse“ oder „Maikäfer, flieg“.

Durch ihre Bücher regte sie eine gesellschaftliche Diskussion an und setzte sich mit Tabuthemen in der Kinder- und Jugendliteratur, wie Eheprobleme der Eltern, auseinander. Darüber hinaus zeichnet sich ihr Werk durch den Widerstand gegen Anmaßung, Unterdrückung und Ungerechtigkeit aus.

Am 16. Dezember 2014 führte Deutschlandfunk Kultur ein Gespräch mit Christiane Nöstlinger, das am 16. Juli 2018 anlässlich ihres Todes erneut ausgestrahlt wurde. Das Interview zum Nachhören finden Sie hier.

Unnützes Wissen: Fakten zum Buch, die im Gedächtnis bleiben

13. Juli 2018

 

  1. Die älteste erhaltene Schriftrolle stammt aus Korea und ist 2700 Jahre alt. Schon für dieses Druckwerk schnitzte man Schriftzeichen zur Vervielfältigung in einen Holzblock.
    Wir erinnern uns: in Europa erfand Johannes Gutenberg den Druck mit beweglichen Lettern erst um 1445 in Mainz.
  2. Um 1445 entstand auch die erste gedruckte Bibel.
  3. Die größte Bibel der Welt ist zweieinhalb Meter dick und 8048 meterhohe Seiten. Ein Tischler aus den USA fertigte die Bibel aus Holz an, weshalb die Seiten aus 0,3 mm dünnen Holzfurnieren angefertigt sind, in die die Buchstaben geprägt sind. Insgesamt wiegt das „Buch“ 547 Kg.
  4. Das größte Buch der Welt ist hingegen 3,07 m x 3,42 m groß. Es handelt sich dabei um einen Bildband des Autoherstellers Mazda
  5. Das kleinste Buch der Welt ist 0,75 mm groß. Man benötigt eine Lupe, um den Inhalt lesen zu können. Erhältlich ist das Buch inkl. Lupe in Tokio und kostet 235€.
  6. Die längste Ausleihdauer für ein Buch betrug 145 Jahre und es sammelte sich eine Leihgebühr von 23.000 Dollar an. Doch Richard Dodd, der das Buch in seiner Erbschaft entdeckte, hatte Glück. Die Bibliothek verzichtete auf den offen stehenden Betrag.
  7. München ist nicht nur bekannt für sein Oktoberfest. Für alle, die es noch nicht wussten: In München befindet sich auch die größte Sammlung von Kinder- und Jugendbüchern weltweit. Die Internationale Jugendbibliothek hat einen Bestand von über 600.00 Büchern in 150 Sprachen.
  8. Das teuerste Buch der Welt  kostet 8.802.500,- $. Bei einer Auktion im Jahr 2000 erzielte die vierbändige Subskriptionsausgabe von Audubons „The birds of America“ (1826) diese Rekordsumme.

Künstliche Intelligenz im Buchhandel?

08. Juli 2018

Mit dieser Frage beschäftigt sich Heike Scholz, die Gründerin des Onlinemagazins „mobile zeitgeist“  und Beraterin für Digitalisierung im stationären Handel.

In einem Interview mit dem Portal boresenblatt.net erklärt sie, welche Vorteile die Künstliche Intelligenz dem Buchhandel bringen könnte: mehr Kundennähe, mehr verkaufte Bücher, mehr Profit.

So erzählt sie, dass viele Händler bereits Künstliche Intelligenz (KI) erfolgreich einsetzen. Dabei handelt es sich um die sogenannte schwache KI, die in Form von Algorithmen das menschenähnliche Verhalten nachbilden. Sie nimmt dem Menschen komplexe Rechenaufgaben ab und übernimmt Aufgaben, wie die automatische Textgenerierung. Aber die schwache KI findet auch Eingang bei Bestell- und Bezahlungsvorgängen, dynamischen Preisanpassungen, Sprachassistenten etc. Und das soll erst der Anfang sein.

Aber was bedeutet das für den Buchhandel?

Heike Scholz sagt dazu: „Für Buchhändler und Verleger gibt es eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten für KI, die je nach den eigenen Zielsetzungen und Ressourcen überprüft werden sollten. Von der Strukturierung und Auswertung der in unterschiedlichen Silos schlummernder Datenbestände, der Automatisierung von Bestellprozessen, über die automatische Textgenerierung, die Vorsortierung von Manuskripten für das Lektorat bis hin zu Einkaufshelfern und virtuellen Beratern für die Kunden oder Logistiklösungen reicht die Bandbreite. Profitieren tun immer die, die diese Chancen effizient nutzen.“

Das ganze Interview finden Sie zum Nachlesen hier.

Die Buchpreisblogger 2018

02. Juli 2018

Am 14. August ist es wieder so weit: sechs Blogger stellen zwanzig Bücher vor. Aber nicht irgendwelche Bücher, sondern die nominierten Titel des Deutschen Buchpreises. Im Rahmen der Veranstaltung werden die Romane der Longlist kritisch diskutiert und die Blogger setzen sich dabei mit Hintergrundartikeln auseinander.

Neu in der Blogger-Redaktion sind das Bloggerteam Juliane Noßack und Stefan Diezmann (Poesierausch), der Instagrammer und Gewinner des Sonderpreises des Buchblog-Awards 2017 Florian Valerius (literarischernerd) sowie die Booktuberin Mona Salzbrunn (Bücherwunder). Sandro Abbate (novelero) und Frank Rudkoffsky (Frank O. Rudkoffsky) sind im zweiten Jahr als Buchpreis-Blogger dabei.

Die Blogger und Bloggerinnen stellen sich in den kommenden Wochen auf ihren Kanälen vor, die ihr unter folgenden Links erreichen könnt:

Die Original-Posts veröffentlichen die Influencer weiterhin unter dem Hashtag #dbp18 über ihre eigenen Kanäle. Die Beiträge der Bloggenden werden zudem auf der Facebook-Seite des Deutschen Buchpreises zusammengeführt.

Wie jedes Jahr kürt der Börsenverein des Deutschen Buchhandel mit dem Deutschen Buchpreis den deutschsprachigen „Roman des Jahres“. Die Verleihung dient ebenso als Auftakt der Frankfurter Buchmesse am 8. Oktober. Für das Jahr 2018 wurden 165 Romane von 105 unterschiedlichen Verlagen eingereicht.

Sonderausstellung im Gutenberg-Museum in Mainz

26. Juni 2018

Das Gutenberg-Museum in Mainz ist eines der ältesten Museen für Buch-, Druck- und Schriftgeschichte aller Kulturen. Mit der aktuellen Sonderausstellung „Präsentation des Deutschen Hardcover Awards 2018 und des Internationalen Jugendleistungswettbewerbs des Buchbinderhandwerks“ leistet es wieder einmal einen Beitrag für den Erhalt des Handwerks. Für alle Interessierten lohnt sich daher ein Ausflug nach Mainz.

Vom 11. Mai bis zum 12. August werden in der Ausstellung des Bundes Deutscher Buchbinder (BDBI) die Ergebnisse des internationalen Jugenleistungswettbewerbes des Buchbinderhandwerks und zum anderen die ausgezeichneten Entwürfe des Deutschen Hardcover Awards 2018 gezeigt.

Bei dem 17. Jugendleistungswettbewerb beteiligten sich insgesamt 58 angehende Buchbinder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Aufgabe bestand darin, einen Entwurf für das Buchcover des Krimis „Erstbezug“ von dem Autor Stefan Peters zu gestalten. Dabei konnten die Teilnehmer frei über das Material und die Technik entscheiden. Bewertet wurde von der Jury die technische Ausführung des Entwurfs und die Umsetzung der gestalterischen Idee.
Fünf der eingereichten Cover erhielten eine Auszeichnung.

Zudem wurde am 11. Mai der Deutsche Hardcover Award im Gutenberg-Museum verliehen. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung vom Bund Deutscher Buchbinder (BDBI), der Fachzeitschrift „bindreport“ und dem Hamburger Unternehmen Schmedt.
Im Rahmen des Deutschen Hardcover Awards werden Entwürfe aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus den vergangenen beiden Jahren ausgezeichnet, die hinsichtlich ihrer künstlerischen und funktionalen Gestaltung sowie der Verwendung ausgewählter Materialien innovative Lösungen im Bereich der Buchbindetechnik beweisen.

 

© Gutenberg-Museum Mainz

 

 

 

Steinmeier eröffnet Thomas-Mann-Haus in Kalifornien

20. Juni 2018

Der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist nach Los Angeles gereist, um dort das Thomas-Mann-Haus zu eröffnen, in dem der Schriftsteller Thomas Mann während des NS-Regimes im Exil lebte. Die Villa soll ein Zentrum des Dialogs werden. Mann bezog die Villa im Jahr 1942 und damals schon wurde sie zum Treffpunkt vieler Intellektueller, wie der Philosoph Theodor Ardorno, der Wissenschaftler Albert Einstein und der Schriftsteller Bertolt Brecht.

Thomas Mann als Schriftsteller

Thomas Mann wurde 1875 in Lübeck geboren und zählt zu den bedeutendsten Erzähler des 20. Jahrhunderts. Sein erster Roman Buddenbrooks erschien im Jahr 1901 und erzählt von dem Verfall einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie, der sich über vier Generationen hinweg vollzieht.
1929 erhält mann für seinen ersten Roman den Literaturnobelpreis. Es folgen weitere Novellen und Erzählungen wie Tristan, Der Zauberberg oder Doktor Faustus.
Neben dem Veröffentlichen von Büchern, beschäftigt sich Thomas Mann auch mit aktuellen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Fragen. Er war ein überzeugter Verteidiger der Weimarer Republik und emigrierte bereits 1933 in die Schweiz, bevor er 1938 in die USA floh.

„Appell an die Vernunft“

Mann beobachtete den Stimmenzuwachs der NSDAP bei der Reichtagswahl 1930 mit Skepsis. Seine Rede Appell an die Vernunft vom 17. Oktober 1930 in Berlin ging als „Deutsche Ansprache“ in die Geschichte ein. Er nannte den Nationalsozialismus „eine Riesenwelle exzentrischer Barbarei und primitiv-massendemokratischer Jahrmarktsrohheit“ mit „Massenkrampf, Budengeläut, Halleluja und derwischmäßigem Wiederholen monotoner Schlagworte, bis alles Schaum vor dem Munde hat“. Er fragte, ob das deutsch sei und ob „das Wunschbild einer primitiven, blutreinen, herzens- und verstandesschlichten, hackenzusammenschlagenden, blauäugig gehorsamen und strammen Biederkeit, diese vollkommene nationale Simplizität in einem reifen, vielerfahrenen Kulturvolk wie dem deutschen“ überhaupt verwirklicht werden könne. Thomas Mann gilt als einer der wichtigsten prominenten Gegnern des Nationalsozialismus.

Auch im Exil kämpfte er, als späterer Freund der Demokratie, weiter für eine demokratische Gesellschaft, gegen das von Adolf Hitler verbreitete Gedankengut und für die Erhaltung der deutschen Kulturnation.
Nachdem er im Jahr 1944 die amerikanische Staatsbürgerschaft annahm, kehrte er 1952 in die Schweiz zurück, wo er 1955 verstarb.

Thomas-Mann-Haus als Begegnungsstätte

Im Jahr 2016 kaufte die Bundesregierung das Haus und rettete es damit vor dem womöglichen Abriss. Für Steinmeier soll es ein alternatives Weißes Haus sein, in dem vorausgedacht und diskutiert wird. In ihm werden Fellows wohnen und arbeiten, die das Haus zu einer Begegnungsstätte werden lassen sollen. Die ersten vier sind der Schauspieler Burghart Klaussner, der Literaturwissenschaftler und große Thomas-Mann-Kenner Heinrich Detering, die Soziologin Jutta Allmendinger und ein Professor für Mikroelektronik namens Yiannos Manoli.

Johann Wolfgang von Goethe

17. Juni 2018

„Die Druckerkunst war schon über hundert Jahre erfunden; dem ungeachtet erschien ein Buch noch als ein Heiliges, wie wir aus dem damaligen Einbande sehen, und so war es dem edlen Dichter lieb und ehrenwert; wir aber broschieren jetzt alles und haben weder vor dem Einbande noch seinem Inhalte Respekt.“

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

TYPO-Fans aufgepasst!

11. Juni 2018

Ihr interessiert euch für Typografie und Plakatgestaltung? Dann solltet ihr euch auf den Weg nach Berlin machen und die Sonderausstellungshalle des Kulturforums am Potsdamer Platz besuchen. Dort findet vom 15. Juni bis zum 8. Juli 2018 die Ausstellung „100 beste Plakate“ statt, in der die von einer internationalen Jury Ende Februar ausgewählten besten Plakate des Jahres 2017 aus dem deutschsprachigen Raum präsentiert werden. Der Verein 100 Beste Plakate e.V. präsentiert die Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin.

Es werden verschieden Kategorien, wie Auftragsarbeiten, Autorengrafik und studentische Projektaufträge zu sehen sein, die die hohe Qualität des aktuellen Grafikdesigns unter Beweis stellen.

Solltet ihr es nicht in die Hauptstadt schaffen, könnt ihr die Plakate auch im Jahrbuch „100 beste Plakate 17 Deutschland, Österreich, Schweiz“ bewundern.

Gestaltung: Jakob Mayr und Kilian Wittmann
mit Texten von Jens Müller, Götz Gramlich und Josh Schaub
Verlag: Verlag Kettler
Sprache: deutsch / englisch
Format: 16,5 × 24 cm
Umfang: 288 Seiten
Softcover mit allen 100 Gewinnerplakaten und weiteren Abbildungen
ISBN: 978-3-86206-629-2
Preis: 29,90 €

Das Buch ist im Shop erhältlich.

Den Wettbewerb gibt es bereits seit 50 Jahren und wurde in der DDR entwickelt. Seit 1989 wird er als gesamtdeutscher Wettbewerb durchgeführt und seit 17 Jahren sind auch die Länder Österreich und die Schweiz daran beteiligt.

Die Wanderausstellung wird anschließend noch in Wien, Nürnberg, La Chaux-de-Fonds, Luzern, Essen, Lausanne, Zürich und Genf gezeigt.