Archiv für die Kategorie ‘Preise’

George Saunders gewinnt Booker-Preis

Mittwoch, 18. Oktober 2017

George Saunders, geboren 1958 in Texas, ist der Gewinner des diesjährigen Man Booker-Preises. Der US-amerikanische Schriftsteller und Hochschullehrer konnte sich gegen Größen wie Paul Auster durchsetzen und überzeugte die Jury mit seinem Romandebüt „Lincoln in the Bardo“. Der Roman zeigt Amerikas berühmtesten Präsidenten im buddhistischen Bardo, dem Zwischenreich zwischen Leben und Tod. Es geht um die Nacht, in der Abraham Lincoln im Jahr 1862 seinen elfjährigen Sohn zu Grabe trug.
Die Jury beschrieb den Roman als „geistreiche, intelligente und tief bewegende Erzählung“.

Saunders ist der zweite amerikanische Schriftsteller, der den wichtigsten britischen Literaturpreis erhält. Dotiert ist der Preis mit 50.000 Pfund.
Seit 1969 wird mit dem Man Booker Preis jährlich der beste englischsprachige Roman, der im Vereinigten Königreich veröffentlicht wurde, ausgezeichnet.

Ingo Schulze gewinnt den Rheingau Literatur Preis 2017

Donnerstag, 10. August 2017

Im Rahmen des Rheingau Literatur Festivals wird seit 1994 der Rheingau Literatur Preis verliehen. Dieses Jahr konnte der Autor Ingo Schulze mit dem Roman „Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst.“ die Jury überzeugen: „Er schreibt mit kühlem Blick für die Komiken und Absurditäten der menschlichen Existenz. Er berichtet mit bestechender Genauigkeit und in unterschiedlicher Manier vorwiegend von einfachen Leuten, so dass jeder von ihnen einen Sonderweg zu gehen scheint. Mit Peter Holtz, dem hartnäckig-einfältigen Helden seines neuen Romans, schickt er einen Schelm auf Ost- und West-Passage, durch jäh wechselnde Zeiten, durch die Landeskunde der Ideologien.“ Die Preisverleihung findet am 24. September auf Burg Schwarzenstein in Geisenheim-Johannisberg statt. Dotiert ist der Preis mit 11.111€ und 111 Flaschen Rheingauer Riesling.

Es ist nicht das erste Mal, dass Ingo Schulze etwas zu feiern hat. Der gebürtige Dresdner hat bereits internationale Preise gewonnen und Werke von ihm wurden in 30 Sprachen übersetzt. Sein neuester Roman handelt von dem Protagonisten Peter Holtz, der als Kind für die Abschaffung von Geld und später für eine christlich-kommunistische Demokratie kämpft – und das, obwohl er inzwischen zum Millionär geworden ist. Das Buch wird im September erscheinen.

Ein Résumé zum Ingeborg-Bachmann-Preis

Montag, 10. Juli 2017

Der Gewinner des Ingeborg-Bachmann-Preises steht fest: Ferdinand Schmalz. Mit seinem vorgetragenen Text „mein lieblingstier heißt winter“ überzeugte er die Jury beim Wettlesen.

Ferdinand Schmalz ist eine Kunstfigur, durch und durch. Der Österreicher, sein bürgerlicher Name lautet Matthias Schweiger, ist studierter Theaterwissenschaftler, Dramatiker und Prosaist.

„mein lieblingstier heißt winter“ handelt von dem Protagonisten, Schauer, der an Krebs leidet und sich nicht der Krankheit hingeben will, sondern sich für den Suizid entscheidet. Es kommt zu einer Begegnung mit dem Eismann namens Schlicht, bei dem er seit sieben Jahren sein immer gleiches Fertigwildgericht, ein Rehragout, bestellt. Schauer bittet ihn um die Mithilfe für das geplante Unternehmen.
Die sowohl humorvolle als auch ernsthafte Geschichte begeisterte die Jury. „Der Text ist tatsächlich makellos“, befand die Kritikerin Sandra Kegel, auf deren Einladung Schmalz an dem Wettlesen teilgenommen hatte. „Wenn die Figuren sprechen, geht mir das Herz auf“, lobte die Schweizer Literaturwissenschaftlerin Hildegard Elisabeth Keller die Dialoge der Männer.

Erstmals wurde dieses Jahr auch ein Preis des Deutschlandfunks verliehen. Diesen gewann der amerikanische Autor John Wray. Für den Wettbewerb schrieb er zum ersten Mal auf Deutsch. Seine Geschichte „Madrigal“ handelt von einem Telefonat zwischen Bruder und Schwester, die ebenfalls beide Schriftsteller sind. Durch gewisse Verstrickungen entwickelt sich die Geschichte immer weiter, bis hin zu einem Populisten, der an den amerikanischen Präsidenten erinnert.

Einen ausführlichen Artikel über den Ingeborg-Bachmann-Preis finden Sie hier.

Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt: Der Ingeborg-Bachmann-Preis

Samstag, 08. Juli 2017

Jährlich trifft sich die Autorenparade in Klagenfurt, Österreich. Drei Tage wird dort im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur ein Wettbewerb veranstaltet, bei dem vorausgewählte Teilnehmer nacheinander ihre bisher unveröffentlichten Prosatexte oder Ausschnitte vorlesen. Voraussetzung für die Teilnahme: der Originaltext muss auf Deutsch verfasst worden sein.

Seit 1976 wird in Gedenken an die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann am Ende der Ingeborg-Bachmann-Preis verliehen. Wer von den vierzehn Autoren den begehrten Preis erhält, entscheidet eine Jury. Ab diesem Jahr wird außerdem noch der von Deutschlandradio gestiftete Preis, der mit 12.500 Euro dotiert ist, vergeben. Insgesamt ist somit ein Preisgeld von 62.500 Euro im Spiel.

Traditionell wurden die 41. Tage der deutschsprachigen Literatur mit der „Rede zur Literatur“ eröffnet. Die Ansprache hielt der österreichische Schriftsteller Franzobel, der bereits 1995 den Bachmannpreis gewonnen hatte. Seine Erkenntnis: der Literatur ginge es auch nicht sehr viel schlechter als immer schon.

Der Deutschlandfunk berichtet live!

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2017

Donnerstag, 15. Juni 2017

Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood erhält den diesjährigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Erstmals wurde der „Friedenspreis deutscher Verleger“ 1950 verliehen und entstand aus einer Initiative von Schriftstellern und Verlegern. Die Idee hinter der Auszeichnung ist die Ehrung einer Persönlichkeit, „die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen hat.“
Dotiert ist der Preis mit einem Gewinn von 25.000 Euro.

Die Preisträgerin Margaret Atwood

Margaret Atwood ist 77 Jahre und zählt zu den wichtigsten Autoren Kanadas. Ihr umfassendes und vielseitiges Werk wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Der Stiftungsrat begründet die Wahl der Gewinnern so: „Die kanadische Schriftstellerin, Essayistin und Dichterin zeigt in ihren Romanen und Sachbüchern immer wieder ihr politisches Gespür und ihre Hellhörigkeit für gefährliche unterschwellige Entwicklungen und Strömungen.“ (Spiegel Online)

Den ausführlichen Artikel über die Autorin und den Friedenspreis finden Sie hier.

41. Tage der deutschsprachigen Literatur – Der Ingeborg-Bachmann-Preis

Samstag, 27. Mai 2017

Der Ingeborg-Bachmann-Preis wird jährlich in Gedenken an die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann seit 1977 von der Stadt Klagenfurt verliehen. Im Rahmen einer dreitätigen Lese-Veranstaltung Tage der deutschsprachigen Literatur tragen die zuvor ausgewählten Mitstreiter innerhalb von 25 Minuten ihre Texte vor – die einzige Voraussetzung: Die Texte müssen im Original auf Deutsch verfasst worden sein. Der Bachmann-Preis zählt zu den wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum und wird mit einem Preisgeld von 25.000€ dotiert.

Vom 5. bis zum 9. Juli werden 14 Autoren in Klagefurt am Wettlesen teilnehmen, wobei noch vier weitere Preise zu gewinnen sind. Erstmals wird in diesem Jahr auch der Deutschlandfunk-Preis (12.500€) verliehen. Außerdem werden noch der KELAG-Preis, der 3sat-Preis und der BKS-Bank Publikumspreis von der siebenköpfigen Jury vergeben.

Neben der Preisverleihungen gibt es noch weitere Veranstaltungen, wie zum Beispiel der 21. Klagefurter Literaturkurs. Alle weitere Informationen zu den nominierten Autoren und zu der Berichtserstattung finden Sie hier.

Verleihung des Astrid-Lindgren-Preises an Wolf Erlbruch

Samstag, 08. April 2017

Der diesjährige Astrid-Lindgren-Preis geht an den Kinderbuchautor und llustrator Wolf Elbruch. Seine Geschichte „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat.“ wurde zum Klassiker.

„Wolf Erlbruch macht existenzielle Fragen für Leser jeden Alters zugänglich und handhabbar“, hieß es in der Begründung. „Mit Humor und Wärme, die tief in humanistischen Idealen verwurzelt sind, präsentiert seine Arbeit das Universum in unserem Maßstab.“ (Spiegel Online)

Der Astrid-Lindgren-Preis zählt zu den höchstdotierten Auszeichnungen für Autoren der Kinder- und Jugendliteratur, die im Geiste von Astrid Lindgren aktiv sind. Seit 2003 wird er jährlich verliehen. Eine Jury wählt aus einem Pool von Kandidaten, die von Organisationen und Institutionen aus der ganzen Welt kommen. In diesem Jahr waren 226 Kandidaten aus 60 Ländern für die Auszeichnung vorgeschlagen.

Weitere Informationen zu Wolf Elbruch und den ganzen Artikel finden Sie hier.

Eva Lüdi Kong: Ihre 17-jährige Arbeit wird nun belohnt

Sonntag, 02. April 2017

Die Sinologin Eva Lüdi Kong wurde vor einigen Tagen mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie „Übersetzung“ ausgezeichnet. Sie übersetzte den chinesischen 1000-seitigen Klassiker „Die Reise nach Westen“ aus dem 16. Jahrhundert – in diese Arbeit investierte sie 17 Jahre! Bis zu ihrer Veröffentlichung konnte man den Roman im Deutschen nur in Auszügen lesen.

Da die einzelnen, chinesischen Schriftzeichen häufig mehrere Bedeutungen haben, gehört neben dem Wissen über die Deutungsmöglichkeiten auch viel Kontextwissen zu solch einer Übersetzung. In dem Interview mit Deutschlandradio Kultur äußerte sich Lüdi Kong so dazu: „Ich habe mir das kürzlich alles noch mal ziemlich genau angeschaut und ich habe gedacht: Warum mache ich das nicht anders? Warum schreibe ich das nicht um?“
Dennoch ist sie zufrieden mit ihrem Werk, das von einer Gruppe von Pilgern handelt, die eine seltsame und zugleich interessante Konstellation bilden: ein Mönch, ein Affe, ein Dämon, ein Schwein und ein Drachenpferd. Gemeinsam reisen sie auf den Spuren des Buddhismus, des Daoismus und des Konfuzianismus durch China, um heilige Schriften des Buddhismus aus Indien in ihre Heimat zu bringen. Bis heute wird der Roman in China noch mit Begeisterung gelesen, wobei der Autor unbekannt ist.

Das hörenswerte Interview sowie wie viele weitere Informationen rund um das Buch und dessen Inhalten finden Sie auf der Internetseite von Deutschlandradio Kultur.

Die schönsten Bücher aus aller Welt 2017

Sonntag, 19. März 2017

Der internationale Wettbewerb „Schönste Bücher aus aller Welt“ findet im Rahmen der Leipziger Buchmesse statt und ausgezeichnet werden die 14 schönsten Buchproduktionen aus 30 verschiedenen Ländern. Entscheidungskriterien sind das technische und ästhetische Niveau sowie die sachgemäße und künstlerische Gestaltung der Bücher. Die Verleihung der Preise soll unabhängig von den kulturbedingten Unterschieden vergeben werden. Bei dieser Vielfalt sind erfahrene Begutachter gefragt: eine siebenköpfige Jury hat zwei Tage Zeit aus den etwa 600 eingereichten Werken die besten herauszupicken. Außerdem wird zusätzlich das schönste Werk mit dem „Goldenen Letter“ ausgezeichnet. Eine „Goldmedaille“, zwei „Silbermedaillen“, fünf „Bronzemedaillen“ sowie fünf „Ehrendiplome“ gehören ebenfalls zu den begehrten Preisen.

Wettbewerb mit Tradition

Der Wettbewerb der „Schönsten Bücher aus aller Welt“ ist eine Weiterentwicklung des Wettbewerbs der „Schönsten deutschen Bücher“. Erstmals wurde dieser in den 60er Jahren verliehen. Durch die damalige Trennung Deutschlands gab es zwei Buchgestaltungswettbewerbe. Erstmals wurde er in Frankfurt am Main im Jahr 1952 ausgerichtet und ab 1953 entstand das Pendant in Leipzig – „Die schönsten Bücher der DDR“.  Etwa 10 Jahre später kam schließlich der internationale Wettbewerb „Best Book Design from all over the World“ hinzu.

Die Teilnahme

Nicht jedes Buch kann automatisch den beliebten Preis gewinnen. Es ist eine vorherige offizielle Einladung seitens der Stiftung Buchkunst nötig. Auch ist eine Auszeichnung im eigenen Herkunftsland Voraussetzung für eine Teilnahme.

Der „Goldene Letter“ 2017

Die höchste Auszeichnung der „Goldene Letter“ ging dieses Jahr an die Niederlande. Die Publikation „Ornithology“ von den Autoren Anne Geene und Arjan de Nooy und dem Gestalter Jeremy Jansen. Das Buch handelt auf unterhaltsame Weise von der Vogelforschung. Dabei springt es zwischen Ironie und Ernst her.
Die Jury äußerte sich wie folgt zu ihrer Wahl: »Die verblüffende, unterhaltsame Reichhaltigkeit in der Gesamtgestaltung steht der selbsterklärenden Gesamtwirkung überhaupt nicht entgegen. In dezimaler Gliederung, wie für wissenschaftliche Texte üblich, reihen sich überraschende Aspekte, die von der Forschung vernachlässigt wurden oder überhaupt erst neue Zusammenhänge herstellen, aneinander.“

 

Alle Gewinner sowie weitere Informationen zu dem Wettbewerb finden Sie hier.

Die Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises 2017

Mittwoch, 08. März 2017

Das Hörbuch, das lange Zeit eine Domäne des Schallplattenhandels war, ist seit Beginn der 1990er-Jahre ein beliebtes Medium geworden. Bereits im Jahr 1954 wurde die erste Blindenhörbuchbücherei an der Deutschen Blindenstudienanstalt in Marburg gegründet. Durch sie entstand die Bezeichnung „Hörbuch“.

Neben den Hörbuchgattungen kann auch zwischen den gestalterischen Elementen der Produktionsformen differenziert werden. Diese sind die Sprache, der Text, die integrierten Geräusche, die Musik, Grafiken oder Zeichnungen sowie Bilder als beigefügtes Booklet.
Den kreativen Möglichkeiten sind beim Hörbuch keine Grenzen gesetzt. Und so entstehen auch einige wirklich spannende und interessante Projekte, die durch den „Deutschen Hörbuchpreis“ alljährlich ausgezeichnet werden können. Mit dem Preis soll auf die Produktionen Aufmerksam gemacht werden, die in besonderer Weise durch ihre Qualität die Stärken und die Möglichkeiten des akustischen Mediums repräsentieren und hervorheben. Außerdem versteht sich der Preis auch als Sicherungsgarantie für einen Qualitätsstandard.

Am 7. März fand im Rahmen des Literaturfests Lit.Cologne in Köln die Verleihung statt. Der Preis richtet sich an Bearbeiter, Regisseure und Sprecher der besten Hörbücher des Vorjahres. Dabei werden folgende Kategorien berücksichtig: Bestes Hörspiel, Beste/r Interpret/in, Bestes Kinder-/Jugendhörbuch, Beste Unterhaltung, Beste Fiktion, Bestes Sachhörbuch, Beste Information, Beste verlegerische Leistung, Beste Interpretation, Das besondere Hörbuch.

Die Liste der Preisträger sowie weitere Informationen finden Sie hier.