Archiv für die Kategorie ‘Termine’

Neuer Fontane-Literaturpreis geht an Peggy Mädler

Mittwoch, 08. Mai 2019

Dieses Jahr wird der 200. Geburtstag des Dichters und Schriftstellers Theodor Fontane zelebriert. In diesem Rahmen finden unter dem Titel „fontane.200“ landesweit über 400 Veranstaltungen statt. Im Zentrum steht dabei der neugestaltete Fontane-Literaturpreis, der erstmals gemeinsam von der Fontanestadt Neuruppin und dem Land Brandenburg vergeben wird. Auch in Zukunft sollen mit dem Preis alle zwei Jahre Autoren und Autorinnen künstlerischer Literatur gefördert werden.
Der Literaturpreis ist mit 40.000 Euro dotiert und wird am 31. Mai anlässlich der Eröffnung der Fontane-Festspiele verliehen.

Die erste Preisträgerin ist Peggy Mädler (*1976) mit ihrem Roman „Wohin wir gehen“. Die in Dresden geborene Autorin hat Theater-, Erziehungs- und Kulturwissenschaften in Berlin studiert und anschließend in Kulturwissenschaften promoviert. Ihr erster Roman „Legende vom Glück der Menschen“ erschien 2011 und 2019 folgte nun ihr neuer Roman. Die externe Jury begründete ihre Entscheidung mit der Aussage, dass Peggy Mädler sich in „Wohin wir gehen“ auf eine Reise durch die Zeiten und Landschaften begeben hätte. „In literarischer Perfektion beschreibt sie Land und Leute, ihre Seele und ihre Sehnsüchte, ihre Prägungen und ihr Scheitern – ganz in der Tradition Theodor Fontanes. Sie braucht dabei nur wenige knappe Striche, um erzählerische Wucht zu entfalten.“

Lesereise der Preisträgerin

Das Brandenburgische Literaturbüro organisiert in diesem Jahr mehrere Lesungen mit Peggy Mädler:

  • 1. Juni, 15 Uhr: Altes Gymnasium, Am Alten Gymnasium 1-3, Neuruppin (im Rahmen der Fontane-Festspiele)
  • 4. August, 18 Uhr: Golzow (im Rahmen des „Golzower Literatursommers“)
  • 1. September, 11 Uhr: Villa Quandt, Große Weinmeisterstr. 46/47, 14469 Potsdam
  • 4. September, 19 Uhr: Kleist-Museum, Faberstr. 6-7, Frankfurt (Oder)
  • 5. September, 19.30 Uhr: Bibliothek, Kirchplatz 7, Zossen
  • 19. September, 19 Uhr: Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund, In den Ministergärten 3, Berlin


Literarische Veranstaltungen in Marburg

Sonntag, 21. April 2019

Mi., 24.4.: Anja Rützel Liest Aus „Lieber Allein Als Gar Keine Freunde“

19:00 – 21:00 Uhr // TTZ Marburg
Eintritt: 6 € / ermäßigt 3 €
Mitveranstalter: Marburger Literaturforum e.V. 

Anja Rützel ist gerne alleine – und steht damit ziemlich einsam da. Aber warum ist das Leben als Einzelmensch eigentlich so negativ belegt? Braucht die Einsamkeit vielleicht einfach nur einen guten Imageberater? Anja Rützel forscht nach, was hinter dem menschlichen Drang zum Zusammenglucken steckt, und lernt, ihr Solo-Leben richtig zu lieben (und dass es nicht immer eine gute Idee ist, ausgerechnet in einem Jodelkurs neue Freunde finden zu wollen).
Mit ihrem unvergleichlichen Sinn für Hintergründiges, Zwischenmenschliches und Abstruses nähert sie sich einem ernsten Thema von einer ganz neuen Seite.

Ein feinfühliger, urkomischer Appell für ein positives Einsamkeitsgefühl

Die Autorin: Anja Rützel, Jahrgang 1973, Journalistin und bekennender Trash-TV-Fan, ist sich selbst oft genug. Sie arbeitet als freie Autorin u. a. für Spiegel Online, Die Zeit und das SZ-Magazin. Mit ihrem Hund Juri lebt sie in Berlin.
Veranstalter:
Marburger Literaturforum e.V.
Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen e.V.
Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Marburg

Mi., 22.05.: Lesung Karen Duve Liest Aus „Fräulein Nettes Kurzer Sommer“

20:00 – 22:00 Uhr // Universitätsbibliothek Marburg Vortragsraum
Eintritt: 12 € / ermäßigt 6 €
Mitveranstalter: Marburger Literaturforum e.V., Universitätsbibliothek Marburg, Marburger Haus der Romantik 

„Fräulein Nettes kurzer Sommer“ ist ein ebenso lakonischer wie gnadenlos sezierender Roman über die junge Dichterin Annette von Droste-Hülshoff und die Welt der letzten Romantiker, die deutsche Märchen sammelten, während die gute alte Ordnung um sie herum zerfiel. Das Porträt einer jungen Frau in einer Welt, in der nichts so blieb, wie es war.
Historisch genau, gnadenlos entlarvend und so trocken-lakonisch und bitter-ironisch geschrieben, wie es nur Karen Duve kann.

Karen Duve, 1961 in Hamburg geboren, lebt in der Märkischen Schweiz. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ihre Romane »Regenroman« (1999), »Dies ist kein Liebeslied« (2005), »Die entführte Prinzessin« (2005), »Taxi« (2008) und »Macht« (2016) waren Bestseller und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt

Kartenvorverkauf ab 01.04.19 in der Buchhandlung
Inge Jakobi Steinweg 45, 35037 Marburg

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

19. lit.COLOGNE

Samstag, 16. März 2019

Vom 19.3.-30.3.2019 findet in Köln zum 19.Mal die lit.COLOGNE statt. Mit eingebunden in Europas größten Literaturfest ist auch die lit.kid.COLOGNE für die kleinen Leser.
Das Festival hat es sich zum Ziel gemacht, Autoren mit der Veranstaltung zu würdigen. Sie setze ganz auf die Autoren und behandle diese wie Stars. Die Grundidee des Literaturfestivals ist nach Rainer Osnowski, einer der beiden Gründer, „die Begegnung großer Autoren mit Schauspielern, Künstlern.“

Das Programm bietet eine vielfältige Veranstaltungsreihe, zu der unter anderem die Gala zur Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises 2019 oder die Lesung des englisch Booker-Preisträgers Julian Barnes sowie Lesungen von Bestseller-Autorinnen und -Autoren gehört. Insgesamt werden 193 Veranstaltungen angeboten. Spannend sind nicht nur die Inhalte, die vorgestellt und diskutiert werden, sondern auch die Orte, an denen sie präsentiert werden. Dazu zählen Kirchen, Hotels, Museen, Kinos oder das Polizeipräsidium.

Den Auftakt des Literaturfests bietet dieses Jahr die Autorin Annie Ernaux mit einer Lesung aus ihrem Buch „Der Platz“, in dem sie Erinnerungen an ihren Vater verarbeitet. Die Veranstaltung am 20. März ist bereits ausgebucht. Das gesamte Programm finden Sie hier.

Literarische Veranstaltungen in Gießen

Sonntag, 27. Januar 2019

Abraham trifft Ibrahîm. Streifzüge durch Bibel und Koran. Lesung und Gespräch mit Sibylle Lewitscharoff und Najem Wali 

Donnerstag, 31.1., 20 UhrAula des JLU-Hauptgebäudes
Ludwigstr. 23
35390 Gießen
Eintritt: 10 € | erm. 7 € | LZG-Mitglieder 5 €

VVK: Tourist-Info Gießen
Für LZG-Mitglieder über das LZG-Büro

Moderation: Andreas Engelschalk (Evangelische Studierendengemeinde Gießen)

In Abraham trifft Ibrahîm unternehmen Sibylle Lewitscharoff und Wali Streifzüge durch Bibel und Koran, aus denen sie neun gemeinsame Figuren ausgewählt haben und diese aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten: Von Abraham bis Eva, von Moses bis zum Teufel. Den beiden gelingt damit ein sprachgewaltiger Dialog, in dem sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede in den Deutungstraditionen der jeweils fast gleichen Geschichten aufgezeigt werden.

Sibylle Lewitscharoff (*1954 in Stuttgart) studierte Religionswissenschaften in Berlin, wo sie heute lebt. Für ihr Werk erhielt sie einige der renommiertesten Auszeichnungen Deutschlands: u.a. den Ingeborg-Bachmann-Preis (1998), den Preis der Leipziger Buchmesse (2009) sowie den Georg-Büchner-Preis (2013).

Najem Wali (*1956 in Basra, Irak) flüchtete 1980 nach Ausbruch des Iran-Irak-Kriegs nach Deutschland. Er studierte Germanistik und spanische Literatur. Heute lebt er als Autor und Journalist in Berlin. Er war Korrespondent der arabischen Tageszeitung Al Hayat und schreibt u. a. für die Süddeutsche Zeitung, den Spiegel und Die Zeit.

In Kooperation mit der Evangelischen Studierendengemeinde Gießen, der EKHN-Stiftung und der Professur für Neuere deutsche Literaturgeschichte und Allgemeine Literatur­wissenschaft der JLU.

Berlin. Der amerikanische Comic-Autor Jason Lutes im Gespräch über seine Trilogie 

Mittwoch, 6.2., 19:30 UhrKiZ (Kongresshalle)
Südanlage 3a
35390 Gießen
Eintritt: 5 € | erm. 3 € | LZG-Mitglieder frei

VVK:Tourist-Info Gießen
Für LZG-Mitglieder über das LZG-Büro

Moderation: Martin Spies (Institut für Anglistik)
Lesung: Matthias Wieland

Mehr als 20 Jahre lang arbeitete Jason Lutes an seinem großen Comic-Roman über das Berlin der untergehenden Weimarer Republik. Kunstvoll erzählt und exakt recherchiert entfaltet sich ein beeindruckendes Zeitpanorama, in dem der amerikanische Zeichner die Entwicklung von 1928 bis hin zur Machtübergabe an die Nationalsozialisten durch sämtliche gesellschaftliche Schichten nachverfolgt. Lutes verzichtet hierbei bewusst auf Hauptfiguren und bildet stattdessen ein Gerüst aus historischen Ereignissen und Personen.

Der Plot wird in vielen parallelen Handlungssträngen, welche sich beiläufig streifen, erzählt. Bisher wurde Lutes große Berlin-Trilogie in drei Einzelbänden (Steinerne Stadt, Bleierne Stadt und Flirrende Stadt) veröffentlicht. Die deutsche Gesamtausgabe erschien im Dezember 2018 bei Carlsen.

Jason Lutes (*1967 in New Jersey) debütierte 1993 nach seinem Designstudium mit seiner preisgekrönten Graphic Novel Narren. Seit 1996 arbeitet Lutes an der Berlin-Trilogie. Für den Zeichner Nick Bertozzi schrieb Lutes zudem den 2007 veröffentlichten biografischen Comic Houdini – Der König der Handschellen.

Die Veranstaltung wird auch in englischer Sprache stattfinden.

In Kooperation mit dem Institut für Anglistik und mit freundlicher Unterstützung des Carlsen Verlags.

Die letzten Tage des Patriarchats. Lesung und Gespräch mit Margarete Stokowski 

Mittwoch, 13.2., 19:30 UhrHermann-Levi-Saal
Konzertsaal im Rathaus
Berliner Platz 1
35390 Gießen
Eintritt: 12 € | erm. 10 € | 7 € für LZG-Mitglieder

VVK: Tourist-Info Gießen
Für LZG-Mitglieder über das LZG-Büro

Moderation: Catarina von Wedemeyer (Institut für Romanistik)

Seit 2011 schreibt Margarete Stokowski Essays, Kolumnen und Debattenbeiträge. Ihre besten und wichtigsten Texte erschienen 2018 in Die letzten Tage des Patriarchats in überarbeiteter und kommentierter Form. Die Autorin analysiert in diesem Buch den Umgang mit Macht, Sex und Körpern, die #metoo-Debatte und Rechtspopulismus, sie schreibt über Pornos, Gender Studies, Unisextoiletten und die Frage, warum sich Feminismus und Rassismus ausschließen. Stokowskis Texte machen Mut; sie helfen, wütend zu bleiben, Haltung zu zeigen und doch den Humor nicht zu verlieren. Und sie zeigen, dass es noch einiges zu tun gibt auf dem Weg zu einer gleichberechtigten Gesellschaft. Wer fragt, ob wir den Feminismus noch brauchen oder ob die Revolution bereits geschafft ist, dem liefert Margarete Stokowski eindeutige Antworten.

Margarete Stokowski (*1986 in Polen) lebt seit 1988 in Berlin und studierte Philosophie und Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie schreibt als freie Autorin unter anderem für die taz und Die ZEIT. Seit 2015 erscheint ihre wöchentliche Kolumne »Oben und unten« bei Spiegel Online. Ihr Debüt Untenrum frei gilt inzwischen als deutschsprachiges Standardwerk des modernen Feminismus.

In Kooperation mit dem Institut für Romanistik und dem Kulturamt der Stadt Gießen.

Weitere Veranstaltungen und Informationen sowie die Texte finden Sie auf www.lz-giessen.de

Veranstaltungstip: Das Programm des Gutenberg-Museums von Januar bis April

Sonntag, 06. Januar 2019

Ohne Zweifel Gutenberg? Die Erfindung des Buchdrucks in Europa und Asien

Die Sonderausstellung läuft bis zum 28.4.2019

Glanzvoller Höhepunkt des Gutenbergjahrs 2018 war die Eröffnung der wegweisen- den Sonderausstellung im Gutenberg-Museum zu den Anfängen des Druckens in Europa und Asien. Erstmals werden Methoden und Eigenarten, Bedeutung und

Auswirkungen der unabhängig voneinander entwickelten Verfahren in Theorie und Praxis vermittelt und führen zur Erkenntnis der einzigartigen Leistung Gutenbergs.

Präsentation „Unsere Schönsten“ … Gutenberg-Porträts

Die Sonderausstellung läuft bis zum 27.1.2019

Die Präsentationsreihe zu Schätzen aus dem Museums-Depot geht weiter. Im Gutenbergjahr 2018 rückte Johannes Gutenberg selbst in den Fokus. Sein Ausseh- en scheint uns nur zu bekannt, doch wie Künstler sich auf unterschiedlichste Weise mit seinen Gesichtszügen beschäftigt haben, lohnt einen zweiten – und dritten Blick

Bauhaus.labor
Mit dem Titel „ABC. Avantgarde – Bauhaus – Corporate Design“ wird eine Sonderausstellung des Gutenberg-Museums (6.9.2019 – 2.2.2020) ein Schlaglicht auf die Druckwerkstatt am Bauhaus werfen. Als zentraler Bestandteil und offizieller Beitrag des Landes Rheinland-Pfalz zum Jubiläum „100 Jahre Bauhaus“ widmet
sie sich der Geschichte der Schrift- und Druckkunst an dieser weltweit bedeuten- den Kunstschule. In einem eigens konzipierten „Bauhaus.Labor“ im Innenhof des Gutenberg-Museums wird die Hauptausstellung schon jetzt von verschiedenen künstlerisch-gestalterischen Beiträgen der Hochschule Mainz, Fachbereich Kommu- nikationsdesign, begleitet. In wechselnder Folge präsentieren sich hier typografische Gestaltungsprojekte, Medieninstallationen und kreative Lichtprojektionen, die in Auseinandersetzung mit dem historischen Bauhaus entstehen.

Alle weiteren Veranstaltungen und Informationen finden Sie hier.

Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: Januar

Samstag, 29. Dezember 2018

Eine kleine Auswahl des literarischen Veranstaltungskalender in Frankfurt mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr….

6.1., 11 Uhr: LiteraturLounge

Kathrin Gerlof „Nenn mich November“
Moderation: Martin Maria Schwarz (hr2-kultur)
Ort: Kultur & Bahn im Haus am Dom
Eintritt:frei 

Marthe und David befinden sich im freien Fall und müssen Privatinsolvenz anmelden. Notgedrungen ziehen sie an den Rand eines Dorfes in ein gerade noch bewohnbares Haus, das David geerbt hat. Selbst das Internet macht einen Bogen um die Gegend. Das Dorf – umzingelt von genmanipulierten Maisfeldern für Biogasanlagen – scheint seine Seele verloren zu haben. Die Bewohner überlassen es zwei Großbauern, ihre Angelegenheiten zu regeln. Als in ehemaligen Zwangsarbeiterbaracken Flüchtlinge untergebracht werden, zieht mit ihnen Verunsicherung ins Dorf. Marthe, geduldete Außenseiterin und unablässig auf der Suche nach den schlimmsten aller Nachrichten, erlebt, wie die Lethargie weicht. David jedoch verstummt mehr und mehr, und eines Abends liegt ein Zettel auf dem Küchentisch.Ein großer Roman über den Verlust der Mitte und ein Leben am Rand.

Kathrin Gerlof, geboren 1962 in Köthen/Anhalt, lebt als Journalistin und Autorin in Berlin. 2008 debütierte sie mit „Teuermanns Schweigen“. Ihr zweiter Roman „Alle Zeit“ wurde euphorisch besprochen. Nach „Lokale Erschütterung“ erschien „Das ist eine Geschichte“.

17.1., 20 Uhr: Debütantenball

Mit Donat Blum und Karoline Menge
Moderation: Björn Jager
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,- / 4,- (VVK) // 8,- / 5,- (AK)

Zum Auftakt des neuen Jahres bittet das Hessische Literaturforum zum Debütantenball – und dabei dreht sich alles um Familien und Verlust. In Karoline Menges Roman Warten auf Schnee ist die Mutter der beiden Hauptfiguren Pauli und Karine verschwunden – wie auch sonst die Bewohner des Dorfes nach und nach losziehen, nicht zurückkehren und den Ort dem Verfall überlassen. Was nach moderner Landflucht klingt, entwickelt sich jedoch peu à peu zu einem modernen Schauermärchen. Donat, der Protagonist in Donat Blums Erstling Opoe, ist gleich zweifach auf der Suche. Nach dem Tod seiner Großmutter bereut er, ihr nie nahe gewesen zu sein. Auf einer Reise versucht er, ihrem Leben nachzuspüren und die alte Frau, die ihn bis zu ihrem Tod siezte, zu verstehen. Immer deutlicher aber verschiebt sich sein Fokus: auf ihn selbst und die Frage, wie sein Leben, sein Lieben eigentlich gelingen kann.

Karoline Menge, geboren 1986 in Berlin, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim. Sie veröffentlichte Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien, wurde 2014 mit dem 2. Platz des Würth-Literaturpreises ausgezeichnet und war 2015 Stipendiatin des Landes Niedersachsen. 2018 erhielt Karoline Menge den Ulla-Hahn-Autorenpreis der Stadt Monheim am Rhein. Sie lebt in Berlin.

Donat Blum, 1986 in Schaffhausen geboren, hat am Schweizerischen und Deutschen Literaturinstitut studiert. Er veröffentlicht in zahlreichen Zeitschriften, ist Mitveranstalter der Werkstattgespräche „Teppich“ im Literaturhaus Zürich, Initiator der Veranstaltung „Skriptor“ an den Solothurner Literaturtagen und Herausgeber der Literaturzeitschrift Glitter. Donat Blum lebt in Zürich und Berlin.

Mit freundlicher Unterstützung von Pro Helvetia.

21.1., 20 Uhr: Ost-West-Passagen

Ost-West-Passagen mit Mahmood Falaki „Wer aber war Hafis?“
Vortrag & Debatte 
Moderation: Nader Djafari
Ort: DIE FABRIK
Eintritt: frei

2019 ist ein Jubiläumsjahr. Vor zweihundert Jahren, 1819, ist Goethes berühmte Gedichtsammlung West-Östlicher Divan erschienen. Sie war inspiriert durch die intensive Auseinandersetzung mit dem bis heute weltweit bewunderten und populären persischen Dichter Hafis (14. Jahrhundert, Shiraz/Iran). Goethe empfand Hafis über Raum und Zeit hinweg als Seelenverwandten, als Zwilling.
„Wer aber war Hafis?“ Fördert auch für uns heute die Begegnung mit Hafis das Verständnis zwischen Okzident und Orient? Für diese und andere Fragen haben wir einen Experten eingeladen.

Dr. Mahmood Falaki wurde im Norden Persiens geboren. Während seines Studiums in der Schah-Zeit wurde er wegen seiner politisch-literarischen Aktivität zu drei Jahren Haft verurteilt und musste 1983 das Land verlassen. An der Universität Hamburg studierte er Germanistik und Iranistik und promovierte über Goethe und Hafis.

24.1., 19.30 Uhr: ARTE-Filmpremiere

ARTE-Filmpremiere: T.C. Boyle – Rockstar der amerikanischen Literatur
Ort: Literaturhaus Frankfurt
Eintritt: frei

T.C. Boyle ist einer der herausragenden amerikanischen Schriftsteller der Gegenwart. Mit viel Sarkasmus, Humor und emotionaler Sozialkritik erforscht er die Ängste und Abgründe seiner Heimat. Dafür lieben ihn seine Fans auf der ganzen Welt. Die Dokumentation von Adrian Stangell (ARTE / NDR) porträtiert den „Rockstar der amerikanischen Literatur“. Begleitet den gerade 70-Jährigen auf seinen Sommersitz und widmet sich den literarischen Welten des Autors. Angefangen von frühen Werken wie „World’s End“, für den er den PEN/Faulkner Award erhielt, hin zu seinem Klassiker „América“ von 1995, der heute aktueller ist denn je. Boyle gibt Einblick in seinen Alltag – als Schriftsteller, Tierfreund und Privatmann – und spricht über sich und sein Amerika.

Eine Kooperation mit ARTE – Kulturpartner des Netzwerks der Literaturhäuser, zu dem auch das Literaturhaus Frankfurt gehört. Sendetermin auf ARTE am 13.02. um 21.55 Uhr. 

25.1., 20 Uhr: Molotow Slam Show

Frankfurter Molotow Slam Show – Best of Poetry Slam
Moderation: Flo Cieslik
Ort: DIE FABRIK
Eintritt: 10,-

Ihr wollt explosiven Stoff? Ihr kriegt explosiven Stoff! Texte, die umhauen, begeistern, Party machen. Die Frankfurter Molotow Slam Show holt sie alle, die heißesten Performer des Landes. Radikal, überraschend, schockierend, originell.
Inmitten des flammenden Infernos: Flo Cieslik, der für den Zündstoff sorgt. 


Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.


Neue Runde, neues Glück: Wettbewerb „100 besten Plakate aus Deutschland, Österreich und der Schweiz“ startet

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Heute am 12. Dezember startet wieder der Wettbewerb „100 besten Plakate aus Deutschland, Österreich und der Schweiz“! Bis zum 21. Januar 2019 können alle interessierten Teilnehmer ihre gestalteten und realisierten Plakate aus dem Jahr 2018 einreichen.

Dabei gibt es keine vorgegebenen Themen, Formate oder Drucktechniken, die eingehalten werden müssen. Nach einer Online-Vorauswahl werden die Gewinner in den drei Kategorien Auftragsarbeit, Eigenwerbung und studentische Projektauftäge von einer Jury nominiert.

Die diesjährige Jury besteht aus:

Anna Haas, Zürich (CH)
Anette Lenz, Paris (F)
Astrid Seme, Wien (A)
Johanna Siebein, Berlin (D)
Prof. Andrea Tinnes, Berlin/Halle (Saale) (D)

Die Teilnahme ist kostenpflichtig (50 bis 200 Euro, gestaffelt nach Anzahl der Plakate), Studierende und Mitglieder des 100 Beste Plakate e. V. erhalten einen Rabatt von 50%.

Alle weiteren Informationen zu dem Wettbewerb finden Sie auf der Website oder als PDF

Für Informationen zur Registrierung klicken Sie hier.

Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: Dezember

Dienstag, 27. November 2018

Eine kleine Auswahl des literarischen Veranstaltungskalender in Frankfurt mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr….

2.12., 12 Uhr: 2. Adventsbasar der unabhängigen Verlage

Ort: Medienhaus, Varrentrappstraße 53, 60486 Frankfurt/Main
Eintritt und Getränke frei

Bei heißem Apfelwein, Teespezialitäten von Ronnefeldt und selbstgebackenen Plätzchen lädt die Verlags-WG der Varrentrappstraße 53 herzlich zum 2. Adventsbasar der unabhängigen Verlage ein! Hier können Besucher die Verlagswelt in und um Frankfurt in gemütlichem Ambiente und fernab des Vorweihnachtsstresses kennenlernen und sich untereinander austauschen – zusätzlich erhalten sie die Chance, individuelle Weihnachtsgeschenke für ihre Liebsten zu kaufen. Auf den Tischen finden nicht nur Bücher ihren Platz, sondern auch viele weitere Schmuckstücke wie selbstgemalte Bilder sind zu bestaunen und erwerben.

Gastgeber sind die Verlage Dryas, steinbach sprechende bücher, Größenwahn Verlag, edition federleicht, Edition Frankfurter Ansichten, mainbook, nomen, Rambazamba, weissbooks.w, Uni Scripta.

4.12., 19 Uhr: Kunst als historisches Subjekt

Winckelmanns ‚Geschichte der Kunst des Altertums‘
Vortrag von Prof. Dr. Elisabeth Décultot
Ort: Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum
Eintritt: 4,-

Mit der ‚Geschichte der Kunst des Altertums‘ (1764) wollte Johann Joachim Winckelmann (1717 – 1768) ein bahnbrechendes Buch vorlegen. In der Vorrede seines Werks rügte er die Autoren, die vor ihm auf den Namen einer Geschichte der Kunst zurückgegriffen oder diesen Titel auch nur frei variiert hatten. Ihm zufolge habe erst sein Werk Anspruch auf diesen Namen erworben, weil es als einziges sowohl dem Begriff der Geschichte als auch jenem der Kunst wahrhaft gerecht geworden sei. In der Geschichte der Geschichtsschreibung nimmt jedoch Winckelmanns Werk eine ambivalente Stelle ein. Seine Geschichte der Kunst wird zwar regelmäßig als Gründungsdokument der Kunstgeschichte angeführt, jedoch nie ohne den Hinweis auf ihre eigentlich unhistorische Dimension. Wie verhalten sich nun Kunst und Geschichte in dieser Schrift? Wie wurde Winckelmanns Modell der Geschichtsschreibung – insbesondere in der Goethezeit – rezipiert? Diesen Fragen geht der Vortrag nach.

Prof. Dr. Elisabeth Décultot lehrt und forscht seit 2015 als Humboldt-Professorin für neuzeitliche Schriftkultur und europäischen Wissenstransfer an der Universität Halle. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Rezeption der Antike und der Geschichte der Kunstgeschichtsschreibung von der Frühen Neuzeit bis zur Klassik.

11.12., 20 Uhr open mike

Open Mike-Preisträgerlesung
Moderation: Björn Jager und Malte Kleinjung
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,- / 4,- (VVK) // 8,- / 5,- (AK) (Tickets unter www.mousonturm.de)

Einmal beim ‚open mike’ mit von der Partie sein! – Diesen Wunsch hegen hierzulande viele junge Autor*innen. Denn der wichtigste literarische Nachwuchswettbewerb, der alljährlich in Berlin ausgetragen wird, gilt als „Türöffner“ und „Talentschuppen“. Wer hier gewinnt, bekommt einen Fuß in den Literaturbetrieb. Für so manche Karriere war der ‚open mike’ ein regelrechter Startschuss. Jedenfalls machen sich die Sieger erstmal auf den Weg: nach Wien, Frankfurt und Bern, um aus den prämierten Texten zu lesen und über sie zu sprechen. Bereits zum dritten Mal dürfen wir die preisgekrönte Reisegruppe bei uns begrüßen – zwischen Sesseln und Brokat, zu Softdrinks oder harten Sachen im Lokal des Mousonturms.

Die Namen der Beteiligten erfahren Sie hier am 19. November, direkt im Anschluss an den Wettbewerb.

Eine Veranstaltung des Haus für Poesie und der Crespo Foundation in Kooperation mit dem Hessischen Literaturforum im Mousonturm.

17.12., 19 Uhr: Public Lectoring und work in progress

Jakob Schwerdtfeger (ehem. Jey Jey Glünderling) stellt die ersten Texte seines neuen Romans vor
Moderation: Robin Schmerer
Ort: Gaststätte „Zur Insel“, Schmickstraße 16, 60314 Frankfurt
Eintritt: 5,-

Das Publikum als Lektorenkollektiv: Der erfolgreiche Poetry Slammer Jey Jey Glünderling schreibt seinen ersten Roman und lässt sein Publikum an dessen Entstehung teilhaben. In regelmäßigen Abständen liest der Autor unter seinem Klarnamen Jakob Schwerdtfeger aus seinem Manuskript und stellt sich der Diskussion und der Kritik. Das Lektorenkollektiv greift ihm unter die Arme, stellt mit ihm die Weichen und erlebt hautnah mit, wie sein Roman entsteht und Monat für Monat wächst.

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

 

Literarische Veranstaltungen in Gießen

Sonntag, 18. November 2018

100 Jahre Frauenwahlrecht. Eine Femmage an Hedwig Dohm

Donnerstag, 29.11.18 – 19:30 Uhr

Ort: Margarete-Bieber-Saal
Ludwigstr. 34
35390 Gießen

Eintritt: 5 € | erm. 3 € | LZG-Mitglieder frei

VVK: Tourist-Info Gießen
Für LZG-Mitglieder über das LZG-Büro

Am 30. November 1918 trat in Deutschland das »Reichswahlgesetz« mit dem allgemeinen aktiven und passiven Wahlrecht für Frauen in Kraft. Erstmals in der deutschen Geschichte durften Frauen wählen und gewählt werden. Anlässlich des 100. Jahrestages zum Frauenwahlrecht findet eine besondere Veranstaltung statt:

Bereits 1873 forderte Hedwig Dohm das Stimmrecht für Frauen und setzte sich in ihrem umfangreichen Gesamtwerk für deren politische, soziale und ökonomische Gleichberechtigung ein. Mit der »Edition Hedwig Dohm« geben die Historikerin Nikola Müller und die Literaturwissenschaftlerin Isabel Rohner Dohms umfangreiches Werk heraus. Bei Veranstaltungen zwischen szenischer Lesung und feministischem Kabarett machen Müller und Rohner gemeinsam mit dem Schauspieler Gerd Buurmann darüber hinaus Dohms Witz und Geist für das Publikum erlebbar. Das »Dohm-Trio« tritt seit einigen Jahren erfolgreich auf deutschen Bühnen auf.

Hedwig Dohm (1831–1919) war Schriftstellerin, Frauenrechtlerin und zählte nicht zuletzt wegen ihres 1874 erschienenen Werks Die wissenschaftliche Emancipation der Frau zu den ersten feministischen Theoretikerinnen.

In Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Gießen und der Dezentralen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten des Instituts für Germanistik.

Das Jahr der Revolte. Gespräch und Lesung mit Claus-Jürgen Göpfert und Bernd Messinger über die Revolte von 1968 in (und um) Frankfurt

Dienstag, 4.12.18 – 19 Uhr

Ort: Oskar-Singer-Raum / Zeitschriftenlesesaal (1. OG)
Universitätsbibliothek
Otto-Behaghel-Str. 8
35394 Gießen

Eintritt: 5 € | erm. 3 € | LZG-Mitglieder frei

VVK: Tourist-Info Gießen
Für LZG-Mitglieder über das LZG-Büro

Moderation: Claus Leggewie (Ludwig Börne-Professur der JLU)

Die Revolte von 1968 hat in keiner anderen Stadt solche Spuren hinterlassen wie in Frankfurt am Main. Die Forderungen aller Beteiligten, allen voran der Studierenden, sind nicht nur im gesellschaftlichen Leben bis heute spürbar, sondern bestimmen auch die Kultur maßgeblich mit.

50 Jahre danach erinnern sich in Das Jahr der Revolte mit Claus-Jürgen Göpfert und Bernd Messinger prominente Zeitzeugen wie der Politiker Daniel Cohn-Bendit, der Verleger KD Wolff und der Schriftsteller Peter Härtling an das turbulente Jahr. Dabei lassen sie die Ereignisse Revue passieren und reflektieren die großen Irrtümer und ideologischen Verirrungen der Zeit.

Claus-Jürgen Göpfert (*1955) studierte Politologie, Soziologie und Volkswirtschaft in Frankfurt. Seit 1985 arbeitet er bei der Frankfurter Rundschau und ist dort leitender Redakteur für die Ressorts Frankfurt und Rhein-Main. Zuletzt erschienen von ihm die Bücher Der Kulturpolitiker: Hilmar Hoffmann und Die Hoffnung war mal grün.

In Kooperation mit der Universitätsbibliothek.

Die verlorene Liebe der Ilse Stein. Lesung und Gespräch mit Johannes Winter im Rahmen der Ausstellung »Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung«

Donnerstag, 13.12.18 – 19 Uhr

Ort: KiZ (Kongresshalle)
Südanlage 3a
35390 Gießen

Eintritt frei

Moderation: Markus Roth (Arbeitsstelle Holocaustliteratur)

Ilse Stein und ihre Familie wurden 1939 aus ihrem oberhessischen Heimatdorf Geiß-Nidda nach Frankfurt am Main vertrieben, weil sie Juden waren. Im November 1941 wurde die Familie von Frankfurt in das Getto in Minsk deportiert. Dort rettete der Wehrmachtsangehörige Willi Schulz, der zeitweise auch nach Malyj Trostenez – dem größten nationalsozialistischen Vernichtungsort in Weißrussland, nur wenige Kilometer von Minsk entfernt – abkommandiert war, die siebzehnjährige Ilse. Der Journalist und Publizist Johannes Winter hat über das Leben der Ilse Stein recherchiert und seine Nachforschungen zu einer berührenden und anschaulichen Erzählung über Mut und Menschlichkeit zusammengefügt und so Ilse Steins Erinnerung und ihr Zeugnis bewahrt.

Johannes Winter (*1946) studierte Alte und Zeit-Geschichte in Tübingen und Frankfurt am Main und arbeitet als freier Autor und Publizist. Er ist Mitbegründer der taz, Nachrichtenredakteur beim Hessischen Rundfunk und seit 2001 Mitarbeiter an Projekten zur historischen Friedensforschung. 1995 erhielt er den Theodor-Wolff-Preis für essayistischen Journalismus.

Bernd Messinger (*1952) war Landtagsabgeordneter der Grünen und Vizepräsident im Hessischen Landtag, später arbeitete er im Presseamt der Stadt Frankfurt und war Büroleiter der damaligen Oberbürgermeisterin Petra Roth.

In Kooperation mit der Arbeitsstelle Holocaustliteratur.

Die Texte und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: November

Freitag, 26. Oktober 2018

Eine kleine Auswahl des literarischen Veranstaltungskalender in Frankfurt mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr….

1.11., 19 Uhr: Was ist Romantik? Der Roman des Freiherrn von Vieren

Prof. Dr. Markus Bernauer im Gespräch mit Dr. Konrad Heumann
Katharina Bach liest ausgewählte Auszüge aus dem Roman-Fragment
Ort: Frankfurter Goethe-Museum / Freies Deutsches Hochstift
Eintritt: 8,- / 4,-

„Vielleicht würde eine ganz neue Epoche der Wissenschaften und Künste beginnen, wenn die Symphilosophie und Sympoesie so allgemein und so innig würde, daß es nichts Seltenes mehr wäre, wenn mehrere sich gegenseitig ergänzende Naturen gemeinschaftliche Werke bildeten“, heißt es bei Schlegel im Athenäums-Fragment 125. Der Wunsch nach autonomer Abgrenzung geht also einher mit dem ebenso leidenschaftlichen Verlangen nach dem Du, dem es sich mitteilen kann. Der ‚Roman des Freiherrn von Vieren’ ist das Gemeinschaftswerk einer Dichtergruppe um E. T. A. Hoffmann, Adelbert von Chamisso, Karl Wilhelm Salice-Contessa und Friedrich de la Motte Fouqué. 1815 begonnen und Fragment geblieben, erzählt dieses amüsant-romantische Experiment die Geschichte des Malers Georg Haberland, der wie seine beiden Doppelgänger auf der Suche nach der idealen Mädchengestalt ist. Ein paar Jahre später veröffentlichte E.T.A. Hoffmann das von ihm zurückgezogene fünfte Kapitel des Viererromans als umgearbeitete eigenständige Erzählung ‚Die Doppelgänger’ und Karl Wilhelm Salice-Contessa seine Erzählung ‚Das Bild der Mutter.’ Der Berliner Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Markus Bernauer hat den fragmentarischen Text neu ediert und um zwei Novellen und ein Nachwort ergänzt, das die so spannende wie müßige Frage aufwirft: Was wäre wenn … Sein Gesprächspartner ist an diesem Abend Dr. Konrad Heumann, Leiter der Handschriften-Abteilung im Freien Deutschen Hochstift. Auszüge aus ‚Der Roman des Freiherrn von Vieren‘ werden von der Schauspielerin Katharina Bach vorgetragen.

„WAS IST ROMANTIK?“ – DIE NEUE GESPRÄCHSREIHE AM FREIEN DEUTSCHEN HOCHSTIFT
Was ist Romantik? Die auf den ersten Blick einfach anmutende Frage hat es in sich. Was gilt als „romantisch” in Kunst und Literatur, was als die „Epoche der Romantik”? Wergehört dazu? Wer nicht? Diesen Fragen geht die neue Reihe des Freien Deutschen Hochstifts in Vorträgen, Gesprächen und Lesungen nach. Dabei wird sich zunächst dem Phänomen von seinen Rändern herangenähert: In diesem Jahrstehen verschiedene „Grenzgängern“ im Fokus. Vor dem Hintergrund des derzeit entstehenden Deutschen Romantik-Museums wird die Veranstaltungsreihe in den nächsten Jahren mit wechselnden Schwerpunkten fortgesetzt.

4.11., 15 Uhr: „Edison“

Kinderbuch-Sonntag ab 4 Jahren
Torben Kuhlmann „Edison“
Ort: Literaturhaus Frankfurt
Eintritt: 5,-

Wer einmal ein Buch von Torben Kuhlmann aufgeblättert hat, der will es nicht mehr hergeben. Nach „Lindbergh“ und „Armstrong“ geht es in seinem neuen, prächtig illustrierten Mäuseabenteuer „Edison“ (Nord-Süd Verlag) tief hinunter ins Meer. Torben Kuhlmann verortet seine Geschichten in wahren Wunderwelten. Er verleiht einer kleinen Maus Ingenieursgeschick und Mut zu historischen Pioniertaten. Und das ist so spannend und rundum gelungen, dass man es gerne glauben will: Mäuse haben den Menschen doch etwas voraus. Torben Kuhlmann stellt „Edison“ in einer Lesung mit Bilderbuch-Kino vor und zeichnet für sein Publikum live.

Das Junge Literaturhaus wird unterstützt von der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung.

7.11., 20 Uhr: Lesung Anke Stelling

Anke Stelling: „Schäfchen im Trockenen“
Moderation: Björn Jager
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 8,- / 7,- / 5,- / 4,-

„Nur ganz zart“ habe sie die Klassenfrage bisher angerissen, meinte Anke Stelling vor drei Jahren gegenüber der taz. „Ich glaube“, fügte sie an, „ich muss sie noch einmal brachialer stellen“. Gesagt, getan: „Schäfchen im Trockenen“ handelt von der Illusion sozialer Aufstiege, von der Erfahrung, dass die eigene Herkunft einen langen Schatten wirft. So erscheint es der Schriftstellerin Resi, die mehr schlecht als recht über die Runden kommt. Zu allem Überfluss wird die Wohnung, in der sie mit ihrer Familie lebt, gekündigt. Der Hauptmieter, einst enger Freund, will die Familie heraushaben. Resis alte Clique – Linke wie sie, aber aus gutem Hause – bricht den Kontakt ab: Man lebt in einem Gemeinschaftshaus im Prenzlauer Berg und ist beleidigt. Denn Resi hat über das Projekt, an dem sie sich nicht beteiligen wollte, geschrieben, zuerst nur in einem Zeitungsartikel, dann aber auch in einem „bösen Buch“. Während die einen eine vanillefarbene Fassade und begehbare Kleiderschränke haben, müssen die anderen schauen, wo sie in Zukunft bleiben.
Nachdem sie in „Bodentiefe Fenster“ ein Berliner Hausprojekt und das entsprechende Milieu aus einer Binnenperspektive sezierte, wählt Anke Stelling in ihrem neuen Roman den Blick einer Ausgeschlossenen, die glaubte, dazuzugehören. Das so ins Spiel kommende soziale Gefälle eröffnet bittere Einsichten, denen Resi nur mit ebenso bitterem Humor begegnen kann.

Anke Stelling, geboren 1971, aufgewachsen in Stuttgart, ging mit dem Abitur in der Tasche nach Berlin, wo sie, unterbrochen von einem erfolgreichen Intermezzo am Leipziger Literaturinstitut, lebt und als freie Autorin arbeitet. 2004 wurde ihr gemeinsam mit Robby Dannenberg verfasster Roman „Gisela“ verfilmt, 2010 die Erzählung „Glückliche Fügung“. Ihr Roman „Bodentiefe Fenster“ (2015) stand sowohl auf der Longlist des Deutschen Buchpreises als auch auf der Hotlist der unabhängigen Verlage und wurde mit dem Melusine-Huss-Preis ausgezeichnet.

14.11., 20 Uhr: Neue Gedichte aus Dänemark

Hier habt ihr mich. Neue Gedichte aus Dänemark
Mit Sten Kaalø, Cecilie Lind und Rasmus Nikolajsen
Moderation (dän./dt.): Sarah Fengler & Justus Karl
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 8,- / 7,- / 5,- / 4,-

Wie viele dänische Lyrikerinnen und Lyriker kennen Sie? Nicht ganz so viele? Dann sollte sich das ändern! Dänische Gegenwartslyrik dem deutschsprachigen Publikum zugänglich zu machen, das haben sich nämlich sieben Frankfurter Studentinnen und Studenten der Skandinavistik auf die Fahne geschrieben. Unter dem Titel Hier habt ihr mich präsentieren sie eine von ihnen selbst übersetzte und bei der Parasitenpresse erschienene zweisprachige Anthologie, die Gedichte von zehn Dichter*innen aus Dänemark versammelt. Drei von ihnen – Sten Kaalø, Cecilie Lind und Rasmus Nikolajsen – sind an diesem Abend zu Gast, um aus ihren Texten zu lesen und über sie zu sprechen.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Skandinavistik der Goethe-Universität Frankfurt und mit freundlicher Unterstützung des Statens Kunstfond

 

24.11., 20 Uhr: 100 Jahre „Betrachtungen eines Unpolitischen“ von Thomas Mann

Es diskutieren die Thomas-Mann-Kennerin Irmela von der Lühe und der ehemalige Bundestagspräsident Norbert Lammert
Lesung: Matthias Brandt
Moderation: Insa Wilke
Ort: Schauspiel Frankfurt
Eintritt: 30,- / 22,- / 16,-

„Denn so war die Zeit geartet, daß kein Unterschied mehr kenntlich war zwischen dem, was den einzelnen anging und nicht anging, alles war aufgeregt, aufgewühlt, die Probleme brausten ineinander und waren nicht mehr zu trennen“, schrieb Thomas Mann 1918 in seiner Vorrede zu seinem umstrittensten Werk: dem Essay „Betrachtungen eines Unpolitischen“. Die „Frage des Menschen selbst stand da“, meinte Mann im Rückblick auf die Zeit des Ersten Weltkriegs. Heute, hundert Jahre später, scheint sich dieses Zeitgefühl zu wiederholen und erneut werden politische Stellungnahmen und Willensentschließungen von verschiedenen Seiten gefordert. Wie lässt sich vor diesem Hintergrund über Thomas Manns Betrachtungen sprechen? Welche Vorstellung von Deutschland und Europa wird hier entworfen? Und was lässt sich im Jahr 2018 lernen aus seinem „Gedankendienst“ im Ersten Weltkrieg? Diese Fragen diskutieren die Thomas-Mann-Kennerin und Erika-Mann-Biographin Irmela von der Lühe und der ehemalige Bundestagspräsident Norbert Lammert. Nicht zuletzt soll es aber auch darum gehen, diesen wichtigen, viel gescholtenen und im Wortsinne fragwürdigen Text im Werk von Thomas Mann zu verorten und neu lesbar zu machen.

Eine Veranstaltung von YOUROPEAN in Kooperation mit dem Schauspiel Frankfurt, hr2 kultur und dem S. Fischer Verlag.

30.11., 20 Uhr: 15 Jahre kookbooks

Mit Yevgeniy Breyger, Martina Hefter, Hendrik Jackson, Tristan Marquardt, Rike Scheffler, Daniela Seel, Farhad Showghi und Uljana Wolf
Moderation: Michael Braun
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 8,- / 7,- / 5,- / 4,-

Lasst die Sektkorken knallen: kookbooks feiert seinen 15. Geburtstag. Während der eine oder die andere in diesem Alter zum ersten Mal abstürzt, setzt der von Daniela Seel gegründete und geführte Independent-Verlag mit traumwandlerischer Sicherheit fort, was ihn seit jeher auszeichnet: avancierte Lyrik zu entdecken und ästhetisch ansprechend herauszugeben. Denn wenn es um deutsche Gegenwartslyrik geht, kommt man an diesem Verlag schon seit Langem nicht mehr vorbei. Wenn das kein guter Grund zum Anstoßen ist! Mit Yevgeniy Breyger, Martina Hefter, Hendrik Jackson, Tristan Marquardt, Rike Scheffler, Daniela Seel, Farhad Showghi und Uljana Wolf ist kookbooks gleich in Mannschaftsstärke zu Gast bei uns. Nichts, wirklich nichts steht einer langen Nacht der Lyrik mehr im Wege.

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.