Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2018 geht an Aleida und Jan Assmann

In der Frankfurter Paulskirche wurde diese Woche der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an das die deutsche Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann und an den deutschen Ägyptologe Jan Assmann überreicht. Der Preis wird jedes Jahr am Ende der Frankfurter Buchmesse verliehen und ist mit 25.000 Euro dotiert. Zu der Verleihung waren etwa 700 Gäste geladen und die Laudatio hielt der deutsch-amerikanische Literaturwissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht.

Aleida Assmann beschäftigen sich in ihrer wissenschaftlichen Arbeit mit den Themen von Geschichtsvergessenheit und Erinnerungskultur. Damit trägt sie zur Aufklärung zu Fragen eines kulturellen Gedächtnisses einer Nation bei und zeigt auf, dass ein offener und ehrlicher Umgang mit der Vergangenheit eine grundlegende Bedingung für eine friedvolle Gemeinschaft ist.

Jan Assmann setzt sich in seiner Arbeit mit dem Zusammenhang von Religion und Gewalt sowie der Genese von Intoleranz und absolutem Wahrheitsanspruch auseinander und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Friedenbereitschaft und Friedensfähigkeit der Religionen in der Weltgesellschaft von heute.

Die Dankesrede wurde von dem Ehepaar gemeinsam gehalten und sie machten unter anderem auf die Bedeutung von Meinungsfreiheit aufmerksam: „In der Demokratie kann man das Denken nicht delegieren und den Experten, Performern oder Demagogen überlassen. (…) Es stimmt, dass Demokratien durch Streit und Debatten gestärkt werden, aber auch in ihnen steht nicht alles zur Disposition. Es muss unstrittige Überzeugungen und einen Grundkonsens geben wie die Verfassung, die Gewaltenteilung, die Unabhängigkeit des Rechts und die Menschenrechte. Nicht jede Gegenstimme verdient Respekt. Sie verliert diesen Respekt, wenn sie darauf zielt, die Grundlagen für Meinungsvielfalt zu untergraben. Demokratie lebt nicht vom Streit, sondern vom Argument. Pöbeleien oder gar eine Eskalation polarisierender Symbole wie in Chemnitz führen in einen Zustand allgemeiner Verwirrung, legen die Demokratie lahm und machen sie betriebsunfähig für wichtige Aufgaben“, sagten die Preisträger.
(Die ausführliche Dankesrede zum Nachlesen finden Sie hier.)

Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins, bezeichnete die Preisträger als „Wegbereiter einer klugen und aufgeklärten Erinnerungskultur.“ Eine solche sei fundamental für das friedliche Zusammenleben auf Basis der Menschenrechte, die vor 70 Jahren in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte Niederschlag fanden. „Die Forschungen von Aleida und Jan Assmann sind Grundlagen dafür, wie eine moderne Gesellschaft aus der Vergangenheit lernen kann, um in Frieden und Freiheit leben zu können. Und für uns – für die Buchhandlungen und Verlage – ist die Vermittlung dieser Werte unsere ganz besondere Menschenpflicht“, sagte Riethmüller.

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