Archiv für den Monat Februar 2011

Eisengallustinte

Mittwoch, 23. Februar 2011

Eisengallustinte ist die wohl am häufigsten verwendete Schreibflüssigkeit des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Die erste Beschreibung ihrer Herstellung von Philo von Byzanz stammt schon aus dem 3. Jahrhundert vor Christus. Aus dem arabischen Raum wurde die Eisengallustinte wahrscheinlich von Juden Mitte des 1. Jahrhunderts nach Mitteleuropa eingeführt, wo sie sich sehr schnell durchsetzte. Erst mit der Entwicklung der modernen Farbstoffchemie seit dem 19. Jahrhundert wurde sie langsam verdrängt.
Zur Herstellung der Tinte sind im Mittelalter eine Vielzahl von Rezepten überliefert. Hauptbestandteile der meisten Rezepte sind neben Galläpfeln, Vitriol und Wasser auch Gummi arabicum, Alaun, Zucker und Wein.

Die Eisengallustinte zeichnet sich durch ihre schöne tiefschwarze Färbung und Wasserfestigkeit aus. Allerdings ist sie nicht lichtstabil und verursacht durch Bildung von Schwefelsäure den gefürchteten Tintenfraß in Handschriften.

Blick in eine alte Buchbinderei – Der Beschneidhobel

Dienstag, 01. Februar 2011

Das Beschneiden der Bücher am Vorderschnitt, Kopf und Fuss war eine zeitaufwendige und außerdem noch kraftraubende Arbeit, für die der Buchbinder den Beschneidhobel mit einer dazugehörigen Presse benutzte.
Zum Beschneiden wurde der Buchblock in die Beschneidpresse gelegt. Danach setzte man den Beschneidhobel an und bewegte ihn entlang der Führungsschiene hin und her. Eine Hand der Buchbinders führte dabei das Werkzeug, während die andere die Klinge des Hobels langsam zudrehte und so Zug um Zug durch den gesamten Buchblock schnitt.