Archiv für den Monat Februar 2013

Das Tagebuch – Vom Öffentlichen zum Geheimen und zurück

Mittwoch, 27. Februar 2013

Heute kennt sie jeder. Die kleinen, kitschigen Büchlein mit Feen oder Sportlern bedruckt und einem Schloss versehen, dass mehr Aufsehen erregt, als etwas im Verborgenen zu halten. Geheim war das Tagebuch aber nicht immer. Ganz im Gegenteil. Die ersten Tagebücher waren die sogenannten Hauptbücher. Im Mittelalter wurden in diesen Büchern wichtige Familienereignisse, familiäre Traditionen und die Familienkultur für nachfolgende Generationen festgehalten. Außerdem wurde genauestens Buch geführt, über den Besitz der Familie. Diesen Inhalten gingen oft die Genealogien voraus. Autobiographische Berichte der Schreiber lassen sich in diesen frühen Tagebüchern nicht finden.

Wann also wurden diese dokumentarischen Hausbücher zu geheimen Seelenreflexionen?

Im 18. und 19. Jahrhundert wurde das Tagebuch zu einer Art Reflexion, Dokumentation und Methodik der Erziehung. Erfolge und Misserfolge wurden festgehalten. Die Erziehung gewann an Bedeutung, wurde in den Fokus der Gesellschaft gerückt und wurde im 19. und 20. Jh. teilweise zu einer unerträglichen Qual der zu Erziehenden. Genau hier beginnt die Geschichte des geheimen Tagebuches. Die jungen Zöglinge sahen sich oft von dem Druck der Gesellschaft und der Strenge ihrer Erziehung überwältigt und hielten ihre Sorgen, Ängste und revolutionären und damit nicht ungefährlichen Gedanken in kleinen Büchern fest, die sie vor fremden Blicken zu schützen versuchten. Historisch gesehen, ist das geheime Tagebuch also eine sehr junge Methode, sein Leben zu dokumentieren und bereits jetzt wieder von sozialen Netzwerken wie Facebook oder dem Blog im Internet als Tagebuch, vom geheimen zum öffentlichen verkehrt.

Das ursprüngliche Hauptbuch findet sich heute strukturell teilweise in Stammbäumen, Gästebüchern, Haushaltsbüchern, verschiedensten Arten von Notizbüchern und vielleicht sogar in klassischen Fotoalben wieder. Für all diese Dokumentationsarten kann man hier: http://www.buchwerker.de/sein individuelles Exemplar anfertigen lassen.

Der flexible Führer für individuelle Reisen

Samstag, 02. Februar 2013

Reiseführer gibt es in groß und klein, für Städte, Regionen, ganze Länder, mit Museumsführer oder Nachtlebenguide. Gut, wenn man alles Interessante beisammen hat. Aber hin und wieder bringen solche besonders informativen Exemplare ziemliches Gewicht mit sich. Wäre es da nicht manchmal praktisch einzelne Teile des Reiseführers separat zu haben? Dann könnte man morgens für den Ausflug aufs Land den einen Teil des Reiseführers in den Rucksack packen und abends passen die Seiten mit den Restaurants, Bars und Nachtclubs prima in die Handtasche.

Keine Sorge! Das ist kein Aufruf, die Reiseführer auseinanderzupflücken.

Nein, die Zukunft der Reiseführer löst das Problem. Einzelne thematische Module als Heftchen in Ringbüchern, oder zusammengehalten durch Klettverschlüsse und Magnete, erlauben es künftig immer genau den Reiseführerteil herauszunehmen, der gerade gebraucht wird – ohne das gute Stück zu ruinieren.

Mit diesen innovativen Ideen warten 15 Studenten der Fakultät für Druck- und Medientechnik an der Hochschule München auf. Bisher sind diese Reiseführer nur Einzelstücke, die im Rahmen eines Projektes entstanden. Man darf gespannt sein, wann sie es in die Buchhandlungen schaffen.