Archiv für die Kategorie ‘Druck’

Rotopol: der Verlag für grafisches Erzählen

Donnerstag, 12. April 2018

Bereits seit 10 Jahren gibt es den Verlag Rotopol, der auch als Plattform für die Zeichner dient. Rotopol beschreibt sich selber als ein Verlag, der „die Grenzen dessen abtastet, was Illustration und Comic leisten können.“ Zum Programm gehören hochwertige Bücher, die von einem persönlichen Zeichen- und Erzählstil geprägt sind. Das international vernetzte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Kassel, wo sich neben einem Atelier und einem Ladengeschäft auch eine Siebdruck-Werkstatt befindet. Dort erhält man aber nicht nur Comics und Illustrationen! Es werden ebenso Kunstdrucke, Postkarten, Papierspiele, handgefertigte Skizzenhefte und bedruckte Textilien zum Verkauf angeboten. Somit werden verschiedene Disziplinen zusammengeführt: Buchkunst, Comic, Graphikdesign und Illustration.

Anlässlich des Jubiläums findet noch bis zum 27.04.2018 die Ausstellung „Rotopol Mystery Show“ in Berlin statt.

Deutschlandfunk Kultur hat einen schönen Beitrag zu Rotopol und der Ausstellung veröffentlicht, den Sie hier nachlesen können.

Das Programm des Gutenberg-Museums in Mainz

Montag, 08. Januar 2018

Nachlass von großen und kleinen Sünden

Datum: 13. Januar / 20. Januar  / 27. Januar / 03. Februar
Uhrzeit: 13:30 – 16:30 Uhr

Druckvorführung von Ablassbriefen im 1. Stock des Gutenberg-Museums

Absolut moderne!

Datum: 22. September – 25. Februar
Uhrzeit: 09:00 –  17:00 Uhr

Neue Künstlerbücher, Grafiken und Übersetzungen zum Trunkenen Schiff von Arthur Rimbaud (1871) – Le XXIe siècle sur le Bateau ivre

Die multinationale Ausstellung Absolument moderne! ist dem berühmten Gedicht von Arthur Rimbaud Le Bateau ivre (Das trunkene Schiff) gewidmet.

Absolument moderne! In Kooperation mit dem Musée Nomade du Livre d´Artiste und der Association Livre d´Artiste & Art Contemporain zeigt das Gutenberg-Museum eine multinationale hochaktuelle Auseinandersetzung mit Arthur Rimbauds Langgedicht „Le Bateau ivre“ (Das trunkene Schiff). Ein Dreiklang aus poetischen Übersetzungen, Graphiken und zeitgenössischen Künstlerbüchern aus vielen Ländern. Passend zur Ehrengastrolle Frankreichs auf der Frankfurter Buchmesse 2017.

Kalenderausstellung im Druckladen Arbeitsprobe V

Datum: 06. Dezember  – 14. April
Uhrzeit: 09:00 – 15:00 Uhr
„Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er nach Rom“. Wir präsentieren den typografischen Monatskalender 2018 plusplusplus der Mainer Buchwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität , der sprichwörtliche Redensarten typografisch inszeniert.

Antiquarischer Buch- und Grafikmarkt

Datum: 03. Februar / 03. März
Uhrzeit: 08:00 – 14:30 Uhr
Antiquarischer Buch- und Grafikmarkt im Innenhof des Gutenberg-Museums

Haptisches Marketing: E-Book kostenlos herunterladen

Montag, 04. Dezember 2017

Die Dresdner Saxoprint GmbH hat sich etwas besonderes überlegt und ihren Kunden zur freien Verfügung gestellt: das E-Book „Das neue Gefühl für Marken und Kommunikation – Haptisches Marketing“. Mit dem E-Book wollen sie auf den Eindruck verweisen, den Broschüren, Flyer und Prospekte im Vergleich zur Online-Werbung hinterlassen können. Außerdem wird darauf eingegangen, welchen Effekt die Haptik als Verstärker in der Kommunikation erzielen kann. Durch die haptische Erfahrung soll die zu vermittelnde Botschaft in Erinnerung bleiben. Dabei gehen sie den Fragen nach, wie sich die Haptik bei Printprodukten einsetzen lässt oder worauf die menschlichen Sinne am besten reagieren. Aus den Erkenntnissen, dass der Mensch positiv auf den Einbau von haptischen Elementen anspricht, hat sich sogar ein eigener Marketingzweig entwickelt: das sogenannte Neuromarketing.

Vielleicht ist für den ein oder anderen noch ein interessanter Tip für die nächste Druckveredelung dabei. Das Buch zum Nachlesen finden Sie hier.

„IT meets Print“ – Fachkongress in Frankfurt

Sonntag, 22. Oktober 2017

Die „IT meets Print“ findet am 9. November in Frankfurt statt. Der Fachkongress gibt Auskunft darüber, welche Auswirkungen die zunehmende Digitalisierung in Industrie und Handel auf die Druckproduktion haben. Viele Druckunternehmen müssen sich dem Zeitalter der Digitalisierung stellen und befinden sich daher im Transformationsprozess. Auf dem Kongress sollen die neuen Herausforderung, aber auch das entstandene Potential der Digitalisierung der Druckproduktion vorgestellt und diskutiert werden. Es sind Experten geladen, die Vorträge zu den verschiedenen Themen halten, die Sie im angeführten Programm finden können.

Wann? Donnerstag, 9. November 2017; ab 9 Uhr Registrierung + Frühstück; ab 10 Uhr Kongress; Ende: 16:30 Uhr

Wo? IntercityHotel Frankfurt Airport

Programm

  • Begrüßung durch die Moderatoren  (Judith Grajewski & Bernhard Niemela, Deutscher Drucker Verlagsgesellschaft, Ostfildern)
  • Zahlen, Fakten und Trends – das werden Kunden in Zukunft von Druckdienstleistern verlangen (Bernhard Niemela, Deutscher Drucker Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG)
  • Ohne Kundendaten keine Kundenorientierung (Steffen Setzer, Leitung Vertrieb & Marketing – Prokurist, Laserline, Berlin)
  • IT-Systemarchitektur als Basis für erfolgreiche Printkommunikation (Oliver Frömmer, Vertriebsleiter SDZ eCom, Aalen)
  • Zehn Druckereien – zehn Praxisbeispiele für IT-Integrationen (Judith Grajewski, Deutscher Drucker Verlagsgesellschaft, Ostfildern)
  • Was muss eine Druckerei beim Datenschutz beachten? Sicheres Hosting und Handling von Kundendaten. (Vinzenz Schmidt, Geschäftsführer Wirtz Druck, Datteln)
  • Use case: Produktion im Kundentakt – ein Praxisbericht über die Just-in-Time Fertigung von variablen Broschüren für die Industrie (Thorsten Kelp, Sales Director, Member of the Management , Hofmann Druck + Medien, Traunreut)
  • Mitarbeiter mit IT-Knowhow: Neue Fachleute einstellen oder eigene Mitarbeiter weiterbilden? Was funktioniert am besten? (Simone Marhenke, Stellv. Geschäftsführerin Verband Druck und Medien Nordwest, Lünen)
  • Blick hinter die Kulissen: Individualisierte Zeitschriftenproduktion – welche Hürden gibt es? Learnings aus drei digital gedruckten Ausgaben des Fachmagazins „Deutscher Drucker“ (Jochen Kristek, Leiter Key Account und Sales, Deutscher Drucker Verlagsgesellschaft, Ostfildern)
  • Wie verkaufe ich IT-Leistungen nach außen? Im eigenen Unternehmen oder in einer Neugründung? (Norbert Weckerle, Geschäftsführer apollon GmbH & Co. KG, Pforzheim)
  • To-Do-Liste für Printunternehmen (Judith Grajewski & Bernhard Niemela, Deutscher Drucker Verlagsgesellschaft, Ostfildern)

Preis: 419,- Euro  zzgl. 19 % MwSt.

Anmeldungen sind hier möglich.

Epple entwickelt nachhaltige Druckfarben

Donnerstag, 28. September 2017

Der Druckfarbenhersteller Epple stellt sich dem gesellschaftlichen Trend für einen bewussten Umgang mit den Themen Umwelt und Recycling. Dafür hat Epple ein neues Farbsystem mit dem Namen „Pure“ entwickelt und auf den Markt gebracht. Dahinter steckt eine Serie, die gesundheitlichen Schutz für Verbraucher und ebenso für den Drucker garantieren soll. Die Farben sind laut Anbieter frei von Metalltrocknern und Photoinitiatoren. Ziel ist die fortlaufende Etablierung der nachhaltigen Farben für die Druckproduktion und damit einhergehend eine Verbindung von Ökonomie und Ökologie.

Pure kann auf gängigen Bogenoffset-Druckmaschinen verdruckt werden und richtet sich an Druckereien, die Wert auf sichere Druckprodukte, Qualität und schnelle Weiterverarbeitung legen – denn genau das soll die Farbe ausmachen. Zwei Aspekte für die Entwicklung von Pure waren dem Unternehmen besonders wichtig: die Farbe muss kennzeichnungsfrei, also keine Kennzeichnung als Gefahrenstoff tragen, und umweltgerecht zusammengesetzt sein.

Dr. Carl Epple erklärt: „Die Pure-Pigmente sind gleich oder vergleichbar mit herkömmlichen. Aber bei den Harzen und Bindemitteln sind wir komplett von den bisher bekannten und im Offset verwendeten Rohstoffpoolen entfernt.“

Auf der Internetseite von Epple können Sie mehr über das Produkt erfahren.

 

Die Drucktechniken

Dienstag, 14. März 2017

Die Wahl der Drucktechnik ist abhängig von dem Objekt, das bedruckt werden soll. Generell kann man erstmal zwischen drei Druckprinzipien unterscheiden: Fläche gegen Fläche, Zylinder gegen Fläche (rund gegen flach) und Zylinder gegen Zylinder (rund gegen rund). Es ist also entscheidend, wie die Druckelemente zur Druckform stehen, wie der Flach-, Hoch-, Tief- und Durchdruck. Daraus ergeben sich nach der DIN 16500 folgende Hauptdruckverfahren:

Hochdruck: Bildstellen der Druckform stehen höher als Nichtbildstellen (Buchdruck und Flexodruck)

Flachdruck: Hier liegen Bildstellen und Nichtbildstellen der Druckformen annähernd auf einer Ebene (Offsetdruck)

Tiefdruck: Bildstellen der Druckform liegen tiefer als Nichtbildstellen

Durchdruck: Bildstellen der Druckform bestehen aus den Öffnungen einer Schablone meist auf einem farbdurchlässigen Schablonenträger, einem Sieb aus Kunststoff- oder Metallfäden (Steindruck, Kupferdruck).

Darüber hinaus ist auch die Bearbeitungsart der Druckform entscheidend, zum Beispiel wird ein Holzschnitt manuell bearbeitet, während bei der Lithografie chemische Vorgänge, wie die Radierung, angewendet werden. Beim Lichtdurck wiederum ist es ein fotomechanischer Prozess.
Auch bei dem Übertragungsweg gibt es weitere Unterschiede, die sich auf das indirekte und das direkte Druckverfahren beziehen. Beim direkten Druckverfahren wird das Druckbild direkt von der Druckform auf den Bedruckstoff gebracht. (Rakeltiefdruck, Buchdruck). Dabei ist zu beachten, dass das Druckbild seitenverkehrt auf der Druckform angebracht ist.  Wie es der Name bereits erahnen lässt, wird beim indirekten Druckverfahren das Druckbild vorerst auf einen Zwischenträger angebracht, der flexibel ist und die Farbe an den Bedruckstoff abgibt. (Offsetdruck, Tampondruck). Daher muss das Druckbild bei diesem Verfahren seitenrichtig liegen.

Ein Klischee

Eine Drucktechnik der Zeitungs- und Buchdrucktechnik wird auch als Klischee bezeichnet. Dabei wird eine fotomechanisch oder maschinell hergestellte Druckform für das Hochdruckverfahren angefertigt. Ein Klischee kann aus Zink, Kupfer, Kunststoff oder im modernen Flexodruck aus Photopolymer bestehen.
Bei dieser Technik wurden früher die Metall- oder Kunststoffplatten mit einer lichtempfindlichen Schicht überzogen und das zu druckende Motiv wird mittels Negativfilm aufbelichtet. Der chemische Prozess bewirkt, dass die belichteten Sichtpartien härten, während die unbelichteten Partien wasserlöslich bleiben.
Heutzutage werden die Fototpolymerdruckplatten aus flüssigem Harz gegossen oder als unbelichtete Flexodruckplatte geliefert. Anschließend wird mit einer Rückseitenbelichtung die Unterseite des Klischees ausgehärtet und die druckenden Partien der Druckform mit Hilfe eines Negativfilms auf die Schichtseite der Platte übertragen und durch UV-Belichtung ausgehärtet (polymerisiert). Die nicht druckenden Bereiche wäscht man mit Lösungsmitteln, wie Wasser oder Naptha und Alkohol, aus.

Klischees (Quelle: Wikipedia)

Die Druckfarbe

Samstag, 04. März 2017

Für uns ist es heute ein Standard, Bilder, Videos, Zeitungen etc. in Farbe zu erhalten. Wir sind in einer farbenfrohen Medienwelt zu Hause. Doch ist es noch gar nicht so lange her, dass die Farben ihren Einzug in unseren Alltag erhielten.
Zwar experimentieren die ersten Fotografen bereits im 19. Jahrhundert mit farbempfindlichen Emulsionen und kolorierten Fotografien, doch konnten die Verfahren sich erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts durchsetzen. Damit einher ging auch die Forderung, dass farbige Reproduktionen von Bildern in Büchern und Zeitschriften verwendet werden sollten. Bis in die 1960er Jahre gab es überwiegend Schwarzweißbilder.

Natürliche und synthetische Farben

Schon seit jeher war die Darstellung von Farbe ein Luxusgut, das teuer bezahlt werden musste. Sie galten auch als Statussymbol. Die Herstellung von nur wenigen Gramm Purpur kostete 12.000 Schnecken das Leben.
Die Farbe wurde damals noch aus natürlichen Gemischen und Pigmenten, wie Erde, Mineralien, Pflanzen oder Blut und Fett, Eiweiß, Alkohol etc., hergestellt.
Erst im 18. Jahrhundert wurde die synthetische Farbe entdeckt und seitdem stetig bis zu dem heutigen, uns vertrautem, Produkt weiterentwickelt.

Herstellung der Druckfarben

Druckfarben bestehen aus Farbmitteln bzw. Farbkörpern, Bindemitteln (Festharze, Alkydharze) und weiteren Hilfsstoffen. Letztere sind für die Einstellung der physikalischen Eigenschaften, also der Beeinflussung von Trocknung, Glanz und Oberflächenhärte usw. notwendig. Für die Herstellung von Druckfarbe wird im ersten Schritt das Bindemittel durch Mischung eines Firnis durch Kochen unter festgelegten Prozessbedingungen in einem Reaktor hergestellt und anschließend gelagert. Das Druckfarbenfirnis wird dann mit pulverförmigen Pigmenten, den Hilfsstoffen und Trockenstoffen vermischt. Im darauffolgenden Schritt werden in einer sogenannten Perlmühle oder einer Dreiwalze die Pigmente vollständig dispergiert.

Die Farben

Der Farbdruck basiert auf den Grundfarben Cyan, Magenta und Gelb, als Kontrastverstärker wird noch Schwarz ergänzt. Daher spricht man auch von dem Vierfarbdruck, in der Fachsprache auch als 4C oder CMYK bezeichnet. Der Vierfarbdruck wird in der normierten Euroskala erstellt.
Mit den Grundfarben können so gut wie alle Farben erzeugt werden. Würde man die Mischmöglichkeiten mit den unterschiedlichen Farbabstufungen veranschaulichen, erhielte man eine Skala mit bis zu 100 Millionen Farbfeldern. Interessant ist jedoch, dass das menschliche Auge „nur“ ca. 5 Millionen Farbnuancen unterscheiden kann.

Der Druckauftrag ist wiederum von den unterschiedlichen Druckverfahren abhängig, die ich im kommenden Beitrag nochmal genau darstellen werde.

Druckpressen und Druckmaschinen

Samstag, 25. Februar 2017

Wie es der Name bereits erahnen lässt, ist die Druckpresse ein mechanisches Gerät, mit dessen Einsatz eine gefärbte Druckform, hauptsächlich Texte, auf einen Bedruckstoff übertragen werden kann. Es entsteht ein Abdruck. Bereits zur Zeit der Renaissance (ab dem 15. Jahrhundert) konnte eine Druckerpresse an einem Tag mehrere hundert Seiten drucken. Zum Vergleich: mit dem Handdruckverfahren konnten vierzig Seiten angefertigt werden. Durch die Mechanisierung der Buchdruckkunst, ausgehend von Johann Gutenberg im Jahr 1410 in Mainz, konnten Bücher als „Massenprodukt“ hergestellt werden. Um 1500 wurden in Westeuropa mithilfe der Druckpressen über 20 Mio. Werke verbreitet, wobei sich die Gesamtproduktion im Laufe des 16. Jahrhunderts auf das Zehnfache ausweitetet, also um die geschätzten 150 bis 200 Mio. Exemplare!

Gutenberg-Presse und die Stanhope-Presse

Die Gutenberg-Presse und die Stanhope-Presse gehören zu den handbetriebenen Pressen. Ihre Leistung fällt noch relativ gering aus. Die Gutenberg-Presse, die um 1600 entwickelt wurde, konnte pro Stunde 240 Seiten herstellen, wozu im Vergleich die Stanhope-Presse (1800) bereits 480 Seiten pro Stunde anfertigen konnte.
Die Gutenberg-Presse war wahrscheinlich eine Weiterentwicklung und Umgestaltung einer Spindelpresse (1442), die bei der Papier- und Weinherstellung eingesetzt wurde. Dabei bewirkte das Drehen der Spindel mit Hilfe des Pressbengels eine Abwärtsbewegung einer senkrechten Metallplatte, die den entstehenden Druck auf die Unterlage mit dem Druckstoß verteilte. Die Unterlage wiederum befand sich auf einem bewegbaren Karren, auf dem das Druckmaterial lag.

Dampfgetriebene Maschinen

Bereits einige Jahre später, wurden die dampfgetriebenen „Koenig & Bauer“-Maschinen weiterentwickelt. Im Jahr 1818 schaffte eine Maschine etwa 2400 Seiten pro Stunde.
Die erste Zylinderdruckmaschine wurde 1811 von Friedrich Koenig (später dann in Zusammenarbeit mit Andreas Friedrich Bauer) erfunden und entwickelt und im Jahr 1814 erstmals bei der Zeitung „The Times“ eingesetzt. Dabei wurde zum Gegendruck ein Zylinder verwendet, wodurch sich diese Pressen von den Tiegeldruckpressen (Fläche gegen Fläche) unterschieden. Die Neuheit lag darin, dass alle Funktionen mechanisch ausgeübt wurden und der Antrieb über eine Transmission durch Dampfkraft erfolgte. Außerdem wurde es möglich, auch Rollenpapier zu bedrucken.
Im Jahr 1845 kam es zu einer erneuten Weiterentwicklung durch Richard March Hoe, der die Rotationspresse (Zylinder gegen Zylinder) entwickelte bis es schließlich weiter von einer Maschine zum Automaten kam.

 

Die Typografie – Teil 9: Die Satztechnik

Mittwoch, 15. Februar 2017

Die Satztechnik ist ein technisches Verfahren, bei dem eine Vorlage (bspw. Text, Grafik, Bilder) für den Druck vorbereitet wird und somit „drucktauglich“ wird. Auch der Setzvorgang selbst wird als „Satz“ und die dafür benutzte Schrift als  Satzschrift bezeichnet. Dabei gibt es vielfältige Methoden der Satzherstellung, die sich durch traditionelle und modernden Techniken anwenden lassen können.

Handsatz

Der Handsatz wurde bis ins 19. Jahrhundert angewendet, wobei der Bleisatz ausschließlich per Hand ausgeführt wurde. Bei diesem Vorgang entnimmt der Handsetzer einzelne Bleiletter aus dem Setzkasten und setzt diese in einem Winkelhaken zu Zeilen zusammen. Diese werden wiederum auf einem Setzschiff zu einer Kolumne zusammengefügt. Die Kolumne wird anschließend durch eine Kolumnenschnur umbunden, wodurch sie beweglich wird, aber gleichzeitig ihre Anordnung beibehält.

Maschinensatz

Da der Handsatz ein aufwendiger Arbeitsprozess war, versuchte man Lösungen zu finden, um eben diesen zu vereinfachen. Die Entwicklung einer zuverlässig arbeitenden Setzmaschine gehörte zu den wohl am schwierigsten zu lösenden Aufgaben der Technikgeschichte. Weshalb erst  im Jahr 1822 das erste Patent auf eine Setzmaschine erteilt wurde. Man arbeitete zunächst mit den Lettern aus dem Handsatz, doch die Legierung der Typen waren für die maschinelle Bearbeitung zu weich. Schließlich wurden Maschinen eingesetzt, die mittels Matrizen Schriftzeilen setzten und diese jeweils neu gießen konnten. Man unterscheidet zwischen Zeilensetzmaschinen („Typograph“ und „Linotype“) und Einzelbuchstaben-Setzmaschinen.

Fotosatz

Der Fotosatz geht bis ins 19. Jahrhundert zurück, aber erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurde er auch im Druckereigewerbe eingesetzt. In Deutschland wurde die erste Fotosatzmaschine 1959 aufgestellt. Der Fotosatz ist eine manuelle und maschinelle Herstellung vom Schriftsatz auf fotografischem Weg, wobei das Endprodukt ein Film oder Fotopapier ist. Diese wurden direkt oder nach erfolgter Filmsatzmontage für die Kopie der Druckformen verwendet. Der genaue technische Vorgang bestand im ersten Schritt aus Strahlen einer Lichtquelle, die durch einen Schriftbildträger fielen. Durch ein optisches System wurden die Strahlen gebündelt, wodurch die negativen Schriftzeichen in einer variablen Größe auf einer lichtempfindlichen Schriftscheibe, einer Typenplatte oder einem Filmstreifen abgebildet wurden.
Der Fotosatz wurde auch als „kalter“ oder „schwereloser Satz“ bezeichnet, weil die Druckvorlage fotomechanisch bzw. fotoelektronisch erzeugt wurde.

Computergestützter Satz

Heutzutage werden die meisten Publikationen am Computer erstellt. Man unterscheidet dafür die Bereiche Desktop-Publishing (Satz und Umbruch am Computer) und Struktursatz. Eingeführt wurde der computergestützte Satz 1985 durch die Firmen Apple, Adobe, Linotype und Aldus. Apple brachte mit dem Macintosh den ersten voll grafikorientierten Rechner auf den Markt.
Durch den computergestützten Satz wurden die bis dahin bestehenden Verfahren weitestgehend abgelöst und verdrängt.
Der Schriftsetzer wurde zum „Layouter“.

Die Typografie – Teil 3: Die Herausbildung der Druckschriften

Freitag, 06. Januar 2017

Die Bedeutung der Typografie geht mit der Erfindung des Buchdrucks und demnach mit den beweglichen Lettern einher. Zurückzuführen ist die Typografie auf das Jahr 1457, wobei der aus Mainz stammende Erfinder, Johannes Gutenberg (um 1400-1468), auch als Prototypograph bezeichnet wird. Das Herausragende an der Technik war die Möglichkeit Gedanken und Wissen maschinell auf ein Vielfaches zu reproduzieren. Die Folgen und Revolution dessen sind uns allen bestens bekannt. Doch wie hat sich die Druckschrift zu dieser Zeit entwickelt?

Die ersten Druckschriften

Gutenberg verwendete für seine ersten Druckwerke die Textura (gotischer Ursprung) in unterschiedlichen Typen, die bereits in biblischen und liturgischen Büchern benutzt wurde.
In Italien bildete sich in den darauffolgenden Jahren die Antiqua heraus, die von der Humanistenhandschrift abgeleitet und für klassische und humanistische Publikationen eingesetzt wurde. In Venezia (auch „Stadt der Typographie“) wurden karolinigischen Minsukel und die Großbuchstaben der römischen Capitalis überarbeitet, wodurch eine Zweialphabetenschrift entstand. Dadurch hob sie sich stark von der gebrochenen Schrift des Mittelalters ab. Die Antiqua gilt als Grundlage für die heute von uns verwendeten Schriften, wobei sie noch vielfach verändert und weiterentwickelt wurde. So waren die Venezianische Renaissance-Antiqua und die Französische Renaissance-Antiqua weitere Vorläufer. Bei erster handelt es sich um eine Ableitung der spätmittelalterlichen Rotunda- und Bastarda-Schrift. Sie gilt als erste vollkommene Druckantiqua von exemplarischer Ausgewogenheit und Deutlichkeit.
Die Schriftklassifikation der Antiqua lässt sich in folgende Hauptgruppen unterteilen: Renaissance-Antiqua, Barock- oder Übergangsantiqua und klassizistische Antiqua. Im Klassizismus (1760-1830) erreichte die Ausführung der Antiqua schließlich ihren vorläufigen Endpunkt.

Die Weiterführung der Schriftarten

Neben der Antiqua entwickelten sich auch weitere Schriftarten, wie beispielsweise die Fraktur zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Deutschland. Sie blieb dort bis ins 20. Jahrhundert die dominierende Schrift und wurde zum Inbegriff der „Deutschen Schrift“. Interessant ist auch, dass sich schon früh ein Schriftstreit zwischen der Fraktur und der Antiqua vollzog, der sich bis zum Ende des Dritten Reichs nicht auflöste. Schriften wurden zudem textsortenspezifisch eingesetzt – so wurde die Schriftart Rotunda für lateinische Texte verwendet, die Bastarda auch für deutsche Texte, die Antiqua-Schriften für humanistische Texte und die Fraktur für die Reformationsschriften von Martin Luther.

Das 19. und 20. Jahrhundert 

Anhand der Vielzahl von Schriftarten, die uns heute zur Verfügung stehen, lässt sich gut erkennen, dass die Möglichkeiten von Schrifttypen fast unendlich scheinen. Mit der Weiterentwicklung der Technik, haben sich auch die Schriften verändert. Vor allem im 19. Jahrhundert, zur Zeit der Industrialisierung, nahmen die innovativen und maschinellen Fertigungsprozesse großen Einfluss auf den Druck und die Illustrationsgrafiken.
Anfang des 20. Jahrhunderts rivalisierten drei unterschiedliche Tendenzen in der Typographie: Die traditionelle Buchtypographie (Fraktur, Antiqua-Schrift), die kunstgewerbliche Gebrauchs- und Akzidenztypographie, die sich immer noch am Historismus und am Jugendstil orientierte (Egyptienne, kunstgewerbliche Hybride) und die »Moderne Typographie« bzw. die »Neue Kunst-Typographie« (Grotesk), die durch die Industrie und die Kunst (Futurismus, Dadaismus, Konstruktivismus) inspiriert wurde.