Archiv für den Monat Mai 2019

Das Dschungelbuch feiert 125. Jubiläum

Samstag, 18. Mai 2019

Rudyard Kipling (1865-1936), der britische Schriftsteller und Dichter, veröffentlichte im Jahr 1894 die Geschichte von dem Findelkind Mogli, das in der Wildnis von Tieren groß gezogen wird. 1967 folgte der 19. Walt Disney-Zeichentrickfilm „The Jungle Book“, der einen großen Erfolg erzielte. Fast jeder kennt die lustige Verfilmung des Dschungelbuchs, doch wer kennt eigentlich die Originalgeschichte von Mogli, die Kipling verfasste? Dieser Frage geht Deutschlandfunk Kultur in dem Beitrag „125 Jahre „Dschungelbuch“ – Ein tapferes Herz und eine höfliche Zunge“ nach.

Den schönen Beitrag zum Anhören finden Sie hier.

Zu gedenken an Max Frisch

Mittwoch, 15. Mai 2019

Heute, am 15. Mai, wäre der Schweizer Schriftsteller der Nachkriegszeit Max Frisch 108 Jahre alt geworden. Bekannt geworden ist er durch Romane wie Stiller (1954), Homo Faber (1957) und Mein Name sei Gantenbein (1964), aber auch durch seine Theaterstücke wie Andorra (1961).

Das Studium und die Anfänge

Der in Zürich geborene Max Rudolf Frisch schrieb bereits während der Schulzeit seine ersten Theaterstücke, die aber unaufgeführt blieben und die er später vernichtete.
Im Jahr 1930 begann Frisch das Germanistik-Studium in Zürich und veröffentlichte im Mai 1931 seinen ersten Beitrag in der Neuen Zürcher Zeitung. Er fokussierte sich in den darauffolgenden Jahren vermehrt auf die journalistische und literarische Arbeit und es entstanden über 100 Texte, die sich sich überwiegend mit der autobiografischen Selbsterforschung und der Verarbeitung privater Erlebnisse auseinandersetzten. Doch hatte er das Gefühl, mit dem Germanistik-Studium keinen echten Beruf erlernt zu haben, weshalb er 1936 begann Architektur zu studieren. Ermöglicht wurde ihm dies unter anderem durch ein Stipendium.
1937 wurde Frischs zweiter Roman Antwort aus der Stille veröffentlicht. Doch nur kurze Zeit später ließ er die Berufsbezeichnung „Schriftsteller“ aus seinem Pass streichen und verbrannte alle bisherigen Schriften. Doch hielt diese Phase nicht allzu lange an.

Während des Zweiten Weltkrieges verarbeitete er die Kriegserlebnisse in seinen Notizen, die 1939 unter dem Titel Aus dem Tagebuch eines Soldaten in der Zeitschrift Atlantis herausbracht wurden. Zudem gewann er 1938 den Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis. Noch vor Kriegsende entstand sein erstes Theaterstück Santa Cruz.

Die Kehrtwende nach Erfolg seines Weltromans Stiller

Nachdem sein Roman Stiller eine größere Aufmerksamkeit erlangte, entschied er sich endgültig für das Schreiben und verlässt sein Architekturbüro. Dieser Zwiespalt in dem er sich befand, das Leben als Künstler und die Entscheidung, ein bürgerliches Leben zu führen, wirkte sich auch auf sein literarisches Schaffen aus. Es ist die Auseinandersetzung mit der Identität des Individuums und der Gestaltung des eigenen Lebenswegs, die seine Werke immer wieder mit sich tragen. Darüber hinaus behandelte er auch Themen wie die Geschlechterrollen und deren Auflösung und der Frage nach der eigentlichen Aussagekraft von Sprache.

Die Bedeutung von Max Frisch

Max Frisch war ein Dramatiker und Erzähler. Er trug neben Dürenmatt dazu bei, dass die deutschsprachige Literatur des 20. Jahrhunderts wieder an internationalen Ansehen gewann. Seine Werke gehören so gut wie in jeden Schulplan und haben Weltruhm erlangt.

Er verstarb im April 1991 an Krebs.

Neuer Fontane-Literaturpreis geht an Peggy Mädler

Mittwoch, 08. Mai 2019

Dieses Jahr wird der 200. Geburtstag des Dichters und Schriftstellers Theodor Fontane zelebriert. In diesem Rahmen finden unter dem Titel „fontane.200“ landesweit über 400 Veranstaltungen statt. Im Zentrum steht dabei der neugestaltete Fontane-Literaturpreis, der erstmals gemeinsam von der Fontanestadt Neuruppin und dem Land Brandenburg vergeben wird. Auch in Zukunft sollen mit dem Preis alle zwei Jahre Autoren und Autorinnen künstlerischer Literatur gefördert werden.
Der Literaturpreis ist mit 40.000 Euro dotiert und wird am 31. Mai anlässlich der Eröffnung der Fontane-Festspiele verliehen.

Die erste Preisträgerin ist Peggy Mädler (*1976) mit ihrem Roman „Wohin wir gehen“. Die in Dresden geborene Autorin hat Theater-, Erziehungs- und Kulturwissenschaften in Berlin studiert und anschließend in Kulturwissenschaften promoviert. Ihr erster Roman „Legende vom Glück der Menschen“ erschien 2011 und 2019 folgte nun ihr neuer Roman. Die externe Jury begründete ihre Entscheidung mit der Aussage, dass Peggy Mädler sich in „Wohin wir gehen“ auf eine Reise durch die Zeiten und Landschaften begeben hätte. „In literarischer Perfektion beschreibt sie Land und Leute, ihre Seele und ihre Sehnsüchte, ihre Prägungen und ihr Scheitern – ganz in der Tradition Theodor Fontanes. Sie braucht dabei nur wenige knappe Striche, um erzählerische Wucht zu entfalten.“

Lesereise der Preisträgerin

Das Brandenburgische Literaturbüro organisiert in diesem Jahr mehrere Lesungen mit Peggy Mädler:

  • 1. Juni, 15 Uhr: Altes Gymnasium, Am Alten Gymnasium 1-3, Neuruppin (im Rahmen der Fontane-Festspiele)
  • 4. August, 18 Uhr: Golzow (im Rahmen des „Golzower Literatursommers“)
  • 1. September, 11 Uhr: Villa Quandt, Große Weinmeisterstr. 46/47, 14469 Potsdam
  • 4. September, 19 Uhr: Kleist-Museum, Faberstr. 6-7, Frankfurt (Oder)
  • 5. September, 19.30 Uhr: Bibliothek, Kirchplatz 7, Zossen
  • 19. September, 19 Uhr: Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund, In den Ministergärten 3, Berlin


Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: Mai

Freitag, 03. Mai 2019

4. – 18.5.: 10 Jahre Frankfurt liest ein Buch

10 Jahre Frankfurt liest ein Buch – Die Jubiläumsausstellung
Ausstellungseröffnung: Samstag, 4. Mai, 17.30 Uhr
Grußworte: Sabine Fikau-Haver, Stadtbücherei Frankfurt, Sabine Baumann, Frankfurt liest ein Buch e.V.
Ort: Zentralbibliothek
Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10-19 Uhr, Sa 11-17 Uhr
Eintritt: frei

Rund 115.000 Besucher, 1.000 Veranstaltungen und 4.859 gelesene Seiten – Frankfurts Lesefest feiert sein zehntes Jahr.
Grund genug, um zurückzublicken auf die erste Idee und die Anfänge, die Macher und Schauplätze, natürlich auf die Bücher und ihre Autoren: Welche Schriftstellerin sagte später, es sei die schönste Zeit ihres Lebens gewesen? Welcher Autor tauchte tatsächlich noch einmal in seine eigene Vergangenheit ein? Patinnen und Paten aus der Stadtgesellschaft stellen ihre Highlights der letzten zehn Jahre vor. Persönliche Gegenstände, emotionale Erinnerungen sowie Film- und Tonmaterial vermitteln, was Frankfurt liest ein Buch ausmacht. Wie 10 Jahre Lesefest klingen, kann man an den Hörstationen von hr2-kultur akustisch nacherleben. Die Ausstellung will zudem nach vorn schauen: Besucherinnen und Besucher werden eingeladen, ihre Ideen und Vorstellungen mit einzubringen. Für Schüler/innen gibt es ein Quiz mit attraktiven Preisen.

Veranstalter: Frankfurt liest ein Buch e.V. in Kooperation mit der Stadtbücherei Frankfurt, hr2-kultur und der Frankfurt University of Applied Sciences/Lothar Eichhorn

4.5., 20 Uhr: Pulse of Europe

Slam about Europe – ein Poetry Slam mit, über, wegen, gegen, weil Europa
Ort: Romanfabrik
Eintritt: 10,- / 7,-

Die politische Diskussion zu Europa ist ernst und einseitig? Das darf nicht so bleiben. Daher zeigt der „Poetry Slam mit, über, wegen, gegen, weil Europa“ die unterhaltsamen Seiten der europäischen Gemeinschaft. Drei Wochen vor der Europawahl geben einige professionelle und Hobby-Slamer Denkanstöße, motivieren, wecken auf und zeigen: Europa macht vor allem eines, nämlich Spaß! Mit dabei sind unter anderem Jan Cönig, Jacqueline Schauer und Martin Weyrauch. Im Anschluss küren die Zuschauer den besten Vortrag zwischen Weltpolitik, Städtereisen und Erasmus-Liebe. Organisiert wird der Abend von der Bürgerinitiative „Pulse of Europe“.

9.5., 19.30 Uhr: Gelebtes Leben. Denker der Freiheit im Porträt: Friedrich August von Hayek

Mit Franziska Augstein und Jens Hacke
Moderation: Rainer Hank (F.A.Z.)
Ort: Literaturhaus Frankfurt
Eintritt: 9,- / 6,-

Freiheit braucht Vorbilder. Die Idee von ihr bleibt abstrakt, wenn sie nicht im gelebten Leben verankert werden kann. Die Reihe „Gelebtes Leben. Denker der Freiheit im Porträt“ porträtiert herausragende Gestalten des Liberalismus: eingebunden in ihre Zeit, ausgesetzt den vielfältigen Versuchungen der Unfreiheit. Die Leitfrage dabei lautet: Können wir heute mit den Ahnen des Liberalismus noch etwas anfangen? Der Ökonom und Sozialphilosoph Friedrich August von Hayek (1899 – 1992) gilt als wichtiger Denker des Wirtschaftsliberalismus im 20. Jahrhundert. „Die Verfassung der Freiheit“ beeinflusste über Jahrzehnte hinweg Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Die Journalistin Franziska Augstein, Süddeutsche Zeitung, und Jens Hacke, Professor am Lehrstuhl für Politische Theorie und Ideengeschichte der Universität Greifswald, werden sich mit Leben und Werk Hayeks auseinandersetzen. Der Frankfurter Publizist Rainer Hank (F.A.Z.) kuratiert und moderiert die Reihe.

„Gelebtes Leben“ ist eine Gastveranstaltung der Karl-Hermann-Flach-Stiftung und der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.

13.5., 19.30 Uhr: Auf Sendung. Wie ein Hörspiel entsteht

Mit Agnieszka Lessmann (Autorin), Felicitas Ott (Regie) 
Ort: Alte Textilfabrik, Taunusstraße 19, Frankfurt 
Eintritt: frei (Anmeldung unter jubel(at)verlagderautoren.de) 

Präsentiert werden längere Ausschnitte aus dem SWR-Hörspiel Einstiegskurs von Agnieszka Lessmann und Felicitas Ott: Es erzählt von einer 50-jährigen, die als Quereinsteigerin Deutschunterricht für Zugewanderte gibt und sich dabei mit ihrer eigenen Migrationsgeschichte konfrontiert sieht. Wir diskutieren mit der Autorin und der Regisseurin die besonderen Herausforderungen bei der Entstehung und Umsetzung dieses Hörspiels – und geben Einblicke hinter die Kulissen einer „unsichtbaren“ Gattung. 

23.5., 20 Uhr: Lesung Julia Rothenburg

Julia Rothenburg „hell/dunkel“
Moderation: Björn Jager
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,- / 4,- (VVK) // 8,- / 5,- (AK)

Der Geruch von Camel-Zigaretten in der Wohnung ist Valerie vertraut. Womit sie nicht gerechnet hat, ist derjenige, der sie raucht. Nach einem Marburger Intermezzo hat Robert den Weg nach Berlin zurückgefunden, zu seiner vier Jahre jüngeren Halbschwester und ihrer gemeinsamen Mutter. Von großer Wiedersehensfreude aber keine Spur. Am selben Tag kommt die Mutter mit schlechter Prognose ins Krankenhaus. Gemeinsam stehen die Halbgeschwister nun vor Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt: Wie umgehen mit einem Abschied, mit all den Gefühlen, die kein Ventil finden? Valerie und Robert suchen Halt aneinander. Doch die Nähe zwischen ihnen hat viele Gesichter: zart und schmerzlich – und nicht zuletzt gefährlich. Hatte sich Julia Rothenburgs viel gelobtes Debüt um die kafkaesken Abläufe innerhalb eines Krankenhauses gedreht, erzählt ihr neuer Roman hell/dunkel von der Beziehung zwischen zwei Halbgeschwistern, die zum Zuschauen verdammt sind. Ohne die Mutter beginnen aber die Konventionen in der Familie zu bröckeln.

Julia Rothenburg, 1990 in Berlin geboren, studierte Soziologie und Politikwissenschaft und war Stipendiatin der Schreibwerkstatt der Jürgen Ponto-Stiftung. Ihr Debüt Koslik ist krank (2017) wurde mit dem Retzhof-Preis für junge Literatur und dem Landesstipendium für Literatur des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Die Autorin lebt in Berlin und arbeitet als Buchhändlerin bei »ocelot, not just another bookstore«.

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.