Heinrich Böll: Künstler und Intellektueller

Am 21. Dezember ist der 100. Geburtstag von Heinrich Böll. Er zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern der deutschen Nachkriegszeit. In Form von Romanen, Kurzgeschichten, Hörspielen und Essays setzte er sich kritisch mit der jungen Bundesrepublik auseinander. Eines seiner Ziele war es, das öffentliche Bewusstsein der BRD zu verändern. Dazu stellte Böll Thesen zu einer „Ästhetik des Humanen“ auf, forderte zur „Leistungsverweigerung“ auf, wie in seinem Roman Gruppenbild einer Dame oder wurde zu einem Fürsprecher der moralischen Schönheit des Aussteigens.

Immer wieder machte Böll auf die politischen und sozialen Begebenheiten vor und nach der Zeit von 1945 aufmerksam und forderte die Auseinandersetzung:

„Wir denken immer in Daten, wir denken: 8. Mai 1945, Krieg zu Ende, Nazis weg, Stunde Null – eine große Täuschung. Und diese Täuschung habe ich nicht vollzogen. Ich habe mich immer gefragt: Waren hier überhaupt jemals irgendwo Nazis? Es waren ja 90 Prozent, wir wollen uns doch nichts vormachen. Und plötzlich keine mehr? […]: bis zum 8. Mai waren sie alle Nazis, wirklich, und plötzlich war das weg.“ (Heinrich Böll)

1972 erhielt er den Nobelpreis für Literatur als Würdigung seiner literarischen Arbeit, „die durch ihren zeitgeschichtlichen Weitblick in Verbindung mit ihrer von sensiblem Einfühlungsvermögen geprägten Darstellungskunst erneuernd im Bereich der deutschen Literatur gewirkt hat“.
Böll war der erste Nobelpreisträger der Bundesrepublik.

Deutschlandradio Kultur hat dem Schriftsteller in der LANGEN NACHT einen ausführlichen und interessanten Beitrag gewidmet. Den Beitrag können Sie hier lesen oder hören.

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