Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: Dezember

Eine kleine Auswahl des literarischen Veranstaltungskalender in Frankfurt mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr….

 

4.12., 19.30 Uhr: Kopf & Hörer – Der Frankfurter Hörbuchrückblick

Mit Ulrich Matthes, Sandra Kegel und Diemut Roether
Ort:
Literaturhaus Frankfurt
Eintritt: 7,- / 4,-
Moderation: Hanne Kulessa & Hauke Hückstädt

Kopf & Hörer – Der Frankfurter Hörbuchrückblick ist das erste diskursive Live-Podium zu all jenen Büchern, die wir mit geschlossenen Augen lesen können. Literaturhausleiter Hauke Hückstädt und die Moderatorin des Abends Hanne Kulessa laden Gäste ein, die nicht gerade auf den Ohren sitzen. Kurz vor Weihnachten stellen sie etwa ein Dutzend der besten, der unentbehrlichsten Hörbucherscheinungen des Jahres vor und zeigen so für ein ganzes Jahr, was man nicht überhört haben sollte. Auf dem Podium: der vielfach ausgezeichnete Schauspieler Ulrich Matthes, der selbst vielen Büchern durch seine Stimme Gestalt gegeben hat und genau dies auch heute tun wird. Und den alle kennen vom Theater und aus Filmen wie „Winterschläfer“ oder „Der Untergang“. Neben ihm darf man sich auf die Literaturredakteurin Sandra Kegel (F.A.Z.) sowie die leitende epd-Redakteurin Diemut Roether freuen. Beide sind Juroren der Hörbuchbestenliste von hr2-kultur.

Ein gemeinsamer Abend von hr2-kultur und Literaturhaus Frankfurt

6.12., 20 Uhr: TEXT@ART

Anne Brannys „Eine Enzyklopädie des Zarten“
Ort: Galerie Bernhard Knaus Fine Art
Eintritt: 5,- / 3,-
Moderation: Jan Drees

Galerien sind die Verlage des Kunstbetriebs. Sie entdecken, fördern, verbreiten und vermarkten junge Künstler. Durch dieses Nadelöhr muss durch, wer als Künstler Erfolg haben will. In Kooperation mit dem Kulturamt Frankfurt am Main veranstaltet die Galerie Bernhard Knaus eine literarische Vernissage, bei der interessante Neuerscheinungen von jüngeren Autorinnen und Autoren vorgestellt werden.

11.12., 19 Uhr: Die Zukunft des Buchmarktes

Montag, 11. Dezember, 19 Uhr
Die Zukunft des Buchmarktes
Siv Bublitz, Programmgeschäftsführerin im S. Fischer Verlag
Sandra Kegel, Literaturkritikerin und Redakteurin im Feuilleton der F.A.Z.
Martin Lüdke, Literaturwissenschaftler und -Kritiker
Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels
Jörg Sundermeier, Journalist und Verleger, Verbrecher Verlag
Moderation: Claus-Jürgen Göpfert (Frankfurter Rundschau)
Ort: Evangelische Akademie Frankfurt
Eintritt frei (um Anmeldung wird gebeten: julia.steiner@stadt-frankfurt.de)

„Ist das Buch am Ende?“, fragte die Literaturkritikerin Sandra Kegel kurz vor Beginn der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Ihr alarmierender Artikel wurde breit und kontrovers diskutiert – besonders im „Betrieb“. Aber es geht in dieser Diskussion um weit mehr als den Zustand und das Überleben einer Branche. Der Befund vom schleichenden Niedergang des Buchmarktes ist eingebettet in eine umfassende Zeitkritik, denn mit der wirtschaftlichen Misere korreliert ein Kulturwandel. Andererseits: Eröffnet nicht gerade die oft problematisierte Digitalisierung der Literatur sogar neue Möglichkeiten und Perspektiven? Heute finden sich Romane, Gedichte und Erzählungen nicht mehr nur zwischen Buchdeckeln, sondern auch auf eBook-Readern, Internetseiten und Blogs. Im Zuge dieser Emanzipation vom Gedruckten entstanden neue Publikationswege ebenso wie innovative ästhetische Formen. Doch auch unabhängig von der Frage, ob print oder digital – Buch ist nicht gleich Buch, Verlag ist nicht gleich Verlag. Große und umsatzstarke Konzerne sehen sich anderen Herausforderungen gegenüber als kleine und unabhängige Verlagshäuser. Wie ist es um die Zukunft des Mediums Buch bestellt? Die Diskussion soll aufzeigen, wie die verschiedenen Akteure sich dem Strukturwandel anpassen, welche Antworten sie auf die veränderten Bedingungen finden – und welche Konsequenzen das für unsere Gesellschaft bedeuten.

In Zusammenarbeit mit dem Kulturamt Frankfurt am Main

19.12., 19.30 Uhr: Frankfurter Premieren

Michael Opitz „Wolfgang Hilbig. Eine Biografie“
Moderation: Jürgen Hosemann
Ort: Ausstellungshalle 1A
Eintritt: 5,- / 3,-

Die Reihe Frankfurter Premieren stellt jüngst erschienene Romane von Frankfurter Autorinnen und Autoren oder Novitäten aus Frankfurter Verlagen vor. Sie gibt einen Eindruck von dem, was in Frankfurt an literarischen Werken geschrieben und publiziert wird. Die Veranstaltungen finden entweder in den Räumen der Historischen Villa Metzler oder der AusstellungsHalle 1A statt. Im Anschluss an die einstündige Lesung kann und soll bei einem Glas Wein das Gehörte diskutiert werden, dieser Saloncharakter ist integraler Bestandteil der Frankfurter Premieren. Dass der Schwerpunkt auf Neuerscheinungen aus Frankfurt liegt, schließt interessante Ausnahmen von der Regel nicht aus.

23.1., 30.1., 6.2., 18 Uhr: Frankfurter Poetikvorlesungen im Wintersemester 2017/2018

Silke Scheuermann GERADE NOCH DUNKEL GENUG

23.01.2018: Nacht oder Sterne sind Mathematik
30.1.2018: Tag oder Was Mrs Dalloway noch dachte
6.02.2018: Zwielicht oder Träumen Zebras von karierten Löwen

Ort: Campus Westend, Hörsaalzentrum, Audimax (HZ1&2)
Eintritt frei

Silke Scheuermann wird im Wintersemester 2017/18 als Frankfurter Poetikdozentin zu Gast an der Goethe-Universität sein und kehrt damit an den Ort ihrer früheren Wirkungsstätte zurück. Sie wird zum ersten Mal das veränderte Format der Reihe bespielen und zwischen dem 23. Januar und dem 06. Februar in drei Vorlesungen – anstatt der bisher üblichen fünf – unter dem Titel GERADE NOCH DUNKEL GENUG über die Entstehungsgrundlagen ihres facettenreichen Werks sprechen.

Die schriftstellerischen Wurzeln der 1973 in Karlsruhe geborenen Autorin liegen in der Lyrik, jedoch ist sie ebenso selbstverständlich auch in der Prosa heimisch. Silke Scheuermanns Werk zeichnet sich durch präzise Beobachtungen sowie durch die zugleich feinen als auch dynamischen Beschreibungen ebendieser aus. Sie debütierte 2001 mit dem Gedichtband Der Tag an dem die Möwen zweistimmig sangen und wurde dafür mit dem Leonce-und-Lena-Preis ausgezeichnet. Nach einem weiteren Lyrikband erschienen 2005 die Erzählungen Reiche Mädchen und zwei Jahre später ihr erster Roman Die Stunde zwischen Hund und Wolf (2007), für den sie den Grimmelshausen-Förderpreis erhielt. Neben einem Kinderbuch, weiteren Gedichtbänden (u.a. Über Nacht ist es Winter (2007)) und Romanen (u.a. Die Häuser der anderen (2012)) erschien 2015 Und ich fragte den Vogel. In diesem Band gibt Silke Scheuermann einen vielstimmigen Einblick in „Lyrische Momente“ und ihr poetologisches Verständnis – es eignet sich ganz wunderbar zur Einstimmung auf die kommenden Vorlesungen hier in Frankfurt. Ihre jüngste Veröffentlichung ist der Roman Wovon wir lebten (2016). Neben zahlreichen Preisen und Stipendien erhielt sie für ihr bisheriges dichterisches Werk und insbesondere für das Gedichtbuch Skizze vom Gras (2014) den Hölty-Preis für Lyrik. Zuletzt wurde Silke Scheuermann mit dem Bertolt-Brecht-Preis, dem Robert Gernhardt Preis (beide 2016) und dem Georg-Christoph-Lichtenberg-Preis (2017) ausgezeichnet.

Abschlusslesung im Literaturhaus Frankfurt am 7.2.2018 um 19.30 Uhr

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

 

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