Archiv für den Monat Mai 2013

Zum Feiertagsabend

Donnerstag, 30. Mai 2013

Zum Ausklang eines – zumindest hier in Marburg doch endlich etwas sonnigen – Feiertages und zur Anregung für die Abendstunden hier ein einfaches und doch genauso schönes chinesisches Sprichwort:

„Alle guten Worte dieser Welt stehen in Büchern.“

Papierkunst

Montag, 27. Mai 2013

Nein, in diesem Beitrag geht es nicht um Origami – eine Faltkunst aus Japan, die in den letzten Jahren auch in Deutschland zu großer Beliebtheit gefunden hat, da wirklich jeder die Figuren dank guter Anleitungen nachfalten und sich damit fast als Künstler fühlen kann. Hier soll es um richtig große Kunstwerke gehen, gefertigt aus einfachem Papier.

Jeff Nishinaka aus Los Angeles studierte Graphikdesign und Modedesign und kam während seiner Studien eher zufällig auf den Rohstoff Papier als eigenständigen Werkstoff für seine Kunst. Von dieser sagt er selbst folgendes: „ Paper to m is a living, breathing thing that has a life of it’s own. I just try to redirect that energy into something that feels animated and alive.”

Und das gelingt ihm erstaunlich gut. Im Portfolio seiner Homepage sind einige seiner Werke zu bewundern.

http://www.jeffnishinaka.com/

Die größte Sammlung seiner Kunst darf übrigens der Schauspieler Jackie Chan sein Eigen nennen. Die beiden sind seit Jahren enge Freunde.

Was beinhaltet eigentlich die ISBN?

Dienstag, 21. Mai 2013

Die dreizehnstellige „Internationale Standartbuchnummer“ kennzeichnet in aller Welt jedes einzelne Buch und macht es damit unverwechselbar. Die Ziffern werden folgendermaßen zugeordnet:

Die ersten drei Ziffern (978) stehen für die Warengruppe Buch, die nächste Ziffer bezeichnet den Sprachraum (3 für den deutschen Sprachraum), die folgende dreistellige Zifferngruppe gibt den Verlag an, die darauf folgende fünfstellige Zifferngruppe vergibt der Verlag selbst und kennzeichnet einen ganz bestimmten Buchtitel. Die letzte Ziffer ist die sogenannte Prüfziffer, die helfen soll Tippfehler zu ermitteln. Diese Ziffer wird arithmetisch ermittelt.

 

Die Schriftgenährten

Sonntag, 12. Mai 2013

Über die Art des Bücher Verschlingens und mögliche kuriose Gründe, dies im wahrsten Sinne des Wortes zu tun, war in diesem Blog am 13. März schon zu lesen. Doch bereits lange vor Melenik II. legten zwei Männer eher unfreiwillig dieses seltsame Verhalten an den Tag.

1370 kamen zwei Abgesandte des Papstes zu Bernabo Visconti (dieser war nach 1354 Herrscher über Mailand und schon zu Lebzeiten bekannt für seine Tyranneien), um ihm eine versiegelte Pergamenturkunde zu übergeben, die seine Exkommunikation verkündete. Bernabo Visconti war darüber so erbost, dass er die beiden Männer einsperren und erst wieder frei lies, als diese die unwillkommene Urkunde gegessen hatten.

 

Das goldene Buch

Sonntag, 05. Mai 2013

Dieses Buch wurde ausschließlich mit Goldtinte geschrieben und selbst das Faksimile ist im Handel vergriffen. Auf Auktionen erzielen diese Blätter fünfstellige Preise.

Wie bei beinahe allen prächtigen Handschriften der Geschichte, handelt es sich auch bei diesem „Codex Aureus“, dem „Goldenen Kodex“, um eine sakrale Handschrift. Dieses Evangelienbuch entstand um 1045 in der Benediktinerabtei Echternach (dem heutigen Luxemburg) und beherbergt die lateinischen Texte der vier Evangelien mit Zusätzen.

Über den Wert von Pergament ist an anderer Stelle in diesem Blog schon geschrieben worden. Umso aussagekräftiger wird es, dass in dieser Handschrift Platz für Zierfelder und -kolumnen eingeräumt wurde. Aber nicht nur das weist neben den goldenen und purpurnen Lettern auf die Bedeutung dieses Kodex hin. Allein der Buchdeckel mit seinen zierenden Edelsteinen wird auf die Jahre 985/990 datiert, ist ein Meisterwerk der Trierer Goldschmiedekunst und hätte für sich schon einen unermesslichen Wert.

1955 wurde der Codex Aureus für das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg erworben und seither nur selten in Sonderausstellungen gezeigt. Zu diesen Gelegenheiten darf der Besucher einen Blick auf eine der Seiten werfen, da zum Schutz des Originals dieses nicht auseinander genommen wird, sonder während der gesamten Ausstellungsdauer geblättert. Ein Faksimile steht bereit, in welchem der Besucher sich die jeweils anderen Seiten ansehen kann.

Zuletzt wurde der Kodex 2008 ausgestellt. Auf die nächste Sonderausstellungen dürfen wir demnach wohl noch etwas warten.