Archiv für den Monat Februar 2018

Die Geschichte der Tinte

Dienstag, 20. Februar 2018

Im Gutenberg-Museum in Mainz findet im Juni eine Ausstellung zu „Unsere Schönsten“: Tintenfässer vom 19. bis zum 20. Jahrhundert statt. Insgesamt werden in diesem Rahmen eine Auswahl von 287 Tintenbehältnissen präsentiert, aus einer Zeit, in der handgeschriebene Briefe noch nicht zur Nostalgie führten.

Die Tinte selbst ist eine Erfindung, die bereits um 3000 v. Chr. in Ägypten verwendet wurde. Zu Beginn bestand Tinte noch aus Ruß und verschiedenen Bindemitteln, wie Gummi arabicum. Erst später, etwa um 1000 v. Chr. wurde die Rußtinte durch Tusche ersetzt. Zur Herstellung von Tusche wurde der Ruß aus verbrannter Nadelholzkohle oder Lampenöl verwendet und mit einem Leim aus Gelatine vermischt. Dieses Gemisch wurde anschließend in Stangen gepresst und getrocknet. Zum Schreiben verrieb man schließlich die Tuschestangen mit Wasser. In der Kalligrafie hat sich diese Methode bis heute erhalten.

Interessant ist auch der Bericht von Cicero, der von einem Gebrauch der Tintenbeutel von Tintenfischen schreibt. Diese wurden getrocknet und gemörsert, wobei ein braunschwarzer Farbstoff gewonnen wurde. Die Verwendung der sogenannten Sepiatinte wurde bis 1780 bewilligt.

Es gibt natürlich noch weitere Tintenarten, wie die pigmentierte Tinte aus der auch die Goldtinte im Mittelalter entwickelt wurde. Und wer kennt sie nicht noch von früher? Die Geheimtinte! Sie wird auch sympathetische Tinte genannt und wird erst unter einem bestimmten Lichteinfall sichtbar oder sie verändern ihre Eigenschaften nach einiger Zeit. Die extra Zutat für die Herstellung der Tinte ist dabei zum Beispiel Zitronensaft oder der Saft einer Küchenzwiebel. Erst beim Erwärmen des beschriebenen Papiers wird in diesem Fall die Schrift sichtbar.

Die Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse 2018 steht fest

Sonntag, 18. Februar 2018

Wie jedes Jahr legt eine siebenköpfige Jury die Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Rubrik Belletristik fest. Die Vorsitzende der Jury, Kristina Maidt-Zinke, sagte zu der Auswahl: „Unsere Kriterien sind: Was macht der Autor mit der Sprache, wie originell sind Thema und Gestaltung, wie hoch ist der literarische Anspruch und das intellektuelle Niveau.“ Den Juroren gehe es darum, den Kunstaspekt nicht aus zu den Augen zu verlieren.

Und so hält auch diesmal die Shortlist die ein oder andere Überraschungen bereit und widersetzt sich damit den Erwartungen von Literaturkritikern. Unter den fünf auserwählten Titeln befinden sich drei Neulinge, unter anderem der Debütroman von Anja Kampann „Wie hoch die Wasser steigen“. Es folgen Isabel Fargo Cole mit „Die Grüne Grenze“, Esther Kinsky mit „Hain. Geländeroman“, Matthias Senkel mit „Dunkle Zahlen“ sowie Georg Klein mit „Miakro“. Klein gewann bereits 2010 den Leipziger Buchpreis, der mit einem Preisgeld von 60.000 Euro dotiert ist.
Am 15. März findet schließlich im Rahmen der Leipziger Buchmesse die Vergabe des Preises und somit die Bekanntgabe des Gewinners statt.

Neben der Kategorie Belletristik werden ebenfalls noch Preise in den Kategorien Sachbuch/Essayistik und Übersetzung vergeben. Alle Nominierten finden Sie hier.

Franz Kafka

Donnerstag, 15. Februar 2018

„Ich glaube, man sollte überhaupt nur noch solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch? […] Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.“

Franz Kafka (1883-1924)

Wettbewerb: „Die Schönsten deutschen Bücher 2018“

Sonntag, 11. Februar 2018

Und noch ein kleiner Aufruf für alle begeisterten Buchgestalter: Noch bis zum 31. März 2018 habt ihr die Möglichkeit an den Wettbewerben „Die Schönsten deutschen Bücher 2018“ und „Förderpreis für junge Buchgestaltung 2018“ teilzunehmen.

Initiator der Wettbewerbe ist die Stiftung Buchkunst, die ihren Sitz sowohl in Frankfurt am Main als auch in Leipzig hat. Ihr Ziel ist es, die Qualität des Buchs in technischer und künstlerischer Hinsicht zu fördern. Die Gewinner werden von einer Fachjury auserwählt, wobei sich die Kriterien für die Entscheidung an Gestaltung, Konzeption, Satz, Druck, Bild und Einband orientieren. Insgesamt werden 25 Bücher für „Die Schönsten deutschen Bücher 2018“ ausgezeichnet – das allerschönste deutsche Buch kann ein Preisgeld von 10.000 Euro gewinnen .
Teilnehmen können Verlage, Buchgestalter und produzierende Betriebe mit Büchern, die im Zeitraum vom 1.04.2017 bis 31.03.2018 erschienen sind.

Der „Förderpreis für junge Buchgestaltung“ wird seit 1989 in Kooperation mit der BKM (Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien) vergeben. Sein Ziel ist es außergewöhnliche, neue Ideen zu gedruckten Büchern oder hybriden Buchformen zu fördern und somit Buchimpulse für morgen und Qualitätskonzepte sichtbar zu machen. Dafür werden drei Preisträger ernannt und mit jeweils 2.000 Euro ausgezeichnet.

Für alle Interessierten gibt es hier die Anmeldeformulare und weitere Informationen.

Der 8. Buchbinder Kongress startet im März

Dienstag, 06. Februar 2018

Vom 16.03. – 17.03.2018 finden in Karlsruhe die Buchbindertage statt. Teilnehmen können alle Interessierten, die sich mit der Branche der Buchbinderei beschäftigen – Industrie- und Verlagsbuchbindereien, Sonderfertiger sowie Maschinenhersteller und Materiallieferanten. Die Anmeldung läuft noch bis zum 14. Februar.

Der zweitätige Kongress wird von dem Buchbindernetzwerk Bindnet veranstaltet. Die diesjährige Organisation und Durchführung übernimmt die Joseph Spinner Buchbinderei GmbH.

Die Agenda 

Insgesamt werden an den zwei Tagen acht Themenkomplexe vorgestellt, diskutiert und zur Anregung zum Austausch vorgestellt. So hält der Geschäftsführer Bernd Sauter von Müller Martini an dem Freitag einen Vortrag zu dem Thema „Müller Martini und Kolbs stellende Weichen für die Zukunft“. Aber es geht auch um Themen wie Energieoptimierung und die Einführung in das Lean Management.

Der zweite Schwerpunkt wird der Generation Y gewidmet. Die Referentin Frau Dr. Steffi Burkhart wird einen Vortrag zur „Generation Y – Was Sie bewegt“ halten. Sie beantwortet Fragen, wie „Wie arbeitet diese Generation? Was ist zu beachten? Worauf legen Sie Wert?“.

 

Weitere Informationen zur Anmeldung und die gesamte Themenübersicht finden Sie hier.

Eine Bibliothek ohne Bücher?

Freitag, 02. Februar 2018

Erst vor kurzem haben wir über den Umzug der Universitätsbibliothek in Marburg berichtet. Insgesamt wandern dort 56 Regalkilometer Bücher an den neuen Standpunkt neben den Alten Botanischen Garten. Doch gibt es auch andere Szenerien, die alte Bibliotheksbücher in der heutigen Zeit miterleben müssen. Die Digitalisierung ist inzwischen weit verbreitet und es werden Kontroversen laut, die sich mit der Frage beschäftigen, ob in der Zukunft auch Bibliotheken ohne Bücher vorstellbar seien?

Kaum einer kann sich das tatsächlich vorstellen, doch ist der Gedanke so absurd?

Deutschlandfunk Kultur spricht in dem Beitrag „Eine Datei ersetzt kein Buch“ mit dem Bibliothekar Michael Knoche, der vor einer Bibliothek ohne Bücher und dem Trend zur Digitalisierung warnt. In dem Interview sagt er: „Die Mehrheit der bibliothekarischen Gemeinschaft ist im Moment ganz auf der Digitalschiene. Mein Anliegen ist, nochmal zum Nachdenken anzuregen und zu sagen: Natürlich ist die Zukunft der Bibliotheken auch digital, aber wir dürfen den Medienmix, den wir vorhalten, nicht vergessen.“

Den Beitrag von Deutschlandfunk Kultur zum Nachlesen und Hören finden Sie hier.