Archiv für den Monat Januar 2018

Umzug von 56 Regalkilometer Bücher

Donnerstag, 18. Januar 2018

Es ist so weit: der Umzug der Universitätsbibliothek und der Bereichbibliotheken in Marburg hat begonnen. Insgesamt werden in den kommenden drei Monaten 56 Regalkilometer Bücher ihren alten Stellplatz verlassen und in den Neubau umziehen. Bereits am ersten Tag wurde 630 Buchmeter mit Wagen einer Spezialfirma für Bibliotheksumzüge transportiert.

Mit der neuen Universitätsbibliothek soll die Universität und die Stadt eng zusammenwachsen.

Mit den zehn Bibliotheksstandorten ziehen auch mehr als 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an ihre neuen Arbeitsplätze in die Universitätsbibliothek um.

Eine große logistische Aufgabe, die eine besondere Herausforderung darstellt!
Viele historische Bücher mussten außerdem vor dem Transport umfangreich konservatorisch vorbehandelt werden. Teils wurden sie mit speziellen „Buchstaubsaugern“ gereinigt und wertvolle oder beschädigte Exemplare wurden in Schutzkartons verpackt. Etwa um die 8000 Bände wurden auf diese Weise von der UB-Restaurierungswerkstatt vorbereitet.

Die Papierindustrie in Zahlen

Montag, 15. Januar 2018

Die Papierindustrie verfolgt eine lange Tradition und hat für unsere Kultur und Gesellschaft eine hohe Bedeutungswert. Deutschland ist dabei auf Platz 4 der größten Papierproduktion mit jährlich 22.630 Mio. Tonnen Papier (Stand 2016). Auf Platz 1 ist China mit 109.193 Mio. Tonnen –  es folgen die Vereinigten Staaten (72.671 Mio. Tonnen, 2015) und Japan (26.227 Mio. Tonnen, 2015).

Weltweit werden jährlich etwa 400 Mio. Tonnen Papier, Karton und Pappe hergestellt. Europa deckt etwa 26% der weltweiten Papierindustrie ab.

Einer der größten Papierhersteller ist die chinesische Nine Dragons Paper Holding. Ihre Kapazität umfasst 13,1 Mio. Tonnen und sie beschäftigen 18.000 Mitarbeiter.

In Deutschland wird die Produktion durch vier Hauptsortengruppen differenziert:

•50,3 % Verpackungspapiere und -karton

•37 % grafische Papiere

•6,7 % Hygienepapiere

•6 % das breite Spektrum der technischen- und Spezialpapiere

Ingeborg Bachmann: Erklär mir, Liebe

Freitag, 12. Januar 2018

Erklär mir, Liebe

Dein Hut lüftet sich leis, grüßt, schwebt im Wind,
dein unbedeckter Kopf hat’s Wolken angetan,
dein Herz hat anderswo zu tun,
dein Mund verleibt sich neue Sprachen ein,
das Zittergras im Land nimmt überhand,
Sternblumen bläst der Sommer an und aus,
von Flocken blind erhebst du dein Gesicht,
du lachst und weinst und gehst an dir zugrund,
was soll dir noch geschehen –

Erklär mir, Liebe!

Der Pfau, in feierlichem Staunen, schlägt sein Rad,
die Taube schlägt den Federkragen hoch,
vom Gurren überfüllt, dehnt sich die Luft,
der Entrich schreit, vom wilden Honig nimmt
das ganze Land, auch im gesetzten Park
hat jedes Beet ein goldner Staub umsäumt.

Der Fisch errötet, überholt den Schwarm
und stürzt durch Grotten ins Korallenbett.
Zur Silbersandmusik tanzt scheu der Skorpion.
Der Käfer riecht die Herrlichste von weit;
hätt ich nur seinen Sinn, ich fühlte auch,
daß Flügel unter ihrem Panzer schimmern,
und nähm den Weg zum fernen Erdbeerstrauch!

Erklär mir, Liebe!

Wasser weiß zu reden,
die Welle nimmt die Welle an der Hand,
im Weinberg schwillt die Traube, springt und fällt.
So arglos tritt die Schnecke aus dem Haus!

Ein Stein weiß einen andern zu erweichen!

Erklär mir, Liebe, was ich nicht erklären kann:
sollt ich die kurze schauerliche Zeit
nur mit Gedanken Umgang haben und allein
nichts Liebes kennen und nichts Liebes tun?
Muß einer denken? Wird er nicht vermißt?

Du sagst: es zählt ein andrer Geist auf ihn …
Erklär mir nichts. Ich seh den Salamander
durch jedes Feuer gehen.
Kein Schauer jagt ihn, und es schmerzt ihn nichts.

 

Die Welt hat einen interessanten Beitrag über „Die vielen Lieben der Ingeborg Bachmann“ veröffentlicht, den Sie hier zum Nachlesen finden.

Das Programm des Gutenberg-Museums in Mainz

Montag, 08. Januar 2018

Nachlass von großen und kleinen Sünden

Datum: 13. Januar / 20. Januar  / 27. Januar / 03. Februar
Uhrzeit: 13:30 – 16:30 Uhr

Druckvorführung von Ablassbriefen im 1. Stock des Gutenberg-Museums

Absolut moderne!

Datum: 22. September – 25. Februar
Uhrzeit: 09:00 –  17:00 Uhr

Neue Künstlerbücher, Grafiken und Übersetzungen zum Trunkenen Schiff von Arthur Rimbaud (1871) – Le XXIe siècle sur le Bateau ivre

Die multinationale Ausstellung Absolument moderne! ist dem berühmten Gedicht von Arthur Rimbaud Le Bateau ivre (Das trunkene Schiff) gewidmet.

Absolument moderne! In Kooperation mit dem Musée Nomade du Livre d´Artiste und der Association Livre d´Artiste & Art Contemporain zeigt das Gutenberg-Museum eine multinationale hochaktuelle Auseinandersetzung mit Arthur Rimbauds Langgedicht „Le Bateau ivre“ (Das trunkene Schiff). Ein Dreiklang aus poetischen Übersetzungen, Graphiken und zeitgenössischen Künstlerbüchern aus vielen Ländern. Passend zur Ehrengastrolle Frankreichs auf der Frankfurter Buchmesse 2017.

Kalenderausstellung im Druckladen Arbeitsprobe V

Datum: 06. Dezember  – 14. April
Uhrzeit: 09:00 – 15:00 Uhr
„Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er nach Rom“. Wir präsentieren den typografischen Monatskalender 2018 plusplusplus der Mainer Buchwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität , der sprichwörtliche Redensarten typografisch inszeniert.

Antiquarischer Buch- und Grafikmarkt

Datum: 03. Februar / 03. März
Uhrzeit: 08:00 – 14:30 Uhr
Antiquarischer Buch- und Grafikmarkt im Innenhof des Gutenberg-Museums

Rückblick auf den Buchmarkt 2017: Umsatzrückgang und wachsende Medienkonkurrenz

Freitag, 05. Januar 2018

Der Buchumsatz 2017 ist im Vergleich zum Jahr 2016, in dem zu einem Umsatzplus von 1 Prozent kam, gesunken. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels differenziert dabei zwischen dem Jahresergebnis des Publikumsmarkts (Sortimentsbuchhandel, E-Commerce inkl. Amazon, Bahnhofsbuchhandel, Kauf-/Warenhäuser, Elektro- und Drogeriemärkte), der bei 2 Prozent unter dem Vorjahr lag, und dem Buchhandel vor Ort, der auf ein minus von 3 Prozent kam. Grund dafür sind die rückläufige Kundenfrequenzen in den Innenstädten und eine zunehmende Medienkonkurrenz. Vor allem die sozialen Medien werden als immer stärkere Konkurrenz zum Buch gesehen. Insgesamt beträgt der gesamte Umsatz der Branche rund neun Milliarden Euro.

Während andere von einem Buchhandel- und Verlagssterben sprechen, schreibt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels dennoch von einem Optimismus in Hinblick auf das kommende Jahr 2018. Durch sogenanntes Cross-Channeling werden die Kundenwünsche sowohl online als auch vor Ort im Handel abgedeckt.

Media Control, die auch die Zahlen für den Buchmarkt 2017 erhob, gab ebenfalls den meistverkauften Roman 2017 bekannt: auf Platz 1 der „Belletristik Hardcover“ schaffte es „Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde.

Einen kritischen Blick auf das Thema wirft Deutschlandfunk Kultur in der Sendung „Kulturgut Buch – bröckelt der Mythos?“. Den Beitrag zum Anhören und Nachlesen finden Sie hier.