Fahrad Showgi erhält Peter-Huchel-Preis 2018

Bereits seit 1983 wird der Peter-Huchel-Preis vom Land Baden-Württemberg und dem Südwestrundfunk für herausragende lyrische Werke verliehen. Zudem soll auch das Interesse der Öffentlichkeit für die lyrische Gattung geweckt werden. Der Preis ist benannt nach dem Lyriker und Chefredakteur der Kulturzeitschrift „Sinn und Form“ und ist mit 10.000 Euro dotiert. Er wird von einer aus sieben unabhängigen Literaturkritikern und -wissenschaftlern sowie Autoren bestehenden Jury vergeben.

Für seine Neuerscheinung „Wolkenflug spielt Zerreißprobe“ aus dem Jahr 2017 wird nun Fahrad Showgi mit dem Peter-Huchel-Preis geehrt. Der in Prag geborene Lyriker und Mediziner, der heute in Hamburg lebt, überzeugte die Jury mit seinem Gedichtband. Bei diesen handle es sich um „poetische Beobachtungen, die immer wieder am Anfang beginnen, um zu einem neuen Infinitiv zu gelangen – einer neuen Vorstellung von Landschaft zwischen den Himmelsrichtungen“, fasst die Presseinformation zusammen.

 

Das Zimmer 4

Die Wände sind kühl. Müde liegen wir dazwischen, die
Knie gegen die Wüste gerichtet, gegen das grobe Korn der
Fasertapete.
Wer öffnet das Fenster?
Wehe dem Mond
strengt sich an stehenzubleiben
wie jetzt das Schweigen
wir liegen hier
soweit die Augen tragen

(Fahrad Showgi)

Eine Antwort hinterlassen