Archiv für den Monat Februar 2017

Druckpressen und Druckmaschinen

Samstag, 25. Februar 2017

Wie es der Name bereits erahnen lässt, ist die Druckpresse ein mechanisches Gerät, mit dessen Einsatz eine gefärbte Druckform, hauptsächlich Texte, auf einen Bedruckstoff übertragen werden kann. Es entsteht ein Abdruck. Bereits zur Zeit der Renaissance (ab dem 15. Jahrhundert) konnte eine Druckerpresse an einem Tag mehrere hundert Seiten drucken. Zum Vergleich: mit dem Handdruckverfahren konnten vierzig Seiten angefertigt werden. Durch die Mechanisierung der Buchdruckkunst, ausgehend von Johann Gutenberg im Jahr 1410 in Mainz, konnten Bücher als „Massenprodukt“ hergestellt werden. Um 1500 wurden in Westeuropa mithilfe der Druckpressen über 20 Mio. Werke verbreitet, wobei sich die Gesamtproduktion im Laufe des 16. Jahrhunderts auf das Zehnfache ausweitetet, also um die geschätzten 150 bis 200 Mio. Exemplare!

Gutenberg-Presse und die Stanhope-Presse

Die Gutenberg-Presse und die Stanhope-Presse gehören zu den handbetriebenen Pressen. Ihre Leistung fällt noch relativ gering aus. Die Gutenberg-Presse, die um 1600 entwickelt wurde, konnte pro Stunde 240 Seiten herstellen, wozu im Vergleich die Stanhope-Presse (1800) bereits 480 Seiten pro Stunde anfertigen konnte.
Die Gutenberg-Presse war wahrscheinlich eine Weiterentwicklung und Umgestaltung einer Spindelpresse (1442), die bei der Papier- und Weinherstellung eingesetzt wurde. Dabei bewirkte das Drehen der Spindel mit Hilfe des Pressbengels eine Abwärtsbewegung einer senkrechten Metallplatte, die den entstehenden Druck auf die Unterlage mit dem Druckstoß verteilte. Die Unterlage wiederum befand sich auf einem bewegbaren Karren, auf dem das Druckmaterial lag.

Dampfgetriebene Maschinen

Bereits einige Jahre später, wurden die dampfgetriebenen „Koenig & Bauer“-Maschinen weiterentwickelt. Im Jahr 1818 schaffte eine Maschine etwa 2400 Seiten pro Stunde.
Die erste Zylinderdruckmaschine wurde 1811 von Friedrich Koenig (später dann in Zusammenarbeit mit Andreas Friedrich Bauer) erfunden und entwickelt und im Jahr 1814 erstmals bei der Zeitung „The Times“ eingesetzt. Dabei wurde zum Gegendruck ein Zylinder verwendet, wodurch sich diese Pressen von den Tiegeldruckpressen (Fläche gegen Fläche) unterschieden. Die Neuheit lag darin, dass alle Funktionen mechanisch ausgeübt wurden und der Antrieb über eine Transmission durch Dampfkraft erfolgte. Außerdem wurde es möglich, auch Rollenpapier zu bedrucken.
Im Jahr 1845 kam es zu einer erneuten Weiterentwicklung durch Richard March Hoe, der die Rotationspresse (Zylinder gegen Zylinder) entwickelte bis es schließlich weiter von einer Maschine zum Automaten kam.

 

Die Leipziger Buchmesse 2017

Donnerstag, 23. Februar 2017

In genau vier Wochen ist es wieder so weit: vom 23.-26. März 2017 werden die Pforten zu der Leipziger Buchmesse geöffnet! Die Leipziger Buchmesse findet alljährlich statt und gilt als erster großer Branchentreff des Jahres mit der Präsentation der Neuerscheinungen des Frühjahrs und als wichtiger Impulsgeber für den Büchermarkt.

Dabei wird eine lange Tradition gepflegt, die weit in das 17. Jahrhundert zurückreicht. Bis 1945 übertrumpfte die Leipziger Buchmesse sogar die weltweitbekannte Frankfurter Buchmesse, was an den Zahlen der vorgestellten Bücher bemessen wurde.

Dennoch hat der vergleichsweise kleinere Rahmen der Messe auch seine Vorteile. So steht die Begegnung zwischen Autor und Besucher im Vordergrund, weshalb der Begriff Publikumsmesse häufig damit in Zusammenhang gebracht wird. Im Jahr 2016 gab es 2.250 Aussteller aus 42 verschiedenen Ländern. Insgesamt 195.000 Menschen besuchten die Messe, wobei die Zahlen zu den Vorjahren steigen.

Eine weitere Besonderheit ist die einzigartige Verbindung von Messe und dem Lesefest in Leipzig. Das Motto lautet: „vier Tage lang eintauchen in die faszinierende Welt der Literatur und spannende Neuerscheinungen, Autoren, Programme und Verlage entdecken.“

Es werden viele verschiedene Themengebiete zum Entdecken angeboten und es finden auch Wettbewerbe in den einzelnen Kategorien statt. Außerdem wird der Preis der Leipziger Buchmesse 2017 verliehen. Eine Jury, unter der Leitung von Kristina Maidt-Zinke, hatte die Aufgabe unter 365 eingereichten Werken jeweils fünf Autoren bzw. Übersetzer in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung für den renommierten Preis auszuwählen und zu nominieren.

Die Liste der Nominierten und weitere Informationen zu der Leipziger Buchmesse finden Sie hier.

Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen e.V.: Veranstaltungen

Montag, 20. Februar 2017

Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen e.V. ist ein Verein, der seit 1987 das kulturelle Leben in Marburg mit gestaltet. Es werden Veranstaltungen, wie Vorträge, Zeitzeugen-Gespräche, Podiumsdiskussionen oder Lesungen,  in den Bereichen Kultur, Wissenschaft und Politik angeboten. Dabei soll ein Dialog entstehen und die literarischen, kulturellen und politischen Entwicklungen aufgezeigt werden. Das Ziel des Vereins ist es, „Brücken zu schlagen zwischen universitärer und städtischer Öffentlichkeit.“

Im März finden zwei interessante, literarische Veranstaltungen statt, die ich Ihnen gerne vorstellen möchte:

Kaouther Tabai Zu „Jasminknospen. Von Tunesien Nach Europa …Und Dann?“

Datum: Mo. 06.03.17
Beginn: 20:00 Uhr
Eintritt: t.b.a.
Ort: TTZ Marburg

Buchvorstellung:

Es spricht viel Erfahrung aus den einfühlsamen und facettenreichen Erzählungen von Kaouther Tabai über das Leben der Menschen in Tunesien: Von der Kindheit in einer chaotischen Familie, der Aufmüpfigkeit junger Mädchen und ihrer Furcht vor sexuellen Übergriffen bis zu den Motiven junger Männer, die ausländischen Touristinnen schöne Augen machen. Abgerundet wird der Band durch die Schilderung eines Lebens in Europa, das so kaum bekannt ist…
Auch die neuen, ehrlichen Zustandsbeschreibungen der Autorin von „Das kleine Dienstmädchen“ offenbaren viele Überraschungen.

Eine Veranstaltung von Strömungen e.V., Deutsch-Tunesische Gesellschaft e.V. (DTG) und dem  Verein „Freundeskreis Marburg-Sfax e.V.“ und der Buchhandlung Roter Stern.

„Ich Habe Auch Gelebt!“ Astrid Lindgren – Louise Hartung Briefe Einer Freundschaft 1953 – 1964

Datum: Do. 09.03.17
Beginn: 19:00 Uhr
Eintritt: frei
Ort: Lomonossow -Keller

Es lesen:

Brigitte Knobl – Astrid Lindgren

Bärbel Zollner – Louise Gunilla Rising Hintz
Auszüge im Original

Adelheid Neumann spielt schwedische Musik auf der Geige

Im zerstörten Berlin von 1953, im Zentrum des Kalten Krieges und in einer Zeit des Umbruchs, treffen sich zwei Frauen, jede auf ihre Art engagiert im Aufbau einer demokratischen und friedlichen Welt. Astrid Lindgren, am Beginn ihrer Weltkarriere stehend, hat bereits 1945 mit Pippi Langstrumpf – die sich bis heute allen Autoritäten widersetzt und stets für die Schwachen eintritt -eine humanistische Antwort auf Krieg und Gewalt gegeben.
Louise Hartung organisiert Lesezirkel für Kinder und Jugendliche mit dem Ziel, die demokratische Entwicklung im Nachkriegsdeutschland durch kulturelle Erziehung zu stärken.
Vor dem Hintergrund der Berlinkrise und Kennedys „Ich bin ein Berliner!“ führen die beiden Frauen intensive Gespräche über Literatur und Politik, den Alltag und die Arbeit, Träume und Sehnsüchte, den Sinn des Lebens und die Liebe. Als Leser erleben wir hautnah, wie Mio mein Mio, Karlsson vom Dach, Michel aus Lönneberga und viele andere Figuren aus der Fantasie der populärsten Kinderbuchautorin in die Welt springen.
Im Briefwechsel gewinnen wir außerdem Einblick in eine Beziehung zwischen Freundschaft und Liebe. Louises Gefühle, die sich Hals über Kopf in Astrid verliebt, werden nicht erwidert. Doch ihre Freundschaft wird von Jahr zu Jahr tiefer. „Ich war wohl klug, dass ich dich fand“, schreibt Astrid an Louise, in Anspielung auf einen anderen, weit zurückliegenden Briefwechsel aus Goethes Zeit.

Die Welt lässt sich möglicherweise am besten durch die Literatur erschließen …

Veranstalter:
Deutsch-Schwedischer Freundschaftsverein Marburg e.V. in Kooperation
Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen e.V.
Buchhandlung Roter Stern

 

Einen Überblick aller Veranstaltungen des Vereins und weitere Informationen finden Sie hier.

Die Typografie – Teil 9: Die Satztechnik

Mittwoch, 15. Februar 2017

Die Satztechnik ist ein technisches Verfahren, bei dem eine Vorlage (bspw. Text, Grafik, Bilder) für den Druck vorbereitet wird und somit „drucktauglich“ wird. Auch der Setzvorgang selbst wird als „Satz“ und die dafür benutzte Schrift als  Satzschrift bezeichnet. Dabei gibt es vielfältige Methoden der Satzherstellung, die sich durch traditionelle und modernden Techniken anwenden lassen können.

Handsatz

Der Handsatz wurde bis ins 19. Jahrhundert angewendet, wobei der Bleisatz ausschließlich per Hand ausgeführt wurde. Bei diesem Vorgang entnimmt der Handsetzer einzelne Bleiletter aus dem Setzkasten und setzt diese in einem Winkelhaken zu Zeilen zusammen. Diese werden wiederum auf einem Setzschiff zu einer Kolumne zusammengefügt. Die Kolumne wird anschließend durch eine Kolumnenschnur umbunden, wodurch sie beweglich wird, aber gleichzeitig ihre Anordnung beibehält.

Maschinensatz

Da der Handsatz ein aufwendiger Arbeitsprozess war, versuchte man Lösungen zu finden, um eben diesen zu vereinfachen. Die Entwicklung einer zuverlässig arbeitenden Setzmaschine gehörte zu den wohl am schwierigsten zu lösenden Aufgaben der Technikgeschichte. Weshalb erst  im Jahr 1822 das erste Patent auf eine Setzmaschine erteilt wurde. Man arbeitete zunächst mit den Lettern aus dem Handsatz, doch die Legierung der Typen waren für die maschinelle Bearbeitung zu weich. Schließlich wurden Maschinen eingesetzt, die mittels Matrizen Schriftzeilen setzten und diese jeweils neu gießen konnten. Man unterscheidet zwischen Zeilensetzmaschinen („Typograph“ und „Linotype“) und Einzelbuchstaben-Setzmaschinen.

Fotosatz

Der Fotosatz geht bis ins 19. Jahrhundert zurück, aber erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurde er auch im Druckereigewerbe eingesetzt. In Deutschland wurde die erste Fotosatzmaschine 1959 aufgestellt. Der Fotosatz ist eine manuelle und maschinelle Herstellung vom Schriftsatz auf fotografischem Weg, wobei das Endprodukt ein Film oder Fotopapier ist. Diese wurden direkt oder nach erfolgter Filmsatzmontage für die Kopie der Druckformen verwendet. Der genaue technische Vorgang bestand im ersten Schritt aus Strahlen einer Lichtquelle, die durch einen Schriftbildträger fielen. Durch ein optisches System wurden die Strahlen gebündelt, wodurch die negativen Schriftzeichen in einer variablen Größe auf einer lichtempfindlichen Schriftscheibe, einer Typenplatte oder einem Filmstreifen abgebildet wurden.
Der Fotosatz wurde auch als „kalter“ oder „schwereloser Satz“ bezeichnet, weil die Druckvorlage fotomechanisch bzw. fotoelektronisch erzeugt wurde.

Computergestützter Satz

Heutzutage werden die meisten Publikationen am Computer erstellt. Man unterscheidet dafür die Bereiche Desktop-Publishing (Satz und Umbruch am Computer) und Struktursatz. Eingeführt wurde der computergestützte Satz 1985 durch die Firmen Apple, Adobe, Linotype und Aldus. Apple brachte mit dem Macintosh den ersten voll grafikorientierten Rechner auf den Markt.
Durch den computergestützten Satz wurden die bis dahin bestehenden Verfahren weitestgehend abgelöst und verdrängt.
Der Schriftsetzer wurde zum „Layouter“.

Die Typografie – Teil 8: Die experimentelle Typografie

Freitag, 10. Februar 2017

Die Typografie ist kein Phänomen, dass sich unbewegt vom gesellschaftlichen Wandel entwickelt, sondern genau in diesem Kontext zu betrachten ist. Wie in der Kunst, wird auch in der Typografie das Bestehende immer wieder hinterfragt und es wird versucht das Bestehende zu überbrücken.
Die „Experimentelle Typografie“, die als eine Bewegung zu verstehen ist, tut genau das. Ab etwa 1945 werden die „klassischen Entwürfe“ mit eigenen Designvorschlägen und neuen Medien in Frage gestellt, wobei diese Experimente sich auf kinematografische, optisch-dynamische und kinetische Ausdrucksversuche beziehen. Dabei verwischt häufig die Grenze zwischen Kunst und Typografie. So haben auch Kunststudenten sich an die experimentelle Typografie herangewagt. Ein paar der Ergebnisse möchte ich nun vorstellen.
(Die Quelle und die Texte zu den Bildern finden Sie hier.)

Maike Wölfl – Zapfino

 

Jana Andrlik – Neue Swift

 

Zeynyp Yildiz – Libelle

Zum Geburtstag des amerikanischen Autors Paul Auster

Dienstag, 07. Februar 2017

„And that’s why books are never going to die. It’s impossible. It’s the only time we really go into the mind of a stranger, and we find our common humanity doing this. So the book doesn’t only belong to the writer, it belongs to the reader as well, and then together you make it what it is.“
Paul Auster 

Der amerikanische Schriftsteller Paul Auster wurde am 3. Februar 70 Jahre alt. Einen Namen machte er sich mit Kriminalromanen, die gesammelt als New-York-Trilogie im Jahr 1987 veröffentlicht wurden. Es folgten eine Vielzahl an Romanen, außerdem schrieb er Essays, Kritiken und Drehbücher. Auster arbeitete auch selbst als Regisseur. Seine Werke wurden in bis zu 40 Sprachen übersetzt und er zählt zu den wichtigsten Autoren der amerikanischen Gegenwartsliteratur.

Wie so häufig kennen Künstler und Schriftsteller keine Altersgrenze, um mit dem Schaffen aufzuhören. So erschien am 31. Januar 2017 ein neuer Roman von Auster mit dem Titel „4 3 2 1“, in dem er über eine Lebensgeschichte in vier Variationen schreibt, die auf einem faszinierendes Gedankenspiel beruht.
Zu dem Schriftsteller und seinem neu erschienen Werk gibt es einen interessanten Beitrag von Deutschland Radio Kultur.
Dabei blickt die Sendung zurück auf die Anfänge Austers als Schriftsteller, erzählt von der Arbeit an „4321“, seinem ersten Roman seit sieben Jahren, und dem politischen Klima in den USA mit Donald Trump als dem neuen Präsidenten.

Den Beitrag zum Anhören finden Sie hier.

 

Veranstaltungsreihe: Frankfurter Premieren

Samstag, 04. Februar 2017

Das besondere an dieser Veranstaltungsreihe: es werden ausschließlich Romane von Frankfurtern Autoren und Autorinnen oder Neuerscheinungen von Frankfurter Verlagen vorgestellt. Auch der Veranstaltungsort, die Villa Metzler, ist prädestiniert für einen literarischen Salon und verbirgt hinzu eine literarische Tradition. Bereits im 19. Jahrhundert war es üblich in Gesellschaften, Lesungen von neu erschienen Romanen abzuhalten, wodurch die Salons zu wichtigen Treffpunkten wurden.
Eine moderne Form dessen soll nun die Frankfurter Premieren darbieten – eine Lesung und Gespräch bei einem Glas Rotwein.

Mittwoch, 15. Februar, 19.30 Uhr
Gerhard Stadelmaier „Umbruch“
Moderation: Helmut Böttiger
Ort: Historische Villa Metzler
Eintritt: 7,- / 5,- / 3,- Euro

Donnerstag, 23. Februar, 19.30 Uhr
Kathy Zarnegin „Chaya“
Moderation: Christoph Schröder
Ort: Historische Villa Metzler
Eintritt: 7,- / 5,- / 3,-

Mittwoch, 1. März, 19.30 Uhr
Lorenz Jäger „Walter Benjamin. Das Leben eines Unvollendeten“

Moderation: Erhard Schütz
Ort: Historische Villa Metzler
Eintritt: 7,- / 5,- / 3,-

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite des Kulturportals der Stadt Frankfurt.