Archiv für die Kategorie ‘Schrift’

Schriftart „Kontiki“für den digitalen Holzschnitt

Freitag, 09. November 2018

Die Schriftart „Kontiki“ simuliert digital einen handgemachten Holzdruck und verleiht jedem Text dadurch eine ganz besondere Note.

Entworfen hat die Schrift der Kölner Designer Felix Braden, indem er per Hand 193 Glyphen aus fünf Holzplatten geschnitten und manuell gedruckt hat. Er fertigte eine Reihe von Testdrucken an und wählte anschließend die vier besten aus, die dann als Grundlage für die Schriftart dienten.

„Kontiki“ umfasst 560 Zeichen und vier verschiedene Druckbilder. Dabei hat der Designer die Möglichkeit zur Variation und ein bewegtes Schriftbild anzulegen. Die Pro Version beinhaltet insgesamt 2240 Zeichen in einer Schriftdatei und enthält auch die einzelnen Varianten als „Stylistic Alternates“. Die Schriftart enthält Versal- und Mediävalziffern für Fließtext und Tabellensatz sowie mathematische Zeichen und gängige Währungszeichen in allen vier Schnitten, sowie eine Sprachunterstützung für alle west-, ost- und mitteleuropäischen Sprachen.

Alle weiteren Informationen zu der Schrift finden Sie hier.

Typografie leicht gemacht

Sonntag, 21. Oktober 2018

Die Onlineplattform print.de hat die fünf wichtigsten Tips für eine gelungene Typografie zusammengestellt. Es folgt eine verkürzte Zusammenstellung:

  1. Angemessene Zeilenlänge fördert den Lesefluss
    print.de empfiehlt: bei Medien, wie Broschüren oder Flyern, die mehrere Textspalten haben, sollte 40 bis 50 Zeichen pro Zeile nicht überschritten werden. Bei Büchern hingegen können bis zu 80 Zeilen pro Zeile veranschlagt werden.
  2. Richtiger Zeilenabstand führt zu besserer Lesbarkeit
    Schriftgrad + Durchschuss (tatsächlich textfreier Raum zwischen zwei Zeilen)=Zeilenabstand
    print.de empfiehlt: bei einem Schriftgrad von 12 pt sollte ein Zeilenabstand von 14,5 pt eingehalten werden
    Typo-Regel: Je länger die Zeile, desto größer sollte auch der Zeilenabstand sein.
  3. Satzart: Flatter oder Block
    Flattersatz: links-, rechtsbündig oder mittig ausgerichtet; für kürzere Texte
    Beim Flattersatz sollte darauf geachtet werden, dass so genannte „Hurenkinder“ und
    „Schusterjungen“ vermieden werden. Erstes bezieht auf die letzte Zeile eines Absatzes, die alleinstehend auf eine neue Seite rutscht und letzteres auf die erste Zeile eines Absatzes, die als letzte Zeile auf einer steht.
    Blocksatz: für längere, umfangreiche Fließtexte
  4. Richtige Satzschrift unterstützt den Inhalt
    Wichtig für eine gute Satzschrift: Lesbarkeit, nicht mehr als zwei unterschiedliche Satzschriften verwenden, Satzschrift als Mittel zur Hervorhebung oder Abgrenzung
  5. Typografie: Achtung bei Worttrennungen
    print.de empfiehlt: zu viele Worttrennungen am Zeilenende und über Seitengrenzen sollten vermieden werden, in Überschriften sollte komplett auf Worttrennungen verzichtet werden

TYPO-Fans aufgepasst!

Montag, 11. Juni 2018

Ihr interessiert euch für Typografie und Plakatgestaltung? Dann solltet ihr euch auf den Weg nach Berlin machen und die Sonderausstellungshalle des Kulturforums am Potsdamer Platz besuchen. Dort findet vom 15. Juni bis zum 8. Juli 2018 die Ausstellung „100 beste Plakate“ statt, in der die von einer internationalen Jury Ende Februar ausgewählten besten Plakate des Jahres 2017 aus dem deutschsprachigen Raum präsentiert werden. Der Verein 100 Beste Plakate e.V. präsentiert die Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin.

Es werden verschieden Kategorien, wie Auftragsarbeiten, Autorengrafik und studentische Projektaufträge zu sehen sein, die die hohe Qualität des aktuellen Grafikdesigns unter Beweis stellen.

Solltet ihr es nicht in die Hauptstadt schaffen, könnt ihr die Plakate auch im Jahrbuch „100 beste Plakate 17 Deutschland, Österreich, Schweiz“ bewundern.

Gestaltung: Jakob Mayr und Kilian Wittmann
mit Texten von Jens Müller, Götz Gramlich und Josh Schaub
Verlag: Verlag Kettler
Sprache: deutsch / englisch
Format: 16,5 × 24 cm
Umfang: 288 Seiten
Softcover mit allen 100 Gewinnerplakaten und weiteren Abbildungen
ISBN: 978-3-86206-629-2
Preis: 29,90 €

Das Buch ist im Shop erhältlich.

Den Wettbewerb gibt es bereits seit 50 Jahren und wurde in der DDR entwickelt. Seit 1989 wird er als gesamtdeutscher Wettbewerb durchgeführt und seit 17 Jahren sind auch die Länder Österreich und die Schweiz daran beteiligt.

Die Wanderausstellung wird anschließend noch in Wien, Nürnberg, La Chaux-de-Fonds, Luzern, Essen, Lausanne, Zürich und Genf gezeigt.

Internationale Ausstellung „Pangramme: learning typ design“

Samstag, 28. April 2018

Im Leipziger Museum für Druckkunst wird erstmals vom 29. April bis 15. Juni 2018 die internationale Ausstellung „Pangramme: learning type design“ gezeigt. Die Ausstellung wurde in Frankreich konzipiert und präsentiert ein Kaleidoskop aktueller Schriftdesigns von jungen Gestaltern aus der ganzen Welt.

Für die Ausstellung wählte eine Jury aus einen Wettbewerb 50 Projekte aus, die aus 25 Ländern stammen. Insgesamt wurden 200 schriftgestalterischen Arbeiten eingereicht, die ebenfalls zu sehen sein werden.
Die Gestaltung der Ausstellung wurde von dem deutsch-französischen Grafik-Designer Jérôme Knebusch in Zusammenarbeit mit Studenten der Typorgrafie-Klasse an der Kunsthochschule Metz (Frankreich) übernommen.

Neben den Schriften wird es auch eine Schau mit Fachliteratur geben, die sich mit dem Thema der Schriftgestaltung seit 1900 beschäftigt.

Fohla Grafico / Folha Texto: zwei neue Schriften aus Brasilien

Montag, 02. April 2018

Der spanische Schriftdesginer Jordi Embodas hat zwei neue Schriften entworfen: die Fohla Grafico und die Fohla Texto. Beide Schriften wurden von ihm exklusiv für die brasilianische Presse-Gruppe Fohla de São Paulo entwickelt. Während sie in Brasilien nur von der Presse-Gruppe genutzt werden dürfen, stehen sie nun der restlichen Welt zur Verfügung.

Fohla Texto und Fohla Grafico werden vor allem für textlastige Bereiche angewendet und sind durch die aufwendigen x-Höhen auch für den Einsatz in kleinen Punktgrößen angepasst. Sie gehören zur Familie der Tipografies. Bei den Schriften wurde ein besonderes Augenmerk auf die Balance zwischen Ästhetik und Funktion gelegt.

Die Fohla Grafico gehört zu den Sans Serif-Schriften, während die Fohla Texto eine Serif-Schrift ist. Auf der Website werden die Schriften wie folgt beschrieben:

Folha Grafico is a humanist sans serif with a generous x-height and open apertures. The subtly curved stroke endings improve the text image and add liveliness to letters and words. When examining the design in detail, you notice the terminals are cut at an oblique angle, which adds dynamism to the typeface. Moderate ascenders and descenders and a narrow width allow for a maximum amount of text on a limited surface, a much sought-after quality in editorial design. Together with the very low contrast, it helps the design maintain its balanced, airy appearance.“

Folha Texto is a true news face, a sturdy humanistic text type with a compact architecture that is surprisingly elegant. The typical structure of the serifs—curved on the outside and straight on the inside—serves a dual purpose. It introduces a gentle calligraphic elegance to the design, while freeing up the open counters even more. The shape of the serifs lends the letters a forward thrust, a motion that helps the reader’s eye along the lines of text. This straight/curved duality is also present in the terminals, giving the design extra bite.“

Wurde euer Interesse geweckt? Dann schaut sie euch einfach mal an: www.tipografies.com

Mainzer Kommunikationsdesigner dreht einen Dokumentarfilm über „Futura“

Montag, 18. September 2017

Der Mainzer Kommunikationsdesigner Christian Weber hat als kreativer Kopf ein neues Projekt ins Leben gerufen – „Futura – Typeface of Our Time“. Dahinter versteckt sich ein kollaborativ generierter Dokumentarfilm über die Schrift Futura und deren Schöpfer Paul Renner. Doch noch sucht Weber nach weiteren Futura-Begeisterten. Denn sein Ziel ist es, so viele Geschichten im Kontext der Schrift wie möglich über die Schrift zu sammeln, diese in Interviews festzuhalten und schließlich daraus den Dokumentarfilm zu erstellen.

Er selbst begründet die Wahl der Futura so: »90 Jahre nach der Erstveröffentlichung der Futura ist es an der Zeit, der Schrift, die uns überall im Alltag umgibt – zum Beispiel bei Marken wie Ritter Sport, Red Bull und vitra – ein filmisches Denkmal zu setzen.«

Alle, die ihre Erfahrung mit der Schrift teilen möchten, sind dazu aufgerufen zu helfen. „Futura – Typeface of Our Time“ ist ein nichtkommerzielles Projekt und wurde im Rahmen der Masterthesis von Weber entwickelt. Nun möchte er es gerne fortführen und umsetzen. Dafür hat Weber eine Website erstellt, die weitere Informationen zur Verfügung stellt und die Teilnahme erklärt.

Eva Lüdi Kong: Ihre 17-jährige Arbeit wird nun belohnt

Sonntag, 02. April 2017

Die Sinologin Eva Lüdi Kong wurde vor einigen Tagen mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie „Übersetzung“ ausgezeichnet. Sie übersetzte den chinesischen 1000-seitigen Klassiker „Die Reise nach Westen“ aus dem 16. Jahrhundert – in diese Arbeit investierte sie 17 Jahre! Bis zu ihrer Veröffentlichung konnte man den Roman im Deutschen nur in Auszügen lesen.

Da die einzelnen, chinesischen Schriftzeichen häufig mehrere Bedeutungen haben, gehört neben dem Wissen über die Deutungsmöglichkeiten auch viel Kontextwissen zu solch einer Übersetzung. In dem Interview mit Deutschlandradio Kultur äußerte sich Lüdi Kong so dazu: „Ich habe mir das kürzlich alles noch mal ziemlich genau angeschaut und ich habe gedacht: Warum mache ich das nicht anders? Warum schreibe ich das nicht um?“
Dennoch ist sie zufrieden mit ihrem Werk, das von einer Gruppe von Pilgern handelt, die eine seltsame und zugleich interessante Konstellation bilden: ein Mönch, ein Affe, ein Dämon, ein Schwein und ein Drachenpferd. Gemeinsam reisen sie auf den Spuren des Buddhismus, des Daoismus und des Konfuzianismus durch China, um heilige Schriften des Buddhismus aus Indien in ihre Heimat zu bringen. Bis heute wird der Roman in China noch mit Begeisterung gelesen, wobei der Autor unbekannt ist.

Das hörenswerte Interview sowie wie viele weitere Informationen rund um das Buch und dessen Inhalten finden Sie auf der Internetseite von Deutschlandradio Kultur.

Die Typografie – Teil 8: Die experimentelle Typografie

Freitag, 10. Februar 2017

Die Typografie ist kein Phänomen, dass sich unbewegt vom gesellschaftlichen Wandel entwickelt, sondern genau in diesem Kontext zu betrachten ist. Wie in der Kunst, wird auch in der Typografie das Bestehende immer wieder hinterfragt und es wird versucht das Bestehende zu überbrücken.
Die „Experimentelle Typografie“, die als eine Bewegung zu verstehen ist, tut genau das. Ab etwa 1945 werden die „klassischen Entwürfe“ mit eigenen Designvorschlägen und neuen Medien in Frage gestellt, wobei diese Experimente sich auf kinematografische, optisch-dynamische und kinetische Ausdrucksversuche beziehen. Dabei verwischt häufig die Grenze zwischen Kunst und Typografie. So haben auch Kunststudenten sich an die experimentelle Typografie herangewagt. Ein paar der Ergebnisse möchte ich nun vorstellen.
(Die Quelle und die Texte zu den Bildern finden Sie hier.)

Maike Wölfl – Zapfino

 

Jana Andrlik – Neue Swift

 

Zeynyp Yildiz – Libelle

Die Typografie – Teil 6: Mikrotypografie

Sonntag, 22. Januar 2017

Nachdem wir uns nun ausführlich mit der Entwicklung der Schriftkultur auseinandergesetzt haben, folgt eine weitere Differenzierung der Typografie in Mikrotypografie und Makrotypografie.

Mikrotypografie

Die Mikrotypografie, die auch als Detailtypografie bezeichnet wird, geht auf die Gestaltung und Anwendung der Schrift zurück. Genauer steht sie für die geometrische Konstruktion von Schriftzeichen und Ziffern und deren Anwendung im Schriftsatz. Dabei müssen unter anderem die Schriftart, die Laufweite, die Wortabstände und die korrekte Zeichensetzung berücksichtigt werden. Diese Eigenschaften haben wiederum Einfluss auf die Lesbarkeit, die mediendidaktische Qualität und die Ästhetik einer Schriftsatzarbeit. Der Schriftsatzarbeit lassen sich eine Reihe von Begrifflichkeiten unterordnen, die die Evaluierung, die Wahl, die Feinabstimmung, die Korrektur und die Kalibrierung betreffen:

KOLUMNE UND UMBRUCH

Absatzmethode
Optischer Randausgleich
Registerhaltigkeit des Gestaltungsrasters bzw. Satzspiegels
Satzbreite(n)
Satzkantenausgleich
Schriftsatzart(en) im Detail (z.B. handkorrigierter Rausatz)
Silbentrennung
Waisenkinder
Witwen
Zeilenabstand (ZAB)
Zeilendurchschuss

KONSULTATIONEN

Exponentenzeichen
Fußnoten
Fußnotenzeichen
Kolumnentitel
Konsultation
Konsultationszeichen
Legenden
Marginalien
Paginas

SCHRIFT UND FIGURENVERZEICHNIS

Alineas
Anführungszeichen
Apostrophen
Figurensatz (Gemischter Figurensatz, Majuskelsatz, Minuskelsatz)
Glyphen
Grund- und Auszeichnungsschriften
Hoch- und Tiefstellungen
Horizontalstriche (Divis, Gedankenstrich, von/bis)
Initialen
Leeraumzeichen
Ligaturen
Pagina- und Gliederungszeichen
Parenthesen und Akkoladen
Schriftauszeichnungsredundanzen
Satzzeichen
Sonderzeichen

ZEICHEN, WORT UND ZEILE

Ausmitteln
Kerning
Normalschriftweite
Optische Größen (Designgrößen)
Optischer Schriftweitenausgleich
Schriftgrade 4 )
Schriftlaufweite
Spationieren
Sperren
Unterschneiden
Vor- und Nachbreiten
Wortzwischenräume
Zurichtung

ZIFFERN

Zahlengliederung
Zahlenweitenausgleich
Zifferndickten (Proportionalziffern, Tabellenziffern)
Zifferngrade
Ziffernwahl (Mediävalziffern, Majuskelziffern)

© Wolfgang Beinert, www.typolexikon.de

Die Typografie – Teil 3: Die Herausbildung der Druckschriften

Freitag, 06. Januar 2017

Die Bedeutung der Typografie geht mit der Erfindung des Buchdrucks und demnach mit den beweglichen Lettern einher. Zurückzuführen ist die Typografie auf das Jahr 1457, wobei der aus Mainz stammende Erfinder, Johannes Gutenberg (um 1400-1468), auch als Prototypograph bezeichnet wird. Das Herausragende an der Technik war die Möglichkeit Gedanken und Wissen maschinell auf ein Vielfaches zu reproduzieren. Die Folgen und Revolution dessen sind uns allen bestens bekannt. Doch wie hat sich die Druckschrift zu dieser Zeit entwickelt?

Die ersten Druckschriften

Gutenberg verwendete für seine ersten Druckwerke die Textura (gotischer Ursprung) in unterschiedlichen Typen, die bereits in biblischen und liturgischen Büchern benutzt wurde.
In Italien bildete sich in den darauffolgenden Jahren die Antiqua heraus, die von der Humanistenhandschrift abgeleitet und für klassische und humanistische Publikationen eingesetzt wurde. In Venezia (auch „Stadt der Typographie“) wurden karolinigischen Minsukel und die Großbuchstaben der römischen Capitalis überarbeitet, wodurch eine Zweialphabetenschrift entstand. Dadurch hob sie sich stark von der gebrochenen Schrift des Mittelalters ab. Die Antiqua gilt als Grundlage für die heute von uns verwendeten Schriften, wobei sie noch vielfach verändert und weiterentwickelt wurde. So waren die Venezianische Renaissance-Antiqua und die Französische Renaissance-Antiqua weitere Vorläufer. Bei erster handelt es sich um eine Ableitung der spätmittelalterlichen Rotunda- und Bastarda-Schrift. Sie gilt als erste vollkommene Druckantiqua von exemplarischer Ausgewogenheit und Deutlichkeit.
Die Schriftklassifikation der Antiqua lässt sich in folgende Hauptgruppen unterteilen: Renaissance-Antiqua, Barock- oder Übergangsantiqua und klassizistische Antiqua. Im Klassizismus (1760-1830) erreichte die Ausführung der Antiqua schließlich ihren vorläufigen Endpunkt.

Die Weiterführung der Schriftarten

Neben der Antiqua entwickelten sich auch weitere Schriftarten, wie beispielsweise die Fraktur zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Deutschland. Sie blieb dort bis ins 20. Jahrhundert die dominierende Schrift und wurde zum Inbegriff der „Deutschen Schrift“. Interessant ist auch, dass sich schon früh ein Schriftstreit zwischen der Fraktur und der Antiqua vollzog, der sich bis zum Ende des Dritten Reichs nicht auflöste. Schriften wurden zudem textsortenspezifisch eingesetzt – so wurde die Schriftart Rotunda für lateinische Texte verwendet, die Bastarda auch für deutsche Texte, die Antiqua-Schriften für humanistische Texte und die Fraktur für die Reformationsschriften von Martin Luther.

Das 19. und 20. Jahrhundert 

Anhand der Vielzahl von Schriftarten, die uns heute zur Verfügung stehen, lässt sich gut erkennen, dass die Möglichkeiten von Schrifttypen fast unendlich scheinen. Mit der Weiterentwicklung der Technik, haben sich auch die Schriften verändert. Vor allem im 19. Jahrhundert, zur Zeit der Industrialisierung, nahmen die innovativen und maschinellen Fertigungsprozesse großen Einfluss auf den Druck und die Illustrationsgrafiken.
Anfang des 20. Jahrhunderts rivalisierten drei unterschiedliche Tendenzen in der Typographie: Die traditionelle Buchtypographie (Fraktur, Antiqua-Schrift), die kunstgewerbliche Gebrauchs- und Akzidenztypographie, die sich immer noch am Historismus und am Jugendstil orientierte (Egyptienne, kunstgewerbliche Hybride) und die »Moderne Typographie« bzw. die »Neue Kunst-Typographie« (Grotesk), die durch die Industrie und die Kunst (Futurismus, Dadaismus, Konstruktivismus) inspiriert wurde.