Archiv für den Monat November 2016

Vom geschriebenen Text bis zum fertigen Buch – Was passiert da eigentlich?

Samstag, 26. November 2016

Tagtäglich stolpern wir über Bücher – sei es das Kochbuch, das Fachbuch oder der Roman, den wir gerade lesen. Wir halten es als selbstverständlich in den Händen und schlagen Seite für Seite auf. Doch wie oft haben Sie sich schon gefragt, welche Arbeit eigentlich dahinter steckt? Welche Herstellungsprozesse dieses eine Buch durchlaufen hat, bis es schließlich unser Eigentum werden konnte?

Im Fachjargon bezeichnet man die Buchherstellung als Verlagsherstellung und meint damit alle Schritte zur materiellen Produktion eines Verlagsproduktes. Dehnt man den Begriff noch etwas weiter aus, gehören auch die Planung, Koordination und die Kontrolle des Herstellungsprozesses dazu. Die materielle Produktion kann man in vier Arbeitsschritte unterteilen: Gestaltung, Verarbeitung der Druckdateien, Druck und zuletzt Bindung und Ausstattung.

1. Die Gestaltung

Im ersten Schritt werden die grundlegenden Dinge festgelegt, das heißt, das Layout der verschiedenen Buchkomponenten wie Umfang, Format, Papier und Einbandart. Häufig wird in dieser Phase auch der Buchumschlag von einem Grafiker in Absprache mit Autoren bzw. Herausgebern, Lektorat und der Marketingabteilung entworfen. Es wird ein Musterlayout für den Innenteil, das Satzspiegel, Rastersystem und Typografie entwickelt. Die sogenannten „nativen Dateien“ der Satz- und Layoutprogramme werden für den Druck in PDF-Dateien umgewandelt.

2. Die Verarbeitung der Druckdateien

Während eines Datenchecks wird unter anderem geprüft, ob die Farbräume korrekt zugewiesen wurden und alle Bilddaten die erforderliche Auflösung haben. Die Druckvorstufe führt anschließend eine Reihe an Kontrollen durch, wobei geprüft wird, ob die Kohärenz von Rändern, Zeilenbreite, Register usw. für den Buchtext korrekt ist. Auch die Bilddaten werden retuschiert, freigestellt und beschnitten.

3. Der Druck

Ein Buch kann im Offset- oder im Digitaldruck hergestellt werden. Für die Wahl des Druckverfahrens sind Faktoren wie die Auflage, der Wunsch einer individuellen Fertigung, die Wahl der Farben, Zeit und Kosten relevant. Für kleinere Auflagen wird meist der Digitaldruck gewählt, wobei damit auch die Fertigung eines einzelnen Exemplares möglich ist. Auch bringt der Digitaldruck eine kürzere Produktionszeit mit sich. Der farbige Druck erfolgt meist nach dem CMYK-Verfahren, der natürlich einen höheren Aufwand bedarf, als der reine Schwarzdruck. Mithilfe der Proofs wird das Druckbild direkt an der Druckmaschine geprüft und ggf. korrigiert. Der Einbanddruck erfolgt im Offsetdruck. (Entweder im herkömmlichen Offsetdruck mit 4 oder 5 Farben oder im Offsetdruck mit spezifischer Flüssigfarbe)

4. Bindung und Ausstattung

Während des Drucks entstehen die sogenannten Rohbögen, die beim Buchbinden gefalzt, gebunden, beschnitten und mit dem Einband zusammengefügt und verklebt werden. Bei dem Einband kann man zwischen Hard- oder Softcover entscheiden. Weiter differenziert man zwischen dem Hardcover mit Schutzumschlag, dem Hard- bzw. Softcover mit Fadenbindung oder mit Metall-Spirale usw. Zum Schutz werden die fertigen Bücher eventuell noch mit einer Folie überzogen. Industriell gefertigte Einbände werden als Verlagseinband bezeichnet.

Und zum Schluss gelangt das Buch über die entsprechenden Vertriebsmöglichkeiten zu uns nach Hause.

Diese kurze Beschreibung der einzelnen Arbeitsschritte verdeutlicht, welcher Aufwand und Meisterakt hinter einer Buchherstellung steckt und wie viele unterschiedliche Entscheidungen getroffen werden müssen.

Ein Buch ist eben nicht nur ein Buch, sondern ein Wertgegenstand, der uns hinzu einen besonderen Inhalt liefert!

Text@Art – die literarische Veranstaltungsreihe in Frankfurt

Donnerstag, 24. November 2016

Die Winterzeit bringt nicht nur Kälte und Nässe mit sich, sondern auch die Gelegenheit bei grauem Himmel mal wieder die Museums- und Galerielandschaft zu genießen. Auch die Literatur hat Einzug in den Kunstbetrieb erhalten und nutzt die Räumlichkeiten als Plattform, um mehr Menschen zu erreichen und zur Förderung von jungen Autoren. Das Kulturamt Frankfurt am Main veranstaltet in Kooperation mit der Galerie Bernhard Knaus eine literarische Vernissage, bei der interessante Neuerscheinungen von Autorinnen und Autoren vorgestellt werden:

Donnerstag, 8. Dezember, 19.30 Uhr
Freddy Langer „Route 66. Reisen auf der berühmtesten Straße der USA“

Freddy Langer kennt die legendäre Route 66, hat direkt an der Strecke gelebt und ist sie immer wieder gefahren. Jetzt hat er die Tour von Chicago nach Los Angeles noch einmal unternommen – mit seinen Erinnerungen im Kopf und der Gegenwart fest im Blick. So führt die Reise nicht nur durch acht Bundesstaaten, sondern zugleich in die Kulturgeschichte eines Raumes, der im Kino, in der Kunst oder der Werbung nicht zufällig immer wieder als Metapher für Freiheit gebraucht wird. In der Tradition bester Reiseliteratur wechselt sein Text zwischen Impressionen, Begegnungen und Analysen. Mit eigenen Aufnahmen ist er opulent illustriert.
Eine Veranstaltung des Kulturamtes Frankfurt am Main in Kooperation mit der Galerie BERNHARD KNAUS FINE ART GmbH / Mit freundlicher Unterstützung von maison lanz weinhandel e.k.
Ort: Galerie Bernhard Knaus Fine Art
Eintritt: 5,- / 3,- (Kartenreservierung beim Kulturamt Frankfurt am Main unter 069-212 36 439, Restkarten an der Abendkasse)

Dienstag, 13. Dezember, 19.30 Uhr

Text@Art 
Silke Scheuermann und Alexander Paul Englert 
“Traumdiebstähle. Ein Bildband mit Fotografien von Alexander Paul Englert und einer Erzählung von Silke Scheuermann“ (Edition Faust)

Moderation: Harry Oberländer

Eine Veranstaltung des Kulturamtes Frankfurt am Main in Kooperation mit der Galerie BERNHARD KNAUS FINE ART GmbH / Mit freundlicher Unterstützung von maison lanz weinhandel e.k.
Ort: Galerie Bernhard Knaus Fine Art
Eintritt: 5,- / 3,- (Kartenreservierung beim Kulturamt Frankfurt am Main unter 069-212 36 439, Restkarten an der Abendkasse)

Weitere Informationen und literarische Veranstaltungstips finden Sie auf der Facebook-Seite von Text@Art.

Die Tradition der Kunsteinbände

Samstag, 19. November 2016

Jedes Buch kann so individuell gestaltet werden, wie sein Inhalt. Die Tradition der kunstvollen Einbände reicht dabei weit in die Vergangenheit zurück. Sicherlich stand dabei anfangs noch der Zweck im Vordergrund, wobei der Einband als Schutz der Schriftstücke dienen sollte. So wird geschrieben, dass die ersten simplen Einbände aus zwei Holztäfelchen hergestellt wurden, die wenige Lagen Pergament umfassten, die wiederum durch Schnüre im Falz zusammengehalten wurden. Zur Zeit der Antike verwendete man auch Ziegen- oder Schafsleder für den Einband. Später wurde eine Technik entwickelt, bei der die Holzdeckel mit Leder überzogen wurden. In der Renaissance wurden die Holzdeckel dann allmählich durch Pappdeckel abgelöst, wodurch man kleinere Formate herstellen konnte.
Im Mittelalter begann man die Einbände zu färben und zu verzieren. Durch Materialien wie Elfenbein, Edelmetalle, Edelsteine und kostbare Stoffe wurden die sogenannten Prachteinbände von überwiegend sakralen Büchern geschmückt. Mit dem Blinddruck, der schon aus der Spätantike bekannt ist und die älteste, handwerkliche Technik der Einbandverzierung ist, konnten Muster, Motive oder auch Schrift auf die Leder- und Pergamenteinbände eingeprägt werden. Im Mittelalter verwendete man dafür noch Stempel und Streicheisen, die ältesten Werkzeuge des Buchbinders. Mit der Zeit wurden die Techniken verfeinert und die Schmuckformen variierten in jeder Epoche durch die verschiedensten Einflüsse von Kultur und Kunst.
Die Einbandkunst hat sich glücklicherweise bis heute als Handwerkskunst durchgesetzt, wobei sich dabei keine genaue Stilrichtung mehr herauskristallisiert – den experimentellen und zeitgenössischen Einbände sind keine Grenzen mehr gesetzt. GanzbandHalbbandPappband oder auch Dekortechnik – diese Begriffe gehören in der Buchbinderei zur Alltagssprache. Auf der Internetseite der Meister der Einbandkunst – Internationale Vereinigung e.V. können Sie sich inspirieren lassen…

Unsere neue Bloggerin stellt sich vor

Donnerstag, 17. November 2016

Hallo liebe Leser und Leserinnen,

mein Name ist Linn Mertgen und ich bin die neue Bloggerin von buchbemerkungen.de. Ich werde Sie weiterhin über die vielfältige und faszinierende Welt des Buches und der Buchbinderei sowie über aktuelle Ereignisse rund um das Thema informieren.

Sie finden auf diesem Blog bereits eine Vielzahl an tollen Artikeln, doch stellt man schnell fest, dass die Flut an Informationen, Entwicklungen und Erneuerungen auch bei solch einem altem Kulturprodukt wie dem Buch nicht abflacht – selbst die Digitalisierung hat davor keinen Halt gemacht. Bereits im Jahr 1988 wurde das E-Book in den Markt eingeführt. Der erste Roman, den man am Computerbildschirm lesen konnte, war Mona Lisa Overdrive von William Gibson.

Hätten Sie das gewusst?

Auch brauch das Buch nicht mehr unbedingt den klassischen Buchhandel, um den Leser zu erreichen. Durch die Digitalisierungstechnologien und die entsprechenden Vertriebskanäle ist der Kauf eines Buches von zu Hause aus möglich. Sicherlich sind das keine neuen Erkenntnisse, doch denke ich, dass es sich lohnt, dort mal genauer hinzuschauen.

Wie wird diese Verschiebung in der Zukunft aussehen? Welche Tendenzen kann man feststellen?

Diese und noch viele weitere Fragen und Anregungen möchte ich hier gerne in der kommenden Zeit diskutieren. Ich freue mich auf das Schreiben!