Archiv für den Monat November 2018

Literarische Veranstaltungen in Gießen

Sonntag, 18. November 2018

100 Jahre Frauenwahlrecht. Eine Femmage an Hedwig Dohm

Donnerstag, 29.11.18 – 19:30 Uhr

Ort: Margarete-Bieber-Saal
Ludwigstr. 34
35390 Gießen

Eintritt: 5 € | erm. 3 € | LZG-Mitglieder frei

VVK: Tourist-Info Gießen
Für LZG-Mitglieder über das LZG-Büro

Am 30. November 1918 trat in Deutschland das »Reichswahlgesetz« mit dem allgemeinen aktiven und passiven Wahlrecht für Frauen in Kraft. Erstmals in der deutschen Geschichte durften Frauen wählen und gewählt werden. Anlässlich des 100. Jahrestages zum Frauenwahlrecht findet eine besondere Veranstaltung statt:

Bereits 1873 forderte Hedwig Dohm das Stimmrecht für Frauen und setzte sich in ihrem umfangreichen Gesamtwerk für deren politische, soziale und ökonomische Gleichberechtigung ein. Mit der »Edition Hedwig Dohm« geben die Historikerin Nikola Müller und die Literaturwissenschaftlerin Isabel Rohner Dohms umfangreiches Werk heraus. Bei Veranstaltungen zwischen szenischer Lesung und feministischem Kabarett machen Müller und Rohner gemeinsam mit dem Schauspieler Gerd Buurmann darüber hinaus Dohms Witz und Geist für das Publikum erlebbar. Das »Dohm-Trio« tritt seit einigen Jahren erfolgreich auf deutschen Bühnen auf.

Hedwig Dohm (1831–1919) war Schriftstellerin, Frauenrechtlerin und zählte nicht zuletzt wegen ihres 1874 erschienenen Werks Die wissenschaftliche Emancipation der Frau zu den ersten feministischen Theoretikerinnen.

In Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Gießen und der Dezentralen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten des Instituts für Germanistik.

Das Jahr der Revolte. Gespräch und Lesung mit Claus-Jürgen Göpfert und Bernd Messinger über die Revolte von 1968 in (und um) Frankfurt

Dienstag, 4.12.18 – 19 Uhr

Ort: Oskar-Singer-Raum / Zeitschriftenlesesaal (1. OG)
Universitätsbibliothek
Otto-Behaghel-Str. 8
35394 Gießen

Eintritt: 5 € | erm. 3 € | LZG-Mitglieder frei

VVK: Tourist-Info Gießen
Für LZG-Mitglieder über das LZG-Büro

Moderation: Claus Leggewie (Ludwig Börne-Professur der JLU)

Die Revolte von 1968 hat in keiner anderen Stadt solche Spuren hinterlassen wie in Frankfurt am Main. Die Forderungen aller Beteiligten, allen voran der Studierenden, sind nicht nur im gesellschaftlichen Leben bis heute spürbar, sondern bestimmen auch die Kultur maßgeblich mit.

50 Jahre danach erinnern sich in Das Jahr der Revolte mit Claus-Jürgen Göpfert und Bernd Messinger prominente Zeitzeugen wie der Politiker Daniel Cohn-Bendit, der Verleger KD Wolff und der Schriftsteller Peter Härtling an das turbulente Jahr. Dabei lassen sie die Ereignisse Revue passieren und reflektieren die großen Irrtümer und ideologischen Verirrungen der Zeit.

Claus-Jürgen Göpfert (*1955) studierte Politologie, Soziologie und Volkswirtschaft in Frankfurt. Seit 1985 arbeitet er bei der Frankfurter Rundschau und ist dort leitender Redakteur für die Ressorts Frankfurt und Rhein-Main. Zuletzt erschienen von ihm die Bücher Der Kulturpolitiker: Hilmar Hoffmann und Die Hoffnung war mal grün.

In Kooperation mit der Universitätsbibliothek.

Die verlorene Liebe der Ilse Stein. Lesung und Gespräch mit Johannes Winter im Rahmen der Ausstellung »Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung«

Donnerstag, 13.12.18 – 19 Uhr

Ort: KiZ (Kongresshalle)
Südanlage 3a
35390 Gießen

Eintritt frei

Moderation: Markus Roth (Arbeitsstelle Holocaustliteratur)

Ilse Stein und ihre Familie wurden 1939 aus ihrem oberhessischen Heimatdorf Geiß-Nidda nach Frankfurt am Main vertrieben, weil sie Juden waren. Im November 1941 wurde die Familie von Frankfurt in das Getto in Minsk deportiert. Dort rettete der Wehrmachtsangehörige Willi Schulz, der zeitweise auch nach Malyj Trostenez – dem größten nationalsozialistischen Vernichtungsort in Weißrussland, nur wenige Kilometer von Minsk entfernt – abkommandiert war, die siebzehnjährige Ilse. Der Journalist und Publizist Johannes Winter hat über das Leben der Ilse Stein recherchiert und seine Nachforschungen zu einer berührenden und anschaulichen Erzählung über Mut und Menschlichkeit zusammengefügt und so Ilse Steins Erinnerung und ihr Zeugnis bewahrt.

Johannes Winter (*1946) studierte Alte und Zeit-Geschichte in Tübingen und Frankfurt am Main und arbeitet als freier Autor und Publizist. Er ist Mitbegründer der taz, Nachrichtenredakteur beim Hessischen Rundfunk und seit 2001 Mitarbeiter an Projekten zur historischen Friedensforschung. 1995 erhielt er den Theodor-Wolff-Preis für essayistischen Journalismus.

Bernd Messinger (*1952) war Landtagsabgeordneter der Grünen und Vizepräsident im Hessischen Landtag, später arbeitete er im Presseamt der Stadt Frankfurt und war Büroleiter der damaligen Oberbürgermeisterin Petra Roth.

In Kooperation mit der Arbeitsstelle Holocaustliteratur.

Die Texte und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

Das E-Book ist auf dem Vormarsch

Mittwoch, 14. November 2018

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat in Zusammenarbeit mit GfK Entertainment die Quartalszahlen zum E-Book-Markt veröffentlicht. Das Ergebnis: Die Nachfrage nach E-Books steigt.

Insgesamt ist der Umsatz (ohne Schul- und Fachbücher) um 14,9 Prozent (148,3 Millionen Euro) gestiegen, während der Absatz bei den E-Books am Publikumsmarkt in den ersten drei Quartalen um 19 Prozent auf 24,4 Millionen Stück zugenommen hat. Somit bleibt der Trend nach oben weiterhin bestehen.

Auch die Zahl der Käufer ist um 1,6 Prozent angestiegen. Insgesamt sind es 3,1 Millionen Käufer, die im Durchschnitt 7,8 E-Books für etwa 47,51 Euro kauften. Damit sind das 13,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Für ein E-Book muss der Käufer etwa 6,07 Euro bezahlen.

Die Quartalszahlen und Infografiken finden Sie hier.

Schriftart „Kontiki“für den digitalen Holzschnitt

Freitag, 09. November 2018

Die Schriftart „Kontiki“ simuliert digital einen handgemachten Holzdruck und verleiht jedem Text dadurch eine ganz besondere Note.

Entworfen hat die Schrift der Kölner Designer Felix Braden, indem er per Hand 193 Glyphen aus fünf Holzplatten geschnitten und manuell gedruckt hat. Er fertigte eine Reihe von Testdrucken an und wählte anschließend die vier besten aus, die dann als Grundlage für die Schriftart dienten.

„Kontiki“ umfasst 560 Zeichen und vier verschiedene Druckbilder. Dabei hat der Designer die Möglichkeit zur Variation und ein bewegtes Schriftbild anzulegen. Die Pro Version beinhaltet insgesamt 2240 Zeichen in einer Schriftdatei und enthält auch die einzelnen Varianten als „Stylistic Alternates“. Die Schriftart enthält Versal- und Mediävalziffern für Fließtext und Tabellensatz sowie mathematische Zeichen und gängige Währungszeichen in allen vier Schnitten, sowie eine Sprachunterstützung für alle west-, ost- und mitteleuropäischen Sprachen.

Alle weiteren Informationen zu der Schrift finden Sie hier.

Haruki Murakami vermacht sein Archiv mit Manuskripten und Musik

Dienstag, 06. November 2018

Der japanische Schriftsteller Haruki Murakami gibt seine erste Pressekonferenz seit 37 Jahren  – und das für einen guten Grund. Der 69-Jährige vermacht der Universität Waseda in Tokio seine Manuskripte und Übersetzungen.

Murakami zählt zu den bekanntesten Autoren der Gegenwartsliteratur und seine Werke wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Und auch die Bibliothek der Elite-Universität solle ein Ort der internationalen Begegnung werden, sagte der Autor auf der Pressekonferenz und weiter:„Ich bin mehr als glücklich, wenn diese Materialien für jene von Nutzen sein können, die meine Arbeiten studieren möchten, egal ob sie Japaner oder Nicht-Japaner sind.“

Neben Manuskripten und Übersetzungen wird auch eine große Auswahl seiner Musiksammlung in dem Archiv hinterlegt sein, die sein Werk beeinflusst hat. Bereits ab Anfang nächsten Jahres sollen erste Stücke öffentlich zugänglich sein.