Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: September

Eine kleine Auswahl des literarischen Veranstaltungskalender aus Frankfurt mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr….

5.9., 19.30 Uhr: Buchpremiere Mirko Bonné

Buchpremiere
Moderation: Henning Ahrens
Ort: Literaturhaus Frankfurt
Eintritt: 7,- / 4,-

Mirko Bonné hat beachtete Romane wie „Nie mehr Nacht“, der auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2013 stand, Gedichte wie die aus dem Band „Traklpark“ oder auch Essays und Reiseberichte wie in „Ausflug mit Zerberus“ verfasst. Er ist als Übersetzer tätig und übertrug keine geringeren Poeten als Creeley, Dickensen, Yeats. Eine Verwandtschaftlichkeit mit seinem Gesprächspartner für diesen Abend, dem Lyriker, Übersetzer und Romancier Henning Ahrens. Mit ihm spricht Bonné über seinen neuen Roman „Lichter als der Tag“ (Schöffling & Co.). Ein Roman der Liebe, in dem er das Wahlverwandtschaften-Thema überträgt in die heutige Zeit. Bonné fragt nach Gründen von Entzweiung und Entfremdung und zeichnet dabei das Porträt eines Mannes, der die Kraft findet, aus dem Schatten über seinem Dasein hinauszutreten.

7.9., 20 Uhr: „Den Koffer trag ich selber. Erinnerungen“

Buchpremiere
Eva Demski 
Moderation: Björn Jager
Ort: Studio 1 im Mousonturm
Eintritt: 10,- / 6,- (Der Vorverkauf läuft über den Mousonturm)

„Der Tod war für uns Kinder ein guter Bekannter“ heißt es an einer Stelle in Eva Demskis Erinnerungen. Und es hätte schlechtere Entscheidungen geben können als jene, ausgerechnet ihn in den Kreis der Vertrauten aufzunehmen: Im Laufe ihres Lebens kreuzt der Tod den Weg der Autorin mit Regelmäßigkeit und wird zum roten Faden. Eva Demski schreibt vom Sterben ihrer Eltern, ihres Mannes, von Abschieden von Freunden und Wegbegleitern, berührend und mit der ihr eigenen spöttischen Zärtlichkeit. Am Ende hält man ein Totenbuch in der Hand, das gleichzeitig viel mehr als das ist, nämlich eine Chronik der letzten siebzig Jahre zwischen Kriegsende, dem Deutschen Herbst und der Wiedervereinigung bis hinein in eine Gegenwart, in der sie sich alle tummeln, die Geister eines ganzen Lebens.

Eva Demski, geb. 1944 in Regensburg, lebt seit 1977 in Frankfurt und arbeitet dort als freie Schriftstellerin. Für ihre Arbeit wurde sie vielfach ausgezeichnet, u.a. mit der Goetheplakette des Landes Hessen, dem Kulturpreis Regensburg sowie beim Bachmannwettbewerb. Neben zahlreichen Romanen hat sie immer wieder Essaybände veröffentlicht.

12.9., 20 Uhr: Francfort en francais – Frankfurt auf Französisch

Noëlle Revaz „Das unendliche Buch“
Ort: Romanfabrik
Eintritt: 7,- / 4,-

Die Schweizer Autorin Noëlle Revaz begibt sich in ihrem jüngsten Roman in den Medien- und Literaturzirkus. Der Hauptakteur ist allerdings das Fernsehen mit seinen Öffentlichkeit und Privatheit suggerierenden Gesprächsrunden, die dennoch nur vorgegebene Klischees von Schauspielern und Romanciers abbilden. Nun entwickelt sich dank der Nebenrollen, die von zwei attraktiven Schriftstellerinnen besetzt sind, eine burleske Komödie. Jenna Fortuni und Joanna Fortaggi galten schon als Zwillingsautorinnen, bis die Idee umgesetzt wurde, aus beiden eine fiktive Schriftstellerin namens Joanna Fortunaggi zu schaffen. Ihr gemeinsamer Roman schließlich wird aus Algorithmen automatisch generiert. Eine groteske Aussicht in die nahe Zukunft.

Für ihren dritten Roman „Das unendliche Buch“ (Wallstein Verlag, Orig. ‚L’infini livre’) erhielt sie 2015 den Schweizer Literaturpreis. Lesung in deutscher und französischer Sprache.

Mit freundlicher Unterstützung von Pro Helvetia.

13.9., 19.30 Uhr: Lesung Ingo Schulze

„Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst“
Moderation: Alf Mentzer (hr2-kultur)
Ort: Literaturhaus Frankfurt
Eintritt: 9,- / 6,-

Das ist womöglich bekannt von diesem Autor: 1962 in Dresden geboren. In Berlin wohnhaft. Klassische Philologie superklassisch in Jena studiert. Zunächst auch Schauspieldramaturg und Zeitungsredakteur. Das erste Buch „33 Augenblicke des Glücks“. Das zweite ein Riesenerfolg, „Simple Storys“ aus dem Jahr 1995. Heute Schullektüre. Dann das Großwerk „Neue Leben“. Folgend Erzählungen, Essays, Romane. Vieles in 30 Sprachen übersetzt. Jetzt kommt mit „Peter Holtz“ eine neue Romanfigur in die deutsche Literatur. Der S. Fischer Verlag verlegt sie. Ingo Schulze hat sie erfunden. Holtz will das Glück für alle. Schon als Kind praktiziert er die Abschaffung des Geldes, er findet den Punk aus dem Geist des Arbeiterliedes und bekehrt sich zum Christentum. Als CDU-Mitglied (Ost) kämpft er für eine christlich-kommunistische Demokratie. Doch er wundert sich: Der Lauf der Welt widerspricht aller Logik. Seine Selbstlosigkeit belohnt die Marktwirtschaft mit Reichtum. Es moderiert der hr2-kultur-Redakteur Alf Mentzer.

Der Abend wird unterstützt vom Journal Frankfurt.

20.9., 21 Uhr: Lesung Édouard Louis

„Im Herzen der Gewalt“
Moderation, Übersetzung und Lesung der dt. Texte: Hinrich Schmidt-Henkel
Ort: Studio 1 im Mousonturm
Eintritt: 10,- / 5,- (Der Vorverkauf läuft über den Mousonturm)

Auf dem Rückweg von einer Weihnachtsfeier wird Édouard Louis vor seiner Wohnung von Reda angesprochen. Er fühlt sich zu dem jungen Mann hingezogen und verbringt die Nacht mit ihm. Was ein harmloser Flirt hätte sein können, mündet jedoch in einen Albtraum: Édouard wird von Reda überfallen und vergewaltigt. Gleich mehrfach gebrochen erzählt Édouard Louis in seinem zweiten, autobiographischen Roman von der Gewalt, die in dieser Nacht über ihn hereinbricht. Er rekapituliert Gespräche mit Ärzten und der Polizei, mit seinen Freunden, seiner Schwester, kommentiert deren Reaktionen, um das Geschehene selbst einordnen zu können. Wie schon in seinem Weltbestseller Das Ende von Eddy geht er dabei weit über die bloße Wiedergabe des persönlich Erlebten hinaus. Anhand der eigenen Biographie schildert er vielmehr die sichtbare und unsichtbare Gewalt in der von tiefen Gräben durchzogenen französischen Gesellschaft.

Édouard Louis wurde 1992 im französischen Hallencourt geboren. Sein erster autobiographischer Roman Das Ende von Eddy thematisiert seine Jugend als Homosexueller in der rechtskonservativen Provinz und wurde ein Bestseller. Gemeinsam mit Didier Eribon gehört er zu den meistgefragten Kommentatoren der französischen Politik.

In Kooperation mit dem S. Fischer Verlag und mit freundlicher Unterstützung des Institut Français Frankfurt.

23.9., 18 Uhr: Deutscher Buchpreis 2017

Die Autoren der Shortlist – Deutscher Buchpreis 2017
Moderation: Sandra Kegel (F.A.Z.), Gert Scobel (3sat) und Alf Mentzer (hr2-kultur)
Ort: Literaturhaus Frankfurt
Eintritt: 12,- / 8,- (Karten ab 15.09., 14.00 Uhr unter www.literaturhaus-frankfurt.de)

Die sechs nominierten Autoren für den Deutschen Buchpreis 2017 lesen im Literaturhaus Frankfurt: Kurz vor Eröffnung der Buchmesse wird in Frankfurt am Main der Roman des Jahres in deutscher Sprache gekürt. Mit dem Deutschen Buchpreis zeichnet die Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung einen Roman stellvertretend für alle wichtigen Romane des Jahres aus. Eine Auszeichnung, die Aufmerksamkeit schafft für deutschsprachige Autoren über alle Grenzen hinweg. Knapp drei Wochen vor der Verkündung des diesjährigen Preisträgers lesen einmalig die sechs Autoren der Shortlist gemeinsam im Literaturhaus Frankfurt. Welche es in diesem Jahr sind, wird am 12.09. um 10.00 Uhr bekannt gegeben.

Eine Kooperation des Kulturamtes Frankfurt am Main und des Literaturhauses Frankfurt. Partner ist der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Medienpartner ist hr2-kultur. Zu hören sind die einzelnen Lesungen dort vom 02.10. bis 07.10 um 09.30 und 15.00 Uhr.

 

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

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