Archiv für den Monat Oktober 2014

6. & 7.11.: Das 3. Buchgassenfest in Frankfurt

Sonntag, 26. Oktober 2014

Das Buchgassenfest
soll an die lange Geschichte des Buches anknüpfen und seine eigenwillige Stellung für die Kultur betonen. Das Buchgassenfest ist ein Baustein, die Lesekultur zu stärken. Nun im 3. Jahr wächst dieses Frankfurter Literatur-Festival langsam. Es soll so weitergehen. Das Frankfurter Literaturfestival 2014 steht unter dem Titel Fremde.

Donnerstag, 6. September, 19 Uhr
Wie Menschen schreiben und lesen.
Schriften der Welt.
SchriftSkulptur2.
Vorträge über unterschiedliche Schriften und die Folgen für Lesen und Verstehen.

Freitag, 7. September

16 Uhr
Bouquinistenmarkt
Verkaufsausstellung Frankfurter Antiquare
Buchmesse der Autorenverlage

17.00 Uhr bis 19.30 Uhr
Regionale Autorinnen und Autoren stellen ihre Neuerscheinungen vor
Paulus Böhmer „Zum Wasser will / Alles / Wasser will weg“
Monika Carbe „Friedhofsgärtnerin“
Barbara Höhfeld „kindertreu“
Sylvia Schopf „Zeit fu¨r Rache“
Barbara Zeizinger „Am weißen Kanal“

20.30 Uhr
Fremde Kabarettistischer Abend
mit Safiye Can, Jannis Plastargias, Claus-Peter Leonhardt

Eine Veranstaltung des Verband deutscher Schriftsteller (VS / Verdi) in Kooperation mit LIT Literaturgesellschaft Hessen und dem Caritas Verband Frankfurt am Main

Ort: Lebenshaus St.Leonhard, Buchgasse 1

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2014 an Jaron Lanier

Sonntag, 26. Oktober 2014

Der amerikanischen Informatiker, Musiker und Schriftsteller Jaron Lanier ist heute mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden. Die Verleihung fand vor rund 1.000 geladenen Gästen in der Frankfurter Paulskirche statt, unter ihnen Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Die Laudatio hielt der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz.

Jaron Lanier sprach sich in seiner Dankesrede für die Synthese aus dem Besten der prä-digitalen und der digitalen Systeme aus. Er plädierte für einen neuen Humanismus: „Der neue Humanismus ist, wie früher, der Glaube an den Menschen, doch speziell in der Form einer Ablehnung von künstlicher Intelligenz. Das hieße nicht, irgendeinen Algorithmus oder roboterhaften Mechanismus zu verwerfen. Jeder einzelne vermeintlich künstlich intelligente Algorithmus kann genauso gut als nicht-autonome Funktion verstanden werden, die dem Menschen als Werkzeug dient. Diese Ablehnung gründet nicht auf dem irrelevanten Argument, das häufig vorgeschoben wird, nämlich den Grenzen der Möglichkeiten, sondern vielmehr darauf, dass es immer Menschen geben muss, um einen Computer wahrzunehmen, damit er überhaupt existiert. Ohne Menschen sind Computer Raumwärmer, die Muster erzeugen“, so Lanier.

Der Friedenspreisträger glaubt an die menschliche Besonderheit. „Wenn wir nur zugeben würden, dass immer noch Menschen gebraucht werden, um die Big Data herzustellen, und wenn wir willens wären, unsere Fantasien von künstlicher Intelligenz zu zügeln, dann könnten wir vielleicht ein neues Wirtschaftsmuster erschaffen, in dem auch in den Ergebnissen der digitalen Wirtschaft die Glockenkurve statt des Starsystems auftaucht. Daraus könnten tragfähige Gesellschaften entstehen, die nicht der Austerität zum Opfer fallen, ganz gleich wie gut oder scheinbar ‚automatisiert‘ die Technologie ist“, so Lanier. Wir haben die Wahl, sagt Lanier: „Der springende Punkt, die grundlegende Position, von der wir nicht abweichen dürfen, ist: Wir müssen anerkennen, dass es Raum für Alternativen gibt. Das Muster, das wir heute sehen, ist nicht das einzig mögliche Muster, es ist nicht unabwendbar.“

„Gut, dass Jaron Lanier heute diesen Preis erhält“, sagte Martin Schulz in seiner Laudatio. „Er bekommt ihn auch stellvertretend für alle, die diese wichtige Debatte über die digitale Zukunft führen. (…) Denn der Aushandlungsprozess, in dem wir uns derzeit befinden, die Frage also, welche digitale Vision sich im 21. Jahrhundert durchsetzen wird, ist eine Frage des Friedens. Sie betrifft uns alle. Sie entscheidet über unsere zukünftige Freiheit, über Gerechtigkeit und ob wir in einer humanen, solidarischen, pluralistischen und kreativen Welt leben werden.“ Es gibt keine Trennung zwischen analoger und digitaler Welt, meint Schulz. „Bei fast allen sogenannten Netz-Fragen geht es im Wesentlichen um gesellschaftspolitische Fragen, die wir schon in der analogen Welt kannten. Deshalb ist es nicht entscheidend, was Netzpolitiker oder Netzaktivisten sagen, sondern auch derjenige, der kein Digital Native ist, hat ein Mitspracherecht in dieser Diskussion. Denn wenn wir diese Fragen allein den technischen Experten, den Programmierern und Nerds überließen, lebten wir in einem selbstreferentiellen System, es käme zur Herrschaft der Ingenieure und Mathematiker, zu einer Expertenregierung im Platon‘schen Sinne. Das wäre dann sicher keine Demokratie mehr.“

„Im Kern geht es bei der vor Jahren auch von Jaron Lanier angestoßenen Debatte darum, ob es der Menschheit gelingt, die Individualität des Einzelnen und damit seine Freiheit zu erhalten, ohne die Vorteile der digitalen Welt zu verlieren, oder ob wir uns in immer größere Abhängigkeit von Maschinen begeben und der Mensch zum Algorithmus wird“, sagt Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins. „Jaron Lanier begnügt sich nicht mit der Rolle des Analysten und Mahners, sondern er entwickelt Lösungen, wie wir der Gefahr dieser Abhängigkeit von Technik und Maschinen Herr werden können.“ Es sei dieses Streiten für eine Gesellschaft, die dem Menschen dient, das ihn mit den anderen Friedenspreisträgern verbindet.

Seit 1950 vergibt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Preisträger waren neben Amos Oz und Teddy Kollek unter anderem Albert Schweitzer, Astrid Lindgren, Václav Havel, Siegfried Lenz, Susan Sontag, David Grossman, Boualem Sansal und im vergangenen Jahr Swetlana Alexijewitsch. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Quelle: Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Die ARD stellt hier auch ein Video zur Preisverleihung bereit.

Homeless Fonts: Schriften von Obdachlosen

Sonntag, 19. Oktober 2014

Die Aktion »Homeless Fonts« hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schriften von Obdachlosen zu digitalisieren. Mit dem Erlös möchte man hilfebedürftige Menschen unterstützen.

»Homeless Fonts« wurde von der in Barcelona ansässigen Arrels Fundación in Zusammenarbeit mit der Agentur The Cyranos McCann ins Leben gerufen. Auf kreative Weise sollen Kreativität und soziales Engagement miteinander verbunden werden.

In Workshops haben die Obdachlosen in Gruppenarbeit mit Designern Typografie aufs Papier gebracht. Die Ausarbeitungen wurden anschließend gescannt und in Fonts konvertiert. Auf diese Weise sind bislang 5 Schriften entstanden. Auf der Projektseite findet man Infos zum Lebensweg der Obdachlosen. Weitere Personen, die ebenfalls typografische Hilfe bei der Umsetzung ihrer Schrift benötigen, werden ebenfalls gelistet und lassen sich direkt kontaktieren.

Die Homeless Fonts sind für jeweils 19 Euro (private Nutzung) bzw. 290 Euro (für die »Professional License«) zu erwerben. Der Erlös geht an die Arrels Fundación, die mit den Einnahmen insgesamt 1.400 hilfebedürftige Personen unterstützt.

Die Frankfurter Buchmesse 2014 – Rückblick

Sonntag, 19. Oktober 2014

Ich habe es in diesem Jahr leider nicht zur Frankfurter Buchmesse geschafft, vielleicht geht es Ihnen ja ähnlich?

Für diesen Zweck habe ich das Netz nach interessanten Beiträgen durchforstet, die einen guten Einblick in die Geschehnisse aus diesem Jahr geben.

Finnland, als diesjähriger Gast auf der Messe, wird in diesem Beitrag der Deutschen Welle, portraitiert. Autoren wie Kjell Westö schreiben über die Geschichte und Zukunft ihres Landes und geben Einblick in „das Land der tausend Seen“.

Über die insbesondere neue weibliche Literaturszene aus Finnland geht es in diesem Beitrag, sie ist „cool, weiblich und politisch“.

In der Büchermatinee des HR geben Evelyn Fischer und Denis Scheck einen Überblick über die Highlights der Buchmesse und sprechen u.a. mit Charlotte Link. Das Video können Sie hier abrufen.

Über den „Verlagsschreck Amazon“ hat das Deutschlandradio Kultur in der Sendung „Wortwechsel“ eine Diskussion angeregt, die komplette Sendung gibt es hier.

 

 

Paul Pfeffer am Frankfurter Literaturtelefon

Sonntag, 12. Oktober 2014

Im Monat November liest der Autor Paul Pfeffer die Erzählung „Angelo“ beim Literaturtelefon des Verbands deutscher Schriftsteller (VS).

Wählen Sie 069- 24 24 60 21 und Sie hören rund um die Uhr mindestens 3 Minuten  Literatur – von Autorinnen und Autoren aus dem Rhein-Main-Gebiet selbst auf Band gesprochen und monatlich wechselnd.

Das Literaturtelefon wurde bereits 1990 ins Leben gerufen, ein Stimmenarchiv mit mehr als 150 Bandaufnahmen finden Sie hier.

Paul Pfeffer, 1948 in Sobernheim geboren, studierte Germanistik und Politikwissenschaften in Frankfurt und arbeitete jahrzehntelang als Lehrer im Taunus. Seit 1992 schreibt er Gedichte, Erzählungen, Essays und Rezensionen und veröffentlichte in zahlreichen Anthologien und Zeitungen, sein Roman „Makel“ erschien 2007 im Verlag Edition Octopus, Münster. 2006 erhielt er den Kulturpreis der Stadt Kelkheim, 2011 wurde er für den Deutschen Kurzkrimipreis nominiert. Zuletzt brachte er die Gedichte-Sammlung „Mein Samthandschuh – Mein Dornenbett“ heraus mit Zeichnungen der Künstlerin Doris Brunner. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit engagiert er sich u. a. im KünstlerKreis Kelkheim (1. Vorsitzender) und ist Mitglied der Band „Faltenrock“.

Lutz Seiler gewinnt den Deutschen Buchpreis

Sonntag, 12. Oktober 2014

Lutz Seiler ist der Gewinner des Deutschen Buchpreises 2014. Er erhält die Auszeichnung für seinen Roman „Kruso“ (Suhrkamp).

Die Begründung der Jury:

„Lutz Seiler beschreibt in einer lyrischen, sinnlichen, ins Magische spielenden Sprache den Sommer des Jahres 1989 auf der Insel Hiddensee – einem ‚Vorhof des Verschwindens‘. Hier sammelten sich Sonderlinge, Querdenker, Freiheitssucher, Menschen, die aus der DDR fliehen wollten. Man darf die packende Robinsonade um den titelgebenden Kruso und den jungen Abwäscher Edgar als wortgewaltige Geschichte eines persönlichen und historischen Schiffbruchs lesen – und als Entwicklungsroman eines Dichters. Der Text entwickelt eine ganz eigene Dringlichkeit und ist nicht zuletzt ein Requiem für die Ostseeflüchtlinge, die bei ihrer Flucht ums Leben kamen. Lutz Seilers erster Roman überzeugt durch seine vollkommen eigenständige poetische Sprache, seine sinnliche Intensität und Welthaltigkeit.“

 

▶ Lutz Seiler spricht über seinen Roman »Kruso« – YouTube.

Eine Bibliothek in der Zukunft

Sonntag, 05. Oktober 2014

Die Future Library von Katie Paterson wird ein Buch voller Texte aus der Vergangenheit (heute), das erst in einhundert Jahren im Jahr 2114 gedruckt werden wird, aus dem Papier aus Bäumen, die in einem Wald vor Oslo extra für dieses Buch gepflanzt wurden. Der erste Text kommt von Margaret Atwood (The Handmaid’s Tale, Preisträgerin des ersten Arthur C. Clarke-Awards) und die Storys werden in einem extra dafür eingerichteten und versiegelten Raum in der 2018 neu eröffnenden Oslo Public Library (Deichmanske Bibliotek) gelagert.

Schauen Sie sich das Video über das ausgefallene Projekt an!

Future Library – Framtidsbiblioteket – Katie Paterson.