Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: Januar

Eine kleine Auswahl des literarischen Veranstaltungskalender in Frankfurt mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr….

6.1., 11 Uhr: LiteraturLounge

Kathrin Gerlof „Nenn mich November“
Moderation: Martin Maria Schwarz (hr2-kultur)
Ort: Kultur & Bahn im Haus am Dom
Eintritt:frei 

Marthe und David befinden sich im freien Fall und müssen Privatinsolvenz anmelden. Notgedrungen ziehen sie an den Rand eines Dorfes in ein gerade noch bewohnbares Haus, das David geerbt hat. Selbst das Internet macht einen Bogen um die Gegend. Das Dorf – umzingelt von genmanipulierten Maisfeldern für Biogasanlagen – scheint seine Seele verloren zu haben. Die Bewohner überlassen es zwei Großbauern, ihre Angelegenheiten zu regeln. Als in ehemaligen Zwangsarbeiterbaracken Flüchtlinge untergebracht werden, zieht mit ihnen Verunsicherung ins Dorf. Marthe, geduldete Außenseiterin und unablässig auf der Suche nach den schlimmsten aller Nachrichten, erlebt, wie die Lethargie weicht. David jedoch verstummt mehr und mehr, und eines Abends liegt ein Zettel auf dem Küchentisch.Ein großer Roman über den Verlust der Mitte und ein Leben am Rand.

Kathrin Gerlof, geboren 1962 in Köthen/Anhalt, lebt als Journalistin und Autorin in Berlin. 2008 debütierte sie mit „Teuermanns Schweigen“. Ihr zweiter Roman „Alle Zeit“ wurde euphorisch besprochen. Nach „Lokale Erschütterung“ erschien „Das ist eine Geschichte“.

17.1., 20 Uhr: Debütantenball

Mit Donat Blum und Karoline Menge
Moderation: Björn Jager
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,- / 4,- (VVK) // 8,- / 5,- (AK)

Zum Auftakt des neuen Jahres bittet das Hessische Literaturforum zum Debütantenball – und dabei dreht sich alles um Familien und Verlust. In Karoline Menges Roman Warten auf Schnee ist die Mutter der beiden Hauptfiguren Pauli und Karine verschwunden – wie auch sonst die Bewohner des Dorfes nach und nach losziehen, nicht zurückkehren und den Ort dem Verfall überlassen. Was nach moderner Landflucht klingt, entwickelt sich jedoch peu à peu zu einem modernen Schauermärchen. Donat, der Protagonist in Donat Blums Erstling Opoe, ist gleich zweifach auf der Suche. Nach dem Tod seiner Großmutter bereut er, ihr nie nahe gewesen zu sein. Auf einer Reise versucht er, ihrem Leben nachzuspüren und die alte Frau, die ihn bis zu ihrem Tod siezte, zu verstehen. Immer deutlicher aber verschiebt sich sein Fokus: auf ihn selbst und die Frage, wie sein Leben, sein Lieben eigentlich gelingen kann.

Karoline Menge, geboren 1986 in Berlin, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim. Sie veröffentlichte Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien, wurde 2014 mit dem 2. Platz des Würth-Literaturpreises ausgezeichnet und war 2015 Stipendiatin des Landes Niedersachsen. 2018 erhielt Karoline Menge den Ulla-Hahn-Autorenpreis der Stadt Monheim am Rhein. Sie lebt in Berlin.

Donat Blum, 1986 in Schaffhausen geboren, hat am Schweizerischen und Deutschen Literaturinstitut studiert. Er veröffentlicht in zahlreichen Zeitschriften, ist Mitveranstalter der Werkstattgespräche „Teppich“ im Literaturhaus Zürich, Initiator der Veranstaltung „Skriptor“ an den Solothurner Literaturtagen und Herausgeber der Literaturzeitschrift Glitter. Donat Blum lebt in Zürich und Berlin.

Mit freundlicher Unterstützung von Pro Helvetia.

21.1., 20 Uhr: Ost-West-Passagen

Ost-West-Passagen mit Mahmood Falaki „Wer aber war Hafis?“
Vortrag & Debatte 
Moderation: Nader Djafari
Ort: DIE FABRIK
Eintritt: frei

2019 ist ein Jubiläumsjahr. Vor zweihundert Jahren, 1819, ist Goethes berühmte Gedichtsammlung West-Östlicher Divan erschienen. Sie war inspiriert durch die intensive Auseinandersetzung mit dem bis heute weltweit bewunderten und populären persischen Dichter Hafis (14. Jahrhundert, Shiraz/Iran). Goethe empfand Hafis über Raum und Zeit hinweg als Seelenverwandten, als Zwilling.
„Wer aber war Hafis?“ Fördert auch für uns heute die Begegnung mit Hafis das Verständnis zwischen Okzident und Orient? Für diese und andere Fragen haben wir einen Experten eingeladen.

Dr. Mahmood Falaki wurde im Norden Persiens geboren. Während seines Studiums in der Schah-Zeit wurde er wegen seiner politisch-literarischen Aktivität zu drei Jahren Haft verurteilt und musste 1983 das Land verlassen. An der Universität Hamburg studierte er Germanistik und Iranistik und promovierte über Goethe und Hafis.

24.1., 19.30 Uhr: ARTE-Filmpremiere

ARTE-Filmpremiere: T.C. Boyle – Rockstar der amerikanischen Literatur
Ort: Literaturhaus Frankfurt
Eintritt: frei

T.C. Boyle ist einer der herausragenden amerikanischen Schriftsteller der Gegenwart. Mit viel Sarkasmus, Humor und emotionaler Sozialkritik erforscht er die Ängste und Abgründe seiner Heimat. Dafür lieben ihn seine Fans auf der ganzen Welt. Die Dokumentation von Adrian Stangell (ARTE / NDR) porträtiert den „Rockstar der amerikanischen Literatur“. Begleitet den gerade 70-Jährigen auf seinen Sommersitz und widmet sich den literarischen Welten des Autors. Angefangen von frühen Werken wie „World’s End“, für den er den PEN/Faulkner Award erhielt, hin zu seinem Klassiker „América“ von 1995, der heute aktueller ist denn je. Boyle gibt Einblick in seinen Alltag – als Schriftsteller, Tierfreund und Privatmann – und spricht über sich und sein Amerika.

Eine Kooperation mit ARTE – Kulturpartner des Netzwerks der Literaturhäuser, zu dem auch das Literaturhaus Frankfurt gehört. Sendetermin auf ARTE am 13.02. um 21.55 Uhr. 

25.1., 20 Uhr: Molotow Slam Show

Frankfurter Molotow Slam Show – Best of Poetry Slam
Moderation: Flo Cieslik
Ort: DIE FABRIK
Eintritt: 10,-

Ihr wollt explosiven Stoff? Ihr kriegt explosiven Stoff! Texte, die umhauen, begeistern, Party machen. Die Frankfurter Molotow Slam Show holt sie alle, die heißesten Performer des Landes. Radikal, überraschend, schockierend, originell.
Inmitten des flammenden Infernos: Flo Cieslik, der für den Zündstoff sorgt. 


Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.


Eine Antwort hinterlassen