Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Die Zukunft unserer Bibliotheken

Mittwoch, 19. September 2018

Die Ansprüche an neue Bibliotheken wachsen: unter dem Druck der Digitalisierung entwickeln sie sich stetig neben Lern- und Leseorten auch zu sozialen Treffpunkten. Barbara Lison, die Präsidentin des Dachverbands „Bibliothek und Information Deutschland“, stellt in einem Interview mit Deutschlandfunk fest, dass durch die Digitalisierung eine „Entmaterialisierung der Inhalte“ stattfände. Sie fordert ein neues Bibliotheksgesetz für Kommunen, das diese zu Unterhaltung von öffentlichen Bibliotheken verpflichtet. Bisher ist diese Entscheidung den Kommunen überlassen.

Doch wie sieht die Bibliothek der Zukunft aus? Darüber hat sich unter anderem der Bibliotheksbaumeister Max Dudler Gedanken gemacht. Bisher hat er sieben Bibliotheken entworfen, unter anderem auch die neue Universitätsbibliothek der Berliner Humboldt-Universität. Auch Dudler spricht davon, dass das Buch im Zuge der Digitalisierung mehr Beachtung geschenkt werden müsse und man diese Wichtigkeit auch schon in dem Gebäude selbst zum Ausdruck bringen kann, indem man es zum Beispiel erhöhe. So hat das Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum in Berlin eine Überhöhung von 50 Meter.

Darüber hinaus sind Bibliotheken vermehrt zu sozialen Treffpunkten geworden. Die Humboldt-Universitätsbibliothek besuchen täglich etwa 7000 bis 9000 Menschen. Cafés, separate Räume, großzügige Lesesäle oder auch Medienzentren sorgen für besondere Raumerlebnisse. Vor allem der Lesesaal hat eine wichtige Funktion in einer Bibliothek, denn er hatte bereits in den alten Zentralbibliotheken einen repräsentativen Charakter. So hat auch Dudler sich bei seinen Bauten auf die Architektur der Antike, der Renaissance und der frühen Moderne bezogen. Er selbst möchte damit die Vergangenheit in die Zukunft transformieren.

Fest steht: Bibliotheken wird es auch in Zukunft noch geben. Waren Bibliotheken früher nur Privilegierten zur Wissensaneignung zugänglich, ist sie heute für Jedermann offen. Daher steht auch verstärkt der Mensch im Zentrum. Bibliotheken bestehen nicht nur mehr aus Büchersammlungen, die in pompösen Lesesälen vorzufinden sind, sondern sie sind Orte des Zusammenkommens, des Austauschs und des multimedialen Lernens und Lesens.

Ihre Stimme zählt! 

Donnerstag, 13. September 2018

Wählen Sie jetzt den Gewinner des Börsenblatt-Young Excellence Award

Bereits seit fünf Jahren wird der Börsenblatt-Young-Excellence Award vom Börsenblatt in Kooperation mit dem Börsenverein, der Frankfurter Buchmesse, dem mediacampus frankfurt und der future!publish verliehen. Mit dem Preis werden „herausragende junge Macher und Macherinnen in der Buchbranche“ geehrt, die etwas durch ihre Arbeit bewegen. Die Nominierten dürfen dabei das Alter von 39 Jahren nicht überschreiten und sollten noch keinen Chefposten in einem Verlag oder einer Buchhandlung innehaben.

In den kommenden zwei Wochen können nun Sie bei der Wahl des Gewinners mitbestimmen. Die Auszeichnung erhält der- oder diejenige im Rahmen der Frankfurter Buchmesse. Dotiert ist der Börsenblatt-Young Excellence Award mit einem Bildungsgutschein in Höhe von 1.000€ für Fort- und Weiterbildungen auf dem mediacampus frankfurt. Außerdem bekommt der Gewinner eine Eintrittskarte für die future!publish 2019 inklusive Anreise und Hotelunterkunft.

Im Vorfeld wurden 10 Nominierte festgelegt, zwischen denen Sie nun abstimmen können.

 

Durch Lesen die Umwelt schützen

Samstag, 08. September 2018

Es gibt mittlerweile in vielen Städten die öffentlichen Bücherschränke. Das Prinzip ist ganz einfach: jeder kann ausgelesene Bücher hinbringen und sich dafür ein anderes herausnehmen. Egal ob Sachbücher, Romane oder Krimis – es ist häufig für jeden ein interessantes Buch dabei.

Wer zu Hause also Bücher vor dem Einstauben bewahren möchte, oder sogar vor dem Wegschmeißen, hat mit der Benutzung von Bücherschränken die Möglichkeit eine nachhaltige Entscheidung zu treffen. Damit tut man gleichzeitig etwas Gutes für die Umwelt. Zu mal viele gebrauchte Bücher auch zu schade für die Altpapiertonne sind.

Laut einer Studie, die von WWF veröffentlicht wurde, verbrauchen die Deutschen so viel Papier wie die Kontinente Afrika und Südamerika zusammen, wodurch auch kaum ein Land mehr Altpapier verbraucht als Deutschland. Lediglich China, die USA und Japan haben einen höheren Papierverbrauch als wir, der im Durchschnitt bei 250kg pro Person liegt. Aber selbst bei dem Pro-Kopf-Verbrauch toppen die Deutschen noch die Chinesen, die etwa 69kg Papier pro Person verbrauchen.

Manchmal sind die Bücherschränke in alten Telefonzellen untergebracht, aber auch in Vogelhäusern. Wer einen Bücherschrank in seiner Umgebung sucht, kann dies ganz einfach im Internet tun. In Marburg wurde der Bücherschrank durch das Projekt Kultur und Kulturen aufgestellt und steht im Damaschkeweg.

 

Bücherschrank in Hanau. Foto: Stefan Horn

Buchbemerkungen.de macht Urlaub

Freitag, 17. August 2018

Liebe Leser und Leserinnen,

vom 17.8.-2.9. ist unser Blog Buchbemerkungen.de in der Sommerpause.

Wir wünschen eine schöne Zeit bis dahin!

 

Eine Kolumne über das Buch

Montag, 30. Juli 2018

Auf der Internetseite von literaturcafe.de schreibt der Lektor, Verleger und Literaturagent Vito von Eichborn jeden Samstag über das Büchermachen.

Vergangenen Samstag berichtete er unter dem Titel „Büchermachen VIII: Lesen wird zur neusten Mode werden!“ über eine von den USA veröffentlichte Umfrage, die den statistischen Niedergang des Mediums Buch proklamiert. Doch Vito von Eichborn schöpft Hoffnung, wenn er die Frage stellt: „Aber gibt es nicht für jede Bewegung immer auch eine Gegenbewegung?“

Den ganzen Artikel zum Nachlesen finden Sie hier.

Künstliche Intelligenz im Buchhandel?

Sonntag, 08. Juli 2018

Mit dieser Frage beschäftigt sich Heike Scholz, die Gründerin des Onlinemagazins „mobile zeitgeist“  und Beraterin für Digitalisierung im stationären Handel.

In einem Interview mit dem Portal boresenblatt.net erklärt sie, welche Vorteile die Künstliche Intelligenz dem Buchhandel bringen könnte: mehr Kundennähe, mehr verkaufte Bücher, mehr Profit.

So erzählt sie, dass viele Händler bereits Künstliche Intelligenz (KI) erfolgreich einsetzen. Dabei handelt es sich um die sogenannte schwache KI, die in Form von Algorithmen das menschenähnliche Verhalten nachbilden. Sie nimmt dem Menschen komplexe Rechenaufgaben ab und übernimmt Aufgaben, wie die automatische Textgenerierung. Aber die schwache KI findet auch Eingang bei Bestell- und Bezahlungsvorgängen, dynamischen Preisanpassungen, Sprachassistenten etc. Und das soll erst der Anfang sein.

Aber was bedeutet das für den Buchhandel?

Heike Scholz sagt dazu: „Für Buchhändler und Verleger gibt es eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten für KI, die je nach den eigenen Zielsetzungen und Ressourcen überprüft werden sollten. Von der Strukturierung und Auswertung der in unterschiedlichen Silos schlummernder Datenbestände, der Automatisierung von Bestellprozessen, über die automatische Textgenerierung, die Vorsortierung von Manuskripten für das Lektorat bis hin zu Einkaufshelfern und virtuellen Beratern für die Kunden oder Logistiklösungen reicht die Bandbreite. Profitieren tun immer die, die diese Chancen effizient nutzen.“

Das ganze Interview finden Sie zum Nachlesen hier.

Sonderausstellung im Gutenberg-Museum in Mainz

Dienstag, 26. Juni 2018

Das Gutenberg-Museum in Mainz ist eines der ältesten Museen für Buch-, Druck- und Schriftgeschichte aller Kulturen. Mit der aktuellen Sonderausstellung „Präsentation des Deutschen Hardcover Awards 2018 und des Internationalen Jugendleistungswettbewerbs des Buchbinderhandwerks“ leistet es wieder einmal einen Beitrag für den Erhalt des Handwerks. Für alle Interessierten lohnt sich daher ein Ausflug nach Mainz.

Vom 11. Mai bis zum 12. August werden in der Ausstellung des Bundes Deutscher Buchbinder (BDBI) die Ergebnisse des internationalen Jugenleistungswettbewerbes des Buchbinderhandwerks und zum anderen die ausgezeichneten Entwürfe des Deutschen Hardcover Awards 2018 gezeigt.

Bei dem 17. Jugendleistungswettbewerb beteiligten sich insgesamt 58 angehende Buchbinder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Aufgabe bestand darin, einen Entwurf für das Buchcover des Krimis „Erstbezug“ von dem Autor Stefan Peters zu gestalten. Dabei konnten die Teilnehmer frei über das Material und die Technik entscheiden. Bewertet wurde von der Jury die technische Ausführung des Entwurfs und die Umsetzung der gestalterischen Idee.
Fünf der eingereichten Cover erhielten eine Auszeichnung.

Zudem wurde am 11. Mai der Deutsche Hardcover Award im Gutenberg-Museum verliehen. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung vom Bund Deutscher Buchbinder (BDBI), der Fachzeitschrift „bindreport“ und dem Hamburger Unternehmen Schmedt.
Im Rahmen des Deutschen Hardcover Awards werden Entwürfe aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus den vergangenen beiden Jahren ausgezeichnet, die hinsichtlich ihrer künstlerischen und funktionalen Gestaltung sowie der Verwendung ausgewählter Materialien innovative Lösungen im Bereich der Buchbindetechnik beweisen.

 

© Gutenberg-Museum Mainz

 

 

 

Verleihung des ersten Hessischen Verlagspreis

Donnerstag, 07. Juni 2018

Heute wurden die Sieger des ersten Hessischen Verlagspreis durch den Kunst- und Kulturminister Boris Rhein bekannt gegeben. Der Hauptpreisträger ist der Verlag für grafisches Erzählen ROTOPOL aus Kassel, während der Nachwuchspreis für Gründer an den Büchner-Verlag in Marburg geht.

In Zusammenarbeit hat das Land Hessen mit dem Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins den Preis zum ersten Mal ins Leben gerufen. Dotiert ist der Hessische Verlagspreis mit 20.000 Euro: Der Hauptpreisträger erhält 15.000 Euro, der Gründerpreis 5.000 Euro.

Boris Rhein sagt dazu: „Uns haben viele Bewerbungen von Verlagen mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten und Konzepten erreicht. ROTOPOL und der Büchner-Verlag konnten die Jury von sich überzeugen. Ich gratuliere den Preisträgern zu diesem Erfolg und bin sicher, dass der Preis dazu beiträgt, die vielversprechende Arbeit der Verlage noch weiter auszubauen.“

Für die Auszeichnung konnten sich alle unabhängigen Verlage bewerben, die ihren Firmensitz in Hessen haben. Hinzu kam die Anforderung, dass der jährliche Umsatz unter 2 Millionen Euro liegt. Jedoch wurde bei den Verlagssparten keine Einschränkungen vorgenommen.

Die Jurybegründung

In der Jurybegründung zum Hauptpreis heißt es: „Mit Rotopol aus Kassel ehrt die Jury einen Verlag mit einer ganz besonderen Ausrichtung, einer außerordentlich klaren Vorstellung vom eigenen Tun und bemerkenswertem Durchhaltevermögen. Das vor zwölf Jahren gegründete und seit elf Jahren an der Kasseler Friedrich-Ebert-Straße ansässige Unternehmen setzt auf grafische Erzählformen und bringt Bücher zwischen Comic und Illustration heraus. Sein ungewöhnliches Geschäftsmodell kreist um die Werkstatt und Ladengalerie des Verlags, setzt auf eine möglichst enge Zusammenarbeit mit den Autoren und sucht mit regelmäßigen Veranstaltungen die Nähe zum Kunden. Rotopol verbindet Verlegerisches, Künstlerisches und Marketing in gekonnter Weise. Die Konsequenz, mit der die beiden derzeitigen Leiterinnen des Unternehmens am einmal eingeschlagenen Weg festhalten, ist beispielhaft für den Umgang mit den Herausforderungen, denen sich die Buchbranche zurzeit gegenübersieht. Rotopol reagiert auf die Veränderungen im Geschäft mit Büchern mit einer Kombination aus Einfallsreichtum, sorgfältiger Arbeit und persönlichem Engagement, die die Branche in Zukunft immer stärker prägen wird. Dieser Verlag will neue Wege gehen und sich und seine Leser überraschen. Es gelingt ihm: Seine Titel sind eine Liebeserklärung an das, was die Künste und die Buchbranche können.“

Unwetter in Marburg setzt neue Unibibliothek unter Wasser

Donnerstag, 31. Mai 2018

Am Dienstag zog ein Unwetter über Mittelhessen und verschonte auch die neue Philipps-Universität in Marburg nicht mit seinen Folgen. Das Wasser drang durch die Lichtschächte, die eigentlich bei einem Brand als Rauchabzug dienen sollen, in das Untergeschoss ein und stand dort etwa zwei Zentimeter hoch. Insgesamt standen 4.500 Quadratmeter unter Wasser.

Am 30. April wurde die 120 Millionen teure Universitätsbibliothek offiziell eröffnet. Das in der Innenstadt liegende Gebäude misst eine Fläche von 18.500 Quadratmetern und umfasst die Zusammenlegung der Bestände von neun geistes- und sozialwissenschaftlichen Bereichsbibliotheken sowie der Universitätsbibliothek.

Facebook-Appell der Universität

Über Facebook wurden Bürger und Bürgerinnen von der Universität aufgerufen, sich bei den Aufräumungsarbeiten zu beteiligen. Gesucht wurden vor allem Helfer mit Wassersaugern und Nass-Trockensaugern. Zum Glück folgten dem Appell zahlreiche Freiwillige, sodass bis 3.30 Uhr das Wasser mit Hilfe der Feuerwehr entfernt werden konnte. Auch wenn noch nicht alle Aufzüge wieder voll betriebsfähig waren, wurde die Bibliothek am nächsten Morgen um 10 Uhr mit entsprechenden Einschränkungen geöffnet.

Es werde noch etwas dauern, bis der Normalbetrieb wieder aufgenommen werden kann, erklärte Gabriele Neumann, die Sprecherin der Universität. Vorerst wurden die Ränder der Lichtschächte mit Sandsäcken geschlossen und es werde geprüft, wie man in Zukunft solche Fälle vermeiden könne.

Durch das Wasser wurden vor allem Zeitschriften und Zeitungen beschädigt, wobei der Schaden nur geringfügig sei. Um diese vor einem weiteren Verfall zu schützen, wurden sie eingefroren.

 

Das Atrium der Bibliothek. (Foto: Brigida Gonzalez (c))

Das E-Book auf dem Vormarsch?

Sonntag, 27. Mai 2018

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat in Kooperation mit GfK Entertainment die ersten Quartalszahlen von 2018 für den E-Book-Markt veröffentlicht. Es zeigt sich, dass die Zahlen von Absatz, Umsatz und Kaufintensivität von E-Books am Publikumsmarkt (ausgenommen sind Schul- und Fachbücher) deutlich gestiegen sind.

In den ersten drei Monaten 2018 ist der Absatz um 15,3 Prozent und der Umsatz um 6,6 Prozent gewachsen, wobei der Umsatzanteil mit 5,6 Prozent konstant geblieben ist. Ein Grund für die steigenden Zahlen sind vermutlich die in diesem Jahr früher liegenden Osterferien und die damit verbundene Zeit zum Lesen.

Dennoch setzt sich der Trend der sinkenden Preise fort. Der E-Book-Preis ist im Durchschnitt um 7,5 Prozent gefallen.

Auch wurden in der Studie Zahlen zu dem Kaufverhalten der E-Book-Leser erhoben. Aus dem Publikumsbereich wurden im Durchschnitt 4,5 E-Books erworben, wodurch eine Steigerung von 3,1 Prozent im Vergleich zum vorherigen Jahresabschnitt zu vermessen ist. Insgesamt waren 2,1 Millionen Kunden, die mindestens ein E-Book kauften.

Die Quartalszahlen sind als Infografiken auch unter www.boersenverein.de/ebook-markt abrufbar.