Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: März

Eine kleine Auswahl des literarischen Veranstaltungskalender in Frankfurt mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr….

1.3., 19 Uhr: Frankfurt-Krimis in Wort und Bild

Chris Böhm & Irmgard Schürgers:
Frankfurt-Krimis in Wort und Bild
Ort:
Stadtteilbibliothek Schwanheim
Eintritt:
4,-

Zwei neue Kriminalfälle und zwei altbekannte Ermittlerteams: Chris Böhm präsentiert „Der Harlekin“. Irmgard Schürgers liest aus „Denn sie wissen, was sie tun“. Eine Foto-Show zeigt die Original-Schauplätze.

3.3., 18 Uhr: JuLiP – Jugendliteraturpreis

Lesung und Preisverleihung
Ort: Zentralbibliothek
Eintritt: frei

Zum 4. Mal waren Jugendlichen zwischen 10 und 19 Jahren aufgerufen, Kurzgeschichten zu schreiben. Vor der Bekanntgabe der Sieger lesen die Nominierten.

In Zusammenarbeit mit Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Metzler-Stiftung, FRIZZ, Fazit-Stiftung, Athlon Place Stiftung, Ringelsuse.

6.3., 20 Uhr: Poetische Positionen

Moderation: Malte Kleinjung
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (VVK) | 8,-/5,- (AK)

Lebt denn der alte Charles Bukowski noch? Nein, er ist mausetot. Aber unter seiner Fahne wird weitergedichtet: „Alles/ Sammeln hat Route“, schreibt Martin Piekar in AmokPerVers, und wer ihm auf seinem poetischen Parcours folgt, kommt an „Mülleimern“ vorbei, läuft über den „Catwalk aus der Trinkhalle“ oder gerät ins „Gravitationsfeld der Theke“. Das Material, das er dabei sammelt, ist der „ehrliche Dreck“ einer Großstadt wie Frankfurt: „Fließ sacht Main, ich singe dir mein Lied“. Dieses Ich grölt und summt nicht nur vom Lieben und Feiern, sondern auch von Terror und Prekarität. Das Mittel der Wahl dazu: Umbenennung. Kein Buchstabe kann sich sicher sein. „Iron Majdan – Fear of the Park“ gibt den Ton vor. Hinzukommen: Emphase! Dringlichkeit! Da will jemand was. Diese „Heavy-Metal-Minne“ (Gerrit Wustmann) muss man live erlebt haben.

Martin Piekar, geboren 1990 in Bad Soden, studiert Philosophie und Geschichte an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Seine Gedichte wurden in zahlreichen Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht. 2014 erschien sein Debütband Bastard Echo, 2016 Überschreibungen, ein E-Book mit Jan Kuhlbrodt. Martin Piekar erhielt Stipendien und Preise, zuletzt den hr2-Literaturpreis (2016) und den Atta-Troll-Superpreis für radikale Ideologiekritik (2016). AmokPerVers ist sein zweiter Band.

13.3., 20 Uhr: Die Neue Frankfurter Schule

Pit Knorr. Die Neue Frankfurter Schule
Ort:
Bibliothekszentrum Bergen-Enkheim
Eintritt: 
frei

Knorr ist als Mitbegründer der Satirezeitschrift Titanic, als Autor und Regisseur sowie durch seine Zusammenarbeit mit Otto Waalkes bekannt. Der Satiriker gehört zur Neuen Frankfurter Schule (NFS), die sich der systematisch betriebenen Sinnverweigerung, ohne gesellschaftsunkritisch zu sein, verschrieben hat.

In Zusammenarbeit mit der LeseInsel.

20.3., 20 Uhr: Lesung Angela Steidele

Angela Steidele „Anne Lister. Eine erotische Biographie“
Moderation: Insa Wilke
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (VVK) | 8,-/5,- (AK)

‚The xx‘ hätten Anne Lister bestimmt Freude gemacht. Der Name der Indie-Pop-Combo war für die Landadelige aus Yorkshire Programm. Meint ‚x‘ im Englischen gemeinhin einen Kuss, ist es in ihren verschlüsselten Tagebüchern viel mehr als das. Hier bedeutet ein ‚x‘ am Rand Masturbation, ‚Kuss‘ hingegen einen Orgasmus mit einer anderen Frau: „Zwei gute Küsse gleichzeitig gestern Nacht & drei heute Morgen, nach 8 Uhr“. Akribisch führt Anne über ihre Affären Buch – eine Chronik gleichgeschlechtlicher Liebe aus dem 19. Jahrhundert, überliefert gegen alle Wahrscheinlichkeit. Vorsicht aber vor Verklärung! So unerschrocken Anne Lister ihrem Begehren Erfüllung verschafft, so rücksichtslos verfährt sie bisweilen mit Geliebten, Verflossenen und Menschen niederer Herkunft: „Die emanzipatorische Tat Anne Listers ist nicht ihr Leben, sondern, dass sie es aufgeschrieben hat“ (Insa Wilke). Mit dieser erotischen Biographie setzt Angela Steidele fort, was sie u.a. am Beispiel Adele Schopenhauers begonnen hat: Dem Leben und Lieben von Frauen einen Platz in der Geschichte zu geben. Auf Basis dechiffrierter Tagebücher erzählt Steidele vom Alltag und Sex Anne Listers.

Angela Steidele, 1968 geboren in Bruchsal, studierte Literaturwissenschaft, Musikwissenschaft und Philosophie. Ihre 2003 erschienene Dissertation behandelt Liebe und Begehren zwischen Frauen in der deutschsprachigen Literatur 1750-1850. Sie veröffentlichte u. a. In Männerkleidern. Das verwegene Leben der Catharina Linck alias Anastasius Rosenstengel sowie Geschichte einer Liebe: Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens. Für ihr literarisches Debüt Rosenstengel erhielt sie 2015 den Bayerischen Buchpreis. Angela Steidele lebt in Köln.

 

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

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