Archiv für die Kategorie ‘Bucheinband’

Das Buchcover als Indikator für unsere Kaufentscheidung

Dienstag, 05. September 2017

Nach welchen Kriterien suchen wir in der Buchhandlung unser Buch aus? Diese Frage hat sich auch das Team von Deutschlandradio Kultur gestellt und dabei haben sie festgestellt, ein entscheidender Faktor ist das Buchcover. Untersuchungen haben ergeben, dass etwa 50% bis 75% der Käufer ihre Entscheidung von dem Cover abhängig machen, wobei dieses durchschnittlich acht Sekunden begutachtet wird. Hat der erste Eindruck überzeugt, wird in der Regel das Buch nochmal einmal für weitere 15 Sekunden umgedreht und angeschaut.

Die große Frage, wie nun ein Cover am besten gestaltet werden soll, wird häufig an den Cover-Trends festgemacht. Aber dennoch ist der wichtigste Aspekt das Hervorrufen von Emotionen beim potentiellen Käufer. Ein Trend war beispielsweise die Darstellung von Frauenkörpern oder Anspielungen auf Frauen, die jedoch in der Regel kein Gesicht hatten. Die Fantasie soll angeregt werden und durch eigene Bilder die Vorstellung ergänzt werden.

Wie wir noch bei unseren Kaufentscheidungen beeinflusst werden und mehr zum Thema „Buchcover“ können Sie in dem Beitrag von Deutschlandradio Kultur hören.

Die Tradition der Kunsteinbände

Samstag, 19. November 2016

Jedes Buch kann so individuell gestaltet werden, wie sein Inhalt. Die Tradition der kunstvollen Einbände reicht dabei weit in die Vergangenheit zurück. Sicherlich stand dabei anfangs noch der Zweck im Vordergrund, wobei der Einband als Schutz der Schriftstücke dienen sollte. So wird geschrieben, dass die ersten simplen Einbände aus zwei Holztäfelchen hergestellt wurden, die wenige Lagen Pergament umfassten, die wiederum durch Schnüre im Falz zusammengehalten wurden. Zur Zeit der Antike verwendete man auch Ziegen- oder Schafsleder für den Einband. Später wurde eine Technik entwickelt, bei der die Holzdeckel mit Leder überzogen wurden. In der Renaissance wurden die Holzdeckel dann allmählich durch Pappdeckel abgelöst, wodurch man kleinere Formate herstellen konnte.
Im Mittelalter begann man die Einbände zu färben und zu verzieren. Durch Materialien wie Elfenbein, Edelmetalle, Edelsteine und kostbare Stoffe wurden die sogenannten Prachteinbände von überwiegend sakralen Büchern geschmückt. Mit dem Blinddruck, der schon aus der Spätantike bekannt ist und die älteste, handwerkliche Technik der Einbandverzierung ist, konnten Muster, Motive oder auch Schrift auf die Leder- und Pergamenteinbände eingeprägt werden. Im Mittelalter verwendete man dafür noch Stempel und Streicheisen, die ältesten Werkzeuge des Buchbinders. Mit der Zeit wurden die Techniken verfeinert und die Schmuckformen variierten in jeder Epoche durch die verschiedensten Einflüsse von Kultur und Kunst.
Die Einbandkunst hat sich glücklicherweise bis heute als Handwerkskunst durchgesetzt, wobei sich dabei keine genaue Stilrichtung mehr herauskristallisiert – den experimentellen und zeitgenössischen Einbände sind keine Grenzen mehr gesetzt. GanzbandHalbbandPappband oder auch Dekortechnik – diese Begriffe gehören in der Buchbinderei zur Alltagssprache. Auf der Internetseite der Meister der Einbandkunst – Internationale Vereinigung e.V. können Sie sich inspirieren lassen…

Die schönsten deutschen Bücher / Förderpreis für junge Buchgestaltung

Freitag, 23. Januar 2015

Das Casting um die 25 Schönsten deutschen Bücher geht in die nächste Runde. Die Stiftung Buchkunst lädt ein zur Teilnahme an den beiden Wettbewerben:

 

© Stiftung Buchkunst

© Stiftung Buchkunst

»Die Schönsten deutschen Bücher 2015«.
Einsendeschluss: 31. März 2015

Die Stiftung Buchkunst mit Sitz in Frankfurt am Main und Leipzig begleitet kritisch die deutsche Buchproduktion mit dem Ziel, die Qualität des Buchs in technischer und künstlerischer Hinsicht zu fördern. Das Gebrauchsbuch steht dabei im Mittelpunkt. Hauptaufgabe der Stiftung ist der Wettbewerb „Die Schönsten deutschen Bücher“. Eine von der Stiftung berufene, unabhängige Fachjury prüft die Bücher des aktuellen Jahrgangs nach Konzeption, Gestaltung, Satz, Druck, Bild und Einband und vergibt die Auszeichnungen.

Der Wettbewerb richtet sich an Verlage, Buchgestalter/innen und die produzierenden Betriebe.

»Die Schönsten deutschen Bücher 2015« zeichnen eine festgelegte Anzahl von 25 Büchern aus. Diese sind gleichzeitig die Nominierungen für den mit 10.000 Euro dotierten »Preis der Stiftung Buchkunst«,  der für das allerschönste deutsche Buch vergeben wird. Eingereicht werden können Neuerscheinungen der Jahre 2014 und 2015 (Erscheinungsdatum: 15.03.2014 – 31.3.2015).

Nur was eingereicht wird, kann auch prämiert werden! Bei unserem Wettbewerb »Die Schönsten deutschen Bücher« geht es explizit um das gut gestaltete Gebrauchsbuch. Willkommen sind beispielsweise auch Taschenbücher, Graphic Novels oder das nicht-illustrierte belletristische Buch.

 

»Förderpreis für junge Buchgestaltung 2015 «
Einsendeschluss: 31. März 2015

Der »Förderpreis für junge Buchgestaltung« möchte außergewöhnliche, neue Ideen zu gedruckten Büchern oder hybriden Buchformen – und damit Entwicklungen im Medium Buchgestaltung – aufspüren und Buchimpulse für morgen sowie Qualitätskonzepte von heute sichtbar machen. Hier steht nicht die technische Perfektion, sondern die Idee im Vordergrund. Studentische Arbeiten sind herzlich willkommen!

Alle nötigen Infos und Formulare zur Teilnahme finden Sie hier und hier auf stiftung-buchkunst.de!

Tiny Brontës

Sonntag, 21. September 2014

Die Schwestern Brontë haben im 19. Jahrhundert nicht nur unter männlichen Pseudonymen eine Fantasy-Welt um die Sammlung Spielzeugsoldaten ihres Bruders erschaffen, sondern das auch in 30 winzig kleinen Büchern festgehalten:

Lesen Sie mehr im Harvard Magazine.

Artikel über Sammler von Miniatur-Büchern

Sonntag, 10. August 2014

Heute möchte ich auf ein Posting vom City Room Blog der New York Times hinweisen – auch wenn der Artikel bereits ziemlich genau ein Jahr alt ist, beschreibt er doch sehr eindrücklich die Leidenschaft von Sammlern von Mini-Ausgaben, die sie in Mini-Bibliotheken aufbewahren.

Die Bücher sind selten größer als 3 Cm, tatsächlich bedruckt und mit einer Lupe lesbar.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Die Erschaffung der Welt – Illustrierte Handschriften aus der Braginsky Collection (noch bis 3.08.2014)

Sonntag, 27. Juli 2014

Reich illustrierte Schriftrollen, geschmückte Hochzeitsverträge, illuminierte Handschriften und frühe Drucke hat der Sammler René Braginsky in mehr als drei Jahrzehnten zusammengetragen. Diese oft mit sehr aufwendiger Buchmalerei verzierten hebräischen Schriften bestechen durch ihre besondere Verbindung von Text und Kunst und sind Ausdruck einer langen Tradition der jüdischen Schriftkultur.

Alle bedeutenden jüdischen Schriftkünstler und Illuminatoren aus Mittel- und Nordeuropa des 18. Jahrhunderts sind in der Ausstellung vertreten. Mit Schriften der westlichen und östlichen Diaspora – aus Asien, Afrika, Europa, Indien und dem Nahen Osten – zeigt sie auch den Einfluss nichtjüdischer Kulturen auf das Erscheinungsbild und vermittelt einen Eindruck von der Vielseitigkeit der jüdischen Buchgeschichte.

Sehen Sie in der Ausstellung einem Tora-Schreiber bei seiner Arbeit zu.
Mo+ Di: 16-18 Uhr | Mi, Do + So: 14-16 Uhr

In der Ausstellung zeigen Kalligrafen ihre Kunstfertigkeit auch in arabischer, asiatischer und lateinischer Schrift.
JMB_Brag_Website_2014_03_22_cl.indd

 

Laufzeit:
4. April – 3. August 2014

Ort:
Jüdisches Museum Berlin
Lindenstr. 9-14
Altbau 1. OG
10969 Berlin
Website

Eintritt:
mit dem Museumsticket: 8 €, erm. 3 €

Führungen durch die Ausstellung
Öffentliche Führungen finden sonntags um 14 Uhr statt
DAUER: 1 Stunde; EINTRITT: 11 €, erm. 6 €
Führungsbuchung für Gruppen unter 030-25993 305 oder gruppen@jmberlin.de

Katalog zur Ausstellung
Schöne Seiten: Jüdische Schriftkultur aus der Braginsky Collection hrsg. von Emilie G.L. Schrijver, Falk Wiesemann et. al. Zürich 2011 Preis im Museumsshop: ca. 50 EUR

Websites zur Braginsky Collection
Online-Rundgang durch die Sammlung mit hochaufgelösten Bildern und Erklärungen zu allen Objekten der Sammlung: www.braginskycollection.ch oder www.braginskycollection.com

iPad-App zur Ausstellung
Braginsky Collection Berlin gratis erhältlich ab April im iTunes Store

Sonderausstellung zeigt 250 Jahre Buchbinderhandwerk

Sonntag, 20. Juli 2014

Knochenleim & Goldrausch. Buchbindereien vom 18. Jahrhundert bis in das E-Book-Zeitalter

Der Technik- und Sozialgeschichte des Buchbinderhandwerks, diesem heute selten gewordenen Handwerk, widmet das LWL-Freilichtmuseum in Hagen vom 15. Juni bis zum Saisonende am 31. Oktober seine Sonderausstellung.

knochenleim und goldrausch - lwl hagen

Die Ausstellung
Erstmals für Westfalen-Lippe würdigt das LWL-Freilichtmuseum ein Handwerk mit einer Sonderausstellung, das heute eine Nische füllt, historisch aber entscheidend dazu beigetrug, dass Bücher die Popularität erreichten, die sie heute besitzen. Denn erst die Buchbinder machten aus losen Druckbogen handliche und haltbare Bücher. Seit der Erfindung des Buchdrucks in der Mitte des 15. Jahrhunderts entwickelte sich das Buchbinderhandwerk lange Zeit technisch kaum weiter, was sich nach der Auflösung der Zünfte ab Beginn des 19. Jahrhunderts änderte. „Sowohl handwerks- als auch sozialgeschichtlich ist besonders die Zeit um 1900 sehr interessant, als auch die kleineren Buchbindereien mechanisiert wurden. Parallel dazu entwickelte sich das industrialisierte Buchbinden. Die daraus folgenden negativen Auswirkungen auf kleine Handwerksbetriebe ließen nicht lange auf sich warten“, erklärt Ausstellungsmacherin Dr. Anke Hufschmidt.
Ähnlich sind die Umwälzungen in der heutigen Zeit. Gegenwärtig geht es jedoch nicht um die Industrialisierung, sondern um die Digitalisierung. Wie auch immer die mediale Entwicklung verlaufen wird – ein frisch gedrucktes und gebundenes Buch bleibt immer ein sinnliches Erlebnis. So wird der unverkennbare Duft von älteren Büchern mittlerweile sogar künstlich hergestellt, damit die Nutzer von E-Books den gewohnten Geruch nicht entbehren müssen. Eine Kostprobe davon können die Besucher übrigens in der Ausstellung erschnüffeln. Wodurch der charakteristische Geruch entsteht, erfahren die Besucher natürlich auch.
Die Ausstellung gliedert sich in zwei große Bereiche: Im Erdgeschoss des Ausstellungsgebäudes geht es um die technischen Aspekte, das Buch und seine Bestandteile werden vorgestellt. Das handwerkliche Buchbinden ist in einzelnen Arbeitsschritten an „Arbeitstischen“ nachvollziehbar gemacht. An drei Stationen können die Besucher ausprobieren, Papier anfassen, damit rascheln, daran riechen und es falten. Ebenso können sie testen, ob sie den Unterschied zwischen einem Telefonbuch und einem fest gebunden Buch hören.
Das Obergeschoss ist der Sozialgeschichte gewidmet, hier stehen die Buchbinder und ihre Produkte im Vordergrund. Zunächst geht es um die „zünftige“ Zeit. Aus ihr haben sich u. a. wertvolle Gesellenbücher aus Lemgo und Minden erhalten, in denen sich die Buchbinder auf ihren weiten Wanderungen eintrugen. Werkstattdarstellungen des 18. und 19. Jahrhunderts zeigen wie die Werkstätten eingerichtet waren. Auch hier können die Besucher aktiv werden und herausfinden, welche der Darstellungen die älteste ist.

Zwei Buchbinderfamilien
Außerdem präsentiert die Ausstellung einzelne Buchbinder, ihre Werkstätten, Betriebe und Familien. Anhand zweier Buchbinderfamilien aus Westfalen und Lippe werden die Veränderungen im Handwerk durch 150 Jahre Familiengeschichte nachvollziehbar. Die Familie Ohle aus Lemgo und Detmold sowie die Familie Rahe-Rohling aus Münster sind zwei „Buchbinderdynastien“, die eine über 100 Jahre alte Buchbindertradition haben. Ihre umfangreiche Überlieferung mit seltenen Fotografien, Werkzeugen und Objekten belegt die Entwicklung des Buchbinderhandwerks vom 19. Jahrhundert bis heute. Darunter eine kleine Buchbinderschürze für Kinder, die der Buchbindermeister Heinrich Rahe seinem Enkel zur Geburt schenkte, weil er sich so sehr wünschte, dass sein Enkel die Buchbinderei fortführen würde. 16 Jahre später überraschte der Junge seinen Großvater an Heiligabend mit einer Bewerbung als Buchbinderlehrling. Seine kleine Schürze legte er mit der Bitte hinzu, sie gegen eine größere einzutauschen.
Aus den 1950er Jahren werden zwei Buchbindermeisterinnen aus Hagen vorgestellt: Marianne Proll und Hanni Vomhof. Beide stellten besondere gestalterische Ansprüche an das Buchbinden: Hanni Vomhof schloss sich der Hagener Künstlervereinigung „Hagenring“ an, Marianne Proll war Mitglied im Verband „Meister der Einbandkunst“.
Ein weiterer Teil der Ausstellung im Freilichtmuseum zeigt die Ergebnisse des „Internationalen Bucheinbandwettbewerbs für Auszubildende im Buchbinderhandwerk“ aus dem Jahr 2013, ausgerichtet vom Bund Deutscher Buchbinder und den entsprechenden Organisationen in Österreich und der Schweiz. Es ist ein Querschnitt von über 60 Arbeiten moderner Buchbinderarbeiten zu sehen, alle gefaltet aus gleichen Papierbogen.
Diese Sonderausstellung ergänzt inhaltlich den Papier- und Druckbereich mit seinen Werkstätten und Dauerausstellungen des LWL-Freilichtmuseums Hagen. In der museumseigenen historischen Druckerei wird täglich praktisch vorgeführt, wie der klassische Buchdruck funktioniert. Die Sonderausstellung zeigt, wie die Druckbogen zu Büchern gebunden wurden.

Ein Programm für die ganze Familie begleitet die Ausstellung: Ein Familienquiz lädt zum Recherchieren ein, wie aus Druckbogen ein Buch wird. Wer alle Rätsel gelöst hat, darf in die Schatzkiste im Krämerladen greifen. An zehn Sonntagen locken Mitmachaktionen am Ausstellungshaus unter dem Motto „Vom Blatt zum Buch“. Es gibt einige Veranstaltungstermine in Kooperation mit der Stadtbücherei Hagen. Erkundungsbögen, Führungen, Ferienprogramme und ein Aktionstag runden das Begleitprogramm ab.

Ausführliche Informationen zur Ausstellung erhalten Sie unter diesem Link.

Wollen Sie die Ausstellung mit Ihrer Schulklasse besuchen? Das Freilichtmuseum bietet auch ein Vermittlungsangebot für Schulklassen an (3.-6-Klasse).

Wann
15
. Juni 2014 –  31. Oktober 2014
Di.-So.: 9.00 – 17.00 Uhr, an Feiertagen auch montags

Wo
LWL-Freilichtmuseum Hagen
Westfälisches Landesmuseum für Handwerk und Technik
Mäckingerbach
58091 Hagen

Einen Überblick über die Preise finden Sie hier.

Die schönsten deutschen Bücher 2014

Freitag, 27. Juni 2014

Die Stiftung Buchkunst kürt in zwei Wettbewerben die schönsten und innovativsten Bücher 2014.

In dem Wettbewerb »Die schönsten deutschen Bücher« wählten zwei Expertenjurys in einem aufwändigen Verfahren aus insgesamt 803 eingesandten Titeln die 25 schönsten deutschen Bücher des Jahres, jeweils fünf aus den fünf Kategorien »Allgemeine Literatur«,  »Wissenschaftliche Bücher, Schulbücher, Lehrbücher«, »Ratgeber, Sachbücher«, »Kunstbücher, Fotobücher, Ausstellungskataloge« und »Kinderbücher, Jugendbücher«.

Die 25 Schönsten sind vorbildlich in Gestaltung, Konzeption und Verarbeitung.

Die prämierten Bücher zeigen eine große Bandbreite gestalterischer und herstellerischer Möglichkeiten, jedoch berücksichtigt die Auswahl auch das leisere, solide gemachte Lesebuch. Bücher, die Zeichen setzen und wichtige Trends und Strömungen des Buchmarkts aufzeigen. Eine weitere Jury wählt aus diesen 25 schönsten Büchern nochmals einen einzigen Titel, der den mit 10.000 Euro dotierten »Preis der Stiftung Buchkunst« erhält. Dieser wird am 04. September 2014 auf der großen Preisverleihung bekannt gegeben.

Mit den Wettbewerben will die Stiftung Buchkunst den Blick der Öffentlichkeit über den Inhalt hinaus auf buchgestalterische und buchherstellerische Spitzenleistungen lenken und damit dem Medium und seiner Form in Deutschland mehr Aufmerksamkeit schenken.

In dem Wettbewerb »Förderpreis für junge Buchgestaltung« wurden von einer aus Gestaltern und Hochschulexperten besetzten Jury aus insgesamt 171 Einsendungen drei mit je 2.000 Euro dotierte Gewinnertitel ausgewählt. Kriterium für diesen Wettbewerb sind besonders innovative, zukunftsweisende Konzepte zur gestalterischen Weiterentwicklung des Mediums Buch.

Zur Teilnahme zugelassen sind Bücher aus deutschen Verlagen, sowie  Bücher aus ausländischen Verlagen, sofern die technische Produktion ausschließlich in Deutschland erfolgte.

In einem Festakt wird der »Preis der Stiftung Buchkunst« am 4. September 2014 im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main bekannt gegeben und verliehen. Zeitgleich erscheint ein durchgängig bebilderter Katalog mit Juryerklärungen zu allen prämierten Titeln, den jedes Jahr ein anderes renommiertes Gestaltungsbüro entwirft.

Im Anschluss werden die prämierten Titel wieder in vielen Ausstellungen in Bibliotheken, auf Buchmessen im In- und Ausland sowie im Buchhandel präsentiert werden, u.a. in Dortmund, mit Eröffnung durch Katharina Hesse (11. bis 27.09.2014), in Berlin (25.09. bis 18.10.2014) und Hamburg (05. bis 27.09.2014).

Die prämierten Bücher beider Wettbewerbe und weitere Informationen finden Sie hier.

die schönsten deutschen bücher 2014

Der Bucheinband hat seine eigene Geschichte zu erzählen

Mittwoch, 06. März 2013

Damit ist nicht nur die Geschichte des Bucheinbandes gemeint.

Diese beginnt mit der Entwicklung der noch heute üblichen Buchform eines Kodex. Die beschriebenen Seiten wurden zunächst von hölzernen Deckeln geschützt, die die erste Variante des Bucheinbandes bildeten. Schnell ging man aber zu dem leichter zu verarbeitenden Leder über, das viele Prägungen und Verzierungen ermöglichte. Anhand dieser konnte die Forschung einige Werke verschiedenen Buchbinderwerkstätten zuordnen. Ein interessantes Beispiel gibt das Symbol mit den drei Ahlen (Werkzeuge eines Schriftsetzers für Korrekturen), die in Fritzlar gewesen sein soll. Einige Werke des sogenannten ‚Meisters mit den drei Heftahlen‘ befinden sich in der Universitätsbibliothek Kassel und in der Dombibliothek Kassel.

Da Leder als Einbandmaterial sehr teuer war, ging man später dazu über altes Papier, das hieß bereits beschriebenes Papier aus alten vermeintlich ausgedienten Handschriften wiederzuverwerten. Dazu wurden heute als verloren gegangene Schätze der Literaturgeschichte eingestufte Werke zerstört. So entstandene Einbände werden in neuerer Zeit wieder auseinander genommen, um diese verlorenen Texte wieder zu finden.

Kleinste Teile, einzelne Verse gibt es massenhaft. Die Kunst und der Ehrgeiz der Wissenschaftler liegen darin, die in den Einbänden gefundenen Textfetzen ihren ursprünglichen Werken zuzuordnen. Hierbei wurden vereinzelt schon Geschichten gefunden, die sonst für immer untergegangen wären.

Bürgerliche Buchbinder im 12./13. Jahrhundert

Freitag, 21. Januar 2011

Ende des 12., Anfang des 13. Jahrhunderts lassen sich historisch die ersten bürgerlichen Buchbinder nachweisen. Dabei konnten sie sich jedoch nur in den großen Universitäts- und Handelsstädten halten. In kleineren Städten war die Alphabetisierung kaum fortgeschritten, sodass es dort für sie nur selten Arbeit gab. Die sich in den Universitätsstädten entwickelnde Handschriftenherstellung brachte aber in der Regel aber ebenfalls zu wenig Arbeitsmöglichkeiten mit sich, so dass sich der Beruf des fahrende Buchbinders entwickelte und in dieser Zeit zu einer festen Einrichtung im Handwerk wurde.