Archiv für den Monat Januar 2013

Die Macht des Buches

Montag, 28. Januar 2013

„Hungriger, greif nach dem Buch: Es ist eine Waffe!“

(Bertolt Brecht)

Das Buch der Bücher

Montag, 21. Januar 2013

Eine Geschichte gibt es, die vollständig in Runen niedergeschrieben wurde. Wenn auch die Runen heute eher mit alten heidnischen Bräuchen in Verbindung gebracht werden, so ist doch der einzige Text, der vollständig in Runen überliefert ist, ausgerechnet eine Bibel. Dem heiligen Inhalt entsprechend, wurde das vorwiegend Neue Testament nicht nur auf besonders hochwertigem Pergament festgehalten. Auch die Tinte selbst ist aus Gold und Silber hergestellt worden. Daher auch der Begriff Silberbibel, unter dem diese Ausgabe der heiligen Schrift auch bekannt ist. Um diesen Codex noch prächtiger zu machen, wurden die einzelnen Pergamentblätter mit hochwertigem Purpur eingefärbt. Initiiert wurde diese Übersetzung des Neuen Testaments ins Gotische von Wulfila, dem Bischof der Goten. Um das Jahr 311 geboren, erlebte der kleine Wolf – so die Übersetzung des Gotischen Ulfila – die Fertigstellung der Wulfila-Bibel im 6. Jh. nicht mehr. Heute wird die Handschrift in der Universität von Uppsala aufbewahrt. Hier ist auch ein Einblick in das Faksimile zu erhaschen: www.ub.uu.se/silverbibeln/Original/html/001.html

Auf dem Weg zur Schrift II

Montag, 14. Januar 2013

Eine der ersten Möglichkeiten Geschichten für die Nachwelt festzuhalten waren sicherlich die Höhlenmalereien. Auf dem Weg zu unserer heute verwendeten Schrift, hat der Mensch auch den Schritt über die Runen gemacht. Diese wurden oft in kleine Stäbe aus Buchenholz geritzt, da dieses Holz besonders weich und somit gut zu bearbeiten ist. Hier kann nun die Parallele zu dem Wort Buchstabe gezogen werden. Eine Rune auf einem Buchenstab ergibt einen Buchstaben. Ob jemals ganze Geschichten in Runen festgehalten wurden, kann heute niemand mehr mit Sicherheit sagen. Die älteste Überlieferung der Runen finden wir auf dem goldenen Horn von Gallehus von ca. 400 nach Christus. Auf diesem Horn, das seines Goldes wegen eingeschmelzt und zerstört wurde, war folgender Satz zu lesen: ek hlewagastiz holtijaz horna tawido. Übersetzt heißt das in etwa: Ich Leugast, Sohn/Nachkomme des Holt (oder: Holz/Waldbewohner) machte das Horn.

Mit besser geeigneten Beschreibstoffen wie dem Pergament und der Weiterentwicklung der verwendeten Schrift, ist es uns heute möglich für wenig Geld viele Geschichten auf leichtem und leicht zu produzierendem Papier zu lesen. Und wie die E-Reader zeigen, perfektioniert der Mensch sein Lesevergnügen immer weiter.

Pergament als Beschreibstoff

Sonntag, 06. Januar 2013

Die Tierhaut hatte schon im Mittelalter nicht nur die Schrift einbindende und schützende Funktion, sondern in aufwändig bearbeiteter Form vor allem eine Schrift tragende Funktion. Je größer das Tier war, desto mehr Textinhalt konnte auf der Tierhaut platziert werden. Desto länger hat aber auch die Produktion des Beschreibstoffes gedauert. Schließlich brauchten die Tiere unter Umständen einige Jahre Zeit, um heran zu wachsen. Aus einer ausgewachsenen Kuh konnten lediglich zwei bis vier Buchseiten gewonnen werden. Wie wertvoll das fertige Buch mit teilweise mehreren hundert Seiten gewesen sein muss, kann daher nur geschätzt werden. Die älteste Überlieferung einer Beschreibung, wie aus dem Leder eine Buchseite gewonnen wird, stammt aus einem Traktat des 13. Jahrhunderts. Doch Pergament als Beschreibstoff wurde nachweislich schon lange vor dem 13. Jh. verwendet. Die berühmte Wulfila-Bibel, und deren purpurfarbene Seiten stammen aus dem 6. Jh. nach Christus.