Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Künstliche Intelligenz im Buchhandel?

Sonntag, 08. Juli 2018

Mit dieser Frage beschäftigt sich Heike Scholz, die Gründerin des Onlinemagazins „mobile zeitgeist“  und Beraterin für Digitalisierung im stationären Handel.

In einem Interview mit dem Portal boresenblatt.net erklärt sie, welche Vorteile die Künstliche Intelligenz dem Buchhandel bringen könnte: mehr Kundennähe, mehr verkaufte Bücher, mehr Profit.

So erzählt sie, dass viele Händler bereits Künstliche Intelligenz (KI) erfolgreich einsetzen. Dabei handelt es sich um die sogenannte schwache KI, die in Form von Algorithmen das menschenähnliche Verhalten nachbilden. Sie nimmt dem Menschen komplexe Rechenaufgaben ab und übernimmt Aufgaben, wie die automatische Textgenerierung. Aber die schwache KI findet auch Eingang bei Bestell- und Bezahlungsvorgängen, dynamischen Preisanpassungen, Sprachassistenten etc. Und das soll erst der Anfang sein.

Aber was bedeutet das für den Buchhandel?

Heike Scholz sagt dazu: „Für Buchhändler und Verleger gibt es eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten für KI, die je nach den eigenen Zielsetzungen und Ressourcen überprüft werden sollten. Von der Strukturierung und Auswertung der in unterschiedlichen Silos schlummernder Datenbestände, der Automatisierung von Bestellprozessen, über die automatische Textgenerierung, die Vorsortierung von Manuskripten für das Lektorat bis hin zu Einkaufshelfern und virtuellen Beratern für die Kunden oder Logistiklösungen reicht die Bandbreite. Profitieren tun immer die, die diese Chancen effizient nutzen.“

Das ganze Interview finden Sie zum Nachlesen hier.

Sonderausstellung im Gutenberg-Museum in Mainz

Dienstag, 26. Juni 2018

Das Gutenberg-Museum in Mainz ist eines der ältesten Museen für Buch-, Druck- und Schriftgeschichte aller Kulturen. Mit der aktuellen Sonderausstellung „Präsentation des Deutschen Hardcover Awards 2018 und des Internationalen Jugendleistungswettbewerbs des Buchbinderhandwerks“ leistet es wieder einmal einen Beitrag für den Erhalt des Handwerks. Für alle Interessierten lohnt sich daher ein Ausflug nach Mainz.

Vom 11. Mai bis zum 12. August werden in der Ausstellung des Bundes Deutscher Buchbinder (BDBI) die Ergebnisse des internationalen Jugenleistungswettbewerbes des Buchbinderhandwerks und zum anderen die ausgezeichneten Entwürfe des Deutschen Hardcover Awards 2018 gezeigt.

Bei dem 17. Jugendleistungswettbewerb beteiligten sich insgesamt 58 angehende Buchbinder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Aufgabe bestand darin, einen Entwurf für das Buchcover des Krimis „Erstbezug“ von dem Autor Stefan Peters zu gestalten. Dabei konnten die Teilnehmer frei über das Material und die Technik entscheiden. Bewertet wurde von der Jury die technische Ausführung des Entwurfs und die Umsetzung der gestalterischen Idee.
Fünf der eingereichten Cover erhielten eine Auszeichnung.

Zudem wurde am 11. Mai der Deutsche Hardcover Award im Gutenberg-Museum verliehen. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung vom Bund Deutscher Buchbinder (BDBI), der Fachzeitschrift „bindreport“ und dem Hamburger Unternehmen Schmedt.
Im Rahmen des Deutschen Hardcover Awards werden Entwürfe aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus den vergangenen beiden Jahren ausgezeichnet, die hinsichtlich ihrer künstlerischen und funktionalen Gestaltung sowie der Verwendung ausgewählter Materialien innovative Lösungen im Bereich der Buchbindetechnik beweisen.

 

© Gutenberg-Museum Mainz

 

 

 

Verleihung des ersten Hessischen Verlagspreis

Donnerstag, 07. Juni 2018

Heute wurden die Sieger des ersten Hessischen Verlagspreis durch den Kunst- und Kulturminister Boris Rhein bekannt gegeben. Der Hauptpreisträger ist der Verlag für grafisches Erzählen ROTOPOL aus Kassel, während der Nachwuchspreis für Gründer an den Büchner-Verlag in Marburg geht.

In Zusammenarbeit hat das Land Hessen mit dem Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins den Preis zum ersten Mal ins Leben gerufen. Dotiert ist der Hessische Verlagspreis mit 20.000 Euro: Der Hauptpreisträger erhält 15.000 Euro, der Gründerpreis 5.000 Euro.

Boris Rhein sagt dazu: „Uns haben viele Bewerbungen von Verlagen mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten und Konzepten erreicht. ROTOPOL und der Büchner-Verlag konnten die Jury von sich überzeugen. Ich gratuliere den Preisträgern zu diesem Erfolg und bin sicher, dass der Preis dazu beiträgt, die vielversprechende Arbeit der Verlage noch weiter auszubauen.“

Für die Auszeichnung konnten sich alle unabhängigen Verlage bewerben, die ihren Firmensitz in Hessen haben. Hinzu kam die Anforderung, dass der jährliche Umsatz unter 2 Millionen Euro liegt. Jedoch wurde bei den Verlagssparten keine Einschränkungen vorgenommen.

Die Jurybegründung

In der Jurybegründung zum Hauptpreis heißt es: „Mit Rotopol aus Kassel ehrt die Jury einen Verlag mit einer ganz besonderen Ausrichtung, einer außerordentlich klaren Vorstellung vom eigenen Tun und bemerkenswertem Durchhaltevermögen. Das vor zwölf Jahren gegründete und seit elf Jahren an der Kasseler Friedrich-Ebert-Straße ansässige Unternehmen setzt auf grafische Erzählformen und bringt Bücher zwischen Comic und Illustration heraus. Sein ungewöhnliches Geschäftsmodell kreist um die Werkstatt und Ladengalerie des Verlags, setzt auf eine möglichst enge Zusammenarbeit mit den Autoren und sucht mit regelmäßigen Veranstaltungen die Nähe zum Kunden. Rotopol verbindet Verlegerisches, Künstlerisches und Marketing in gekonnter Weise. Die Konsequenz, mit der die beiden derzeitigen Leiterinnen des Unternehmens am einmal eingeschlagenen Weg festhalten, ist beispielhaft für den Umgang mit den Herausforderungen, denen sich die Buchbranche zurzeit gegenübersieht. Rotopol reagiert auf die Veränderungen im Geschäft mit Büchern mit einer Kombination aus Einfallsreichtum, sorgfältiger Arbeit und persönlichem Engagement, die die Branche in Zukunft immer stärker prägen wird. Dieser Verlag will neue Wege gehen und sich und seine Leser überraschen. Es gelingt ihm: Seine Titel sind eine Liebeserklärung an das, was die Künste und die Buchbranche können.“

Unwetter in Marburg setzt neue Unibibliothek unter Wasser

Donnerstag, 31. Mai 2018

Am Dienstag zog ein Unwetter über Mittelhessen und verschonte auch die neue Philipps-Universität in Marburg nicht mit seinen Folgen. Das Wasser drang durch die Lichtschächte, die eigentlich bei einem Brand als Rauchabzug dienen sollen, in das Untergeschoss ein und stand dort etwa zwei Zentimeter hoch. Insgesamt standen 4.500 Quadratmeter unter Wasser.

Am 30. April wurde die 120 Millionen teure Universitätsbibliothek offiziell eröffnet. Das in der Innenstadt liegende Gebäude misst eine Fläche von 18.500 Quadratmetern und umfasst die Zusammenlegung der Bestände von neun geistes- und sozialwissenschaftlichen Bereichsbibliotheken sowie der Universitätsbibliothek.

Facebook-Appell der Universität

Über Facebook wurden Bürger und Bürgerinnen von der Universität aufgerufen, sich bei den Aufräumungsarbeiten zu beteiligen. Gesucht wurden vor allem Helfer mit Wassersaugern und Nass-Trockensaugern. Zum Glück folgten dem Appell zahlreiche Freiwillige, sodass bis 3.30 Uhr das Wasser mit Hilfe der Feuerwehr entfernt werden konnte. Auch wenn noch nicht alle Aufzüge wieder voll betriebsfähig waren, wurde die Bibliothek am nächsten Morgen um 10 Uhr mit entsprechenden Einschränkungen geöffnet.

Es werde noch etwas dauern, bis der Normalbetrieb wieder aufgenommen werden kann, erklärte Gabriele Neumann, die Sprecherin der Universität. Vorerst wurden die Ränder der Lichtschächte mit Sandsäcken geschlossen und es werde geprüft, wie man in Zukunft solche Fälle vermeiden könne.

Durch das Wasser wurden vor allem Zeitschriften und Zeitungen beschädigt, wobei der Schaden nur geringfügig sei. Um diese vor einem weiteren Verfall zu schützen, wurden sie eingefroren.

 

Das Atrium der Bibliothek. (Foto: Brigida Gonzalez (c))

Das E-Book auf dem Vormarsch?

Sonntag, 27. Mai 2018

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat in Kooperation mit GfK Entertainment die ersten Quartalszahlen von 2018 für den E-Book-Markt veröffentlicht. Es zeigt sich, dass die Zahlen von Absatz, Umsatz und Kaufintensivität von E-Books am Publikumsmarkt (ausgenommen sind Schul- und Fachbücher) deutlich gestiegen sind.

In den ersten drei Monaten 2018 ist der Absatz um 15,3 Prozent und der Umsatz um 6,6 Prozent gewachsen, wobei der Umsatzanteil mit 5,6 Prozent konstant geblieben ist. Ein Grund für die steigenden Zahlen sind vermutlich die in diesem Jahr früher liegenden Osterferien und die damit verbundene Zeit zum Lesen.

Dennoch setzt sich der Trend der sinkenden Preise fort. Der E-Book-Preis ist im Durchschnitt um 7,5 Prozent gefallen.

Auch wurden in der Studie Zahlen zu dem Kaufverhalten der E-Book-Leser erhoben. Aus dem Publikumsbereich wurden im Durchschnitt 4,5 E-Books erworben, wodurch eine Steigerung von 3,1 Prozent im Vergleich zum vorherigen Jahresabschnitt zu vermessen ist. Insgesamt waren 2,1 Millionen Kunden, die mindestens ein E-Book kauften.

Die Quartalszahlen sind als Infografiken auch unter www.boersenverein.de/ebook-markt abrufbar.

Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: Juni

Mittwoch, 23. Mai 2018

Eine kleine Auswahl des literarischen Veranstaltungskalender in Frankfurt mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr….

4. – 10.6.: literaTurm 2018

Das 9. Literaturfestival FrankfurtRheinMain findet vom 4. bis 10. Juni 2018 in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet statt.

Anfang Juni veranstaltet die Stadt Frankfurt das biennale Literaturfestival literaTurm, dessen moderierte Lesungen mit internationalen und deutschsprachigen Autoren in Frankfurts Bürotürmen stattfinden. Auch an ausgewählten Orten der Region ist literaTurm zu Gast. Neben den besonderen Veranstaltungsräumen zeichnet sich das Festival durch seine thematische Schwerpunktsetzung aus – in diesem Jahr mit Biographien der Sparten Sachbuch und Belletristik. Maria Theresias Leben als Kaiserin von Österreich wird ebenso vorgestellt wie der Lebensweg von Karl Marx; mit Felicitas Hoppe, Ulrike Edschmid und Andreas Maier sind zudem Schriftsteller dabei, deren Romane einen autobiographischen Hintergrund aufweisen.

Informationen, Programm und Tickets auf www.literaturm.de 

11.6., 19.30 Uhr: Ingeborg Bachmann – Ich existiere nur, wenn ich schreibe

Wie wir wurden, wer wir sind – Deutsche Biografien
Ingeborg Bachmann – Ich existiere nur, wenn ich schreibe
Vortrag von Dr. Ina Hartwig (Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt)
Ort: Zentralbibliothek
Eintritt frei

Die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann steht im Zentrum der deutschen Nachkriegsliteratur. In ihrem Werk repräsentiert sie den geistigen Horizont einer Zeit vor dem kulturellen Aufbruch.

13.6., 20 Uhr: Auswärtsspiel

Annika Scheffel „Hier ist es schön“
Moderation: Björn Jager
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm in der Romanfabrik
Eintritt: 7,- / 4,- (VVK) // 8,- /5,- (AK)
Erst Castingshow, dann Space Odyssey. So ist der Plan – bis ein Roadmovie dazwischenkommt. Dabei sind Irma und Sam „Hoffnungsträger“. Vor einem Millionenpublikum haben sie es ins Finale geschafft. Abgeschottet von der Außenwelt, werden sie in einer „Arena“ zehn Jahre lang darauf vorbereitet, zu den Sternen zu fliegen. Der Erde droht die Apokalypse. Die Rettung ist ein ferner Planet. Doch kurz vor dem Abflug entdeckt Sam eine Karte zu einem Ort, um den sich Mythen ranken: „Die letzte Insel. Niemand weiß genau, was dort ist, ob noch jemand dort lebt.“ Die erste heiße Spur, seit er den anonymen Brief („Die Insel. Ich warte dort.“) in seinem Koffer gefunden hat. Sam, eine Mischung aus Parzival und Kaspar Hauser, „der angespült wurde“, bricht aus: „Die Welt ist schön, und alles, was er kennt, ist Linoleum.“ Und Irma folgt ihm. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, immer die Straße lang, die Frage nach der eigenen Herkunft im Visier. Seltsam nur, dass ihre Verfolger, die Wächter und Ausbilder mit den Pestmasken, auf sich warten lassen. Was als One-Way-Briefroman beginnt, entwickelt sich zu einem zart erzählten Abenteuer, getragen vom Glauben an eine Utopie. In Hier ist es schön, ausgezeichnet mit dem Robert Gernhardt Preis, lotet Annika Scheffel aus, inwieweit der Mensch Illusionen braucht, um sich Hoffnungen machen zu können.

Annika Scheffel, 1983 in Hannover geboren, ist Prosa- und Drehbuchautorin. Für ihre Arbeiten wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar 2013 und dem Robert Gernhardt Preis 2015. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin.

In Kooperation mit der Romanfabrik.

17.6., 14 Uhr: Goethe war ein Egoist?

Der etwas andere Literaturspaziergang zu Frankfurts Dichterfürsten
Start: Gutenberg-Denkmal, Roßmarkt
Teilnahmegebühr: 15,-

Am Sonntag, den 17. Juni, lädt der Literaturbetrieb e.V. zu einem Literaturspaziergang ein durch die Frankfurter Innenstadt auf den Spuren von Goethes Gegnern. Der Spaziergang dauert zwei Stunden und beginnt um 14.00 Uhr am Gutenberg-Denkmal, Roßmarkt.

War Goethe ein „leichter Lebemensch“, ein „Aristokratenknecht“ oder gar ein „Egoist in ungewöhnlichem Grade“? Auf dem Spaziergang beleuchten kritische Stimmen von Heinrich Heine über Thomas Mann bis zu zeitgenössischen Autoren die Schattenseiten Goethes. So entsteht auf dem Weg durch die Innenstadt durch Briefe, Gedichte und Geschichten ein völlig neues Bild von Frankfurts berühmtem „Dichterfürsten“. Der Verein Literaturbetrieb e.V. ist eine Initiative von Studierenden und Alumni der Goethe-Universität und wurde 2006 gegründet. Er veranstaltet außergewöhnliche Lesungen sowie Hörbuchabende, Literatur-Reisen und literarische Spaziergänge. Zum Angebot gehören auch der „Bühnentrieb“, eine offene Bühne für Literatur und Musik, und die Lesungsreihe „Literatur à la carte“. Außerdem ist der Verein Mitveranstalter des „Langen Tags der Bücher“.

19.6., 19.30 Uhr: Auf keiner Skala von 1 bis 10

Jubiläumslesung des sexyunderground: Auf keiner Skala von 1 bis 10
Mit Franz Geilich, Felicitas Hubert, Samuel Kramer, Caroline Pfeffer, Martin Piekar und Leon Steurer
Moderation: Yevgeniy Breyger
Ort: Literaturhaus Frankfurt
Eintritt: 5,- / 3,-
10 Jahre sexyunderground: Neue literarische Stimmen aus Frankfurt und Umgebung
Beim sexyunderground geht es vor allem um eines: Schreiben. Da werkeln, basteln, schrauben und drehen Jungautoren an eigenen Texten. Hierfür treffen sie sich bereits seit 2008 regelmäßig im Literaturhaus Frankfurt und führen weiter, was im „Schreibzimmer“, der jährlichen Schreibwerkstatt für Jugendliche, seinen Anfang nimmt. Aber nicht nur dort. Die Ergebnisse dieser Treffen stellen sie auch in diesem Jahr bei ihrer gemeinsamen Lesung im Literaturhaus vor. Das bedeutet: Neue Lyrik und Prosa aus dem Untergrund. Es lesen: Franz Geilich, Felicitas Hubert, Samuel Kramer, Caroline Pfeffer, Martin Piekar, Leon Steurer. Durch den Abend führt der Lyriker Yevgeniy Breyger, der auch selbst in den Jahren 2008 und 2009 am Schreibzimmer teilgenommen hat.

20.6., 18.30 Uhr: „Ausgeplündert und verwaltet. Geschichten vom legalisierten Raub an Juden in Hessen“

Buchpräsentation mit den Autoren Bettina Leder, Christoph Schneider und Katharina Stengel
Lesung: Helge Heynold
Ort: Historisches Museum Frankfurt
Eintritt frei

Das Buch enthält rund 100 Geschichten jüdischer Familien, die in Hessen und Rheinhessen ansässig waren. Sie handeln von Armen und Reichen, Jungen und Alten, von Studenten, Bauern, Kaufleuten, Intellektuellen, Arbeitern, Schülern; von Menschen, die sehr unterschiedlich dachten, glaubten und lebten. Wir fanden ihre Spuren in den Akten der Finanzverwaltung, die ab 1933 penibel den Besitz einer jeden Jüdin und eines jeden Juden registrierte, um ihn dann zu enteignen. Das Buch geht zurück auf Recherchen im Rahmen der Ausstellung „Legalisierter Raub. Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933-1945“, die 16 Jahre lang durch Hessen und Rheinhessen wanderte und an 30 Ausstellungsorten mit einem jeweils neuen regionalen Schwerpunkt zur Ausplünderung der Bevölkerung am Ausstellungsort zu sehen war.

Im Rahmen der Ausstellung „Legalisierter Raub. Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933–1945“ (ab 17. Mai 2018)

Eine Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts, gefördert von Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

 

Ab dem 10. Mai im Kino: „Der Buchladen der Florence Green“

Donnerstag, 10. Mai 2018

Der Film erzählt die Geschichte der verwitweten Florence Green, die in dem kleinen Küstenort Hardborough in England einen Buchladen eröffnet. Zu dieser Zeit, Ende der 50er, stehen die Arbeiter dem Lesen skeptisch gegenüber und die Aristokratie gibt vor, was Hochkultur ist. Die Eröffnung des Buchladens ist Florence Greens größter Traum, aber nicht alle in dem Städtchen sind von den dort zu erhaltenen Werke überzeugt. Mit progressiven Büchern wie „Lolita“ oder „Fahrenheit 451“ stößt Florence Green vor allem bei der Dame des Dorfes auf Widerstand.
Doch die Literaturliebhaberin hat ihr gesamtes Vermögen in den Laden investiert und hält an ihrer Leidenschaft und ihrer Idee fest. Es entsteht eine Auseinandersetzung über Moderne und Konvention und der Kampf um einen Traum.

„Die Buchhandlung der Florence Green“ ist eine Hommage ans Lesen und an die Literatur

Der Film ist eine Adaption des Romans „Die Buchhandlung“ (1978) von Penelope Fritzgerald und wurde bereits auf der Frankfurter Buchmesse mit dem Preis für die Beste internationale Literaturverfilmung 2017 ausgezeichnet. Außerdem erhielt er bei der Verleihung der Goya Awards 2018 drei Goyas in den Kategorien „Bester Film“, „Beste Regie“ und „Bestes adaptiertes Drehbuch“.

Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: Mai

Sonntag, 22. April 2018

Eine kleine Auswahl des literarischen Veranstaltungskalender in Frankfurt mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr….

3.5., 20 Uhr: Lesung Uwe Wittstock

Uwe Wittstock liest aus „Karl Marx beim Barbier“
Ort: Buchhandlung Schutt
Eintritt: 8,-

Es ist eine Biographie der ungewöhnlichen Art: 1882 reist Karl Marx nach Algerien, wo er um ein Haar umkommt. Während er sich langsam erholt, lässt er sein Leben Revue passieren. Seine Jugend in Trier, die große Zeit der Theorien in Paris und sein elendes Leben in London. Das Buch verschweigt aber auch nicht Marx‘ Schwächen: Zum Beispiel, dass der große Ökonom Marx nicht mit Geld umgehen konnte, dass er viele Bücher begann, aber enorme Probleme hatte, die zu beenden, und dass er anderen Sozialisten gern vor den Kopf stieß. Außerdem erzählt Wittstock von dem Bart, den Marx trug, von seinem mächtigen Vollbart, den er zum Erkennungszeichen machte wie Angela Merkel ihre Raute oder Donald Trump seine gelbe Haarlocke. Denn Marx ging in Algier zum Barbier und hat sich zum einzigen Mal im Leben rasieren lassen. Er wurde zu jemandem, der auf keinem der vielen Marx-Porträts zu entdecken ist: Zu einem Karl Marx mit glatt rasierten Wangen. Das Buch „Karl Marx beim Barbier“ ist eine Einladung das Frühjahr 1882 mit Marx in Nordafrika zu verbringen, sich seine ganze Biografie vor Augen führen zu lassen und der Frage nachzugehen, weshalb ein Mann, der seinen Prophetenbart lebenslang pflegte, sich ein Jahr vor seinem Tod rasieren ließ.

Uwe Wittstock war zunächst als Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in der Literaturredaktion von Marcel Reich-Ranicki tätig. Anschließend Lektor für deutschsprachige Literatur im S.Fischer Verlag und parallel dazu Mitherausgeber der Literaturzeitschrift Neue Rundschau. Bis 2010 war er Redakteur der Welt, zunächst als stellvertretende Leiter des Feuilletons, danach als Kulturkorrespondent, erst in Paris und dann in Frankfurt am Main. Bis 2017 Literaturredakteur des Nachrichtenmagazins Focus. Seit 2018 ist Uwe Wittstock freier Schriftsteller und Journalist und schreibt für den Focus die Kolumne: Buch & Welt. Ausgezeichnet mit dem Theodor-Wolff-Preis für Journalismus.

„Uwe Wittstock beschreibt Marx‘ Leben und Wirken so lehrreich, klug und spannend wie elegant und leicht von jenen zehn Wochen aus, die der im Frühjahr 1882, schwer krank und Genesung suchend, in Algier verbrachte.“ Axel Hacke, Süddeutsche Zeitung, 2. März 2018

5.5., ab 19 Uhr: Nacht der Museen

Eine Veranstaltungsreihe mit Lesungen und Musik
Ort: Haus am Dom
Eintritt mit Ticket zur Nacht der Museen

19.00 Uhr
„Das ganze Kind hat so viele Fehler“
Die Geschichte einer Entscheidung aus Liebe
Lesung mit Sandra Schulz, Autorin
Zerbrechen wir an dem Wissen, das wir uns gewünscht haben? Sandra Schulz ist in der 13. Woche schwanger, als sie nach einer Blutuntersuchung einen gefürchteten Satz hört: „Ich habe leider kein komplett unauffälliges Ergebnis für Sie“.
In Kooperation mit der Lebenshilfe Frankfurt

20.30 Uhr
Sakari lernt durch Wände zu gehen
Krimi-Lesung mit Musik mit Jan Costin Wagner, Autor und Musiker
Auf dem Marktplatz der finnischen Stadt Turku steigt ein junger Mann in einen Brun¬nen. Er ist nackt und offenbar verwirrt. Und er hat ein Messer bei sich – „ein schmaler Roman über den Verlust, Schmerz, das Weiterleben, manchmal an sehr dünnem Rettungs¬faden. (…) Aber Jan Costin Wagner klebt seinem dunklen Roman kein Happy End an. Sondern erzählt von einem fragilen Moment des Glücks, der Kimmo Joentaa zu verdanken ist“. (Sylvia Staude, FR)

22.00 Uhr
Sieh mich doch an!
Szenisch-literarischer Liederabend mit Liedern von Kurt Weill, Bertolt Brecht und anderen
Mit Katharina Nieß, Sopran, und Esther Frankenberger, Mezzosopran
Fin de Siècle, Zeitenwende: vielfältig und widersprüchlich. Der Krieg ist aus und bald blühen Wien, München und Berlin als Weltmetropolen der Kultur. Alles drängt nach draußen, alles steht in Frage. Persönlichkeitsfragen. Mann-Frau-Fragen. Rollenmusterfragen. Kann Frau lieben nur und sonst gar nichts? Oder ist Johnny ein Schuft? Nimm die Pfeife aus dem Maul, du Hund … ich liebe dich so!

9.5., 19.30 Uhr: Lesung Alice Schwarzer

Alice Schwarzer „Meine algerische Familie“
Ort: Literaturhaus Frankfurt
Eintritt: 16,- / 10,-

Die Journalistin und Essayistin Alice Schwarzer pflegt seit Jahrzehnten eine enge Beziehung zu einer Familie in Algerien und vor allem zu Djamila, einer Journalistin. Die Familie ist in ihrer Vielseitigkeit ein mögliches Abbild dieses nordafrikanischen Landes zwischen Tradition und Moderne, zwischen islamistischer Bedrohung und demokratischen Hoffnungen. Gestalt und Nachdruck bekommt das durch die Eltern und Großeltern, Brüder und Schwestern, Neffen und Nichten, die Alice Schwarzer in deren Heimat bei Neujahrsfeiern, Ferienbesuchen und Hochzeiten kennen und lieben lernt und die die Fotografin Bettina Flitner porträtiert: die Generation der Alten, geprägt von der Kolonialzeit; die Generation, die die „schwarzen Jahre“ des islamistischen Terrors und der politischen Repression durchlebte – und die jungen Leute von heute zwischen High Heels und Verschleierung, zwischen Instagram und spätsozialistischer Stagnation. Davon erzählt Alice Schwarzer in ihrem neuen, bei Kiepenheuer & Witsch erschienenen Buch und an diesem Abend im Literaturhaus.

15.5., 19.5., 22.5., 18 Uhr: Frankfurter Poetikvorlesungen im Sommer 2018

Christian Kracht
Ort: Campus Westend, Hörsaalzentrum, Audimax (HZ1&2)
Eintritt frei

Christian Kracht wird im Sommersemester 2018 als Frankfurter Poetikdozent zu Gast an der Goethe-Universität sein. Er wird über die Entstehungsgrundlagen und Fluchtpunkte seiner beeindruckenden literarischen Arbeit sprechen.

Nach einem Studium der Film- und Literaturwissenschaften und neben unterschiedlichen journalistischen Arbeiten (u.a. Redakteur des Magazins „Tempo“, Indien Korrespondent des Spiegels, Herausgeber der Literaturzeitschrift „Der Freund“) erschien 1995 „Faserland“, Christian Krachts intensiv diskutierter Debütroman. Ihm folgte sechs Jahre später der Roman „1979“, der große internationale Anerkennung fand. Das Triptychon – wie Kracht in einem Interview seine ersten drei Romane selbst bezeichnet hat – findet mit „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten“ (2008) seinen Abschluss. Kracht konnte 2012 mit „Imperium“ an seine bisherigen Erfolge anknüpfen und wurde dafür mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis der Stadt Braunschweig ausgezeichnet. Sein vorläufig letzter Roman „Die Toten“ erschien 2016, und Kracht erhielt im selben Jahr den Schweizer Buchpreis. Ebenfalls 2016 wurde ihm für sein bisheriges Werk der Hermann-Hesse-Literaturpreis verliehen. Neben den genannten Romanen und weiteren Veröffentlichungen (u.a. „Tristesse Royale. Ein popkulturelles Quintett“ (1999) sind von Christian Kracht auch Hörbücher (u.a. „Liverecordings“ (1999) und Reiseberichte (u.a. „Der gelbe Bleistift“ (2000) erschienen. Des Weiteren hat Christian Kracht auch das Drehbuch zu „Finsterworld“ geschrieben, das erfolgreich und vielfach ausgezeichnet von der Dokumentarfilmerin Frauke Finsterwalder, mit der er auch verheiratet ist, verfilmt wurde.

17.5., 19.30 Uhr: Lesung Juli Zeh

Juli Zeh „Leere Herzen“
Moderation: Alf Mentzer (hr2-kultur)
Ort: Literaturhaus Frankfurt im Schauspiel Frankfurt
Eintritt: 18,- / 12,-

Mitgestalten, anstoßen, provozieren. Den meisten fehlt es an Mut oder Entschlossenheit. Juli Zeh nicht. Sie hat ein Jahr nach ihrem großen Gesellschaftsroman „Unterleuten“, einen Polit- und Psychothriller vorgelegt. Und wieder ist sie Gast des Literaturhauses im Schauspiel Frankfurt. Im Mittelpunkt ihres Romans „Leere Herzen“ (Luchterhand) stehen zwei desillusionierte Pragmatiker – geschäftlich allerdings erfolgreich. Sie haben sich damit abgefunden, wie die Welt beschaffen ist. Aber das reicht nicht. „Leere Herzen“ ist deutsche Science-Fiction über eine nahe Zukunft. Ein Lehrstück über die Grundlagen und die Gefährdungen der Demokratie. Und ein 350-Seiten-Plädoyer wider leere Herzen und Kraftlosigkeit des Gestaltens. Es moderiert der hr2-kultur-Redakteur Alf Mentzer.

In Kooperation mit dem Schauspiel Frankfurt

 

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

UNESCO-Welttag des Buches und des Urheberrechts am 23. April

Mittwoch, 18. April 2018

In ein paar Tagen ist es wieder so weit: in über 100 Ländern wird die Freude am Lesen und an Geschichten gefeiert. Daran beteiligt sind Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken und Schulen, die in Form von Lesungen, Verlagsführungen und verschiedenen Aktionen zum Mitmachen einladen. In Deutschland wird der Welttag des Buches und des Urheberrechts vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels und von der Stiftung Lesen koordiniert.

„Ich schenk dir eine Geschichte“

Besonders Kinder sollen mit dem „Welttag des Buches“ angesprochen werden. Rahmen der Aktion „Ich schenk dir eine Geschichte“ können sich Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 4 und 5 sowie von Integrations-, Förder- und Willkommensklassen ihr persönliches Exemplar gegen Vorlage eines Gutscheins in einer der 3.500 teilnehmenden Buchhandlungen abholen. Gefördert wird dies zusätzlich von der Deutschen Post, dem cbj Verlag und dem ZDF und steht unter der Schirmherrschaft der Kultusminister der Länder.
Außerdem erhalten über eine Million Kinder zum Welttag den Abenteuerroman „Lenny, Melina und die Sache mit dem Skateboard“ von Sabine Zett geschenkt.

„Bücher haben Fähigkeiten, die heute mehr denn je gefragt sind: Sie vermitteln Bildung und Wissen, fördern Verständnis und Kritikfähigkeit und ermöglichen es, Themen aus vielfältigen Perspektiven zu sehen. Gleichzeitig entführen sie in fremde Welten und bieten einen Ruhepol in unserer Multitasking-Gesellschaft, nach dem sich viele Menschen sehnen. Umso wichtiger ist der Welttag des Buches, der seit mehr als 20 Jahren die Bedeutung und das Potenzial von Büchern und vom Lesen in den Blick rückt“, sagt Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Ein Tag mit Tradition

Zum ersten Mal wurde der „Welttag des Buches“ am 23. April 1995 von der UNESCO zum weltweiten Feiertag für das Lesen, für Bücher und die Rechte der Autoren erklärt. Zurückzuführen ist diese Tradition auf einen katalanischen Brauch zum Namenstag des Volksheiligen St. Georg, an dem Rosen und Bücher verschenkt werden. Und der 23. April hat noch eine weitere Bedeutung – es ist der Todestag von Wiliam Shakespeare und Miguel de Cervantes.
Seit 1996 wird der „Welttag des Buches“ auch in Deutschland gefeiert.

Ihr seid interessiert und wollt mehr über die verschienden Aktionen und Veranstaltungen erfahren? Dann informiert Euch auf der Seite www.welttag-des-buches.de

Der keine Prinz wird 75 Jahre alt

Samstag, 07. April 2018

Es ist wohl eines der bekanntesten Märchen: „Der kleine Prinz“. Am 6. April 1943 erschien das Buch des Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry in New York, das die Geschichte eines außerirdischen Kindes erzählt. Der Junge mit dem blonden Haar begibt sich auf die Reise von seinem Heimatplaneten, einem Asteroiden, „kaum größer als ein Haus“, auf die Erde, um sich auf die Suche nach Freunden zu machen. Auf seinem Weg besucht er weitere Asteroiden und trifft verschiedene Charaktere, wie etwa einen König, einen Eitlen oder einen Alkoholiker, bis er schließlich einen Fuchs auf der Erde trifft, der ihm sein Geheimnis verrät:

„Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“

Auch heute spricht das Buch noch viele Menschen an, sowohl Erwachsene als auch Kinder. Mit seinen philosophische Fragen nimmt es immer wieder Bezug auf das Leben und auf unsere Gefühle. Aber es geht auch um unseren Bezug zur Erde.

„Alle großen Leute waren einmal Kinder, aber nur wenige erinnern sich daran.“

Die poetische Erzählung wurde in 180 Sprachen übersetzt und wurde rund 100 Millionen mal verkauft. Damit gehört es zu den meistverkauften nichtreligiösen Werken der Weltliteratur. „Der kleine Prinz“ wurde von dem Autor selbst illustriert und der Text enthält autobiographische Spuren.

Das Ende des kleinen Prinzen bleibt offen…