Archiv für den Monat März 2018

Jaqueline Woodson ist die Gewinnern des Astrid-Lindgren-Preises

Mittwoch, 28. März 2018

Die amerikanische Autorin Jaqueline Woodson wurde für ihre Jugendromane mit dem Astrid-Lindgren-Preis geehrt. Er ist mit etwa 500.00 Euro (fünf Millionen schwedische Kronen) die weltweit höchstdotierte Auszeichnung für Kinder- und Jugendliteratur.

Jaqueline Woodson (*1963) kommt aus Columbus in Ohio und lebt heute in New York. Ihre Kinder- und Jugendbücher erzählen Geschichten über die dunklen und schwierigen Seiten des Erwachsenwerdens, wie etwa frühe Schwangerschaften, Diskriminierung oder Misshandlung, über Homosexualität und Rassismus. Im Jahr 2014 erschien ihr autobiografischer Roman „Brown Girl Dreaming“, der mehrfach ausgezeichnet wurde, unter anderem mit dem National Book Award.

Die Jury in Stockholm sagte zu der Entscheidung:“In einer Sprache so leicht wie Luft erzählt sie Geschichten von überwältigendem Reichtum und Tiefe“. Woodson fange auf einzigartig poetische Weise die tägliche Welt zwischen Kummer und Hoffnung ein. Die Markenzeichen der Autorin seien meisterliche Charakterisierungen und ein tiefes Verständnis der jugendlichen Psyche.

Woodsons schlug sich gegen eine große Konkurrenz durch. Insgesamt gab es dieses Jahr über 235 Nominierungen aus 60 Ländern.

Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: April

Freitag, 23. März 2018

Eine kleine Auswahl des literarischen Veranstaltungskalender in Frankfurt mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr….

5.4., 20 Uhr: Poetische Positionen

Mit Moritz Gause und Ulrich Koch
Moderation: Malte Kleinjung
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,- / 4,- (VVK) // 8,- / 5,- (AK)

Treffen der Generationen: Moritz Gause legt sein Debüt vor, Ulrich Koch seinen mittlerweile zehnten Gedichtband. Wichtiger noch: Die beiden verbindet die Rezeption. Kochs Gedichte sind für Gause ein wesentlicher Bezugspunkt. Beste  Voraussetzungen also für ein gemeinsames Gespräch. In Kochs Selbst in hoher Auflösung ist es dabei bis zum Meer nicht weit, wenig weiter, als der Blick reicht. Und was man sieht, sind die alltäglichsten Dinge, in einem Glanz, als würde man sie zum ersten Mal sehen, als wäre es Morgen. Die Welt dieser Gedichte ist eine Welt des Hinterlandes, der Pendlerzüge, der Überlandleitungen. Gauses Meditationen hinterm Supermarkt hingegen schenken Menschen, die kaum einer beachtet, Aufmerksamkeit. Sei es „Ernst im weinroten Hemd“ oder „die alte Dame aus dem Treppenhaus“. Diese lakonischen Gedichte halten Momente fest („Im Taxi nach Tashkent“) und blicken auf ferne Orte: „Am Horizont verdunsten die Berge.“

Moritz Gause, geboren 1986 in Berlin, studierte Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft in Jena. Zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften. 2011 erhielt er den hr2-Literaturpreis, 2013 das Arbeitsstipendium des Freistaats Thüringen. Nach einem längeren Aufenthalt in Kirgisistan lebt er nun in Berlin.

Ulrich Koch, geboren 1966 in Winsen an der Luhe, arbeitet für eine Hamburger Personalagentur. Sein Debüt Weiß ich erschien 1995. Für sein Werk bekam er mehrere Stipendien und wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Hugo-Ball-Förderpreis 2011.

9.4., 20 Uhr: $ICK „Shore, Stein, Papier“

Alles andere als eine Lesung
Ort: Brotfabrik
Eintritt: 25,- / 20,-

Was wie ein harmloses Schnick-schnack-schnuck-Spiel klingt, hat einen mehr als ernsten Hintergrund. Bei „Shore, Stein, Papier“ steht Shore im Drogenjargon für Heroin, Stein für Kokain, Papier für Geld. Im Dezember 2012 lief auf zqnce.tv bei youtube die erste Folge der Lebensgeschichte von $ick (seinen Klarnamen nennt der Hannoveraner nicht) – es wurden 380 Lesesessions in den kommenden drei Jahren. Nicht nur die Zuschauer waren gefesselt von den schonungslosen Erlebnissen des Ex-Junkies mit schwerkrimineller Vergangenheit, $ick wurde auch mit dem „Grimme Online Preis“ (für Aufklärung ohne moralischen Zeigefinger) ausgezeichnet. Im Oktober 2016 erschienen seine „Erzählungen aus einem Leben inmitten von Frühstücksblech und Affen, Kokarausch und Wahn, Beschaffungskriminalität und Drogendeals, Knastschlägerei und Flucht“ nun auch als Buch beim piper-Verlag, Untertitel: „Mein Leben zwischen Heroin und Haft“. Ein Spiegel-Bestseller. Jetzt bringt er seine Geschichte unterstützt von Video- und Bildsequenzen live auf die Bühne und verspricht mehr als nur eine Lesung.
Seinen Erfolg kommentiert $ick so: „Ich dachte, das interessiert kein Schwein. Weil ich mein ganzes Leben das Gefühl hatte: Keine Sau interessiert, was du machst oder was mit dir passiert.“ Und jetzt dies. „Ich habe Glück gehabt, weil die Leute mir aus irgendeinem Grund gerne zuhören. Daran halte ich jetzt fest. Weil das definitiv mehr Geld bringt, als Gras zu verkaufen, und es weniger stressig ist.“

19.4., 19.30 Uhr: Frankfurter Premieren

Peter Michalzik „1900 – Vegetarier, Künstler und Visionäre suchen nach dem neuen Paradies“
Moderation: Sonja Vandenrath
Ort: Historische Villa Metzler
Eintritt: 7,- / 5,- / 3,- (Kartenreservierung unter 069-212 38818 (Kulturamt), Restkarten an der Abendkasse)

Die Reihe Frankfurter Premieren stellt jüngst erschienene Romane von Frankfurter Autorinnen und Autoren oder Novitäten aus Frankfurter Verlagen vor. Sie gibt einen Eindruck von dem, was in Frankfurt an literarischen Werken geschrieben und publiziert wird. Die Veranstaltungen finden entweder in den Räumen der Historischen Villa Metzler oder der AusstellungsHalle 1A statt. Im Anschluss an die einstündige Lesung kann und soll bei einem Glas Wein das Gehörte diskutiert werden, dieser Saloncharakter ist integraler Bestandteil der Frankfurter Premieren. Dass der Schwerpunkt auf Neuerscheinungen aus Frankfurt liegt, schließt interessante Ausnahmen von der Regel nicht aus.

Eine Veranstaltung des Kulturamtes Frankfurt am Main in Kooperation mit der Historische Villa Metzler gGmbH
Die Dr. Marschner Stiftung unterstützt die gemeinnützigen kulturellen Aktivitäten der Historische Villa Metzler gGmbH

28. & 29.4., 10-16 Uhr: U20 Poetry Slam-Workshop

Mit Dirk Hülstrunk
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm

Ihr habt Lust am Spiel mit der Sprache? Ihr wollt eigene Texte, Gedichte, Geschichten, Rap-Texte schreiben, reimen oder lieber freestylen? Ihr würdet gerne mal auf einer Bühne stehen, ein Mikrofon in der Hand? Dann seid ihr richtig beim Poetry Slam Workshop „Wortumdrehung“. Hier könnt ihr Ideen entwickeln, lernen, spannungsreiche und originelle Texte zu schreiben und ihre Umsetzung unter realen Bühnenbedingungen proben. Unsere Themen sind: Poetry Slam Hintergründe & Regeln, Texte für den Vortrag schreiben, Stimme & Performance, Mikrofonsprechen. Der Workshop richtet sich sowohl an Anfänger wie an Fortgeschrittene, die ein kritisches Feedback zu ihren Texten brauchen oder ihren Vortragsstil verbessern möchten. Teilnehmen können Jugendliche von 14-20 Jahren. Ältere Interessenten können in Einzelfällen teilnehmen, wenn noch Platz ist.

Mit freundlicher Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen.

Anmeldungen bis zum 13. April unter: u20slam@kulturnetz-frankfurt.de (Bitte angeben: Name, Geburtsdatum, Wohnort, Telefon od. Mobil, Email)
Teilnahmegebühr: 25,-
Kontoinhaber: Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.
IBAN: DE05 5005 0201 0200 4946 86
Frankfurter Sparkasse
Referenz: Seminar Poetry Slam

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

Zum Todestag des wegweisenden Schriftstellers Laurence Sterne 

Sonntag, 18. März 2018

Laurence Sterne, ein englisch-irischer Schriftsteller der Aufklärungszeit, verstarb am 18. März 1768. Er gilt als der Erfinder des Romans und war bereits zu Lebzeiten kein Unbekannter – im Gegenteil. Vor allem sein Werk „Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentlemen“ aus dem Jahr 1759 verschaffte ihm schnell Ruhm und Anerkennung. Es entstanden insgesamt neun Bänder, die er zwischen 1761 und 1767 verfasste.

Seine Texte verfasste er als eine Art sokratischem Dialog und seine Erzähltechnik wird als Digression bezeichnet: es ist „das ständige Abschweifen in Anekdoten und Satiren, in philosophische Dispute und Essays, die Fülle der weitschweifigen Alltagsbetrachtungen.“

Laurence Sterne scheute nicht davor, etwas Neues auszuprobieren und gilt als einer der kühnsten Experimentatoren des Romans.

So beschreibt ihn Micheal Langer im Beitrag des Deutschlandfunkes Kultur zur Sendung „Eine Lange Nacht über Laurence Sterne. Der Erfinder des modernen Romans“. Den Beitrag zum Nachhören und -lesen finden Sie hier.

Eröffnung der Leipziger Buchmesse

Donnerstag, 15. März 2018

Am Mittwochabend wurde im Gewandhaus mit einem Festakt die Leipziger Buchmesse eröffnet, die heute offiziell startet. Im Vergleich zum Vorjahr gewinnt sie in 2018 sogar an Zuwachs: Insgesamt präsentieren 2.635 Aussteller, und damit fünf Prozent mehr als 2017 (2.493), ihre Bücher auf einer Gesamtfläche von 106.000 Quadratmeter (2017: 104.700). Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe, begründet die steigenden Zahlen durch die Zunahme der Entwicklung des Auslandsgeschäfts. Dabei handelt es sich allerdings nicht um die Zahl der teilnehmenden Länder (2018: 46; 2017: 43), sondern vielmehr geht es um die Qualität. Die Leipziger Buchmesse würde zunehmend positiv im Ausland wahrgenommen werden.

Ein Teil des gestrigen Festaktes war der Verleihung des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung an die norwegische Journalistin und Autorin Åsne Seierstad gewidmet. Sie wurde für ihr Buch „Einer von uns“ geehrt, das sich mit der Geschichte des Massenmörders Anders Beivik und seinen Opfern auseinandersetzt.

Demonstration während Eröffnungsfeier

Die diesjährige Leipziger Messe steht zudem in einem politischen Spannungsfeld, da rechte Verlage vertreten sein werden. Vor dem Gewandhaus kam es zu einer Demonstration gegen „rechte Ideologien“, an der etwa 400 Menschen teilnahmen. Von der Initiative wird eine Diskussion gefordert, in der es nicht um ein Verbot ginge, sondern um Widerstand. Auch während der Messe wolle die Initivative, hinter der mehr als 70 unabhängige Verlage und circa 200 Einzelpersonen stehen, verschiedene Aktionen starten, wie politische Diskussionen anzuleiten und mit den Messebesuchern ins Gespräch zu kommen.

Aufruf zu Respekt, Toleranz und Vielfalt

Die Veranstalter der Leipziger Buchmesse rufen hingegen zu Respekt, Toleranz und Vielfalt auf. Die gesamte Zivilgesellschaft sei gefordert, sich wieder mehr mit inhaltlichen Themen auseinanderzusetzen und auch extreme Positionen nicht wegzuschweigen, sagte Börsenvereinschef Heinrich Riethmüller in Anbetracht des Erstarkens rechter Kräfte und Verlage. „Ein lebendiger Meinungsbildungsprozess, der geprägt ist von der inhaltlichen Auseinandersetzung, dem Austausch, der Diskussion und der Debatte, ist essenziell für unsere Demokratie.“ Vor allem ginge es den Veranstaltern um die Meinungsfreiheit.

Die Leipziger Buchmesse läuft vom 15 .März  – 18. März 2018. Parallel zur Messe findet auch wieder „Leipzig liest“ statt, in dessen Rahmen 3.600 Veranstaltungen an 550 Orten in und um Leipzig angeboten werden.

Internationales Literaturfestival lit.COLOGNE

Freitag, 09. März 2018

Zum 18. Mal findet in Köln das Internationale Literaturfest lit.COLOGNE statt. Bereits am 6. März war der Startschuss für die elftägige Veranstaltung. Zur diesjährigen Eröffnung las der Burgschauspieler Klaus Maria Brandauer im voll besetzten Kölner Dom. In seiner Lesung trug er den Text „Der Großinquisitor“ des russischen Schriftstellers Fjodor M. Dostojewski (1821 – 1881) vor.  Das Kapitel aus dem Roman „Die Brüder Karamasow“ stellt kritische Fragen zu dem christlichen Glauben und der kirchlichen Repräsentanz, aber der Text ist mehr als nur kirchenkritisch. Es sei ein visionärer Blick auf die Herrschaftsmechanismen aller ideologisch verbrämten Diktaturen, die als Pseudoreligionen im 20. Jahrhundert erst noch folgen sollten, so der Dompropst Gerd Bachner.

Es war die fünfte Domlesung seit der Entstehung der lit.COLOGNE. Das Festival hat es sich zum Ziel gemacht, Autoren mit der Veranstaltung zu würdigen. Sie setze ganz auf die Autoren und behandle diese wie Stars. Die Grundidee des Literaturfestivals ist nach Rainer Osnowski, einer der beiden Gründer, „die Begegnung großer Autoren mit Schauspielern, Künstlern.“ Weiter sagt er: „Werner Köhler und ich wollten damals vor 16 Jahren ein kulturelles Angebot machen, kein rein literarisches. Wir wollten Literatur mit Musik, Kunst und verschiedenen Literaturformen kombinieren und die vorhandenen Gräben zwischen E und U zuschütten. In Deutschland muss Kultur ja tendenziell ernst sein. Was nicht ernst ist, ist Event.“

Feministisches Festival q[lit]*clgn

In Köln findet parallel zur lit.COLOGNE auch eine Deutschlandpremiere statt: das erste feministische Literaturfestival, das den programmatischen Namen q[lit]*clgn trägt. Dieser verweist auf mehrere Bedeutungsebenen: von englischen „clit“ für die Klitoris bis zu lesbischen, Inter- und Transidentitäten. Insgesamt umfasst das Festival acht Veranstaltungen und ist eine Zusammenarbeit mit dem autonomen Frauen*Lesben Referat der Universität Köln, dem „Missy Magazine“ und diversen Migrantenorganisationen.

BuchDruckKunst-Messe in Hamburg

Montag, 05. März 2018

Vom 23.3. – 25.3.2018 findet in Hamburg im Museum der Arbeit die BuchDruckKunst-Messe statt. Während der drei Tage präsentieren Künstler und Editionen ihre außergewöhnlichen Werke, wobei sich alles um das Thema Papier dreht. Egal, ob traditionell oder experimentell hergestellt, auf der Messe wird man fündig. Da die BuchdruckKunst eine Verkaufsmesse ist, können die außergewöhnlichen Editionen auch Vorort erworben werden.
Wie jedes ist die Zahl der Aussteller auf 53 begrenzt, um eine intensive Messe zu ermöglichen und die Einzigartigkeit zu bewahren.

Neben dem Ausstellen gibt es ein weit gefächertes Programm zum Zuschauen, Mitmachen und Lernen. Die Fachleute des Graphischen Gewerbes demonstrieren in den Druckwerkstätten des Museums der Arbeit den historischen Hand- und Maschinensatz, Buch- , Stein- und Tiefdruck sowie die Produktion von Holzbuchstaben. Dabei dreht sich alles ums Sehen, Fühlen und Riechen.

Weitere Informationen zur BuchDruckKunst finden Sie hier.

Neues Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz tritt ab dem 1. März in Kraft

Samstag, 03. März 2018

Eigentlich sollten die Verlage durch die Bundesregierung stärker unterstützt werden, doch durch das neue Urheberrechts-Wissensgesellschaftsgesetz, das ab dem 1. März in Kraft tritt, passiert das Gegenteil. Darin fehlt die rechtliche Grundlage für die Verlegerbeteiligung weiterhin und die Verlage gehen leer aus. Das Gesetz enthält die Erlaubnis, Teile von Büchern und Lehrwerke ohne Rücksprache und Lizenzierung für Unterrichts- und Forschungszwecke zu vervielfältigen und öffentlich zugänglich zu machen. Somit wird das Urheberrecht im Bereich Bildung und Wissenschaft deutlich eingeschränkt.

Alexander Skips, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, sagte dazu: „Wenn am Donnerstag das neue Wissenschafts-Urheberrecht in Kraft tritt, gehen Verlage leer aus. Ihre Eigentumsrechte werden beschnitten, ohne dass sie eine Entschädigung dafür erhalten. Das verstößt gegen Artikel 14 des Grundgesetzes. Verlage sorgen dafür, dass Studierenden hochwertige Lehrwerke und Fachliteratur zur Verfügung stehen. Diese Leistung kann jetzt nicht einmal mehr pauschal vergütet werden. Das ist inakzeptabel. Wann die gesetzliche Grundlage für die Verlegerbeteiligung auf EU-Ebene zustande kommt, ist weiterhin überhaupt nicht absehbar. Das EU-Gesetzespaket, in dem die entsprechende Regelung enthalten ist, verzögert sich weiter. Wir appellieren an die kommende Bundesregierung, ihren in den Koalitionsvertrag aufgenommenen Vorsatz zu verwirklichen und hier umgehend tätig zu werden.“

Bereits seit den Urteilen des Europäischen Gerichtshof 2015 und des Bundesgerichtshof 2016 fehlt die Rechtsgrundlage dafür, dass Verlage wie früher an den Ausschüttungen der Verwertungsgesellschaften wie der VG Wort beteiligt werden. Durch das neue Gesetz wird das Lizenzgeschäft vieler Verlage unrentabel und sie verlieren den Reiz in hochwertige Bildungs- und Wissenschaftsliteratur zu investieren und diese auf den Markt zu bringen. Im Koalitionsvertrag habe die künftige Bundesregierung ihren Willen bekundet, einen Dialog zum Aufbau einer zentralen Online-Lizenzierungsplattform als mögliche Alternative zu der jetzt in Kraft tretenden Regelung in Gang zu setzen, so Skips weiter. Dieser Schritt sei notwendig, um einen wissenschaftlichen Publikationsmarkt innovativ weiterzuentwickeln.