Herzlichen Glückwunsch, Patrick Süskind

Der Schriftsteller und Drehbuchautor Patrick Süskind wird heute 70 Jahre alt.
Süskind schrieb 1985 seinen einzigen Roman, mit dem er Weltruhm erlangte: Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders. Es handelt von dem Außenseiter Jean-Baptiste Grenouille, der zwar einen außergewöhnlichen Geruchssinn besitzt, aber keinen Eigengeruch hat. Er ist besessen davon, das beste Parfüm herzustellen. Dazu konserviert er die Gerüche von 26 Jungfrauen, die er für die Prozedur der Herstellung umbringt. Das Buch wurde in 48 Sprachen übersetzt und mehr als 20 Millionen mal verkauft. Es zählt zu den größten Bucherfolgen unter den deutschsprachigen Romanen des 20. Jahrhunderts – ganze neun Jahre hielt es sich in der Spiegel-Bestsellerliste. 2006 erschien der gleichnamige Film Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders unter der Regie von Tom Tykwer, der ebenfalls kommerziell sehr erfolgreich war. Seit letztem Jahr läuft auch die Thriller-Serie Parfum im ZDFneo, die sich den Roman als Inspirationsquelle für die Story zu eigen gemacht hat.

Süskind wuchs in Bayern auf und studierte in München Mittelalterliche Geschichte und Neuere Geschichte. Neben diesen Fächern belegte er auch in Kurse in Englisch, Spanisch, Latein, Griechisch, Politik, Kunst und Theologie. Sein Studium brach er aber 1974 ab. Süskind gilt als scheuer Autor. Er lehnte auch verschiedene Auszeichnungen ab, unter anderem den FAZ-Literaturpreis von 1987. Seit Jahren ist er nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten und persönliche Interviews werden von ihm ebenfalls abgelehnt. „Sechzig Minuten zu schweigen, wäre für ein Gespräch zwischen zwei Personen, die eng befreundet waren, nicht üblich, wenn eine der Personen nicht Patrick Süskind hieße“, schrieb der 2015 gestorbene Regisseur Helmut Dietl in seinen Erinnerungen „A bissel was geht immer“ über seinen engen Freund. „Er verfügte über etliche Varianten der stummen Anwesenheit, die für den Kenner eine gesteigerte Art von Abwesenheit signalisierten.“ Oft, so schrieb es Dietl, denke Süskind dann ans Kochen und Essen.

Sein letztes veröffentliches literarisches Werk ist das Essay Über die Liebe und Tod aus dem Jahr 2006. Darin heißt es unter anderem: „Wieso gibt es beispielsweise unzählige Gedichte, die die Liebe verherrlichen? Aber niemals wird über den Gang zur Toilette geschrieben. Nicht in einem Buch kommt er vor! Sind die Nahrungsaufnahme und die täglichen humanen Bedürfnisse etwa zu gewöhnlich, um erwähnt zu werden? Die Liebe ist doch genauso jeden Tag vorhanden!“

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