Archiv für den Monat Oktober 2017

Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: November

Samstag, 28. Oktober 2017

Eine kleine Auswahl des literarischen Veranstaltungskalender in Frankfurt mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr….

 

Bis 12.11.: Aufbruch ins romantische Universum

Aufbruch ins romantische Universum: August Wilhelm Schlegel
Ausstellung
Ort: Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag, 10.00-18.00 Uhr, Sonn- und Feiertage, 10.00-17.30 Uhr (14. und 15. September geschlossen)

Am 5. September 2017 jährt sich der Geburtstag des Schriftstellers, Übersetzers und Philologen August Wilhelm Schlegel (1767–1845), einer der Hauptfiguren der deutschen und der europäischen Romantik, zum 250. Mal. Vielseitig und ein langes Leben außerordentlich produktiv, war Schlegel der europäischste von allen Romantikern, National- und Universalpoet in einem. Dabei war er längst nicht nur Übersetzer – seine Shakespeare-Übersetzungen gelten bis heute als mustergültig –, sondern auch ein ebenso begnadeter wie gefürchteter Kritiker, Satiriker und Essayist. Nicht zuletzt war er es, der die Gedanken der Romantik einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machte und den interkulturellen Dialog weit über die deutschen Grenzen hinaus immer wieder aufs Neue suchte. Schlegels Weg als Romantiker richtete sich – anders als bei seinem Bruder Friedrich oder bei Novalis – weniger nach innen als vielmehr nach außen, sah er doch seine Aufgabe darin, die kulturellen Räume Europas im Zeichen des „Romantischen“ literarisch neu zu vermessen und bis nach Indien auszuweiten.

Die Jubiläumsausstellung im Freien Deutschen Hochstift lässt diesen Universalpoeten der Romantik lebendig werden. Sie zeigt bislang weitgehend unbekannte Originale – Werkmanuskripte, Korrespondenzen, Stücke seiner indischen Sammlung, einen Maternkasten mit den von Schlegel eigens in Paris entwickelten Sanskrittypen, noch nie gezeigte Stücke aus Privatbesitz und vieles mehr – und sie bietet zugleich einen multimedialen Zugang. Im Zentrum steht das interkulturelle Schaffen Schlegels, das sich an jedem seiner Aufenthaltsorte in Europa neu entfaltete und anderen Gegenständen zuwandte. So gerät erstmals das gesamte Spektrum seines Werkes in den Blick.

5.11., 11 Uhr: LiteraturLounge

Dieter Krause „Kollwitz 66“ 
Moderation: Martin Maria Schwarz (hr2-kultur)
Ort: Literatur & Bahn im Haus am Dom
Eintritt frei

Dieter Krause wächst am Ost-Berliner Kollwitzplatz auf, dessen Hinterhöfe den Murmelspielern und Indianern gehören. Anstelle von ideologischen Kämpfen werden Konflikte mit Tüten voller Wasser und Stinkbomben ausgefochten. Die fünfziger Jahre sind für den Jungen eine Übergangszeit: Zwischen heimlich gehörten Elvis-Songs und Begegnungen mit russischen Soldaten wechselt er regelmäßig von einem Sektor in den anderen und beinah ebenso häufig die Schule. Ende der Fünfziger wird die Wohnung der Eltern heller, buntes Geschirr, ein Fernseher, erst ein Motorrad mit Beiwagen und dann sogar ein Trabi werden angeschafft. Vor den persönlichen Abenteuern und familiären Fortschritten rückt das politische Geschehen in den Hintergrund und bleibt lediglich in den Liedern, die den Teenager umgeben, präsent. Dies ändert sich jedoch, als mitten in die Sommerferien 1961 die Nachricht vom Mauerbau platzt.

Dieter Krause wurde 1947 in Berlin geboren und lebt dort. Er studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin Philosophie. Danach arbeitete er als Redakteur bei der Berliner Zeitung. In dieser Zeit bildete er mit ehemaligen Kommilitonen eine konspirative Oppositionsgruppe. Nach deren Zerschlagung durch die Stasi endete auch seine Zeitungstätigkeit.

 

12.11., 15 Uhr: Kinderbuch-Sonntag

Kinderbuch-Sonntag Moni Port und Philip Waechter „Der Flugplatzspatz nahm auf dem Flugblatt Platz“
Ort: Literaturhaus Frankfurt
Eintritt: 5,- / für Kinder ab 6 Jahren

Nach „Was liegt am Strand und redet undeutlich?“ und „Was sitzt im Wald und winkt?“ hat Moni Port sich etwas Neues ausgedacht: Schnellsprecher und Zungenbrecher sorgen seit Fischers Fritze für die schönste Zungenakrobatik – aber jetzt ist es Zeit für ein paar neue Sprüche! Für „Der Flugplatzspatz nahm auf dem Flugblatt Platz“ (Klett Kinderbuch) hat sie die besten für uns gesammelt und sich mit Philip Waechter zusammengetan. Der gehört ebenfalls zur Frankfurter Ateliergemeinschaft LABOR und ist ein beliebter und gefeierter Illustrator. Im Literaturhaus erzählen sie in einer Mitmachlesung, wie man Zungenbrecher erfindet und wie die Bilder zu den Texten entstanden sind.

Eine Veranstaltung der Reihe „Seitenwechsel – Vom Text zur Illustration“. Ermöglicht wird das Projekt durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain im Rahmen des Schwerpunktthemas „Transit“. Das Junge Literaturhaus wird unterstützt von der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung.

 

14.11., 20 Uhr: Debütantenball

Debütantenball mit Julia Rothenburg und Julia Weber
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,- / 4,- (VVK) // 8,- / 5,- (AK)
Moderation: Malte Kleinjung

Das Paar, das diese Romane für einen Abend bilden, dreht sich um verpasste Möglichkeiten, falsche Abzweigungen und versperrte Wege. Die Debüts berühren sich in der nur scheinbar simplen Frage: Wie wird man zu dem, was man ist? René Koslik, dem Titelheld von Julia Rothenburgs Koslik ist krank, kann die Vergangenheit gestohlen bleiben. Als Volkshochschullehrer ohne Ambitionen ist er mit sich im Reinen. Bis er mit Verdacht auf Schlaganfall in ein Freiburger Krankenhaus eingeliefert wird. Die kafkaesken Abläufe, die dort herrschen, machen den Mittvierziger hilflos wie ein Kind – entsprechende Erinnerungen inklusive. Und dann trifft er zu allem Überfluss noch auf einen alten Freund, den er längst vergessen haben wollte. Einen Blick zurück wirft auch Maria in Julia Webers Immer ist alles schön: Wie sie ihre zwei Kinder, Anais und Bruno, bekommt und alleine aufzieht, wie sie dafür nicht nur ihre Freundinnen, sondern auch ihre Träume aufgeben muss und schließlich Trost im Alkohol sucht. Während Maria die Vergangenheit erhellt, sieht Anais die Gegenwart. Dieses perspektivische Wechselspiel lässt die Bedürfnisse einer erwachsenen Frau mit den Erwartungen eines Kindes kollidieren, gekleidet in einer Sprache von seltener poetischer Schönheit.

Julia Rothenburg wurde 1990 in Berlin geboren und studierte Politik sowie Sozialwissenschaften in Berlin und Freiburg. 2012 gewann sie den Wettbewerb „Haltlose Prosa“ der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit, 2015 erhielt sie den Retzhof-Preis für junge Literatur. Darüber hinaus war Julia Rothenburg Stipendiatin der Schreibwerkstatt der Jürgen-Ponto-Stiftung im Jahr 2016.

Geboren in Moshi (Tansania), kehrte Julia Weber zusammen mit ihrer Familie 1985 nach Zürich zurück, wo sie literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel studierte. Neben ihrem 2012 ins Leben gerufenen Literaturdienst gilt Julia Weber als Mitbegründerin der Künstleraktionsgruppe „Literatur für das, was passiert“. Heute lebt und arbeitet sie mit ihrer Familie in Zürich.

Mit freundlicher Unterstützung von Pro Helvetia

27.11., 19.30 Uhr: Lesung Bachtyar Ali

Bachtyar Ali „Die Stadt der weißen Musiker“
Ort:
Literaturhaus Frankfurt
Eintritt:
9,- / 6,-
Moderation: Martin Maria Schwarz (hr2-kultur)
Lesung deutscher Text: Isaak Dentler (Schauspiel Frankfurt)

Der bedeutende kurdische Autor Bachtyar Ali hat mit „Der letzte Granatapfel“ eine große Aufmerksamkeit in Deutschland gefunden. Er gilt im irakischen Kurdistan als einer der bekanntesten zeitgenössischen Schriftsteller und Poeten und vielen als „das Gewissen eines katastrophengebeutelten Volkes.“ 1966 in Sulaimaniya (Nordirak) geboren, geriet er knapp 18jährig in Konflikt mit der Diktatur Saddam Husseins, wurde bei Studentenprotesten verletzt und brach sein Geologiestudium ab. Fortan widmete er sich der Poesie und Literatur und lebt seit 20 Jahren in Deutschland. Nun erscheint im Unionsverlag sein zweiter Roman auf Deutsch: „Die Stadt der weißen Musiker“. Es ist der monumentale Roman einer Welt, in der der Tod allgegenwärtig ist und die Künste ungeahnte Rettung bringen. Das Gespräch in deutscher Sprache moderiert Martin Maria Schwarz (hr2-kultur). Die Übersetzung von Peschawa Fatah und Hans-Ulrich Müller-Schwefe liest der Schauspieler Isaak Dentler (Schauspiel Frankfurt).

30.11., 20 Uhr: open mike

open mike-Preisträgerlesung
Ort:
Hessisches Literaturforum im Lokal im Mousonturm
Eintritt:
7,- / 4,- (VVK) // 8,- / 5,- (AK)
Moderation: Björn Jager und Malte Kleinjung

Einmal beim ‚open mike’ mit von der Partie sein – diesen Wunsch hegen hierzulande viele junge Autor*innen. Denn der wichtigste literarische Nachwuchswettbewerb, der alljährlich in Berlin ausgetragen wird, gilt als „Türöffner“ und „Talentschuppen“. Wer hier gewinnt, bekommt einen Fuß in den Literaturbetrieb. Für so manche Karriere war der ‚open mike’ ein regelrechter Startschuss. Jedenfalls machen sich die Sieger erstmal auf den Weg: nach Wien, Frankfurt und Bern, um aus den prämierten Texten zu lesen und über sie zu sprechen. Bereits zum zweiten Mal dürfen wir die preisgekrönte Reisegruppe bei uns begrüßen – zwischen Sesseln und Brokat, zu Softdrinks oder harten Sachen im Lokal des Mousonturms.

Eine Veranstaltung des Haus für Poesie und der Crespo Foundation in Kooperation mit dem Hessischen Literaturforum im Mousonturm.

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

„IT meets Print“ – Fachkongress in Frankfurt

Sonntag, 22. Oktober 2017

Die „IT meets Print“ findet am 9. November in Frankfurt statt. Der Fachkongress gibt Auskunft darüber, welche Auswirkungen die zunehmende Digitalisierung in Industrie und Handel auf die Druckproduktion haben. Viele Druckunternehmen müssen sich dem Zeitalter der Digitalisierung stellen und befinden sich daher im Transformationsprozess. Auf dem Kongress sollen die neuen Herausforderung, aber auch das entstandene Potential der Digitalisierung der Druckproduktion vorgestellt und diskutiert werden. Es sind Experten geladen, die Vorträge zu den verschiedenen Themen halten, die Sie im angeführten Programm finden können.

Wann? Donnerstag, 9. November 2017; ab 9 Uhr Registrierung + Frühstück; ab 10 Uhr Kongress; Ende: 16:30 Uhr

Wo? IntercityHotel Frankfurt Airport

Programm

  • Begrüßung durch die Moderatoren  (Judith Grajewski & Bernhard Niemela, Deutscher Drucker Verlagsgesellschaft, Ostfildern)
  • Zahlen, Fakten und Trends – das werden Kunden in Zukunft von Druckdienstleistern verlangen (Bernhard Niemela, Deutscher Drucker Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG)
  • Ohne Kundendaten keine Kundenorientierung (Steffen Setzer, Leitung Vertrieb & Marketing – Prokurist, Laserline, Berlin)
  • IT-Systemarchitektur als Basis für erfolgreiche Printkommunikation (Oliver Frömmer, Vertriebsleiter SDZ eCom, Aalen)
  • Zehn Druckereien – zehn Praxisbeispiele für IT-Integrationen (Judith Grajewski, Deutscher Drucker Verlagsgesellschaft, Ostfildern)
  • Was muss eine Druckerei beim Datenschutz beachten? Sicheres Hosting und Handling von Kundendaten. (Vinzenz Schmidt, Geschäftsführer Wirtz Druck, Datteln)
  • Use case: Produktion im Kundentakt – ein Praxisbericht über die Just-in-Time Fertigung von variablen Broschüren für die Industrie (Thorsten Kelp, Sales Director, Member of the Management , Hofmann Druck + Medien, Traunreut)
  • Mitarbeiter mit IT-Knowhow: Neue Fachleute einstellen oder eigene Mitarbeiter weiterbilden? Was funktioniert am besten? (Simone Marhenke, Stellv. Geschäftsführerin Verband Druck und Medien Nordwest, Lünen)
  • Blick hinter die Kulissen: Individualisierte Zeitschriftenproduktion – welche Hürden gibt es? Learnings aus drei digital gedruckten Ausgaben des Fachmagazins „Deutscher Drucker“ (Jochen Kristek, Leiter Key Account und Sales, Deutscher Drucker Verlagsgesellschaft, Ostfildern)
  • Wie verkaufe ich IT-Leistungen nach außen? Im eigenen Unternehmen oder in einer Neugründung? (Norbert Weckerle, Geschäftsführer apollon GmbH & Co. KG, Pforzheim)
  • To-Do-Liste für Printunternehmen (Judith Grajewski & Bernhard Niemela, Deutscher Drucker Verlagsgesellschaft, Ostfildern)

Preis: 419,- Euro  zzgl. 19 % MwSt.

Anmeldungen sind hier möglich.

George Saunders gewinnt Booker-Preis

Mittwoch, 18. Oktober 2017

George Saunders, geboren 1958 in Texas, ist der Gewinner des diesjährigen Man Booker-Preises. Der US-amerikanische Schriftsteller und Hochschullehrer konnte sich gegen Größen wie Paul Auster durchsetzen und überzeugte die Jury mit seinem Romandebüt „Lincoln in the Bardo“. Der Roman zeigt Amerikas berühmtesten Präsidenten im buddhistischen Bardo, dem Zwischenreich zwischen Leben und Tod. Es geht um die Nacht, in der Abraham Lincoln im Jahr 1862 seinen elfjährigen Sohn zu Grabe trug.
Die Jury beschrieb den Roman als „geistreiche, intelligente und tief bewegende Erzählung“.

Saunders ist der zweite amerikanische Schriftsteller, der den wichtigsten britischen Literaturpreis erhält. Dotiert ist der Preis mit 50.000 Pfund.
Seit 1969 wird mit dem Man Booker Preis jährlich der beste englischsprachige Roman, der im Vereinigten Königreich veröffentlicht wurde, ausgezeichnet.

Interessantes von der Buchmesse…

Freitag, 13. Oktober 2017

Der Philosoph und Autor Richard David Precht präsentiert auf der Frankfurter Buchmesse sein neues Buch Erkenne dich selbst, Geschichte der Philosophie 2. Precht beschreibt es unter anderem als einen Versuch, Philosophie jenseits der Hochschulen für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

„Das Problem besteht darin, dass die Hochschul-Philosophie heute hochgradig spezialisiert ist. Das heißt, wir haben hochspezialisierte Leute und das führt dazu, dass sich Leute ein Leben lang mit der Adverbialphrase beschäftigen. Und die anderen, die an den Universitäten arbeiten, sind zum größten Teil Historiker, also Leute, die sich exzellent mit Platon auskennen, aber sich keine Gedanken über die Gegenwart machen, also Altbausanierung im Bereich des Geistes betreiben. Das führt dazu, dass Hochschulphilosophie kaum noch wahrgenommen wird. Und ich würde mich freuen, wenn sich Philosophen wieder mehr in der Öffentlichkeit einmischen, zumal wir ja in einer großen gesellschaftlichen Umbruchszeit leben.“

Deutschland Radio Kultur hat ihn auf der Buchmesse getroffen, um mit ihm über seine Arbeit und sein neues Buch zu sprechen. Das ganze Interview finden Sie hier.

Robert Menasse erhält Deutschen Buchpreises

Dienstag, 10. Oktober 2017

Robert Menasse erhält für den Roman „Hauptstadt“ den Deutschen Buchpreis. Die Jury begründet die Entscheidung damit, dass der österreichische Autor es geschafft habe, einen europäischen Roman zu schreiben, der in der Tradition Balzacs stehe. Die Satire stellt Beamte der Kulturabteilung in den Mittelpunkt, die das Image der EU-Kommission zu deren Geburtstag aufpolieren sollen. Die Geschichte führt die Protagonisten in sechs EU-Länder.

Die Begründung folgt weiter: „Das Humane ist immer erstrebenswert, niemals zuverlässig gegeben: Dass dies auch auf die Europäische Union zutrifft, das zeigt Robert Menasse mit seinem Roman ‚Die Hauptstadt‘ auf eindringliche Weise. Dramaturgisch gekonnt gräbt er leichthändig in den Tiefenschichten jener Welt, die wir die unsere nennen. Und macht unter anderem unmissverständlich klar: Die Ökonomie allein, sie wird uns keine friedliche Zukunft sichern können. Die, die dieses Friedensprojekt Europa unterhöhlen, sie sitzen unter uns – ‚die anderen‘, das sind nicht selten wir selbst. Mit ‚Die Hauptstadt‘ ist der Anspruch verwirklicht, den Robert Menasse an sich selbst gestellt hat: Zeitgenossenschaft ist darin literarisch so realisiert, dass sich Zeitgenossen im Werk wiedererkennen und Nachgeborene diese Zeit besser verstehen werden.“

Robert Menasse ist 1954 in Wien geboren. Er studierte in Wien, Salbzburg und Messina Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft. Bereits 1973 wurde seine erste Erzählung Nägelbeißen in der Zeitschrift Neue Wege  veröffentlicht. 1988 veröffentlichte er schließlich den Roman Sinnliche Gewissheit, der erste Teil der Trilogie der Entgeisterung. Es folgen eine Vielzahl von weiteren Romanen, Veröffentlichungen und Auszeichnungen. Darunter erhielt Menasse auch den Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik.

Die Frankfurter Buchmesse 2017

Freitag, 06. Oktober 2017

In ein paar Tagen ist es wieder so weit: Vom 11. – 15. Oktober findet die 69. Frankfurter Buchmesse statt. Sie gilt als weltweit größtes Event der Publishing-Welt und zeichnet sich durch ihre Internationalität aus. Es werden etwa 7000 Aussteller Vorort sein und hinzu gibt es noch 4000 Veranstaltungen, an denen die Besucher teilnehmen können. In den ersten drei Tagen ist die Messe ausschließlich für Fachbesucher geöffnet. Ab dem 14. Oktober sind anschließend die Publikumstage. Insgesamt wird mit etwa 270.000 Besuchern gerechnet.

Das diesjährige Gastland ist Frankreich. Als Ehrengast steht es im im Fokus des internationalen Mediengeschehens und rückt die französische Sprache in den Mittelpunkt seiner Präsentation.
Die Tradition des Ehrengastes wurde bereits 1976 eingeführt und soll der Messe ihre individuelle Prägung geben. Das auserwählte Land und dessen Verlagsbranche erfährt in der Zeit durch die Medien eine besondere Aufmerksamkeit (Erwähnung in rund 5.000 Medienberichten) und ist ebenso ein Publikumsmagnet. Natürlich erhält das Gastland im Rahmen der Buchmesse noch weitere Privilegien. Das selbsternannte Ziel ist dabei die stärkere Vernetzung der Verlagsbranche und Kulturinstitutionen, die Literatur international bekannter zu machen und die Steigerung der Übersetzungen des jeweiligen Landes.
Für die Ernennung zum Ehrengast kann sich jedes Land, das bestimmte Voraussetzungen erfüllt, bewerben. Die Entscheidung für ein Gastland fällt die Frankfurter Buchmesse schließlich in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Ein Tagesticket für die Frankfurter Buchmesse kann man bereits ab 19€ erhalten. Das Programm sowie weitere Informationen finden Sie hier.

Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: Oktober

Sonntag, 01. Oktober 2017

Eine kleine Auswahl des literarischen Veranstaltungskalender in Frankfurt mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr….

„GegenBuchMasse“

Datum: 4. bis 14. Oktober

Die GegenBucMasse präsentiert informative und spannende Neuerscheinungen aus kleineren und linken Verlagen an mehreren Veranstaltungsorten in Frankfurt am Main. Sie findet in diesem Jahr zum 22. Mal statt und wird von verschiedenen Gruppen und Initiativen getragen, die kritischen Gedanken ein Forum geben wollen.

Weitere Informationen zu der GegenBuchMasse finden Sie hier.

4.10., 20 Uhr: Lesung Doron Rabinovici

„Die Außerirdischen“
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,- / 4,- (VVK) // 8,- / 5,- (AK)
Moderation: Björn Jager

Die Nachricht kommt zum Frühstück: Im Radio hört Sol, Redakteur eines Internetmagazins, dass Außerirdische auf der Erde gelandet sind. Panik bricht aus, es kommt zu Plünderungen. Dann aber die erlösende Nachricht: Es gehe, so lassen Regierungsvertreter vermelden, den Wesen nicht um die Eroberung der Erde, sondern um friedliche Koexistenz. Nur eine Bedingung stellen sie: Menschen müssten sich freiwillig opfern und als Nahrungsquelle dienen. Wer sich zur Verfügung stellt, wird reich belohnt. Schon bald werden überall auf der Welt Spiele ausgerichtet, um „Sieger“ zu ermitteln – und es kommen erste Gerüchte über Lager auf, in denen die Gegner der Gladiatorenkämpfe interniert seien. Mit Die Außerirdischen legt Doron Rabinovici einen faszinierend vielschichtigen Roman vor. Medienhysterie und Sensationsgier werden ebenso in den Fokus genommen wie die Aushöhlung demokratischer Strukturen. Und nicht zuletzt ist der Roman eine erschütternde Parabel über eine andere Zeit, in der Lager errichtet wurden.

Doron Rabinovici wurde 1961 in Tel Aviv geboren und übersiedelte 1964 mit seiner Familie nach Wien, wo er heute als Schriftsteller und Historiker lebt. Für sein essayistisches und literarisches Schaffen wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Brentano-Preis 2002. Sein letzter Roman Andernorts stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.

10. – 14.10.: OPEN BOOKS 2017

Das städtische Lesefest OPEN BOOKS stellt vom 10. bis 14. Oktober die interessantesten Neuerscheinungen des Bücherherbsts bei zahlreichen Lesungen rund um den Frankfurter Römer vor. Neu in diesem Jahr ist OPEN BOOKS KIDS, das Kinderbuchprogramm am Samstag und Sonntag.

Weitere Informationen zu OPEN BOOKS finden Sie hier.

10.10., 20 Uhr: Lesung Alban Nikolai Herbst

Alban Nikolai Herbst „Meere“
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,- / 4,- (VVK) // 8,- / 5,- (AK)
Moderation: Björn Jager

2003 erscheint Alban Nikolai Herbsts Künstler- und Liebesroman Meere. Er schildert darin die Amour Fou zwischen dem Bildhauer Fichte und der deutlich jüngeren Irene. Es ist eine Beziehung, die von Grenzüberschreitungen gezeichnet ist: Unablässig setzt Fichte Irene der eigenen Egomanie aus, quält sie beim Sex, betrügt sie, macht sie zum Opfer seiner Wutausbrüche. Auch ein gemeinsames Kind kann die Liebe nicht retten. Kurz nach dem Erscheinen wird das Buch verboten, eine ehemalige Lebensgefährtin Herbsts hatte geklagt. Nur eine öffentliche Lesung fand statt: im Literaturforum. Vierzehn Jahre später erscheint das Buch doch wieder in seiner ursprünglichen Form, nachdem 2008 zunächst eine gekürzte Version publiziert worden war. Es ist an der Zeit, den Roman noch einmal in seiner Urfassung vorzustellen.

Alban Nikolai Herbst, geboren 1955, lebt als Autor von Romanen, Erzählungen, Gedichten und Hörspielen in Berlin. Zuletzt erschien 2015 sein Roman Traumschiff, für den er für den Preis der LiteraTour Nord nominiert war.

12.10., 19.30 Uhr: Lesung Reinhold Messner

Reinhold Messner „Wild oder Der letzte Trip auf Erden“
Ort: Literaturhaus Frankfurt im Schauspiel Frankfurt
Eintritt: 26,- / 12,- (Karten: www.schauspielfrankfurt.de)

Der Abenteurer und Autor Reinhold Messner erzählt über die Wildnis und das, was uns in ihr überleben lässt: Es ist das Schicksalsjahr 1914. Die berühmte Shackleton-Expedition in die Antarktis. Der englische Abenteurer Frank Wild macht sich zusammen mit dem bedeutenden Polforscher Ernest Shackleton und 26 Männern zum »letzten Trip auf Erden« auf – sie wollen die Antarktis durchqueren. Ihr Schiff, die Endurance, aber wird vom Packeis zerstört, drei Monate driften sie auf einer Eisscholle nordwärts und retten sich schließlich auf eine Insel, auf der sie nie jemand finden wird. Während Shackleton aufbricht, um Hilfe zu holen, bleiben 22 Männer unter der Führung von Frank Wild zurück, in dauernder Dunkelheit und eisiger Kälte. Allein durch seine Persönlichkeit erhält Wild in seinen Männern das Vertrauen auf Rettung aufrecht – einen ganzen antarktischen Winter lang, dem schlimmsten Gefängnis der Welt. „Wild“ erscheint im S. Fischer Verlag.

Eine Veranstaltung des Literaturhaus Frankfurt in Kooperation mit dem Schauspiel Frankfurt 

28.10., 19.30 Uhr: Lesung Sibylle Lewitscharoff

Sibylle Lewitscharoff „Das Pfingstwunder“
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,- / 4,- (VVK) // 8,- / 5,- (AK)
Moderation: Prof. Dr. Rainer Stillers, Vorsitzender der Deutschen Dante-Gesellschaft

Ein „Meisterwerk der Dante-Vermittlung“ (Die Welt), „eine Apotheose der Kunst“ (NZZ) oder gar „eine Art Gottesbeweis“ (ZEIT)? Zumindest in einem Punkt herrscht in der Literaturkritik Einigkeit: Sibylle Lewitscharoffs Das Pfingstwunder ist ein großartiger Roman. Gottlieb Elsheimer heißt sein Erzähler, ein Romanist, der als einziger Teilnehmer von einem prominent besetzten Dante-Kongress im Rom zurückgekehrt ist. Die anderen 33 Philologinnen und Philologen nebst dreier Angestellter sind verschwunden. Wie und warum bloß ohne ihn – darum kreist Elsheimers mal resignative, mal euphorische Rekonstruktion dessen, was ein paar Tage zuvor mit einer Reihe von Vorträgen begonnen hat. Es ist eine Liebeserklärung an die Commedia Divina, die in verschiedenen Übersetzungen selbst zu Wort kommt, deren Komplexität und sprachliche Schönheit imposant in Szene gesetzt wird. Wen danach die Lust auf Dante packt, darf sich nicht wundern.

Sibylle Lewitscharoff wuchs in Stuttgart auf und lebt seit 1973 in Berlin, wo sie Religionswissenschaft studierte. Sie ist eine der höchstdekorierten Autorinnen Deutschlands. U.a. wurde sie mit dem Bachmannpreis sowie dem Büchnerpreis ausgezeichnet.

In Kooperation mit der Deutschen Dante Gesellschaft.

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.