Die Geschichte der Tinte

Im Gutenberg-Museum in Mainz findet im Juni eine Ausstellung zu „Unsere Schönsten“: Tintenfässer vom 19. bis zum 20. Jahrhundert statt. Insgesamt werden in diesem Rahmen eine Auswahl von 287 Tintenbehältnissen präsentiert, aus einer Zeit, in der handgeschriebene Briefe noch nicht zur Nostalgie führten.

Die Tinte selbst ist eine Erfindung, die bereits um 3000 v. Chr. in Ägypten verwendet wurde. Zu Beginn bestand Tinte noch aus Ruß und verschiedenen Bindemitteln, wie Gummi arabicum. Erst später, etwa um 1000 v. Chr. wurde die Rußtinte durch Tusche ersetzt. Zur Herstellung von Tusche wurde der Ruß aus verbrannter Nadelholzkohle oder Lampenöl verwendet und mit einem Leim aus Gelatine vermischt. Dieses Gemisch wurde anschließend in Stangen gepresst und getrocknet. Zum Schreiben verrieb man schließlich die Tuschestangen mit Wasser. In der Kalligrafie hat sich diese Methode bis heute erhalten.

Interessant ist auch der Bericht von Cicero, der von einem Gebrauch der Tintenbeutel von Tintenfischen schreibt. Diese wurden getrocknet und gemörsert, wobei ein braunschwarzer Farbstoff gewonnen wurde. Die Verwendung der sogenannten Sepiatinte wurde bis 1780 bewilligt.

Es gibt natürlich noch weitere Tintenarten, wie die pigmentierte Tinte aus der auch die Goldtinte im Mittelalter entwickelt wurde. Und wer kennt sie nicht noch von früher? Die Geheimtinte! Sie wird auch sympathetische Tinte genannt und wird erst unter einem bestimmten Lichteinfall sichtbar oder sie verändern ihre Eigenschaften nach einiger Zeit. Die extra Zutat für die Herstellung der Tinte ist dabei zum Beispiel Zitronensaft oder der Saft einer Küchenzwiebel. Erst beim Erwärmen des beschriebenen Papiers wird in diesem Fall die Schrift sichtbar.

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