Archiv für den Monat Oktober 2018

Deutscher Buchhandlungspreis 2018 für 118 Buchhandlungen

Mittwoch, 31. Oktober 2018

In Kassel wurden heute 118 unabhängige und inhabergeführte Buchhandlungen mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, überreichte den Gewinnern den Preis, der mit Preisgeldern in Höhe von 850.000 Euro dotiert ist. Seit 2015 wird der Deutsche Buchhandlungspreis jährlich in drei Kategorien an Buchhandlungen verliehen, deren Jahresumsatz in den letzten drei Jahren unter einer Million Euro lag. Außerdem werden sie für ihr vielseitiges literarisches Sortiment und/oder kulturelles Veranstaltungsprogramm, ein innovatives Geschäftsmodell verfolgen oder wenn sie sich im Bereich der Lese- und Literaturförderung für Kinder und Jugendliche engagieren, ausgezeichnet. Neben der Prämie erhalten die Gewinner außerdem ein Gütesiegel.

Die Gewinner

Dieses Jahr erhielten die Buchhandlungen „Lessing und Kompanie“ in Chemnitz , „Klaus Bittner“ aus Köln sowie „Krumulus“ aus Berlin eine Auszeichnung in der Kategorie „beste Buchhandlungen“. Sie erhielten eine Prämie von je 25.00 Euro.

In der zweiten Kategorie „besonders herausragende Buchhandlungen“ wurden insgesamt fünf Buchhandlungen mit einer Prämie von 15.000 Euro für ihre Arbeit honoriert. Die Gewinner sind: „Proust Wörter & Töne“  aus Essen, „Kafka & Co.“ aus Detmold, „Botnanger Buchladen“ aus Stuttgart-Botnang, „cohen+dobernigg Buchhandel“ aus Hamburg und „Dombrowsky“ aus Regensburg.

In der letzten Kategorie „hervorragende Buchhandlungen“ wurden Preise an hundert weitere Buchhandlungen vergeben, die jeweils eine Prämie in Höhe von 7.000 Euro erhielten.

Staatsministerin Monika Grütters sagte in ihrer Rede:“Auch über den Buchhandlungspreis hinaus unterstützt die Kulturpolitik des Bundes eine vielfältige, prosperierende Buch- und Verlagsbranche. Deshalb setzen wir uns beispielsweise im Rahmen der Urheberrechtsreform auf europäischer Ebene dafür ein, dass Autoren und Verleger von den Früchten ihrer Arbeit auskömmlich leben können – gerade auch im digitalen Zeitalter. Wir werden unabhängige Verleger und Buchhändler mit einem neuen Instrument unterstützen: Angesichts des Erfolges unseres Deutschen Buchhandlungspreises und nach dessen Vorbild werden wir einen Deutschen Verlagspreis ausloben. Er soll die gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung der unabhängigen Verlage, ihr Profil, Engagement und ihre Bedeutung für die kulturelle Vielfalt und den demokratischen Diskurs würdigen.“

Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: November

Freitag, 26. Oktober 2018

Eine kleine Auswahl des literarischen Veranstaltungskalender in Frankfurt mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr….

1.11., 19 Uhr: Was ist Romantik? Der Roman des Freiherrn von Vieren

Prof. Dr. Markus Bernauer im Gespräch mit Dr. Konrad Heumann
Katharina Bach liest ausgewählte Auszüge aus dem Roman-Fragment
Ort: Frankfurter Goethe-Museum / Freies Deutsches Hochstift
Eintritt: 8,- / 4,-

„Vielleicht würde eine ganz neue Epoche der Wissenschaften und Künste beginnen, wenn die Symphilosophie und Sympoesie so allgemein und so innig würde, daß es nichts Seltenes mehr wäre, wenn mehrere sich gegenseitig ergänzende Naturen gemeinschaftliche Werke bildeten“, heißt es bei Schlegel im Athenäums-Fragment 125. Der Wunsch nach autonomer Abgrenzung geht also einher mit dem ebenso leidenschaftlichen Verlangen nach dem Du, dem es sich mitteilen kann. Der ‚Roman des Freiherrn von Vieren’ ist das Gemeinschaftswerk einer Dichtergruppe um E. T. A. Hoffmann, Adelbert von Chamisso, Karl Wilhelm Salice-Contessa und Friedrich de la Motte Fouqué. 1815 begonnen und Fragment geblieben, erzählt dieses amüsant-romantische Experiment die Geschichte des Malers Georg Haberland, der wie seine beiden Doppelgänger auf der Suche nach der idealen Mädchengestalt ist. Ein paar Jahre später veröffentlichte E.T.A. Hoffmann das von ihm zurückgezogene fünfte Kapitel des Viererromans als umgearbeitete eigenständige Erzählung ‚Die Doppelgänger’ und Karl Wilhelm Salice-Contessa seine Erzählung ‚Das Bild der Mutter.’ Der Berliner Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Markus Bernauer hat den fragmentarischen Text neu ediert und um zwei Novellen und ein Nachwort ergänzt, das die so spannende wie müßige Frage aufwirft: Was wäre wenn … Sein Gesprächspartner ist an diesem Abend Dr. Konrad Heumann, Leiter der Handschriften-Abteilung im Freien Deutschen Hochstift. Auszüge aus ‚Der Roman des Freiherrn von Vieren‘ werden von der Schauspielerin Katharina Bach vorgetragen.

„WAS IST ROMANTIK?“ – DIE NEUE GESPRÄCHSREIHE AM FREIEN DEUTSCHEN HOCHSTIFT
Was ist Romantik? Die auf den ersten Blick einfach anmutende Frage hat es in sich. Was gilt als „romantisch” in Kunst und Literatur, was als die „Epoche der Romantik”? Wergehört dazu? Wer nicht? Diesen Fragen geht die neue Reihe des Freien Deutschen Hochstifts in Vorträgen, Gesprächen und Lesungen nach. Dabei wird sich zunächst dem Phänomen von seinen Rändern herangenähert: In diesem Jahrstehen verschiedene „Grenzgängern“ im Fokus. Vor dem Hintergrund des derzeit entstehenden Deutschen Romantik-Museums wird die Veranstaltungsreihe in den nächsten Jahren mit wechselnden Schwerpunkten fortgesetzt.

4.11., 15 Uhr: „Edison“

Kinderbuch-Sonntag ab 4 Jahren
Torben Kuhlmann „Edison“
Ort: Literaturhaus Frankfurt
Eintritt: 5,-

Wer einmal ein Buch von Torben Kuhlmann aufgeblättert hat, der will es nicht mehr hergeben. Nach „Lindbergh“ und „Armstrong“ geht es in seinem neuen, prächtig illustrierten Mäuseabenteuer „Edison“ (Nord-Süd Verlag) tief hinunter ins Meer. Torben Kuhlmann verortet seine Geschichten in wahren Wunderwelten. Er verleiht einer kleinen Maus Ingenieursgeschick und Mut zu historischen Pioniertaten. Und das ist so spannend und rundum gelungen, dass man es gerne glauben will: Mäuse haben den Menschen doch etwas voraus. Torben Kuhlmann stellt „Edison“ in einer Lesung mit Bilderbuch-Kino vor und zeichnet für sein Publikum live.

Das Junge Literaturhaus wird unterstützt von der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung.

7.11., 20 Uhr: Lesung Anke Stelling

Anke Stelling: „Schäfchen im Trockenen“
Moderation: Björn Jager
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 8,- / 7,- / 5,- / 4,-

„Nur ganz zart“ habe sie die Klassenfrage bisher angerissen, meinte Anke Stelling vor drei Jahren gegenüber der taz. „Ich glaube“, fügte sie an, „ich muss sie noch einmal brachialer stellen“. Gesagt, getan: „Schäfchen im Trockenen“ handelt von der Illusion sozialer Aufstiege, von der Erfahrung, dass die eigene Herkunft einen langen Schatten wirft. So erscheint es der Schriftstellerin Resi, die mehr schlecht als recht über die Runden kommt. Zu allem Überfluss wird die Wohnung, in der sie mit ihrer Familie lebt, gekündigt. Der Hauptmieter, einst enger Freund, will die Familie heraushaben. Resis alte Clique – Linke wie sie, aber aus gutem Hause – bricht den Kontakt ab: Man lebt in einem Gemeinschaftshaus im Prenzlauer Berg und ist beleidigt. Denn Resi hat über das Projekt, an dem sie sich nicht beteiligen wollte, geschrieben, zuerst nur in einem Zeitungsartikel, dann aber auch in einem „bösen Buch“. Während die einen eine vanillefarbene Fassade und begehbare Kleiderschränke haben, müssen die anderen schauen, wo sie in Zukunft bleiben.
Nachdem sie in „Bodentiefe Fenster“ ein Berliner Hausprojekt und das entsprechende Milieu aus einer Binnenperspektive sezierte, wählt Anke Stelling in ihrem neuen Roman den Blick einer Ausgeschlossenen, die glaubte, dazuzugehören. Das so ins Spiel kommende soziale Gefälle eröffnet bittere Einsichten, denen Resi nur mit ebenso bitterem Humor begegnen kann.

Anke Stelling, geboren 1971, aufgewachsen in Stuttgart, ging mit dem Abitur in der Tasche nach Berlin, wo sie, unterbrochen von einem erfolgreichen Intermezzo am Leipziger Literaturinstitut, lebt und als freie Autorin arbeitet. 2004 wurde ihr gemeinsam mit Robby Dannenberg verfasster Roman „Gisela“ verfilmt, 2010 die Erzählung „Glückliche Fügung“. Ihr Roman „Bodentiefe Fenster“ (2015) stand sowohl auf der Longlist des Deutschen Buchpreises als auch auf der Hotlist der unabhängigen Verlage und wurde mit dem Melusine-Huss-Preis ausgezeichnet.

14.11., 20 Uhr: Neue Gedichte aus Dänemark

Hier habt ihr mich. Neue Gedichte aus Dänemark
Mit Sten Kaalø, Cecilie Lind und Rasmus Nikolajsen
Moderation (dän./dt.): Sarah Fengler & Justus Karl
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 8,- / 7,- / 5,- / 4,-

Wie viele dänische Lyrikerinnen und Lyriker kennen Sie? Nicht ganz so viele? Dann sollte sich das ändern! Dänische Gegenwartslyrik dem deutschsprachigen Publikum zugänglich zu machen, das haben sich nämlich sieben Frankfurter Studentinnen und Studenten der Skandinavistik auf die Fahne geschrieben. Unter dem Titel Hier habt ihr mich präsentieren sie eine von ihnen selbst übersetzte und bei der Parasitenpresse erschienene zweisprachige Anthologie, die Gedichte von zehn Dichter*innen aus Dänemark versammelt. Drei von ihnen – Sten Kaalø, Cecilie Lind und Rasmus Nikolajsen – sind an diesem Abend zu Gast, um aus ihren Texten zu lesen und über sie zu sprechen.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Skandinavistik der Goethe-Universität Frankfurt und mit freundlicher Unterstützung des Statens Kunstfond

 

24.11., 20 Uhr: 100 Jahre „Betrachtungen eines Unpolitischen“ von Thomas Mann

Es diskutieren die Thomas-Mann-Kennerin Irmela von der Lühe und der ehemalige Bundestagspräsident Norbert Lammert
Lesung: Matthias Brandt
Moderation: Insa Wilke
Ort: Schauspiel Frankfurt
Eintritt: 30,- / 22,- / 16,-

„Denn so war die Zeit geartet, daß kein Unterschied mehr kenntlich war zwischen dem, was den einzelnen anging und nicht anging, alles war aufgeregt, aufgewühlt, die Probleme brausten ineinander und waren nicht mehr zu trennen“, schrieb Thomas Mann 1918 in seiner Vorrede zu seinem umstrittensten Werk: dem Essay „Betrachtungen eines Unpolitischen“. Die „Frage des Menschen selbst stand da“, meinte Mann im Rückblick auf die Zeit des Ersten Weltkriegs. Heute, hundert Jahre später, scheint sich dieses Zeitgefühl zu wiederholen und erneut werden politische Stellungnahmen und Willensentschließungen von verschiedenen Seiten gefordert. Wie lässt sich vor diesem Hintergrund über Thomas Manns Betrachtungen sprechen? Welche Vorstellung von Deutschland und Europa wird hier entworfen? Und was lässt sich im Jahr 2018 lernen aus seinem „Gedankendienst“ im Ersten Weltkrieg? Diese Fragen diskutieren die Thomas-Mann-Kennerin und Erika-Mann-Biographin Irmela von der Lühe und der ehemalige Bundestagspräsident Norbert Lammert. Nicht zuletzt soll es aber auch darum gehen, diesen wichtigen, viel gescholtenen und im Wortsinne fragwürdigen Text im Werk von Thomas Mann zu verorten und neu lesbar zu machen.

Eine Veranstaltung von YOUROPEAN in Kooperation mit dem Schauspiel Frankfurt, hr2 kultur und dem S. Fischer Verlag.

30.11., 20 Uhr: 15 Jahre kookbooks

Mit Yevgeniy Breyger, Martina Hefter, Hendrik Jackson, Tristan Marquardt, Rike Scheffler, Daniela Seel, Farhad Showghi und Uljana Wolf
Moderation: Michael Braun
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 8,- / 7,- / 5,- / 4,-

Lasst die Sektkorken knallen: kookbooks feiert seinen 15. Geburtstag. Während der eine oder die andere in diesem Alter zum ersten Mal abstürzt, setzt der von Daniela Seel gegründete und geführte Independent-Verlag mit traumwandlerischer Sicherheit fort, was ihn seit jeher auszeichnet: avancierte Lyrik zu entdecken und ästhetisch ansprechend herauszugeben. Denn wenn es um deutsche Gegenwartslyrik geht, kommt man an diesem Verlag schon seit Langem nicht mehr vorbei. Wenn das kein guter Grund zum Anstoßen ist! Mit Yevgeniy Breyger, Martina Hefter, Hendrik Jackson, Tristan Marquardt, Rike Scheffler, Daniela Seel, Farhad Showghi und Uljana Wolf ist kookbooks gleich in Mannschaftsstärke zu Gast bei uns. Nichts, wirklich nichts steht einer langen Nacht der Lyrik mehr im Wege.

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

Tag der Bibliotheken

Mittwoch, 24. Oktober 2018

Seit 1995 wird am 24. Oktober der „Tag der Bibliotheken“ gefeiert.
Der kanadische Fotograf Olivier Martel Savoie hat sich auf die Suche nach den schönsten Bibliotheken begeben und die Aufnahmen davon auf seinem Instagram-Account veröffentlicht. Wer in die besondere Architektur und Atmosphäre von Bibliotheken eintauchen möchte, kann sich dort durch die Vielfalt dieser Orte begeistern lassen.

Typografie leicht gemacht

Sonntag, 21. Oktober 2018

Die Onlineplattform print.de hat die fünf wichtigsten Tips für eine gelungene Typografie zusammengestellt. Es folgt eine verkürzte Zusammenstellung:

  1. Angemessene Zeilenlänge fördert den Lesefluss
    print.de empfiehlt: bei Medien, wie Broschüren oder Flyern, die mehrere Textspalten haben, sollte 40 bis 50 Zeichen pro Zeile nicht überschritten werden. Bei Büchern hingegen können bis zu 80 Zeilen pro Zeile veranschlagt werden.
  2. Richtiger Zeilenabstand führt zu besserer Lesbarkeit
    Schriftgrad + Durchschuss (tatsächlich textfreier Raum zwischen zwei Zeilen)=Zeilenabstand
    print.de empfiehlt: bei einem Schriftgrad von 12 pt sollte ein Zeilenabstand von 14,5 pt eingehalten werden
    Typo-Regel: Je länger die Zeile, desto größer sollte auch der Zeilenabstand sein.
  3. Satzart: Flatter oder Block
    Flattersatz: links-, rechtsbündig oder mittig ausgerichtet; für kürzere Texte
    Beim Flattersatz sollte darauf geachtet werden, dass so genannte „Hurenkinder“ und
    „Schusterjungen“ vermieden werden. Erstes bezieht auf die letzte Zeile eines Absatzes, die alleinstehend auf eine neue Seite rutscht und letzteres auf die erste Zeile eines Absatzes, die als letzte Zeile auf einer steht.
    Blocksatz: für längere, umfangreiche Fließtexte
  4. Richtige Satzschrift unterstützt den Inhalt
    Wichtig für eine gute Satzschrift: Lesbarkeit, nicht mehr als zwei unterschiedliche Satzschriften verwenden, Satzschrift als Mittel zur Hervorhebung oder Abgrenzung
  5. Typografie: Achtung bei Worttrennungen
    print.de empfiehlt: zu viele Worttrennungen am Zeilenende und über Seitengrenzen sollten vermieden werden, in Überschriften sollte komplett auf Worttrennungen verzichtet werden

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2018 geht an Aleida und Jan Assmann

Mittwoch, 17. Oktober 2018

In der Frankfurter Paulskirche wurde diese Woche der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an das die deutsche Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann und an den deutschen Ägyptologe Jan Assmann überreicht. Der Preis wird jedes Jahr am Ende der Frankfurter Buchmesse verliehen und ist mit 25.000 Euro dotiert. Zu der Verleihung waren etwa 700 Gäste geladen und die Laudatio hielt der deutsch-amerikanische Literaturwissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht.

Aleida Assmann beschäftigen sich in ihrer wissenschaftlichen Arbeit mit den Themen von Geschichtsvergessenheit und Erinnerungskultur. Damit trägt sie zur Aufklärung zu Fragen eines kulturellen Gedächtnisses einer Nation bei und zeigt auf, dass ein offener und ehrlicher Umgang mit der Vergangenheit eine grundlegende Bedingung für eine friedvolle Gemeinschaft ist.

Jan Assmann setzt sich in seiner Arbeit mit dem Zusammenhang von Religion und Gewalt sowie der Genese von Intoleranz und absolutem Wahrheitsanspruch auseinander und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Friedenbereitschaft und Friedensfähigkeit der Religionen in der Weltgesellschaft von heute.

Die Dankesrede wurde von dem Ehepaar gemeinsam gehalten und sie machten unter anderem auf die Bedeutung von Meinungsfreiheit aufmerksam: „In der Demokratie kann man das Denken nicht delegieren und den Experten, Performern oder Demagogen überlassen. (…) Es stimmt, dass Demokratien durch Streit und Debatten gestärkt werden, aber auch in ihnen steht nicht alles zur Disposition. Es muss unstrittige Überzeugungen und einen Grundkonsens geben wie die Verfassung, die Gewaltenteilung, die Unabhängigkeit des Rechts und die Menschenrechte. Nicht jede Gegenstimme verdient Respekt. Sie verliert diesen Respekt, wenn sie darauf zielt, die Grundlagen für Meinungsvielfalt zu untergraben. Demokratie lebt nicht vom Streit, sondern vom Argument. Pöbeleien oder gar eine Eskalation polarisierender Symbole wie in Chemnitz führen in einen Zustand allgemeiner Verwirrung, legen die Demokratie lahm und machen sie betriebsunfähig für wichtige Aufgaben“, sagten die Preisträger.
(Die ausführliche Dankesrede zum Nachlesen finden Sie hier.)

Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins, bezeichnete die Preisträger als „Wegbereiter einer klugen und aufgeklärten Erinnerungskultur.“ Eine solche sei fundamental für das friedliche Zusammenleben auf Basis der Menschenrechte, die vor 70 Jahren in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte Niederschlag fanden. „Die Forschungen von Aleida und Jan Assmann sind Grundlagen dafür, wie eine moderne Gesellschaft aus der Vergangenheit lernen kann, um in Frieden und Freiheit leben zu können. Und für uns – für die Buchhandlungen und Verlage – ist die Vermittlung dieser Werte unsere ganz besondere Menschenpflicht“, sagte Riethmüller.

Maryse Condé erhält alternativen Literaturnobelpreis

Samstag, 13. Oktober 2018

Die Autorin Maryse Condé aus Guadeloupe gewinnt den diesjährigen alternativen Literaturpreis, wie die Jury am Freitag bekannt gab. Unter dem Namen „Die Neue Akademie“ hat die vierköpfige Jury, der die schwedische Journalistin Ann Palsson vorsitzt, die 81-Jährige mit der Begründung auserwählt, dass sie respektvoll, präzise und mit feinem Humor Misstände und Chaos des Post-Kolonialismus beschreibe.

„Die Neue Akademie“ wurde aufgrund des Missbrauchsskandals der schwedischen Akademie gegründet, der etwa hundert Mitglieder angehören. Der Preis wurde dieses Jahr anstelle des Literaturnobelpreises verliehen und in der ersten Runde durften schwedische Bibliotheken Autoren und Autorinnen nominieren. Es folgte eine Zusammenstellung mit 45 Nominierten, über die online abgestimmt werden konnte. Zu den Finalisten gehörten die Kanadierin Kim Thúy und der Brite Neil Gaiman. Der japanische Autor Haruki Murakamit wurde ebenfalls nominiert, allerdings zog er seine Teilnahme zurück.

Einen interessanten Beitrag über Maryse Condé und ihr Werk finden Sie hier.

 

Das Einläuten der Frankfurter Buchmesse

Montag, 08. Oktober 2018

Die Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2018 steht fest: Inger-Maria Mahlke erhält den begehrten Preis für ihren Roman „Archipel“. Am Vorabend der Frankfurter Buchmesse wurde der mit 25.00 Euro dotierte Preis im Frankfurter Römer verliehen und damit auch der Beginn der Frankfurter Buchmesse eingeläutet. Die Jury begründete ihre Wahl mit folgenden Worten:

„Der Archipel liegt am äußersten Rand Europas, Schauplatz ist die Insel Teneriffa. Gerade hier verdichten sich die Kolonialgeschichte und die Geschichte der europäischen Diktaturen im 20. Jahrhundert. Inger-Maria Mahlke erzählt auf genaue und stimmige Weise von der Gegenwart bis zurück ins Jahr 1919. Im Zentrum stehen drei Familien aus unterschiedlichen sozialen Klassen, in denen die Geschichte Spaniens Brüche und Wunden hinterlässt. Vor allem aber sind es die schillernden Details, die diesen Roman zu einem eindrücklichen Ereignis machen. Das Alltagsleben, eine beschädigte Landschaft, aber auch das Licht werden in der Sprache sinnlich erfahrbar. Faszinierend ist der Blick der Autorin für die feinen Verästelungen in familiären und sozialen Beziehungen.“

Am 10. Oktober wird dann der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Frankfurt Pavilion feierlich eröffnen. Die Besucher können bis zum 14. Oktober die Messehallen erkunden und das vielfältige Veranstaltungsprogramm erleben.

Hier eine kleine Vorauswahl:

Das „Campus Weekend“ lädt  Studierende unter anderem zu einem Science-Slam und zu wissenschaftlichen Vorträgen ein. Die Studierende können sich darüber hinaus Tipps und Tricks für die Karriereplanung einholen und obendrauf gibt es auch noch ein Gratis-Frühstück.

Im Rahmen des internationalen Literaturfestivals werden wieder Autorenlesungen im neuen Frankfurter Pavilion stattfinden, sowie Bestseller-Events, Tastings und Talk-Runden an verschiedenen Orten in Frankfurt.

Künstliche Intelligenz auf einer Buchmesse? Ja, es können auch neue Technologien, wie neuronale Netze und Deep Learning, auf der Buchmesse bestaunt werden. Dazu gehört auch „die Zukunft der Creative Industries und der Publishingbranche in der Gegenwart“.

Auch das Essen kommt nicht zu kurz auf der Buchmesse. In der Gourmet Gallery werden die neuesten Trends und Innovationen zu den Themen Food und Lifestyle vorgestellt. Kochshows mit internationalen Spitzenköchen sollen die Geschmacksknospen der Besucher verwöhnen und überraschen. In dem Pavilion werden mehr als 30 Länderküchen vertreten sein.

Den Veranstaltungskalender finden Sie hier unter folgendem Link: https://www.buchmesse.de/service/veranstaltungskalender

Verleihung des Deutschen Buchpreises 2018 am 8. Oktober im Livestream

Donnerstag, 04. Oktober 2018

Ein paar Tage müssen sich die Literaturfans und Medien noch gedulden, doch dann ist es endlich so weit! Am 8. Oktober wird der wichtigste deutsche Literaturpreis verliehen und im Internet und Radio live übertragen.

Nächsten Montag kann man ab 18 Uhr auf der Internetseite www.deutscher-buchpreis.de in den Video-Livestream einschalten. Auch Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur übertragen die Preisverleihung am Frankfurter Römer im Rahmen von „Dokumente und Debatten“ im Digitalradio und unter www.deutschlandradio.de/debatten.

Hier nochmal die Shortlist 2018 mit den nominierten Titel für den Deutschen Buchpreis 2018:

▪ María Cecilia Barbetta, „Nachtleuchten“

▪ Maxim Biller, „Sechs Koffer“

▪ Nino Haratischwili, „Die Katze und der General“

▪Inger-Maria Mahlke, „Archipel“

▪ Susanne Röckel, „Der Vogelgott“

▪ Stephan Thome, „Gott der Barbaren“