Archiv für den Monat Juni 2013

Vorankündigung

Sonntag, 23. Juni 2013

Liebe Leser,

seit meinem letzen Beitrag sind schon ein paar Tage vergangen. Das hat den Grund, dass mit Eifer an einem neuen Blog gearbeitet wird. Natürlich wird es wieder um Bücher gehen und um alles, was zum Leben eines Buchliebhabers dazu gehör

en könnte.

Neu werden einige interessante Ausflugstipps sein. Außerdem wird es regelmäßig tolle Dinge zu gewinnen geben, wie natürlich Bücher, Buchbindegutscheine der Buchbinderei Köster in Marburg und andere schöne Sachen. Es lohnt sich also auf dem Laufenden zu bleiben und ab und zu hier vorbei zu schauen.

Natürlich wäre jetzt die Gelegenheit uns im Kommentar Anregungen zu hinterlassen, was Bibliographen und Bibliophile noch so interessiert!

 

Purpurhandschriften

Montag, 10. Juni 2013

Über sogenannte Prachthandschriften ist hier immer wieder zu lesen. Auch zwei Purpur-Exemplaren wurden hier bereits einige Zeilen gewidmet. Gemeint sind die Wulfilabibel (Artikel von 21. Januar 2013) und der Codex Aureus (Artikel vom 5. Mai 2013).

Beide zeichnen sich durch ihr purpurnes Pergament und die goldene bzw. silberne Schrift aus. Es ist nicht verwunderlich, dass Prachthandschriften vorwiegend für sakrale Inhalte hergestellt wurden. Dies gilt allerdings nur für das Abendland. Das Purpurpergament war schon seit der Antike bekannt und hat in Byzanz unter Kaiser Justinian bereits Verwendung gefunden. Auch dass die Tinten für die Handschriften teilweise sehr merkwürdige Herstellungsverfahren durchlaufen, ist in Anbetracht des Zeitalters nicht überraschend. Dennoch soll hier auf das Purpur im Besonderen hingewiesen werden.

Der Farbstoff wird aus dem Drüsensekret der Purpurschnecke gewonnen. Diese Drüsen müssen den Schnecken entnommen, zerquetscht und in Salz eingelegt werden. Unter Lichteinwirkung durchläuft das Sekret die Stadien von hellgelb über grün und braun zu tief rotviolett, blauviolett, oder schwarzviolett. Die mehr oder weniger kompakte Masse, die entsteht, reagiert kaum mit Lösungsmitteln, weshalb diese Farbe nicht zum Schreiben verwendet wurde. Sattdessen wurde das ganze Pergament über mehrere Tage darin getränkt.

Purpur symbolisiert im Abendland die Welt der Götter, weshalb auch in der Buchmalerei diese Farbe ausschließlich in Zusammenhang mit Heiligen und dem Göttlichen verwendet wurde –häufig aufgegriffen in der Kleidung.

Aufgrund der langen Handelswege, auf welchen die Purpurschnecken von der nordafrikanischen Küste herangebracht wurden, war dieser Farbstoff lange Zeit neben Gold das teuerste Element der Buchmalerei.