Archiv für die Kategorie ‘Termine’

TYPO-Fans aufgepasst!

Montag, 11. Juni 2018

Ihr interessiert euch für Typografie und Plakatgestaltung? Dann solltet ihr euch auf den Weg nach Berlin machen und die Sonderausstellungshalle des Kulturforums am Potsdamer Platz besuchen. Dort findet vom 15. Juni bis zum 8. Juli 2018 die Ausstellung „100 beste Plakate“ statt, in der die von einer internationalen Jury Ende Februar ausgewählten besten Plakate des Jahres 2017 aus dem deutschsprachigen Raum präsentiert werden. Der Verein 100 Beste Plakate e.V. präsentiert die Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin.

Es werden verschieden Kategorien, wie Auftragsarbeiten, Autorengrafik und studentische Projektaufträge zu sehen sein, die die hohe Qualität des aktuellen Grafikdesigns unter Beweis stellen.

Solltet ihr es nicht in die Hauptstadt schaffen, könnt ihr die Plakate auch im Jahrbuch „100 beste Plakate 17 Deutschland, Österreich, Schweiz“ bewundern.

Gestaltung: Jakob Mayr und Kilian Wittmann
mit Texten von Jens Müller, Götz Gramlich und Josh Schaub
Verlag: Verlag Kettler
Sprache: deutsch / englisch
Format: 16,5 × 24 cm
Umfang: 288 Seiten
Softcover mit allen 100 Gewinnerplakaten und weiteren Abbildungen
ISBN: 978-3-86206-629-2
Preis: 29,90 €

Das Buch ist im Shop erhältlich.

Den Wettbewerb gibt es bereits seit 50 Jahren und wurde in der DDR entwickelt. Seit 1989 wird er als gesamtdeutscher Wettbewerb durchgeführt und seit 17 Jahren sind auch die Länder Österreich und die Schweiz daran beteiligt.

Die Wanderausstellung wird anschließend noch in Wien, Nürnberg, La Chaux-de-Fonds, Luzern, Essen, Lausanne, Zürich und Genf gezeigt.

Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: Juni

Mittwoch, 23. Mai 2018

Eine kleine Auswahl des literarischen Veranstaltungskalender in Frankfurt mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr….

4. – 10.6.: literaTurm 2018

Das 9. Literaturfestival FrankfurtRheinMain findet vom 4. bis 10. Juni 2018 in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet statt.

Anfang Juni veranstaltet die Stadt Frankfurt das biennale Literaturfestival literaTurm, dessen moderierte Lesungen mit internationalen und deutschsprachigen Autoren in Frankfurts Bürotürmen stattfinden. Auch an ausgewählten Orten der Region ist literaTurm zu Gast. Neben den besonderen Veranstaltungsräumen zeichnet sich das Festival durch seine thematische Schwerpunktsetzung aus – in diesem Jahr mit Biographien der Sparten Sachbuch und Belletristik. Maria Theresias Leben als Kaiserin von Österreich wird ebenso vorgestellt wie der Lebensweg von Karl Marx; mit Felicitas Hoppe, Ulrike Edschmid und Andreas Maier sind zudem Schriftsteller dabei, deren Romane einen autobiographischen Hintergrund aufweisen.

Informationen, Programm und Tickets auf www.literaturm.de 

11.6., 19.30 Uhr: Ingeborg Bachmann – Ich existiere nur, wenn ich schreibe

Wie wir wurden, wer wir sind – Deutsche Biografien
Ingeborg Bachmann – Ich existiere nur, wenn ich schreibe
Vortrag von Dr. Ina Hartwig (Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt)
Ort: Zentralbibliothek
Eintritt frei

Die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann steht im Zentrum der deutschen Nachkriegsliteratur. In ihrem Werk repräsentiert sie den geistigen Horizont einer Zeit vor dem kulturellen Aufbruch.

13.6., 20 Uhr: Auswärtsspiel

Annika Scheffel „Hier ist es schön“
Moderation: Björn Jager
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm in der Romanfabrik
Eintritt: 7,- / 4,- (VVK) // 8,- /5,- (AK)
Erst Castingshow, dann Space Odyssey. So ist der Plan – bis ein Roadmovie dazwischenkommt. Dabei sind Irma und Sam „Hoffnungsträger“. Vor einem Millionenpublikum haben sie es ins Finale geschafft. Abgeschottet von der Außenwelt, werden sie in einer „Arena“ zehn Jahre lang darauf vorbereitet, zu den Sternen zu fliegen. Der Erde droht die Apokalypse. Die Rettung ist ein ferner Planet. Doch kurz vor dem Abflug entdeckt Sam eine Karte zu einem Ort, um den sich Mythen ranken: „Die letzte Insel. Niemand weiß genau, was dort ist, ob noch jemand dort lebt.“ Die erste heiße Spur, seit er den anonymen Brief („Die Insel. Ich warte dort.“) in seinem Koffer gefunden hat. Sam, eine Mischung aus Parzival und Kaspar Hauser, „der angespült wurde“, bricht aus: „Die Welt ist schön, und alles, was er kennt, ist Linoleum.“ Und Irma folgt ihm. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, immer die Straße lang, die Frage nach der eigenen Herkunft im Visier. Seltsam nur, dass ihre Verfolger, die Wächter und Ausbilder mit den Pestmasken, auf sich warten lassen. Was als One-Way-Briefroman beginnt, entwickelt sich zu einem zart erzählten Abenteuer, getragen vom Glauben an eine Utopie. In Hier ist es schön, ausgezeichnet mit dem Robert Gernhardt Preis, lotet Annika Scheffel aus, inwieweit der Mensch Illusionen braucht, um sich Hoffnungen machen zu können.

Annika Scheffel, 1983 in Hannover geboren, ist Prosa- und Drehbuchautorin. Für ihre Arbeiten wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar 2013 und dem Robert Gernhardt Preis 2015. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin.

In Kooperation mit der Romanfabrik.

17.6., 14 Uhr: Goethe war ein Egoist?

Der etwas andere Literaturspaziergang zu Frankfurts Dichterfürsten
Start: Gutenberg-Denkmal, Roßmarkt
Teilnahmegebühr: 15,-

Am Sonntag, den 17. Juni, lädt der Literaturbetrieb e.V. zu einem Literaturspaziergang ein durch die Frankfurter Innenstadt auf den Spuren von Goethes Gegnern. Der Spaziergang dauert zwei Stunden und beginnt um 14.00 Uhr am Gutenberg-Denkmal, Roßmarkt.

War Goethe ein „leichter Lebemensch“, ein „Aristokratenknecht“ oder gar ein „Egoist in ungewöhnlichem Grade“? Auf dem Spaziergang beleuchten kritische Stimmen von Heinrich Heine über Thomas Mann bis zu zeitgenössischen Autoren die Schattenseiten Goethes. So entsteht auf dem Weg durch die Innenstadt durch Briefe, Gedichte und Geschichten ein völlig neues Bild von Frankfurts berühmtem „Dichterfürsten“. Der Verein Literaturbetrieb e.V. ist eine Initiative von Studierenden und Alumni der Goethe-Universität und wurde 2006 gegründet. Er veranstaltet außergewöhnliche Lesungen sowie Hörbuchabende, Literatur-Reisen und literarische Spaziergänge. Zum Angebot gehören auch der „Bühnentrieb“, eine offene Bühne für Literatur und Musik, und die Lesungsreihe „Literatur à la carte“. Außerdem ist der Verein Mitveranstalter des „Langen Tags der Bücher“.

19.6., 19.30 Uhr: Auf keiner Skala von 1 bis 10

Jubiläumslesung des sexyunderground: Auf keiner Skala von 1 bis 10
Mit Franz Geilich, Felicitas Hubert, Samuel Kramer, Caroline Pfeffer, Martin Piekar und Leon Steurer
Moderation: Yevgeniy Breyger
Ort: Literaturhaus Frankfurt
Eintritt: 5,- / 3,-
10 Jahre sexyunderground: Neue literarische Stimmen aus Frankfurt und Umgebung
Beim sexyunderground geht es vor allem um eines: Schreiben. Da werkeln, basteln, schrauben und drehen Jungautoren an eigenen Texten. Hierfür treffen sie sich bereits seit 2008 regelmäßig im Literaturhaus Frankfurt und führen weiter, was im „Schreibzimmer“, der jährlichen Schreibwerkstatt für Jugendliche, seinen Anfang nimmt. Aber nicht nur dort. Die Ergebnisse dieser Treffen stellen sie auch in diesem Jahr bei ihrer gemeinsamen Lesung im Literaturhaus vor. Das bedeutet: Neue Lyrik und Prosa aus dem Untergrund. Es lesen: Franz Geilich, Felicitas Hubert, Samuel Kramer, Caroline Pfeffer, Martin Piekar, Leon Steurer. Durch den Abend führt der Lyriker Yevgeniy Breyger, der auch selbst in den Jahren 2008 und 2009 am Schreibzimmer teilgenommen hat.

20.6., 18.30 Uhr: „Ausgeplündert und verwaltet. Geschichten vom legalisierten Raub an Juden in Hessen“

Buchpräsentation mit den Autoren Bettina Leder, Christoph Schneider und Katharina Stengel
Lesung: Helge Heynold
Ort: Historisches Museum Frankfurt
Eintritt frei

Das Buch enthält rund 100 Geschichten jüdischer Familien, die in Hessen und Rheinhessen ansässig waren. Sie handeln von Armen und Reichen, Jungen und Alten, von Studenten, Bauern, Kaufleuten, Intellektuellen, Arbeitern, Schülern; von Menschen, die sehr unterschiedlich dachten, glaubten und lebten. Wir fanden ihre Spuren in den Akten der Finanzverwaltung, die ab 1933 penibel den Besitz einer jeden Jüdin und eines jeden Juden registrierte, um ihn dann zu enteignen. Das Buch geht zurück auf Recherchen im Rahmen der Ausstellung „Legalisierter Raub. Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933-1945“, die 16 Jahre lang durch Hessen und Rheinhessen wanderte und an 30 Ausstellungsorten mit einem jeweils neuen regionalen Schwerpunkt zur Ausplünderung der Bevölkerung am Ausstellungsort zu sehen war.

Im Rahmen der Ausstellung „Legalisierter Raub. Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933–1945“ (ab 17. Mai 2018)

Eine Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts, gefördert von Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

 

Internationale Ausstellung „Pangramme: learning typ design“

Samstag, 28. April 2018

Im Leipziger Museum für Druckkunst wird erstmals vom 29. April bis 15. Juni 2018 die internationale Ausstellung „Pangramme: learning type design“ gezeigt. Die Ausstellung wurde in Frankreich konzipiert und präsentiert ein Kaleidoskop aktueller Schriftdesigns von jungen Gestaltern aus der ganzen Welt.

Für die Ausstellung wählte eine Jury aus einen Wettbewerb 50 Projekte aus, die aus 25 Ländern stammen. Insgesamt wurden 200 schriftgestalterischen Arbeiten eingereicht, die ebenfalls zu sehen sein werden.
Die Gestaltung der Ausstellung wurde von dem deutsch-französischen Grafik-Designer Jérôme Knebusch in Zusammenarbeit mit Studenten der Typorgrafie-Klasse an der Kunsthochschule Metz (Frankreich) übernommen.

Neben den Schriften wird es auch eine Schau mit Fachliteratur geben, die sich mit dem Thema der Schriftgestaltung seit 1900 beschäftigt.

Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: Mai

Sonntag, 22. April 2018

Eine kleine Auswahl des literarischen Veranstaltungskalender in Frankfurt mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr….

3.5., 20 Uhr: Lesung Uwe Wittstock

Uwe Wittstock liest aus „Karl Marx beim Barbier“
Ort: Buchhandlung Schutt
Eintritt: 8,-

Es ist eine Biographie der ungewöhnlichen Art: 1882 reist Karl Marx nach Algerien, wo er um ein Haar umkommt. Während er sich langsam erholt, lässt er sein Leben Revue passieren. Seine Jugend in Trier, die große Zeit der Theorien in Paris und sein elendes Leben in London. Das Buch verschweigt aber auch nicht Marx‘ Schwächen: Zum Beispiel, dass der große Ökonom Marx nicht mit Geld umgehen konnte, dass er viele Bücher begann, aber enorme Probleme hatte, die zu beenden, und dass er anderen Sozialisten gern vor den Kopf stieß. Außerdem erzählt Wittstock von dem Bart, den Marx trug, von seinem mächtigen Vollbart, den er zum Erkennungszeichen machte wie Angela Merkel ihre Raute oder Donald Trump seine gelbe Haarlocke. Denn Marx ging in Algier zum Barbier und hat sich zum einzigen Mal im Leben rasieren lassen. Er wurde zu jemandem, der auf keinem der vielen Marx-Porträts zu entdecken ist: Zu einem Karl Marx mit glatt rasierten Wangen. Das Buch „Karl Marx beim Barbier“ ist eine Einladung das Frühjahr 1882 mit Marx in Nordafrika zu verbringen, sich seine ganze Biografie vor Augen führen zu lassen und der Frage nachzugehen, weshalb ein Mann, der seinen Prophetenbart lebenslang pflegte, sich ein Jahr vor seinem Tod rasieren ließ.

Uwe Wittstock war zunächst als Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in der Literaturredaktion von Marcel Reich-Ranicki tätig. Anschließend Lektor für deutschsprachige Literatur im S.Fischer Verlag und parallel dazu Mitherausgeber der Literaturzeitschrift Neue Rundschau. Bis 2010 war er Redakteur der Welt, zunächst als stellvertretende Leiter des Feuilletons, danach als Kulturkorrespondent, erst in Paris und dann in Frankfurt am Main. Bis 2017 Literaturredakteur des Nachrichtenmagazins Focus. Seit 2018 ist Uwe Wittstock freier Schriftsteller und Journalist und schreibt für den Focus die Kolumne: Buch & Welt. Ausgezeichnet mit dem Theodor-Wolff-Preis für Journalismus.

„Uwe Wittstock beschreibt Marx‘ Leben und Wirken so lehrreich, klug und spannend wie elegant und leicht von jenen zehn Wochen aus, die der im Frühjahr 1882, schwer krank und Genesung suchend, in Algier verbrachte.“ Axel Hacke, Süddeutsche Zeitung, 2. März 2018

5.5., ab 19 Uhr: Nacht der Museen

Eine Veranstaltungsreihe mit Lesungen und Musik
Ort: Haus am Dom
Eintritt mit Ticket zur Nacht der Museen

19.00 Uhr
„Das ganze Kind hat so viele Fehler“
Die Geschichte einer Entscheidung aus Liebe
Lesung mit Sandra Schulz, Autorin
Zerbrechen wir an dem Wissen, das wir uns gewünscht haben? Sandra Schulz ist in der 13. Woche schwanger, als sie nach einer Blutuntersuchung einen gefürchteten Satz hört: „Ich habe leider kein komplett unauffälliges Ergebnis für Sie“.
In Kooperation mit der Lebenshilfe Frankfurt

20.30 Uhr
Sakari lernt durch Wände zu gehen
Krimi-Lesung mit Musik mit Jan Costin Wagner, Autor und Musiker
Auf dem Marktplatz der finnischen Stadt Turku steigt ein junger Mann in einen Brun¬nen. Er ist nackt und offenbar verwirrt. Und er hat ein Messer bei sich – „ein schmaler Roman über den Verlust, Schmerz, das Weiterleben, manchmal an sehr dünnem Rettungs¬faden. (…) Aber Jan Costin Wagner klebt seinem dunklen Roman kein Happy End an. Sondern erzählt von einem fragilen Moment des Glücks, der Kimmo Joentaa zu verdanken ist“. (Sylvia Staude, FR)

22.00 Uhr
Sieh mich doch an!
Szenisch-literarischer Liederabend mit Liedern von Kurt Weill, Bertolt Brecht und anderen
Mit Katharina Nieß, Sopran, und Esther Frankenberger, Mezzosopran
Fin de Siècle, Zeitenwende: vielfältig und widersprüchlich. Der Krieg ist aus und bald blühen Wien, München und Berlin als Weltmetropolen der Kultur. Alles drängt nach draußen, alles steht in Frage. Persönlichkeitsfragen. Mann-Frau-Fragen. Rollenmusterfragen. Kann Frau lieben nur und sonst gar nichts? Oder ist Johnny ein Schuft? Nimm die Pfeife aus dem Maul, du Hund … ich liebe dich so!

9.5., 19.30 Uhr: Lesung Alice Schwarzer

Alice Schwarzer „Meine algerische Familie“
Ort: Literaturhaus Frankfurt
Eintritt: 16,- / 10,-

Die Journalistin und Essayistin Alice Schwarzer pflegt seit Jahrzehnten eine enge Beziehung zu einer Familie in Algerien und vor allem zu Djamila, einer Journalistin. Die Familie ist in ihrer Vielseitigkeit ein mögliches Abbild dieses nordafrikanischen Landes zwischen Tradition und Moderne, zwischen islamistischer Bedrohung und demokratischen Hoffnungen. Gestalt und Nachdruck bekommt das durch die Eltern und Großeltern, Brüder und Schwestern, Neffen und Nichten, die Alice Schwarzer in deren Heimat bei Neujahrsfeiern, Ferienbesuchen und Hochzeiten kennen und lieben lernt und die die Fotografin Bettina Flitner porträtiert: die Generation der Alten, geprägt von der Kolonialzeit; die Generation, die die „schwarzen Jahre“ des islamistischen Terrors und der politischen Repression durchlebte – und die jungen Leute von heute zwischen High Heels und Verschleierung, zwischen Instagram und spätsozialistischer Stagnation. Davon erzählt Alice Schwarzer in ihrem neuen, bei Kiepenheuer & Witsch erschienenen Buch und an diesem Abend im Literaturhaus.

15.5., 19.5., 22.5., 18 Uhr: Frankfurter Poetikvorlesungen im Sommer 2018

Christian Kracht
Ort: Campus Westend, Hörsaalzentrum, Audimax (HZ1&2)
Eintritt frei

Christian Kracht wird im Sommersemester 2018 als Frankfurter Poetikdozent zu Gast an der Goethe-Universität sein. Er wird über die Entstehungsgrundlagen und Fluchtpunkte seiner beeindruckenden literarischen Arbeit sprechen.

Nach einem Studium der Film- und Literaturwissenschaften und neben unterschiedlichen journalistischen Arbeiten (u.a. Redakteur des Magazins „Tempo“, Indien Korrespondent des Spiegels, Herausgeber der Literaturzeitschrift „Der Freund“) erschien 1995 „Faserland“, Christian Krachts intensiv diskutierter Debütroman. Ihm folgte sechs Jahre später der Roman „1979“, der große internationale Anerkennung fand. Das Triptychon – wie Kracht in einem Interview seine ersten drei Romane selbst bezeichnet hat – findet mit „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten“ (2008) seinen Abschluss. Kracht konnte 2012 mit „Imperium“ an seine bisherigen Erfolge anknüpfen und wurde dafür mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis der Stadt Braunschweig ausgezeichnet. Sein vorläufig letzter Roman „Die Toten“ erschien 2016, und Kracht erhielt im selben Jahr den Schweizer Buchpreis. Ebenfalls 2016 wurde ihm für sein bisheriges Werk der Hermann-Hesse-Literaturpreis verliehen. Neben den genannten Romanen und weiteren Veröffentlichungen (u.a. „Tristesse Royale. Ein popkulturelles Quintett“ (1999) sind von Christian Kracht auch Hörbücher (u.a. „Liverecordings“ (1999) und Reiseberichte (u.a. „Der gelbe Bleistift“ (2000) erschienen. Des Weiteren hat Christian Kracht auch das Drehbuch zu „Finsterworld“ geschrieben, das erfolgreich und vielfach ausgezeichnet von der Dokumentarfilmerin Frauke Finsterwalder, mit der er auch verheiratet ist, verfilmt wurde.

17.5., 19.30 Uhr: Lesung Juli Zeh

Juli Zeh „Leere Herzen“
Moderation: Alf Mentzer (hr2-kultur)
Ort: Literaturhaus Frankfurt im Schauspiel Frankfurt
Eintritt: 18,- / 12,-

Mitgestalten, anstoßen, provozieren. Den meisten fehlt es an Mut oder Entschlossenheit. Juli Zeh nicht. Sie hat ein Jahr nach ihrem großen Gesellschaftsroman „Unterleuten“, einen Polit- und Psychothriller vorgelegt. Und wieder ist sie Gast des Literaturhauses im Schauspiel Frankfurt. Im Mittelpunkt ihres Romans „Leere Herzen“ (Luchterhand) stehen zwei desillusionierte Pragmatiker – geschäftlich allerdings erfolgreich. Sie haben sich damit abgefunden, wie die Welt beschaffen ist. Aber das reicht nicht. „Leere Herzen“ ist deutsche Science-Fiction über eine nahe Zukunft. Ein Lehrstück über die Grundlagen und die Gefährdungen der Demokratie. Und ein 350-Seiten-Plädoyer wider leere Herzen und Kraftlosigkeit des Gestaltens. Es moderiert der hr2-kultur-Redakteur Alf Mentzer.

In Kooperation mit dem Schauspiel Frankfurt

 

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

UNESCO-Welttag des Buches und des Urheberrechts am 23. April

Mittwoch, 18. April 2018

In ein paar Tagen ist es wieder so weit: in über 100 Ländern wird die Freude am Lesen und an Geschichten gefeiert. Daran beteiligt sind Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken und Schulen, die in Form von Lesungen, Verlagsführungen und verschiedenen Aktionen zum Mitmachen einladen. In Deutschland wird der Welttag des Buches und des Urheberrechts vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels und von der Stiftung Lesen koordiniert.

„Ich schenk dir eine Geschichte“

Besonders Kinder sollen mit dem „Welttag des Buches“ angesprochen werden. Rahmen der Aktion „Ich schenk dir eine Geschichte“ können sich Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 4 und 5 sowie von Integrations-, Förder- und Willkommensklassen ihr persönliches Exemplar gegen Vorlage eines Gutscheins in einer der 3.500 teilnehmenden Buchhandlungen abholen. Gefördert wird dies zusätzlich von der Deutschen Post, dem cbj Verlag und dem ZDF und steht unter der Schirmherrschaft der Kultusminister der Länder.
Außerdem erhalten über eine Million Kinder zum Welttag den Abenteuerroman „Lenny, Melina und die Sache mit dem Skateboard“ von Sabine Zett geschenkt.

„Bücher haben Fähigkeiten, die heute mehr denn je gefragt sind: Sie vermitteln Bildung und Wissen, fördern Verständnis und Kritikfähigkeit und ermöglichen es, Themen aus vielfältigen Perspektiven zu sehen. Gleichzeitig entführen sie in fremde Welten und bieten einen Ruhepol in unserer Multitasking-Gesellschaft, nach dem sich viele Menschen sehnen. Umso wichtiger ist der Welttag des Buches, der seit mehr als 20 Jahren die Bedeutung und das Potenzial von Büchern und vom Lesen in den Blick rückt“, sagt Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Ein Tag mit Tradition

Zum ersten Mal wurde der „Welttag des Buches“ am 23. April 1995 von der UNESCO zum weltweiten Feiertag für das Lesen, für Bücher und die Rechte der Autoren erklärt. Zurückzuführen ist diese Tradition auf einen katalanischen Brauch zum Namenstag des Volksheiligen St. Georg, an dem Rosen und Bücher verschenkt werden. Und der 23. April hat noch eine weitere Bedeutung – es ist der Todestag von Wiliam Shakespeare und Miguel de Cervantes.
Seit 1996 wird der „Welttag des Buches“ auch in Deutschland gefeiert.

Ihr seid interessiert und wollt mehr über die verschienden Aktionen und Veranstaltungen erfahren? Dann informiert Euch auf der Seite www.welttag-des-buches.de

Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: April

Freitag, 23. März 2018

Eine kleine Auswahl des literarischen Veranstaltungskalender in Frankfurt mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr….

5.4., 20 Uhr: Poetische Positionen

Mit Moritz Gause und Ulrich Koch
Moderation: Malte Kleinjung
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,- / 4,- (VVK) // 8,- / 5,- (AK)

Treffen der Generationen: Moritz Gause legt sein Debüt vor, Ulrich Koch seinen mittlerweile zehnten Gedichtband. Wichtiger noch: Die beiden verbindet die Rezeption. Kochs Gedichte sind für Gause ein wesentlicher Bezugspunkt. Beste  Voraussetzungen also für ein gemeinsames Gespräch. In Kochs Selbst in hoher Auflösung ist es dabei bis zum Meer nicht weit, wenig weiter, als der Blick reicht. Und was man sieht, sind die alltäglichsten Dinge, in einem Glanz, als würde man sie zum ersten Mal sehen, als wäre es Morgen. Die Welt dieser Gedichte ist eine Welt des Hinterlandes, der Pendlerzüge, der Überlandleitungen. Gauses Meditationen hinterm Supermarkt hingegen schenken Menschen, die kaum einer beachtet, Aufmerksamkeit. Sei es „Ernst im weinroten Hemd“ oder „die alte Dame aus dem Treppenhaus“. Diese lakonischen Gedichte halten Momente fest („Im Taxi nach Tashkent“) und blicken auf ferne Orte: „Am Horizont verdunsten die Berge.“

Moritz Gause, geboren 1986 in Berlin, studierte Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft in Jena. Zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften. 2011 erhielt er den hr2-Literaturpreis, 2013 das Arbeitsstipendium des Freistaats Thüringen. Nach einem längeren Aufenthalt in Kirgisistan lebt er nun in Berlin.

Ulrich Koch, geboren 1966 in Winsen an der Luhe, arbeitet für eine Hamburger Personalagentur. Sein Debüt Weiß ich erschien 1995. Für sein Werk bekam er mehrere Stipendien und wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Hugo-Ball-Förderpreis 2011.

9.4., 20 Uhr: $ICK „Shore, Stein, Papier“

Alles andere als eine Lesung
Ort: Brotfabrik
Eintritt: 25,- / 20,-

Was wie ein harmloses Schnick-schnack-schnuck-Spiel klingt, hat einen mehr als ernsten Hintergrund. Bei „Shore, Stein, Papier“ steht Shore im Drogenjargon für Heroin, Stein für Kokain, Papier für Geld. Im Dezember 2012 lief auf zqnce.tv bei youtube die erste Folge der Lebensgeschichte von $ick (seinen Klarnamen nennt der Hannoveraner nicht) – es wurden 380 Lesesessions in den kommenden drei Jahren. Nicht nur die Zuschauer waren gefesselt von den schonungslosen Erlebnissen des Ex-Junkies mit schwerkrimineller Vergangenheit, $ick wurde auch mit dem „Grimme Online Preis“ (für Aufklärung ohne moralischen Zeigefinger) ausgezeichnet. Im Oktober 2016 erschienen seine „Erzählungen aus einem Leben inmitten von Frühstücksblech und Affen, Kokarausch und Wahn, Beschaffungskriminalität und Drogendeals, Knastschlägerei und Flucht“ nun auch als Buch beim piper-Verlag, Untertitel: „Mein Leben zwischen Heroin und Haft“. Ein Spiegel-Bestseller. Jetzt bringt er seine Geschichte unterstützt von Video- und Bildsequenzen live auf die Bühne und verspricht mehr als nur eine Lesung.
Seinen Erfolg kommentiert $ick so: „Ich dachte, das interessiert kein Schwein. Weil ich mein ganzes Leben das Gefühl hatte: Keine Sau interessiert, was du machst oder was mit dir passiert.“ Und jetzt dies. „Ich habe Glück gehabt, weil die Leute mir aus irgendeinem Grund gerne zuhören. Daran halte ich jetzt fest. Weil das definitiv mehr Geld bringt, als Gras zu verkaufen, und es weniger stressig ist.“

19.4., 19.30 Uhr: Frankfurter Premieren

Peter Michalzik „1900 – Vegetarier, Künstler und Visionäre suchen nach dem neuen Paradies“
Moderation: Sonja Vandenrath
Ort: Historische Villa Metzler
Eintritt: 7,- / 5,- / 3,- (Kartenreservierung unter 069-212 38818 (Kulturamt), Restkarten an der Abendkasse)

Die Reihe Frankfurter Premieren stellt jüngst erschienene Romane von Frankfurter Autorinnen und Autoren oder Novitäten aus Frankfurter Verlagen vor. Sie gibt einen Eindruck von dem, was in Frankfurt an literarischen Werken geschrieben und publiziert wird. Die Veranstaltungen finden entweder in den Räumen der Historischen Villa Metzler oder der AusstellungsHalle 1A statt. Im Anschluss an die einstündige Lesung kann und soll bei einem Glas Wein das Gehörte diskutiert werden, dieser Saloncharakter ist integraler Bestandteil der Frankfurter Premieren. Dass der Schwerpunkt auf Neuerscheinungen aus Frankfurt liegt, schließt interessante Ausnahmen von der Regel nicht aus.

Eine Veranstaltung des Kulturamtes Frankfurt am Main in Kooperation mit der Historische Villa Metzler gGmbH
Die Dr. Marschner Stiftung unterstützt die gemeinnützigen kulturellen Aktivitäten der Historische Villa Metzler gGmbH

28. & 29.4., 10-16 Uhr: U20 Poetry Slam-Workshop

Mit Dirk Hülstrunk
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm

Ihr habt Lust am Spiel mit der Sprache? Ihr wollt eigene Texte, Gedichte, Geschichten, Rap-Texte schreiben, reimen oder lieber freestylen? Ihr würdet gerne mal auf einer Bühne stehen, ein Mikrofon in der Hand? Dann seid ihr richtig beim Poetry Slam Workshop „Wortumdrehung“. Hier könnt ihr Ideen entwickeln, lernen, spannungsreiche und originelle Texte zu schreiben und ihre Umsetzung unter realen Bühnenbedingungen proben. Unsere Themen sind: Poetry Slam Hintergründe & Regeln, Texte für den Vortrag schreiben, Stimme & Performance, Mikrofonsprechen. Der Workshop richtet sich sowohl an Anfänger wie an Fortgeschrittene, die ein kritisches Feedback zu ihren Texten brauchen oder ihren Vortragsstil verbessern möchten. Teilnehmen können Jugendliche von 14-20 Jahren. Ältere Interessenten können in Einzelfällen teilnehmen, wenn noch Platz ist.

Mit freundlicher Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen.

Anmeldungen bis zum 13. April unter: u20slam@kulturnetz-frankfurt.de (Bitte angeben: Name, Geburtsdatum, Wohnort, Telefon od. Mobil, Email)
Teilnahmegebühr: 25,-
Kontoinhaber: Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.
IBAN: DE05 5005 0201 0200 4946 86
Frankfurter Sparkasse
Referenz: Seminar Poetry Slam

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

Internationales Literaturfestival lit.COLOGNE

Freitag, 09. März 2018

Zum 18. Mal findet in Köln das Internationale Literaturfest lit.COLOGNE statt. Bereits am 6. März war der Startschuss für die elftägige Veranstaltung. Zur diesjährigen Eröffnung las der Burgschauspieler Klaus Maria Brandauer im voll besetzten Kölner Dom. In seiner Lesung trug er den Text „Der Großinquisitor“ des russischen Schriftstellers Fjodor M. Dostojewski (1821 – 1881) vor.  Das Kapitel aus dem Roman „Die Brüder Karamasow“ stellt kritische Fragen zu dem christlichen Glauben und der kirchlichen Repräsentanz, aber der Text ist mehr als nur kirchenkritisch. Es sei ein visionärer Blick auf die Herrschaftsmechanismen aller ideologisch verbrämten Diktaturen, die als Pseudoreligionen im 20. Jahrhundert erst noch folgen sollten, so der Dompropst Gerd Bachner.

Es war die fünfte Domlesung seit der Entstehung der lit.COLOGNE. Das Festival hat es sich zum Ziel gemacht, Autoren mit der Veranstaltung zu würdigen. Sie setze ganz auf die Autoren und behandle diese wie Stars. Die Grundidee des Literaturfestivals ist nach Rainer Osnowski, einer der beiden Gründer, „die Begegnung großer Autoren mit Schauspielern, Künstlern.“ Weiter sagt er: „Werner Köhler und ich wollten damals vor 16 Jahren ein kulturelles Angebot machen, kein rein literarisches. Wir wollten Literatur mit Musik, Kunst und verschiedenen Literaturformen kombinieren und die vorhandenen Gräben zwischen E und U zuschütten. In Deutschland muss Kultur ja tendenziell ernst sein. Was nicht ernst ist, ist Event.“

Feministisches Festival q[lit]*clgn

In Köln findet parallel zur lit.COLOGNE auch eine Deutschlandpremiere statt: das erste feministische Literaturfestival, das den programmatischen Namen q[lit]*clgn trägt. Dieser verweist auf mehrere Bedeutungsebenen: von englischen „clit“ für die Klitoris bis zu lesbischen, Inter- und Transidentitäten. Insgesamt umfasst das Festival acht Veranstaltungen und ist eine Zusammenarbeit mit dem autonomen Frauen*Lesben Referat der Universität Köln, dem „Missy Magazine“ und diversen Migrantenorganisationen.

BuchDruckKunst-Messe in Hamburg

Montag, 05. März 2018

Vom 23.3. – 25.3.2018 findet in Hamburg im Museum der Arbeit die BuchDruckKunst-Messe statt. Während der drei Tage präsentieren Künstler und Editionen ihre außergewöhnlichen Werke, wobei sich alles um das Thema Papier dreht. Egal, ob traditionell oder experimentell hergestellt, auf der Messe wird man fündig. Da die BuchdruckKunst eine Verkaufsmesse ist, können die außergewöhnlichen Editionen auch Vorort erworben werden.
Wie jedes ist die Zahl der Aussteller auf 53 begrenzt, um eine intensive Messe zu ermöglichen und die Einzigartigkeit zu bewahren.

Neben dem Ausstellen gibt es ein weit gefächertes Programm zum Zuschauen, Mitmachen und Lernen. Die Fachleute des Graphischen Gewerbes demonstrieren in den Druckwerkstätten des Museums der Arbeit den historischen Hand- und Maschinensatz, Buch- , Stein- und Tiefdruck sowie die Produktion von Holzbuchstaben. Dabei dreht sich alles ums Sehen, Fühlen und Riechen.

Weitere Informationen zur BuchDruckKunst finden Sie hier.

Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: März

Montag, 26. Februar 2018

Eine kleine Auswahl des literarischen Veranstaltungskalender in Frankfurt mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr….

1.3., 19 Uhr: Frankfurt-Krimis in Wort und Bild

Chris Böhm & Irmgard Schürgers:
Frankfurt-Krimis in Wort und Bild
Ort:
Stadtteilbibliothek Schwanheim
Eintritt:
4,-

Zwei neue Kriminalfälle und zwei altbekannte Ermittlerteams: Chris Böhm präsentiert „Der Harlekin“. Irmgard Schürgers liest aus „Denn sie wissen, was sie tun“. Eine Foto-Show zeigt die Original-Schauplätze.

3.3., 18 Uhr: JuLiP – Jugendliteraturpreis

Lesung und Preisverleihung
Ort: Zentralbibliothek
Eintritt: frei

Zum 4. Mal waren Jugendlichen zwischen 10 und 19 Jahren aufgerufen, Kurzgeschichten zu schreiben. Vor der Bekanntgabe der Sieger lesen die Nominierten.

In Zusammenarbeit mit Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Metzler-Stiftung, FRIZZ, Fazit-Stiftung, Athlon Place Stiftung, Ringelsuse.

6.3., 20 Uhr: Poetische Positionen

Moderation: Malte Kleinjung
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (VVK) | 8,-/5,- (AK)

Lebt denn der alte Charles Bukowski noch? Nein, er ist mausetot. Aber unter seiner Fahne wird weitergedichtet: „Alles/ Sammeln hat Route“, schreibt Martin Piekar in AmokPerVers, und wer ihm auf seinem poetischen Parcours folgt, kommt an „Mülleimern“ vorbei, läuft über den „Catwalk aus der Trinkhalle“ oder gerät ins „Gravitationsfeld der Theke“. Das Material, das er dabei sammelt, ist der „ehrliche Dreck“ einer Großstadt wie Frankfurt: „Fließ sacht Main, ich singe dir mein Lied“. Dieses Ich grölt und summt nicht nur vom Lieben und Feiern, sondern auch von Terror und Prekarität. Das Mittel der Wahl dazu: Umbenennung. Kein Buchstabe kann sich sicher sein. „Iron Majdan – Fear of the Park“ gibt den Ton vor. Hinzukommen: Emphase! Dringlichkeit! Da will jemand was. Diese „Heavy-Metal-Minne“ (Gerrit Wustmann) muss man live erlebt haben.

Martin Piekar, geboren 1990 in Bad Soden, studiert Philosophie und Geschichte an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Seine Gedichte wurden in zahlreichen Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht. 2014 erschien sein Debütband Bastard Echo, 2016 Überschreibungen, ein E-Book mit Jan Kuhlbrodt. Martin Piekar erhielt Stipendien und Preise, zuletzt den hr2-Literaturpreis (2016) und den Atta-Troll-Superpreis für radikale Ideologiekritik (2016). AmokPerVers ist sein zweiter Band.

13.3., 20 Uhr: Die Neue Frankfurter Schule

Pit Knorr. Die Neue Frankfurter Schule
Ort:
Bibliothekszentrum Bergen-Enkheim
Eintritt: 
frei

Knorr ist als Mitbegründer der Satirezeitschrift Titanic, als Autor und Regisseur sowie durch seine Zusammenarbeit mit Otto Waalkes bekannt. Der Satiriker gehört zur Neuen Frankfurter Schule (NFS), die sich der systematisch betriebenen Sinnverweigerung, ohne gesellschaftsunkritisch zu sein, verschrieben hat.

In Zusammenarbeit mit der LeseInsel.

20.3., 20 Uhr: Lesung Angela Steidele

Angela Steidele „Anne Lister. Eine erotische Biographie“
Moderation: Insa Wilke
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (VVK) | 8,-/5,- (AK)

‚The xx‘ hätten Anne Lister bestimmt Freude gemacht. Der Name der Indie-Pop-Combo war für die Landadelige aus Yorkshire Programm. Meint ‚x‘ im Englischen gemeinhin einen Kuss, ist es in ihren verschlüsselten Tagebüchern viel mehr als das. Hier bedeutet ein ‚x‘ am Rand Masturbation, ‚Kuss‘ hingegen einen Orgasmus mit einer anderen Frau: „Zwei gute Küsse gleichzeitig gestern Nacht & drei heute Morgen, nach 8 Uhr“. Akribisch führt Anne über ihre Affären Buch – eine Chronik gleichgeschlechtlicher Liebe aus dem 19. Jahrhundert, überliefert gegen alle Wahrscheinlichkeit. Vorsicht aber vor Verklärung! So unerschrocken Anne Lister ihrem Begehren Erfüllung verschafft, so rücksichtslos verfährt sie bisweilen mit Geliebten, Verflossenen und Menschen niederer Herkunft: „Die emanzipatorische Tat Anne Listers ist nicht ihr Leben, sondern, dass sie es aufgeschrieben hat“ (Insa Wilke). Mit dieser erotischen Biographie setzt Angela Steidele fort, was sie u.a. am Beispiel Adele Schopenhauers begonnen hat: Dem Leben und Lieben von Frauen einen Platz in der Geschichte zu geben. Auf Basis dechiffrierter Tagebücher erzählt Steidele vom Alltag und Sex Anne Listers.

Angela Steidele, 1968 geboren in Bruchsal, studierte Literaturwissenschaft, Musikwissenschaft und Philosophie. Ihre 2003 erschienene Dissertation behandelt Liebe und Begehren zwischen Frauen in der deutschsprachigen Literatur 1750-1850. Sie veröffentlichte u. a. In Männerkleidern. Das verwegene Leben der Catharina Linck alias Anastasius Rosenstengel sowie Geschichte einer Liebe: Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens. Für ihr literarisches Debüt Rosenstengel erhielt sie 2015 den Bayerischen Buchpreis. Angela Steidele lebt in Köln.

 

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

Wettbewerb: „Die Schönsten deutschen Bücher 2018“

Sonntag, 11. Februar 2018

Und noch ein kleiner Aufruf für alle begeisterten Buchgestalter: Noch bis zum 31. März 2018 habt ihr die Möglichkeit an den Wettbewerben „Die Schönsten deutschen Bücher 2018“ und „Förderpreis für junge Buchgestaltung 2018“ teilzunehmen.

Initiator der Wettbewerbe ist die Stiftung Buchkunst, die ihren Sitz sowohl in Frankfurt am Main als auch in Leipzig hat. Ihr Ziel ist es, die Qualität des Buchs in technischer und künstlerischer Hinsicht zu fördern. Die Gewinner werden von einer Fachjury auserwählt, wobei sich die Kriterien für die Entscheidung an Gestaltung, Konzeption, Satz, Druck, Bild und Einband orientieren. Insgesamt werden 25 Bücher für „Die Schönsten deutschen Bücher 2018“ ausgezeichnet – das allerschönste deutsche Buch kann ein Preisgeld von 10.000 Euro gewinnen .
Teilnehmen können Verlage, Buchgestalter und produzierende Betriebe mit Büchern, die im Zeitraum vom 1.04.2017 bis 31.03.2018 erschienen sind.

Der „Förderpreis für junge Buchgestaltung“ wird seit 1989 in Kooperation mit der BKM (Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien) vergeben. Sein Ziel ist es außergewöhnliche, neue Ideen zu gedruckten Büchern oder hybriden Buchformen zu fördern und somit Buchimpulse für morgen und Qualitätskonzepte sichtbar zu machen. Dafür werden drei Preisträger ernannt und mit jeweils 2.000 Euro ausgezeichnet.

Für alle Interessierten gibt es hier die Anmeldeformulare und weitere Informationen.