Archiv für den Monat Januar 2018

Fahrad Showgi erhält Peter-Huchel-Preis 2018

Montag, 29. Januar 2018

Bereits seit 1983 wird der Peter-Huchel-Preis vom Land Baden-Württemberg und dem Südwestrundfunk für herausragende lyrische Werke verliehen. Zudem soll auch das Interesse der Öffentlichkeit für die lyrische Gattung geweckt werden. Der Preis ist benannt nach dem Lyriker und Chefredakteur der Kulturzeitschrift „Sinn und Form“ und ist mit 10.000 Euro dotiert. Er wird von einer aus sieben unabhängigen Literaturkritikern und -wissenschaftlern sowie Autoren bestehenden Jury vergeben.

Für seine Neuerscheinung „Wolkenflug spielt Zerreißprobe“ aus dem Jahr 2017 wird nun Fahrad Showgi mit dem Peter-Huchel-Preis geehrt. Der in Prag geborene Lyriker und Mediziner, der heute in Hamburg lebt, überzeugte die Jury mit seinem Gedichtband. Bei diesen handle es sich um „poetische Beobachtungen, die immer wieder am Anfang beginnen, um zu einem neuen Infinitiv zu gelangen – einer neuen Vorstellung von Landschaft zwischen den Himmelsrichtungen“, fasst die Presseinformation zusammen.

 

Das Zimmer 4

Die Wände sind kühl. Müde liegen wir dazwischen, die
Knie gegen die Wüste gerichtet, gegen das grobe Korn der
Fasertapete.
Wer öffnet das Fenster?
Wehe dem Mond
strengt sich an stehenzubleiben
wie jetzt das Schweigen
wir liegen hier
soweit die Augen tragen

(Fahrad Showgi)

Papier selber herstellen

Samstag, 27. Januar 2018

Ihr wollt mal etwas Neues ausprobieren? Wie wäre es mit der eigenen Herstellung von Papier ganz nach euren Vorstellungen und Wünschen? In Deutschland werden jährlich mehr als 10 Millionen Tonnen Altpapier recycelt und auch ihr könnt eure Zeitungen, Pappkartons etc. sinnvoll wiederverwerten.

Neben einen selbstgebauten Schöpfrahmen braucht ihr zum Schöpfen nur ein paar Küchengeräte, die man in der Regel auch schon zu Hause hat.

Geolino hat eine schöne Anleitung auf der Website veröffentlicht, die die einzelnen Arbeitsschritte anhand von Bildern erläutert.

Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: Februar

Montag, 22. Januar 2018

Eine kleine Auswahl des literarischen Veranstaltungskalender in Frankfurt mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr….

 

2.2., 19.30 Uhr: „Astrid Lindgren. Ihr Leben“

Ulrich Sonnenberg „Astrid Lindgren. Ihr Leben“
Ort:
Stadtteilbibliothek Rödelheim
Eintritt:
6,- / 3,-

Vor etwas mehr als siebzig Jahren erblickte Pippi Langstrumpf das Licht der literarischen Welt. Es folgten viele weitere Bücher, die die Kinderliteratur revolutionierten und ihre Autorin schon zu Lebzeiten zu einer Legende werden ließen. Drei aktuelle Bücher erzählen nun die Geschichte ihres Lebens neu, beleuchten ihre Kriegstagebücher und den Briefwechsel mit Louise Hartung. Sonnenberg, Übersetzer einer der neuen Biographien, stellt die unbekannte Lindgren vor.

6.2., 20 Uhr: Berlin, mon amour?

Mit Leander Steinkopf und Julia Zange
Moderation: Malte Kleinjung
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,- / 4,- (Vorverkauf) // 8,- / 5,- (Abendkasse)

Dieser Pop-Roman schreit nach Punkrock. Im Laufe von Julia Zanges „Realitätsgewitter“ möchte man am liebsten mit Kraftklub „Ich will nicht nach Berlin“ anstimmen. Wo sich Kreative aller Länder vereinigen, ist Oberfläche alles. Schöne, hippe Menschen gehen in Clubs, nehmen Drogen und reden über Kunst. Mittendrin: Marla, Anfang zwanzig und ohne Plan. Um der Einsamkeit zu entgehen, lässt sie sich treiben – einer von 1675 Facebook-Freunden weiß immer, wo was los ist. Dem namenlosen jungen Mann, der durch Leander Steinkopfs „Stadt der Feen und der Wünsche“ flaniert, würde Marla auf der Straße sicherlich auffallen. Zu genau beobachtet er sein Umfeld, die Menschen in Berlin. Seinem scharfen Urteil entgeht keiner: weder die „Unterschichtsscheuche“ im Wedding noch die „Berlin-Mitte-Existenzen“. Als Dandy auf Achse kartiert er die Stadt und sortiert ihre Bewohner, ein Sammelsurium von Sehnsüchten, die er längst aufgegeben hat. Was er wohl über Marla denken würde?

Leander Steinkopf, geboren 1985, ist promovierter Psychologie. Wenn er nicht als freier Journalist für die FAZ oder F.A.S. schreibt, verfasst er Komödien fürs Theater oder Essays, die im „Merkur“ veröffentlicht werden. Nach Stationen in Mannheim, Berlin und Sarajevo lebt und arbeitet Leander Steinkopf heute in München. „Stadt der Feen und der Wünsche“ ist sein literarisches Debüt.

Julia Zange wurde 1983 in Darmstadt geboren. Sie studierte Gesellschafts – und Wirtschaftskommunikation in Berlin. 2006 gewann sie den open mike, 2008 veröffentlichte sie ihren Debütroman „Die Anstalt der besseren Mädchen“. Es folgten eine Reihe von Kurzgeschichten sowie Auftritte in Kinofilmen und Serien (u.a. im Tatort). Julia Zange lebt und arbeitet in Berlin.

18.2., 11-21 Uhr: Langer Tag der Bücher

JUBILÄUMSVERANSTALTUNG 15 JAHRE LANGER TAG DER BÜCHER
Lesungen mit Hilmar Hoffmann, Britta Boerdner, Susanne Kaloff, Slammer Jay Jay Glünderling u.a.
Lesung aus Texten von Clemens Brentano, Franz Kafka und Jakob Arjouni
Gleichzeitig der 10. Frankfurter Bouquinistenmarkt
Ort: Haus am Dom
Eintritt: frei

Seit 2004 laden die literarischen Verlage der Stadt Frankfurt an einem Sonntag im Frühjahr alle Buchfreunde zu einem konzertierten Lesetag. Von 11 bis 21 Uhr präsentieren Schriftsteller im Gespräch mit Moderatoren, Lektoren und Verlegern ihre Werke, signieren die Bücher und stehen bereit zur Begegnung mit den Lesern. Der Lange Tag der Bücher bietet die Gelegenheit, das vielseitige Haus am Dom zu erforschen: Neben dem „Novitäten-Balkon“ und einem großen Büchertisch gibt es auch den beliebten Bouquinistenmarkt mit gebrauchten Büchern.

Das Programm finden Sie hier.

24.2., 19.30 Uhr: Das Hörspiel des Jahres 2017

Die Jury – die Preisverleihung – die Präsentation
Ort:
Literaturhaus Frankfurt
Eintritt:
frei

Seit 1977 wird aus dem Angebot der ARD die gelungenste neue Produktion zum „Hörspiel des Monats“ gewählt. Die Jury dafür wird von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste für jeweils ein Jahr berufen. Seit 30 Jahren wählt die Jury zusätzlich aus den zwölf Hörspielen des Monats das „Hörspiel des Jahres“. Diese Auszeichnung gilt als einer der begehrtesten Medienpreise. Es ist Tradition, dass das preisgekrönte Werk im Literaturhaus Frankfurt öffentlich vorgestellt wird. Die Jury gibt dazu einen Rückblick auf das vergangene Hörspieljahr. Das anwesende Publikum kann die mit dem Preis geehrten Künstler und Dramaturgen bei einem Glas Wein befragen.

Die Jury des Jubiläumsjahres 2017:
Heiko Daniels (Digital Developer)
Eva Maria Lenz (Medienkritikerin)
Bernd Leukert (Komponist und Journalist)

Der Preisträger und weitere Infos ab Ende Januar unter www.darstellendekuenste.de/id-2017.html

 

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

Umzug von 56 Regalkilometer Bücher

Donnerstag, 18. Januar 2018

Es ist so weit: der Umzug der Universitätsbibliothek und den zehn Bereichsbibliotheken in Marburg hat begonnen. Insgesamt werden in den kommenden drei Monaten 56 Regalkilometer Bücher ihren alten Stellplatz verlassen und in den Neubau umziehen. Bereits am ersten Tag wurden 630 Buchmeter mit Wagen einer Spezialfirma für Bibliotheksumzüge transportiert. Auch mehr als 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden im Laufe der Zeit ihren neuen Arbeitsplätze in dem Gebäude einnehmen.

Eine große logistische Aufgabe, die eine besondere Herausforderung darstellt! Durch die neue Bibliothek soll die Universität enger zusammengeführt werden.

Viele historische Bücher mussten außerdem vor dem Transport umfangreich konservatorisch vorbehandelt werden. Teils wurden sie mit speziellen „Buchstaubsaugern“ gereinigt und wertvolle oder beschädigte Exemplare wurden in Schutzkartons verpackt. Etwa um die 8000 Bände wurden auf diese Weise von der UB-Restaurierungswerkstatt vorbereitet.

Die Papierindustrie in Zahlen

Montag, 15. Januar 2018

Die Papierindustrie verfolgt eine lange Tradition und hat für unsere Kultur und Gesellschaft eine hohe Bedeutungswert. Deutschland ist dabei auf Platz 4 der größten Papierproduktion mit jährlich 22.630 Mio. Tonnen Papier (Stand 2016). Auf Platz 1 ist China mit 109.193 Mio. Tonnen –  es folgen die Vereinigten Staaten (72.671 Mio. Tonnen, 2015) und Japan (26.227 Mio. Tonnen, 2015).

Weltweit werden jährlich etwa 400 Mio. Tonnen Papier, Karton und Pappe hergestellt. Europa deckt etwa 26% der weltweiten Papierindustrie ab.

Einer der größten Papierhersteller ist die chinesische Nine Dragons Paper Holding. Ihre Kapazität umfasst 13,1 Mio. Tonnen und sie beschäftigen 18.000 Mitarbeiter.

In Deutschland wird die Produktion durch vier Hauptsortengruppen differenziert:

•50,3 % Verpackungspapiere und -karton

•37 % grafische Papiere

•6,7 % Hygienepapiere

•6 % das breite Spektrum der technischen- und Spezialpapiere

Ingeborg Bachmann: Erklär mir, Liebe

Freitag, 12. Januar 2018

Erklär mir, Liebe

Dein Hut lüftet sich leis, grüßt, schwebt im Wind,
dein unbedeckter Kopf hat’s Wolken angetan,
dein Herz hat anderswo zu tun,
dein Mund verleibt sich neue Sprachen ein,
das Zittergras im Land nimmt überhand,
Sternblumen bläst der Sommer an und aus,
von Flocken blind erhebst du dein Gesicht,
du lachst und weinst und gehst an dir zugrund,
was soll dir noch geschehen –

Erklär mir, Liebe!

Der Pfau, in feierlichem Staunen, schlägt sein Rad,
die Taube schlägt den Federkragen hoch,
vom Gurren überfüllt, dehnt sich die Luft,
der Entrich schreit, vom wilden Honig nimmt
das ganze Land, auch im gesetzten Park
hat jedes Beet ein goldner Staub umsäumt.

Der Fisch errötet, überholt den Schwarm
und stürzt durch Grotten ins Korallenbett.
Zur Silbersandmusik tanzt scheu der Skorpion.
Der Käfer riecht die Herrlichste von weit;
hätt ich nur seinen Sinn, ich fühlte auch,
daß Flügel unter ihrem Panzer schimmern,
und nähm den Weg zum fernen Erdbeerstrauch!

Erklär mir, Liebe!

Wasser weiß zu reden,
die Welle nimmt die Welle an der Hand,
im Weinberg schwillt die Traube, springt und fällt.
So arglos tritt die Schnecke aus dem Haus!

Ein Stein weiß einen andern zu erweichen!

Erklär mir, Liebe, was ich nicht erklären kann:
sollt ich die kurze schauerliche Zeit
nur mit Gedanken Umgang haben und allein
nichts Liebes kennen und nichts Liebes tun?
Muß einer denken? Wird er nicht vermißt?

Du sagst: es zählt ein andrer Geist auf ihn …
Erklär mir nichts. Ich seh den Salamander
durch jedes Feuer gehen.
Kein Schauer jagt ihn, und es schmerzt ihn nichts.

 

Die Welt hat einen interessanten Beitrag über „Die vielen Lieben der Ingeborg Bachmann“ veröffentlicht, den Sie hier zum Nachlesen finden.

Das Programm des Gutenberg-Museums in Mainz

Montag, 08. Januar 2018

Nachlass von großen und kleinen Sünden

Datum: 13. Januar / 20. Januar  / 27. Januar / 03. Februar
Uhrzeit: 13:30 – 16:30 Uhr

Druckvorführung von Ablassbriefen im 1. Stock des Gutenberg-Museums

Absolut moderne!

Datum: 22. September – 25. Februar
Uhrzeit: 09:00 –  17:00 Uhr

Neue Künstlerbücher, Grafiken und Übersetzungen zum Trunkenen Schiff von Arthur Rimbaud (1871) – Le XXIe siècle sur le Bateau ivre

Die multinationale Ausstellung Absolument moderne! ist dem berühmten Gedicht von Arthur Rimbaud Le Bateau ivre (Das trunkene Schiff) gewidmet.

Absolument moderne! In Kooperation mit dem Musée Nomade du Livre d´Artiste und der Association Livre d´Artiste & Art Contemporain zeigt das Gutenberg-Museum eine multinationale hochaktuelle Auseinandersetzung mit Arthur Rimbauds Langgedicht „Le Bateau ivre“ (Das trunkene Schiff). Ein Dreiklang aus poetischen Übersetzungen, Graphiken und zeitgenössischen Künstlerbüchern aus vielen Ländern. Passend zur Ehrengastrolle Frankreichs auf der Frankfurter Buchmesse 2017.

Kalenderausstellung im Druckladen Arbeitsprobe V

Datum: 06. Dezember  – 14. April
Uhrzeit: 09:00 – 15:00 Uhr
„Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er nach Rom“. Wir präsentieren den typografischen Monatskalender 2018 plusplusplus der Mainer Buchwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität , der sprichwörtliche Redensarten typografisch inszeniert.

Antiquarischer Buch- und Grafikmarkt

Datum: 03. Februar / 03. März
Uhrzeit: 08:00 – 14:30 Uhr
Antiquarischer Buch- und Grafikmarkt im Innenhof des Gutenberg-Museums

Rückblick auf den Buchmarkt 2017: Umsatzrückgang und wachsende Medienkonkurrenz

Freitag, 05. Januar 2018

Der Buchumsatz 2017 ist im Vergleich zum Jahr 2016, in dem zu einem Umsatzplus von 1 Prozent kam, gesunken. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels differenziert dabei zwischen dem Jahresergebnis des Publikumsmarkts (Sortimentsbuchhandel, E-Commerce inkl. Amazon, Bahnhofsbuchhandel, Kauf-/Warenhäuser, Elektro- und Drogeriemärkte), der bei 2 Prozent unter dem Vorjahr lag, und dem Buchhandel vor Ort, der auf ein minus von 3 Prozent kam. Grund dafür sind die rückläufige Kundenfrequenzen in den Innenstädten und eine zunehmende Medienkonkurrenz. Vor allem die sozialen Medien werden als immer stärkere Konkurrenz zum Buch gesehen. Insgesamt beträgt der gesamte Umsatz der Branche rund neun Milliarden Euro.

Während andere von einem Buchhandel- und Verlagssterben sprechen, schreibt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels dennoch von einem Optimismus in Hinblick auf das kommende Jahr 2018. Durch sogenanntes Cross-Channeling werden die Kundenwünsche sowohl online als auch vor Ort im Handel abgedeckt.

Media Control, die auch die Zahlen für den Buchmarkt 2017 erhob, gab ebenfalls den meistverkauften Roman 2017 bekannt: auf Platz 1 der „Belletristik Hardcover“ schaffte es „Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde.

Einen kritischen Blick auf das Thema wirft Deutschlandfunk Kultur in der Sendung „Kulturgut Buch – bröckelt der Mythos?“. Den Beitrag zum Anhören und Nachlesen finden Sie hier.