Archiv für den Monat März 2013

Kundenwünsche in einer Buchhandlung

Sonntag, 24. März 2013

Der Kunde ist König – auch in der Buchhandlung. Und als König sollte einem jeder Wunsch erfüllt werden. Wie kompliziert sich diese Sache aber in einer Buchhandlung gestalten kann, hat sich der Frankfurter Buchhändler Gérard Otremba erlaubt, mit der Welt zu teilen. In seinen 1999 und 2000 erschienenen Büchern Die geheimen Aufzeichnungen des Buchhändlers und Ein weiterer Tag im Leben des Buchhändlers sind einige der erstaunlichsten Kundenwünsche nachzulesen.

Hier eine kleine Auswahl der schönsten Stilblüten:

„Ich brauche das Buch von Rudolf Hess, Nazis in Dortmund.“

„Von Wolfgang Amadeus Goethe: Die Liebe des jungen Pferdes.“

„Ich will die Weihnachtsgeschichte von Charles Darwin.“

„Ich habe vor einem Jahr in London ein Buch gesehen mit orange-blauem Einband. Ist das inzwischen übersetzt?“

Theodor Fontane

Dienstag, 19. März 2013

„Bücher haben Ehrgefühl. Wenn man sie verleiht, kommen sie nicht mehr zurück.“

Bücher verschlingen – mal anders

Mittwoch, 13. März 2013

Melenik II., Kaiser von Äthiopien (1844 geboren) hatte sein ganz eigenes Allheilmittel gegen Krankheiten. Er pflegte bei jedem Anflug von Unwohlsein zur Bibel zu greifen, sich einige Seiten herauszureißen, um diese dann zu verspeisen. Eigenen Angaben nach zeigt diese Art der Behandlung regelmäßig Erfolge. Nach einem Schlaganfall 1913 ließ er das gesamte Buch der Könige aus der Bibel heraustrennen, um es Seite für Seite aufzuessen. Danach verstarb er.

Dichter und Drogen

Samstag, 09. März 2013

Bohumil Hrabal, der jahrelang als Papierpacker in einer Altstoffsammlung arbeitete, schrieb in Allzulaute Einsamkeit: „So presse ich in einem einzigen Monat im Schnitt 20 Zentner Bücher, um aber Kraft zu haben für diese gottgefällige Arbeit, habe ich in den 35 Jahren ein ganzes 50m-Becken Bier, einen ganzen Weihnachtskarpfenteich Lagerbier trinken müssen.“

Hrabal ist nicht der einzige uns bekannte Schriftsteller, dessen Bücher unter Einfluss von Rauschmitteln entstanden sind. Das berühmte Beispiel von Schillers fauligen Äpfeln ist eine eher seltene Ausnahme. Viele der kreativen Denker griffen auf Opium, Haschisch und Alkohol zurück, wie die traurigen Geschichten von Walter Benjamin, Edgar Allan Poe, Arthur Canon Doyle und anderen zeigen.

Der Bucheinband hat seine eigene Geschichte zu erzählen

Mittwoch, 06. März 2013

Damit ist nicht nur die Geschichte des Bucheinbandes gemeint.

Diese beginnt mit der Entwicklung der noch heute üblichen Buchform eines Kodex. Die beschriebenen Seiten wurden zunächst von hölzernen Deckeln geschützt, die die erste Variante des Bucheinbandes bildeten. Schnell ging man aber zu dem leichter zu verarbeitenden Leder über, das viele Prägungen und Verzierungen ermöglichte. Anhand dieser konnte die Forschung einige Werke verschiedenen Buchbinderwerkstätten zuordnen. Ein interessantes Beispiel gibt das Symbol mit den drei Ahlen (Werkzeuge eines Schriftsetzers für Korrekturen), die in Fritzlar gewesen sein soll. Einige Werke des sogenannten ‚Meisters mit den drei Heftahlen‘ befinden sich in der Universitätsbibliothek Kassel und in der Dombibliothek Kassel.

Da Leder als Einbandmaterial sehr teuer war, ging man später dazu über altes Papier, das hieß bereits beschriebenes Papier aus alten vermeintlich ausgedienten Handschriften wiederzuverwerten. Dazu wurden heute als verloren gegangene Schätze der Literaturgeschichte eingestufte Werke zerstört. So entstandene Einbände werden in neuerer Zeit wieder auseinander genommen, um diese verlorenen Texte wieder zu finden.

Kleinste Teile, einzelne Verse gibt es massenhaft. Die Kunst und der Ehrgeiz der Wissenschaftler liegen darin, die in den Einbänden gefundenen Textfetzen ihren ursprünglichen Werken zuzuordnen. Hierbei wurden vereinzelt schon Geschichten gefunden, die sonst für immer untergegangen wären.