Archiv für die Kategorie ‘Geschichte’

Jane Austen: Ein Kind der Aufklärung

Sonntag, 23. Juli 2017

Viele kennen die Romane von Jane Austen, die von 1775 bis 1817 in England lebte. „Sinn und Sinnlichkeit“ oder „Emma“ waren auch schon zu ihren Lebzeiten Bestseller. Doch wer war Jane Austen, die ihre Werke anonym veröffentlichte, und was steckt tatsächlich hinter den romantischen Liebesgeschichten der jungen Frau? Deutschlandfunk Kultur widmete Jane Austen einen ausführlichen Beitrag. In „Eine lange Nacht über die Schriftstellerin Jane Austen. Verführung, Stolz und Sinnlichkeit“ wird Austen als Kind der Aufklärung deklariert und ihre literarische Bedeutung genauer beleuchtet. So hat sie auch die erlebte Rede, die Ende des 18. Jahrhunderts als literarisches Stilmittel eingeführt wurde, entscheidend weiterentwickelt.

Den Beitrag mit schönen Buchzitaten und musikalischer Begleitung finden Sie hier.

Die Lange Nacht über den amerikanischen Schriftsteller Herman Melville

Montag, 05. Juni 2017

Deutschlandfunk Kultur präsentiert einen schönen und interessanten Beitrag zum Anhören über den amerikanischen Schriftsteller Herman Melville, Verfasser der weltbekannten Bücher „Moby Dick“ oder „Billy Budd“. Melville wurde im Jahr 1819 in New York geboren und war Schriftsteller, Essayist und Dichter. Während „Moby Dick“ zu seinen Lebzeiten keinen wirklichen Erfolg erzielte, zählt es heute zur Weltliteratur. Bei seiner Erscheinung 1851 wurden gerade mal 3.000 Exemplare verkauft. Erst in den 1920er Jahren wurde Melville wiederentdeckt und seine Werke erhielten ihre entsprechende Anerkennung. Die Kurzgeschichte „Bartleby, the Scrivener“ wird heute als eines seiner wichtigsten Werke angesehen und gilt als Vorreiter der existenzialistischen und absurden Literatur. Doch bis zu seinem Tod im Jahr 1891 konnte er nicht von seiner Arbeit als Schriftsteller leben und musste sich mit einer Vielzahl von Nebengelegenheiten über Wasser halten.

Herman Melville gehörte der Gruppe der Young America an, die es sich zur Aufgabe machten, eine amerikanische Nationalliteratur als Zeichen der kulturellen Emanzipation zu fördern.

Den Beitrag „Die Lange Nacht über den amerikanischen Schriftsteller Herman Melville“ in einer Produktion des Deutschlandfunks Kultur finden Sie hier.

Die Typografie – Teil 1: Eine Einführung

Dienstag, 20. Dezember 2016

Hören wir das Wort „Typografie“, verbinden wir dieses womöglich erstmal mit einem Schriftsatz oder einer ästhetisch gestalteten Buchseite. Doch erforscht man die Begrifflichkeit etwas genauer, entdeckt man die Komplexität und die Bedeutung des Begriffs. Denn die Typografie steht nicht nur in Verbindung zur Entwicklung der Schriftkultur, sondern beinhaltet verschiedene Disziplinen und eine lange Tradition.

Das Wort Typografie leitet sich etymologisch aus dem griechischen „typos“ her und bedeutet: „Schlag“, „Abdruck“, „Figur“. Ihren Ursprung  hat die Typografie in der Frührenaissance (1450 – 1457) durch die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern. Sie galt in der Renaissance als die „Deutsche Kunst“ und stand für die Kunst und das Handwerk des Druckens.

Da es aufgrund der vielseitigen Verwendung keine klare und allgemein gültige Definition zu geben scheint, habe ich als Abhilfe den Duden herangezogen. Dort wird die Typografie wie folgt erklärt:

  1. Kunst der Gestaltung von Druck-Erzeugnissen nach ästhetischen Gesichtspunkten; Buchdruckerkunst
  2. typografische Gestaltung (eines Druck-Erzeugnisses); Kurzwort: Typo

Heute umfasst die Typografie nicht nur den Gestaltungsprozess anhand von Schrift, Bildern, Linien, Flächen und typografischen Raum auf Druckwerken, demnach die Gestaltung des Layouts und der Entwurf von Satzschriften, sondern auch Entscheidungen bis hin zur Papierauswahl oder des Einbands. Durch die Typografie kann der Inhalt und der Zweck eines Werkes gestalterisch unterstützt werden. Es wird nur noch selten mit dem Buchdruck in Verbindung gebracht…

In der kommenden Zeit werde ich den Begriff der Typografie noch weiter untersuchen und aufschlüsseln – es gibt noch viel zu erfahren!

Von der Papyrusrolle zum E-Book

Sonntag, 04. Dezember 2016

In der Blütezeit der Philosophenschulen in Athen, also etwa im 4. Jahrhundert v. Chr., gab es bereits einen großen Bestand von Büchersammlungen. Doch ähnelten sie nicht unserem heutigen Buch, sondern als Buch verstand man eine Papyrusrolle. Zu dieser Zeit wurden sie noch teilweise von Sklaven hergestellt. Wussten Sie, dass die ersten griechischen Papyrusrollen in Ägypten gefunden wurden?

Im Mittelalter übernahmen dann schließlich die Mönche die Buchproduktion und erstellten viele Kopien für die Klöster, aber auch für Auftraggeber. Während sich erst im späten Mittelalter der Beruf des Schreibers entwickelte, kam auch das Papier erst im 14. Jahrhundert als Beschreibstoff hinzu.

Die rettende Lösung, um die aufwendige Arbeit der Schreiber zu erleichtern, brachte dann im 15. Jahrhundert Johannes Gensfleisch, auch bekannt als Gutenberg. Er ist der Erfinder des modernen Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern und der Druckpresse. Die Revolution des Buches wurde eingeleitet! Von diesem Zeitpunkt an, war eine schnelle, billige und in größeren Mengen produzierbare Auflage möglich. Das gedruckte Wort etablierte sich bald in den Alltag der Menschen.

Im 16. Jahrhundert wurden dann die Themen von Büchern erweitert. Neben religiösen und wissenschaftlichen Werken, wurden auch volkstümliche Bücher, Ständebücher oder auch Frauentrachtenbücher hergestellt. Auch Flugblätter und Flugschriften wurden Teil des gesellschaftlichen Lebens. Sie berichteten über Nachrichten, Gerüchte, Haushaltstipps usw. Da es zu dieser Zeit noch viele Analphabeten gab, wurden die Nachrichten meist laut vorgelesen.
Das 18. Jahrhundert brachte schließlich gravierende Neuerungen in der Buchproduktion mit sich, die sich auf die Qualität, die Ausstattung und die Produktionstechniken auswirkten.

Auch heute hat sich das Buch noch einmal weiterentwickelt bzw. sich von seinen Wurzeln enthoben – über das digitalisierte Buch bis hin zum E-Book. Doch wie steht es um das E-Book? Wurde mit der Digitalisierung eine weitere „Buchrevolution“ ausgelöst? Das möchte ich gerne in dem nächsten Beitrag genauer untersuchen…

Gebrauchsgraphik 1924-1943 online verfügbar

Freitag, 23. September 2016

Das seit 1924 erschienene Magazin »Gebrauchsgraphik« zählte zu den führenden Designzeitschriften des 20. Jahrhunderts und war ein Vorreiter auf diesem Gebiet. Zunächst erschien das Magazin in Berlin, ab 1950 dann in München, wo dieses Erbe unter der aktuellen Bezeichnung »novum – World of Graphic Design« im Stiebner Verlag fortgeführt wird. Durch den langen Bestand bildet das Magazin eine einzigartige Dokumentation der internationalen Trends im Grafikdesign, der Werbung, der Typografie und angrenzender Gebiete.

Unter design.illustrierte-presse.de sind nun hochwertige Digitalisate von Ausgaben zwischen 1924 und 1943 verfügbar. Die Digitalisierung erfolgte anlässlich des 90-jährigen Bestehens des Heftes durch die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) in Zusammenarbeit mit der Universität Erfurt und dem Münchner Stiebner Verlag. Teil des Projektes sind nicht nur die vollständige Zurverfügungstellung der Digitalisate, sondern auch eine Volltexterschließung und Verschlagwortung, um die Recherche zu vereinfachen.

Literatur auf Arte

Dienstag, 12. Juli 2016

Der Fernsehsender Arte liefert uns im Juli allerhand Material rund um das Buch.
Hier einige Empfehlungen:

Mittwoch, 13. Juli um 23:35 Uhr
Das Jahrhundert des Georges Simenon
Frankreich 2013
Verbindung von Archivaufnahmen, Fotos und weiteren Originaldokumenten zu einem persönlichen Porträt des belgischen Schriftstellers (1903-1989)

Donnerstag, 14. Juli um 0:30 Uhr
Die Liebessehnsucht der Violette Leduc: Schreiben ohne Kompromiss
Frankreich 2013
Porträt der Schriftstellerin (1907-1972) und ihres Aufsehen erregenden Werkes

Montag, 18. Juli um 20:15 Uhr
Teufel im Leib
Frankreich 1947
Eine Liebesgeschichte im Ersten Weltkrieg: Nach Raymond Radiguets 1923 erschienenem Skandal-Roman

Donnerstag, 21. Juli um 0:10 Uhr
Das Jahrhundert der Marguerite Duras
Frankreich 2013
Filmische Hommage an die französische Schriftstellerin (1914-1996), erstellt anhand ihrer zahlreichen Interviews

Montag, 25. Juli um 20:15 Uhr
Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
USA 1988
Verfilmung des Romanklassikers von Milan Kundera. Mit Juliette Binoche und Daniel Day-Lewis

Sonntag, 31. Juli ab 20:15 Uhr
Literaturverfilmungen von Stanley Kubrick
USA 1962 / Großbritannien 1999
Mit dem Spielfilm »Lolita« nach dem Skandalroman von Vladimir Nabokov und »Eyes Wide Shut« nach der Vorlage von Arthur Schnitzlers »Traumnovelle«

3. Walbaum-Wochenende Weimar zum Thema DDR-Alltagsschrift (2.7.-3.7.)

Dienstag, 14. Juni 2016

Das dritte Walbaum-Wochenende widmet sich dem grafischen und typografischen Schaffen der DDR. Der Fokus liegt dabei weniger auf den schon oft thematisierten Druckschriften des VEB Typoart, sondern auf jenen, den Alltag prägenden Schriftanwendungen durch Grafiker und Schildermaler.

Vorträge am Samstag:

Lena Haubner: Makrokosmos im Mikrokosmos – Schrift in der DDR
Von der Antiqua über die Grotesk bis hin zu Fraktur und Rotunda: Der Umgang mit Schrift war in der DDR vielfältig und abwechslungsreich. Der Vortrag unternimmt einen visuellen Streifzug durch vierzig Jahre DDR-Schrift-Geschichte und stellt dabei Arbeiten und Gestalter vor.

14 Uhr Matthias Gubig: Als Typograf im ›Leseland‹ – Über den Umgang mit Grenzen
Matthias Gubig, Typograf und ehemaliger Professor an der Kunsthochschule Weißensee in Berlin, spricht über die Bedingungen unter denen Gebrauchsgrafiker in der DDR mit Schrift arbeiteten.

16 Uhr Fritz Grögel und Andreas Frohloff: Ost / Schrift / Maler
Dieser Vortrag beleuchtet den Beruf des Schrift-, Plakat- und Grafikmalers in Ostdeutschland und die Entwicklung dieses Handwerks über einen Zeitraum von gut fünfzig Jahren.

Workshop am Sonntag:

Die Veranstaltungsteilnehmer drucken mit Original-DDR-Bleisatzschriften unter Leitung des Buchdruckermeister Heinz-Uwe Schmidt im traditionellen Hochdruckverfahren in den Werkstätten der Pavillon-Presse.

Weitere Infos finden Sie hier.
ddrschrift.walbaum-wochenende.de

Konferenz: Transformation des Buchdrucks (9.6.-10.6.)

Mittwoch, 18. Mai 2016

Der Buchdruck und seine Techniken des Stempelschneidens, Schriftgießens und Bleisetzens haben unsere Kultur entscheidend verändert – Aufklärung und Demokratisierung sind ohne kostengünstige Reproduktionen kaum vorstellbar. Doch welche Relevanz hat der Buchdruck in einer Zeit, in der mit anderen Techniken schneller, kostengünstiger und dabei qualitativ hochwertig gedruckt werden kann? Haben im Buchdruck hergestellte Druckerzeugnisse spezifische Charakteristika, die es rechtfertigen nicht nur die materiellen Artefakte, sondern auch das implizite Wissen des Handwerks bewahren zu wollen?

Die Konferenz bringt vielfältige Perspektiven aus wissenschaftlichen und praktischen Bereichen zusammen. Der Buchdruck wird dabei nicht als anachronistische Kulturtechnik verstanden, die im Zuge der digitalen Revolution als »veraltet« im historischen Fundus verschwindet. Vielmehr wird der Blick auf seine Transformationen gelenkt und danach gefragt, inwiefern und weshalb die Praktiken und die Ästhetik der Buchdrucktechniken bis heute die Gestaltungspraxis sowohl in analogen wie digitalen Anwendungen prägen.

Veranstaltungsort:
Exzellenzcluster Bild Wissen Gestaltung
Sophienstraße 22a
10117 Berlin
Zentrallabor

Anmeldung:
Eintritt frei, Registrierung notwendig.

Programm


Donnerstag, 9. Juni 2016

13.00 Uhr
Christian Kassung & Jürgen Franssen
Begrüßung und Einführung

13.30 Uhr
Christoph Reske | Buchwissenschaft | Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Buchdruck in der Handpressenzeit

14.30 Uhr
Eckehart SchumacherGebler | Typographie | Buchdruckerei Offizin Haag-Drugulin, Dresden

Der Maschinensatz im frühen 20. Jahrhundert

15.30 Uhr
KAFFEEPAUSE

16.00 Uhr
Katharina Walter | Kulturwissenschaft | Humboldt-Universität zu Berlin
Vom Blei zum Licht – der Fotosatz

17.00 Uhr
Wolfgang Coy | Informatik | Humboldt-Universität zu Berlin

Flexible Satzspiegel, flexibler Satz – 
die digitale Herausforderung

19.30 Uhr Abendvortrag
James Mosley | Typographie | University of Reading

Memories of Type

Freitag, 10. Juni 2016

9.30 Uhr
Oliver Hahn | Materialwissenschaft | Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
Farbe auf Papier – materialwissenschaftliche Aspekte des Buchdrucks

10.30 Uhr
Nelly Gable | Stempelschnitt | Imprimerie nationale, Paris
Du barreau d’acier au caractère en plomb. La gravure de poinçons typographiques à l’Imprimerie nationale/Vom Stahlstäbchen zur Bleiletter. Der Stempelschnitt in der Imprimerie nationale (Übersetzung: Philipp Rehage, Freiburg)

11.30 Uhr
Fred Smeijers | Type Design | Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig
Counterpunch – making type in the sixteenth century, designing typefaces now

12.30 Uhr
MITTAGSPAUSE

13.30 Uhr
Annette Ludwig | Kunstgeschichte | Direktorin des Gutenberg-Museums Mainz
Perspektiven und Strategien musealer Bewahrung und Vermittlung des Buchdrucks

14.30 Uhr
Martin Grunwald | Neuropsychologie | Haptik-Forschungslabor, Universität Leipzig
Das Tastsinnessystem im Kontext digitaler Gestaltungs- und Entwurfsprozesse

15.30 Uhr
KAFFEEPAUSE

15.45 Uhr
Martin Z. Schröder | Typographie | Die Druckerey, Berlin
Bleisatz, Maßanzüge und Platinschmuck. Wie sich traditionelle Satztechnik als Distinktionsmerkmal erhält

16.45 Uhr
Erik Spiekermann | Typographie | Galerie P98a, Berlin
Vom Digitalen zum Analogen – neue Chancen für den Buchdruck?

17.45 Uhr
Abschlussdiskussion

Verkohlte Schriftrollen entziffern

Montag, 09. Mai 2016

Als im Jahr 79 n. Chr. der Vesuv ausbrach, begrub die Wolke aus Glut und Asche auch Papyrusrollen aus einer Bibliothek im benachbarten Herculanum unter sich. Wiederentdeckt wurden sie bereits vor 250 Jahren, doch konnte sie bislang niemand entziffern, denn die antiken Schriften sind so verkohlt, dass sie beim Öffnen sofort zerfallen würden. Nun ist es einer Forschergruppe gelungen, den Papyri Teile ihrer Inschriften zu entlocken, ohne sie zu entrollen. Die Forscher nutzten für ihr Experiment die „Europäische Synchrotronstrahlungsquelle“ in Grenoble.

Den Beitrag finden Sie noch bis zum 14.5. unter diesem Link in der ARTE Mediathek.

Doku: „Krimis und das dritte Reich“

Donnerstag, 21. April 2016

Dominique Manotti, Philip Kerr und Volker Kutscher sind drei Schriftsteller aus Europa, die sehr erfolgreich Krimis über eine Zeit schreiben, die bis heute noch nie Krimistoff war: das Dritte Reich. Die Nazi-Ära durfte bisher nicht Gegenstand von Unterhaltungsliteratur werden – so das unausgesprochene Tabu in Deutschland.

Die einstündige Dokumentation finden Sie in der Mediathek von ARTE.