Archiv für den Monat März 2011

Neuer Buchstabe fürs Internet

Mittwoch, 30. März 2011

Seit dem 16. November 2010 ist es möglich eine Email-, oder Internetadresse einzurichten, in der ein Eszett (ß) vorkommt, ohne dieses durch ein Doppel-S zu ersetzen.  Damit hält ein ausschließlich im deutschen Sprachgebrauch bestehender Buchstabe den Einzug ins Internet. Schwierig kann es allerdings dann werden, wenn diese Seiten aus dem Ausland aufgerufen werden sollen, denn auf diesen Tastaturen wird kein Eszett zu finden sein.

Auszeichnung für die schönsten deutschen Bücher

Samstag, 26. März 2011

Seit 1984 verleiht die „Stiftung Buchkunst“ jährlich einen Preis an Bücher, die Impulse für die moderne Buchgestaltung geben und von ihren Herstellern, sowie Verlagen, ein überdurchschnittliches Engagement vorzeigen können. Gestiftet wird der Preis vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und hat ein Gesamtvolumen von 10.000 Euro. Seit dem 17. Dezember 2010 Stehen die Preisträger der schönsten deutschen Bücher 2010 fest  und werden am 13. Oktober 2011 auf der Franfurter Buchmesse prämiert.

Den ersten Platz belegt der Suhrkamp Verlag (Berlin) mit dem  Buch  „Die ganze Zeit“ von Oswald Egger. Der zweite Platz bekommt der Ravensburger Buchverlag Otto Maier (Ravensburg) für das Buch „Kafka“ mit Texten von Franz Kafka und Zeichnungen von Stefanie Harjes. Den dritten Platz teilen sich das Buch von Hannes Heer, Gaston Isoz (Hrsg.) “ Stets zu erschießen sind Frauen, die in der Roten Armee dienen / Geständnisse deutscher Kriegsgefangener über ihren Einsatz an der Ostfront“  (disadorno edition Berlin) und der Hatje Cantz Verlag (Ostfildern) mit Wolfgang Scheppes Buch „Done. Book“.

Die deutsche Pressegeschichte: 15. bis 17. Jahrhundert

Mittwoch, 16. März 2011

Im Jahre 1450 gelang es Johannes Gutenberg mit der Erfindung des Buchdrucks einen entscheidenden Grundstein für die Verbreitung des geschriebenen Wortes  zu legen. Allerdings konnte nun trotzdem nicht jeder seine Ansichten und Interessen willkürlich verbreiten, da weder Staat noch Kirche auf eine Zensur der Texte und Druckerzeugnisse verzichten wollten.

Mit der Erscheinung der ersten Zeitung namens „Relation“ in Straßburg war ein neues Medium geschaffen, welches schnelle Nachahmung in anderen Städten wie Basel (1610), Berlin (1617), London (1621) und Paris (1627) fand.

Die Zeitung konnte sich sehr schnell verbreiten, sodass im Laufe des 17. Jahrhunderts bereits mehr als 200 Zeitungsunternehmen mit einer durchschnittlichen Auflage von 300 Exemplaren gegründet wurden. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass diese, trotz der geringen Auflage, eine große Masse erreichen konnten. Dieses Phänomen kann mit der Tradition des Vorlesens auf öffentlichen Plätzen, oder innerhalb des Familienkreises, erklärt werden.

Berlin als Hauptstadt der Bücher

Dienstag, 08. März 2011

Mit der Reichsgründung 1871 und der Proklamation Berlins zur Hauptstadt, zogen nach und nach auch ein Großteil der Verlage, Journalisten und Autoren von Leipzig nach Berlin. Gründe hierfür waren, neben infrastrukturellen Gegebenheiten, auch die neugeschaffene kulturelle und kreative Atmosphäre der Hauptstadt.  Bereits wenige Jahre später, nämlich 1885, konnte Berlin seinen Konkurrenten Leipzig mit 2743 Neuerscheinungen, im Gegensatz zu 2664 neuen Titeln in Leipzig, im Schatten stehen lassen.

Allerdings konnte sich Berlin nicht lange an der Spitze des deutschen Verlagswesens halten, denn der 2. Weltkrieg hatte eine unvorstellbare Zerstörung der Berliner Kulturlandschaft zur Folge. Auch anschließend konnte sich das Berliner Verlagswesen nicht erholen, da die Teilung in Ost und West zu einer Dezentralisierung des Buch- und Pressemarktes führte. Ausschlaggebend hierfür war die neue Orientierung an sozialen Aspekten zur Wahl des Verlagsstandortes. Im Mittelpunkt standen nun also nicht mehr infrastrukturelle, sondern persönliche Argumente.

Ab Ende der 60 iger Jahre zog es nun doch wieder viele Unternehmensgründer in die Stadt an der Spree zurück, sodass der Buchmarkt durch zahlreiche neue, kleine und bisher oft namenlose Verlage geprägt wurde. Mit diesen Kleinverlagen kündigte sich ein erneuter Aufschwung des Verlagswesens an, welcher jedoch erst mit dem Fall der Mauer und einem gleichzeitig veränderten Image der Stadt richtig ins Rollen gelangen konnte, um bis heute anzuhalten. War Berlin 1991 bezüglich der jährlichen Neuerscheinungen noch hinter München, Frankfurt am Main und Stuttgart ansässig,  konnte die Hauptstadt die anderen bereits 15 Jahre später (2006) überholen und sogar hinter sich zurück gelassen. Mittlerweile werden in Berlin 14% der jährlichen Neuerscheinungen produziert.