Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: März

Eine kleine Auswahl des literarischen Veranstaltungskalender in Frankfurt mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr….

6.3., 19.30 Uhr: Lesung Jagoda Marinic

Jagoda Marinić „Sheroes: Neue Held*innen braucht das Land“
Moderation: Nadja Erb & Viktor Funk (Frankfurter Rundschau)
Ort: Literaturhaus Frankfurt
Eintritt: 7,- / 4,-

Das weltweite Phänomen #MeToo hat gezeigt, wie notwendig es ist, über Männer und Frauen, über Rollenbilder und Macht zu reden. Jagoda Marinić fordert Frauen und Männer gleichermaßen auf, sich selbst neu zu definieren und vor allem gemeinsam in den gesamtgesellschaftlichen Diskurs über Geschlechterrollen einzusteigen. Denn um Machtmissbrauch künftig zu verhindern, müssen alle an einem Strang ziehen. Die Perspektiven dafür liefert Marinić mit ihrem bei S. Fischer erscheinenden Buch „Sheroes“. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin und Kulturmanagerin ist Kolumnistin bei der Süddeutschen Zeitung, der taz und der Deutschen Welle; sie hat bereits Theaterstücke, Romane und Essays geschrieben. Bei ihrer Buchpremiere im Literaturhaus diskutiert sie ihre Thesen mit den Journalisten Nadja Erb und Viktor Funk von der Frankfurter Rundschau.

7. – 10.3.: Fokus Lyrik

Informationen und Programm zu dem Festivalkongress auf www.fokuslyrik.de

10.3., 14 Uhr: Goethe war ein Egoist!?

Literaturspaziergang „Goethe ungeschminkt“
Goethe war ein Egoist!? Der etwas andere Literaturspaziergang zu Frankfurts Dichterfürsten
Start: Gutenberg-Denkmal, Roßmarkt
Teilnahmegebühr: 12 Euro
Veranstalter: Literaturbetrieb e.V. 

Der Literaturbetrieb e.V. lädt zu einem Literaturspaziergang durch die Frankfurter Innenstadt auf den Spuren von Goethes ein. War Goethe ein „leichter Lebemensch“, ein „Aristokratenknecht“ oder gar ein „Egoist in ungewöhnlichem Grade“? Auf dem Spaziergang beleuchten kritische Stimmen von Heinrich Heine über Thomas Mann bis zu zeitgenössischen Autoren die Schattenseiten Goethes. So entsteht auf dem Weg durch die Innenstadt durch Briefe, Gedichte und Geschichten ein völlig neues Bild von Frankfurts berühmtem „Dichterfürsten“.

Der Verein Literaturbetrieb e.V. ist eine Initiative von Studierenden und Alumni der Goethe-Universität und wurde 2006 gegründet. Er veranstaltet außergewöhnliche Lesungen sowie Hörbuchabende, Literatur-Reisen und literarische Spaziergänge. Zum Angebot gehören auch der „Bühnentrieb“, eine offene Bühne für Literatur und Musik, und die Lesungsreihe „Literatur à la carte“. Außerdem ist der Verein Mitveranstalter des „Langen Tags der Bücher“.

13.3., 20 Uhr: Electronic Germany

Christian Arndt: ELECTRONIC GERMANY
mit DJ Eastenders und den Special Guests Chris Liebing und Ralf Hildenbeutel
Ort: Musikbibliothek
Eintritt: frei

Multimedia-Lesung: ELECTRONIC GERMANY ist die erste‚ illustrierte Geschichte der Technokultur in Deutschland. Arndt zeichnet die Entwicklung der elektronischen Tanzmusik von den Anfängen bis heute nach. Jahrelang recherchierte er und führte Interviews mit Stars wie Sven Väth, Monika Kruse, Westbam, Paul Kalkbrenner u. v. a.

21.3., 19.30 Uhr: Schriftsteller in Zeiten des Faschismus

„Wir sind durchs Rote Meer gekommen, wir werden auch durch die braune Scheiße kommen“
Mit Birgit Lahann, Journalistin und Autorin
Ort: Haus am Dom
Eintritt: 5,- / 4,-

Am 10. Mai 1933 schreibt Oskar Maria Graf: „Verbrennt die Werke des deutschen Geistes! Er selbst wird unauslöschlich sein wie eure Schmach!“ Birgit Lahann beschreibt eine Anatomie der deutschen Literaturelite, die sich im Strudel von Erstem Weltkrieg, Antidemokraten und Nazibarbarei entscheiden musste, wo sie stehen will. Sie erzählt vom Aufstieg der braunen Machthaber, vom Exodus des deutschen Geistes und von dessen Verführbarkeit im Angesicht Hitlers.

28.3., 20.30 Uhr: „Hilfe? Hilfe! – Wege aus der globalen Krise“

Lesung und Gespräch mit Thomas Gebauer (Medico International)
Ort: Buchladen Land in Sicht

Das Buch von Thomas Gebauer und Ilija Trojanow widmet sich in Essays und Reportagen ausführlich der Krise der Hilfe. Zum trostlosen Zustand gegenwärtigen Politik gehört, dass sie immer wieder erstaunt auf Missstände reagiert, die sie zuvor selbst befördert hat. Der Klimawandel, die Finanzkrise, der Hunger, die dramatisch wachsende soziale Ungleichheit, aber auch die vielen kriegerischen Konflikte, die heute allerorten für Verheerungen sorgen, sind nur einige Beispiele des multiplen Krisengeschehens der heutigen Zeit. Die Politik der „Ent-Politisierung“ wie der französische Soziologe Pierre Bourdieu es beschrieb, ruft an die Stelle von gesellschaftlicher Verantwortung die Eigenverantwortung des einzeln und den Einsatz von Hilfsorganisationen auf den Plan. Zeit also, den Hilfsbegriff kritisch in den Blick zu nehmen.

Thomas Gebauer, Psychologe und *ehemaliger* Geschäftsführer von medico international und der Autor und Schriftsteller Ilija Trojanow hinterfragen in ihrem Buch die vielen Facetten der Wohltätigkeit, von den Aktivitäten der Superreichen über die staatlichen Hilfen bis hin zu lokalen Initiativen. Ausgehend von konkreten Beispielen aus der ganzen Welt, die in Reportagen u.a. aus Sierra Leone, Pakistan oder Guatemala beschrieben werden, durchdenken sie das ganze System des Helfens und zeigen, was funktioniert und was nicht. Denn eines tut Not: ein kritischer Hilfsbegriff, der zur Selbsthilfe animiert und dennoch grundsätzliche Veränderungen ermöglicht.

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.




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