Zu gedenken an Max Frisch

Heute, am 15. Mai, wäre der Schweizer Schriftsteller der Nachkriegszeit Max Frisch 108 Jahre alt geworden. Bekannt geworden ist er durch Romane wie Stiller (1954), Homo Faber (1957) und Mein Name sei Gantenbein (1964), aber auch durch seine Theaterstücke wie Andorra (1961).

Das Studium und die Anfänge

Der in Zürich geborene Max Rudolf Frisch schrieb bereits während der Schulzeit seine ersten Theaterstücke, die aber unaufgeführt blieben und die er später vernichtete.
Im Jahr 1930 begann Frisch das Germanistik-Studium in Zürich und veröffentlichte im Mai 1931 seinen ersten Beitrag in der Neuen Zürcher Zeitung. Er fokussierte sich in den darauffolgenden Jahren vermehrt auf die journalistische und literarische Arbeit und es entstanden über 100 Texte, die sich sich überwiegend mit der autobiografischen Selbsterforschung und der Verarbeitung privater Erlebnisse auseinandersetzten. Doch hatte er das Gefühl, mit dem Germanistik-Studium keinen echten Beruf erlernt zu haben, weshalb er 1936 begann Architektur zu studieren. Ermöglicht wurde ihm dies unter anderem durch ein Stipendium.
1937 wurde Frischs zweiter Roman Antwort aus der Stille veröffentlicht. Doch nur kurze Zeit später ließ er die Berufsbezeichnung „Schriftsteller“ aus seinem Pass streichen und verbrannte alle bisherigen Schriften. Doch hielt diese Phase nicht allzu lange an.

Während des Zweiten Weltkrieges verarbeitete er die Kriegserlebnisse in seinen Notizen, die 1939 unter dem Titel Aus dem Tagebuch eines Soldaten in der Zeitschrift Atlantis herausbracht wurden. Zudem gewann er 1938 den Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis. Noch vor Kriegsende entstand sein erstes Theaterstück Santa Cruz.

Die Kehrtwende nach Erfolg seines Weltromans Stiller

Nachdem sein Roman Stiller eine größere Aufmerksamkeit erlangte, entschied er sich endgültig für das Schreiben und verlässt sein Architekturbüro. Dieser Zwiespalt in dem er sich befand, das Leben als Künstler und die Entscheidung, ein bürgerliches Leben zu führen, wirkte sich auch auf sein literarisches Schaffen aus. Es ist die Auseinandersetzung mit der Identität des Individuums und der Gestaltung des eigenen Lebenswegs, die seine Werke immer wieder mit sich tragen. Darüber hinaus behandelte er auch Themen wie die Geschlechterrollen und deren Auflösung und der Frage nach der eigentlichen Aussagekraft von Sprache.

Die Bedeutung von Max Frisch

Max Frisch war ein Dramatiker und Erzähler. Er trug neben Dürenmatt dazu bei, dass die deutschsprachige Literatur des 20. Jahrhunderts wieder an internationalen Ansehen gewann. Seine Werke gehören so gut wie in jeden Schulplan und haben Weltruhm erlangt.

Er verstarb im April 1991 an Krebs.

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