Archiv für den Monat Oktober 2018

Typografie leicht gemacht

Sonntag, 21. Oktober 2018

Die Onlineplattform print.de hat die fünf wichtigsten Tips für eine gelungene Typografie zusammengestellt. Es folgt eine verkürzte Zusammenstellung:

  1. Angemessene Zeilenlänge fördert den Lesefluss
    print.de empfiehlt: bei Medien, wie Broschüren oder Flyern, die mehrere Textspalten haben, sollte 40 bis 50 Zeichen pro Zeile nicht überschritten werden. Bei Büchern hingegen können bis zu 80 Zeilen pro Zeile veranschlagt werden.
  2. Richtiger Zeilenabstand führt zu besserer Lesbarkeit
    Schriftgrad + Durchschuss (tatsächlich textfreier Raum zwischen zwei Zeilen)=Zeilenabstand
    print.de empfiehlt: bei einem Schriftgrad von 12 pt sollte ein Zeilenabstand von 14,5 pt eingehalten werden
    Typo-Regel: Je länger die Zeile, desto größer sollte auch der Zeilenabstand sein.
  3. Satzart: Flatter oder Block
    Flattersatz: links-, rechtsbündig oder mittig ausgerichtet; für kürzere Texte
    Beim Flattersatz sollte darauf geachtet werden, dass so genannte „Hurenkinder“ und
    „Schusterjungen“ vermieden werden. Erstes bezieht auf die letzte Zeile eines Absatzes, die alleinstehend auf eine neue Seite rutscht und letzteres auf die erste Zeile eines Absatzes, die als letzte Zeile auf einer steht.
    Blocksatz: für längere, umfangreiche Fließtexte
  4. Richtige Satzschrift unterstützt den Inhalt
    Wichtig für eine gute Satzschrift: Lesbarkeit, nicht mehr als zwei unterschiedliche Satzschriften verwenden, Satzschrift als Mittel zur Hervorhebung oder Abgrenzung
  5. Typografie: Achtung bei Worttrennungen
    print.de empfiehlt: zu viele Worttrennungen am Zeilenende und über Seitengrenzen sollten vermieden werden, in Überschriften sollte komplett auf Worttrennungen verzichtet werden

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2018 geht an Aleida und Jan Assmann

Mittwoch, 17. Oktober 2018

In der Frankfurter Paulskirche wurde diese Woche der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an das die deutsche Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann und an den deutschen Ägyptologe Jan Assmann überreicht. Der Preis wird jedes Jahr am Ende der Frankfurter Buchmesse verliehen und ist mit 25.000 Euro dotiert. Zu der Verleihung waren etwa 700 Gäste geladen und die Laudatio hielt der deutsch-amerikanische Literaturwissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht.

Aleida Assmann beschäftigen sich in ihrer wissenschaftlichen Arbeit mit den Themen von Geschichtsvergessenheit und Erinnerungskultur. Damit trägt sie zur Aufklärung zu Fragen eines kulturellen Gedächtnisses einer Nation bei und zeigt auf, dass ein offener und ehrlicher Umgang mit der Vergangenheit eine grundlegende Bedingung für eine friedvolle Gemeinschaft ist.

Jan Assmann setzt sich in seiner Arbeit mit dem Zusammenhang von Religion und Gewalt sowie der Genese von Intoleranz und absolutem Wahrheitsanspruch auseinander und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Friedenbereitschaft und Friedensfähigkeit der Religionen in der Weltgesellschaft von heute.

Die Dankesrede wurde von dem Ehepaar gemeinsam gehalten und sie machten unter anderem auf die Bedeutung von Meinungsfreiheit aufmerksam: „In der Demokratie kann man das Denken nicht delegieren und den Experten, Performern oder Demagogen überlassen. (…) Es stimmt, dass Demokratien durch Streit und Debatten gestärkt werden, aber auch in ihnen steht nicht alles zur Disposition. Es muss unstrittige Überzeugungen und einen Grundkonsens geben wie die Verfassung, die Gewaltenteilung, die Unabhängigkeit des Rechts und die Menschenrechte. Nicht jede Gegenstimme verdient Respekt. Sie verliert diesen Respekt, wenn sie darauf zielt, die Grundlagen für Meinungsvielfalt zu untergraben. Demokratie lebt nicht vom Streit, sondern vom Argument. Pöbeleien oder gar eine Eskalation polarisierender Symbole wie in Chemnitz führen in einen Zustand allgemeiner Verwirrung, legen die Demokratie lahm und machen sie betriebsunfähig für wichtige Aufgaben“, sagten die Preisträger.
(Die ausführliche Dankesrede zum Nachlesen finden Sie hier.)

Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins, bezeichnete die Preisträger als „Wegbereiter einer klugen und aufgeklärten Erinnerungskultur.“ Eine solche sei fundamental für das friedliche Zusammenleben auf Basis der Menschenrechte, die vor 70 Jahren in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte Niederschlag fanden. „Die Forschungen von Aleida und Jan Assmann sind Grundlagen dafür, wie eine moderne Gesellschaft aus der Vergangenheit lernen kann, um in Frieden und Freiheit leben zu können. Und für uns – für die Buchhandlungen und Verlage – ist die Vermittlung dieser Werte unsere ganz besondere Menschenpflicht“, sagte Riethmüller.

Maryse Condé erhält alternativen Literaturnobelpreis

Samstag, 13. Oktober 2018

Die Autorin Maryse Condé aus Guadeloupe gewinnt den diesjährigen alternativen Literaturpreis, wie die Jury am Freitag bekannt gab. Unter dem Namen „Die Neue Akademie“ hat die vierköpfige Jury, der die schwedische Journalistin Ann Palsson vorsitzt, die 81-Jährige mit der Begründung auserwählt, dass sie respektvoll, präzise und mit feinem Humor Misstände und Chaos des Post-Kolonialismus beschreibe.

„Die Neue Akademie“ wurde aufgrund des Missbrauchsskandals der schwedischen Akademie gegründet, der etwa hundert Mitglieder angehören. Der Preis wurde dieses Jahr anstelle des Literaturnobelpreises verliehen und in der ersten Runde durften schwedische Bibliotheken Autoren und Autorinnen nominieren. Es folgte eine Zusammenstellung mit 45 Nominierten, über die online abgestimmt werden konnte. Zu den Finalisten gehörten die Kanadierin Kim Thúy und der Brite Neil Gaiman. Der japanische Autor Haruki Murakamit wurde ebenfalls nominiert, allerdings zog er seine Teilnahme zurück.

Einen interessanten Beitrag über Maryse Condé und ihr Werk finden Sie hier.

 

Das Einläuten der Frankfurter Buchmesse

Montag, 08. Oktober 2018

Die Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2018 steht fest: Inger-Maria Mahlke erhält den begehrten Preis für ihren Roman „Archipel“. Am Vorabend der Frankfurter Buchmesse wurde der mit 25.00 Euro dotierte Preis im Frankfurter Römer verliehen und damit auch der Beginn der Frankfurter Buchmesse eingeläutet. Die Jury begründete ihre Wahl mit folgenden Worten:

„Der Archipel liegt am äußersten Rand Europas, Schauplatz ist die Insel Teneriffa. Gerade hier verdichten sich die Kolonialgeschichte und die Geschichte der europäischen Diktaturen im 20. Jahrhundert. Inger-Maria Mahlke erzählt auf genaue und stimmige Weise von der Gegenwart bis zurück ins Jahr 1919. Im Zentrum stehen drei Familien aus unterschiedlichen sozialen Klassen, in denen die Geschichte Spaniens Brüche und Wunden hinterlässt. Vor allem aber sind es die schillernden Details, die diesen Roman zu einem eindrücklichen Ereignis machen. Das Alltagsleben, eine beschädigte Landschaft, aber auch das Licht werden in der Sprache sinnlich erfahrbar. Faszinierend ist der Blick der Autorin für die feinen Verästelungen in familiären und sozialen Beziehungen.“

Am 10. Oktober wird dann der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Frankfurt Pavilion feierlich eröffnen. Die Besucher können bis zum 14. Oktober die Messehallen erkunden und das vielfältige Veranstaltungsprogramm erleben.

Hier eine kleine Vorauswahl:

Das „Campus Weekend“ lädt  Studierende unter anderem zu einem Science-Slam und zu wissenschaftlichen Vorträgen ein. Die Studierende können sich darüber hinaus Tipps und Tricks für die Karriereplanung einholen und obendrauf gibt es auch noch ein Gratis-Frühstück.

Im Rahmen des internationalen Literaturfestivals werden wieder Autorenlesungen im neuen Frankfurter Pavilion stattfinden, sowie Bestseller-Events, Tastings und Talk-Runden an verschiedenen Orten in Frankfurt.

Künstliche Intelligenz auf einer Buchmesse? Ja, es können auch neue Technologien, wie neuronale Netze und Deep Learning, auf der Buchmesse bestaunt werden. Dazu gehört auch „die Zukunft der Creative Industries und der Publishingbranche in der Gegenwart“.

Auch das Essen kommt nicht zu kurz auf der Buchmesse. In der Gourmet Gallery werden die neuesten Trends und Innovationen zu den Themen Food und Lifestyle vorgestellt. Kochshows mit internationalen Spitzenköchen sollen die Geschmacksknospen der Besucher verwöhnen und überraschen. In dem Pavilion werden mehr als 30 Länderküchen vertreten sein.

Den Veranstaltungskalender finden Sie hier unter folgendem Link: https://www.buchmesse.de/service/veranstaltungskalender

Verleihung des Deutschen Buchpreises 2018 am 8. Oktober im Livestream

Donnerstag, 04. Oktober 2018

Ein paar Tage müssen sich die Literaturfans und Medien noch gedulden, doch dann ist es endlich so weit! Am 8. Oktober wird der wichtigste deutsche Literaturpreis verliehen und im Internet und Radio live übertragen.

Nächsten Montag kann man ab 18 Uhr auf der Internetseite www.deutscher-buchpreis.de in den Video-Livestream einschalten. Auch Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur übertragen die Preisverleihung am Frankfurter Römer im Rahmen von „Dokumente und Debatten“ im Digitalradio und unter www.deutschlandradio.de/debatten.

Hier nochmal die Shortlist 2018 mit den nominierten Titel für den Deutschen Buchpreis 2018:

▪ María Cecilia Barbetta, „Nachtleuchten“

▪ Maxim Biller, „Sechs Koffer“

▪ Nino Haratischwili, „Die Katze und der General“

▪Inger-Maria Mahlke, „Archipel“

▪ Susanne Röckel, „Der Vogelgott“

▪ Stephan Thome, „Gott der Barbaren“