Eröffnung der Leipziger Buchmesse

Am Mittwochabend wurde im Gewandhaus mit einem Festakt die Leipziger Buchmesse eröffnet, die heute offiziell startet. Im Vergleich zum Vorjahr gewinnt sie in 2018 sogar an Zuwachs: Insgesamt präsentieren 2.635 Aussteller, und damit fünf Prozent mehr als 2017 (2.493), ihre Bücher auf einer Gesamtfläche von 106.000 Quadratmeter (2017: 104.700). Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe, begründet die steigenden Zahlen durch die Zunahme der Entwicklung des Auslandsgeschäfts. Dabei handelt es sich allerdings nicht um die Zahl der teilnehmenden Länder (2018: 46; 2017: 43), sondern vielmehr geht es um die Qualität. Die Leipziger Buchmesse würde zunehmend positiv im Ausland wahrgenommen werden.

Ein Teil des gestrigen Festaktes war der Verleihung des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung an die norwegische Journalistin und Autorin Åsne Seierstad gewidmet. Sie wurde für ihr Buch „Einer von uns“ geehrt, das sich mit der Geschichte des Massenmörders Anders Beivik und seinen Opfern auseinandersetzt.

Demonstration während Eröffnungsfeier

Die diesjährige Leipziger Messe steht zudem in einem politischen Spannungsfeld, da rechte Verlage vertreten sein werden. Vor dem Gewandhaus kam es zu einer Demonstration gegen „rechte Ideologien“, an der etwa 400 Menschen teilnahmen. Von der Initiative wird eine Diskussion gefordert, in der es nicht um ein Verbot ginge, sondern um Widerstand. Auch während der Messe wolle die Initivative, hinter der mehr als 70 unabhängige Verlage und circa 200 Einzelpersonen stehen, verschiedene Aktionen starten, wie politische Diskussionen anzuleiten und mit den Messebesuchern ins Gespräch zu kommen.

Aufruf zu Respekt, Toleranz und Vielfalt

Die Veranstalter der Leipziger Buchmesse rufen hingegen zu Respekt, Toleranz und Vielfalt auf. Die gesamte Zivilgesellschaft sei gefordert, sich wieder mehr mit inhaltlichen Themen auseinanderzusetzen und auch extreme Positionen nicht wegzuschweigen, sagte Börsenvereinschef Heinrich Riethmüller in Anbetracht des Erstarkens rechter Kräfte und Verlage. „Ein lebendiger Meinungsbildungsprozess, der geprägt ist von der inhaltlichen Auseinandersetzung, dem Austausch, der Diskussion und der Debatte, ist essenziell für unsere Demokratie.“ Vor allem ginge es den Veranstaltern um die Meinungsfreiheit.

Die Leipziger Buchmesse läuft vom 15 .März  – 18. März 2018. Parallel zur Messe findet auch wieder „Leipzig liest“ statt, in dessen Rahmen 3.600 Veranstaltungen an 550 Orten in und um Leipzig angeboten werden.

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