Archiv für den Monat Januar 2011

Bürgerliche Buchbinder im 12./13. Jahrhundert

Freitag, 21. Januar 2011

Ende des 12., Anfang des 13. Jahrhunderts lassen sich historisch die ersten bürgerlichen Buchbinder nachweisen. Dabei konnten sie sich jedoch nur in den großen Universitäts- und Handelsstädten halten. In kleineren Städten war die Alphabetisierung kaum fortgeschritten, sodass es dort für sie nur selten Arbeit gab. Die sich in den Universitätsstädten entwickelnde Handschriftenherstellung brachte aber in der Regel aber ebenfalls zu wenig Arbeitsmöglichkeiten mit sich, so dass sich der Beruf des fahrende Buchbinders entwickelte und in dieser Zeit zu einer festen Einrichtung im Handwerk wurde.

Die Buchbinderei im Kloster

Dienstag, 18. Januar 2011

Der Buchbinder als Beruf so alt wie das Buch selber. Als selbständiges Gewerbe war die Buchbinderei allerdings erst im Spätmittelalter anzutreffen, was vor allem mit der noch nicht vollzogenen Alphabetisierung von großen Teilen der Bevölkerung zusammen hing.
In der Zeit davor wurde die Buchbinderei, wie auch fast das gesamte Buch- und Schriftwesen, in den Klöstern betrieben. In so genannten Klosterbuchbindereien arbeiteten die ersten hauptberuflichen Buchbindermönche. Sie betrieben ihr Handwerk nicht nur für sich selbst, auch für Außenstehende nahmen sie Auftragsarbeiten an. Nur in grösseren Klöstern war die Menge der Manuskripte ausreichend, um zu einer Spezialisierung zu führen. Normalerweise war der Schreiber eines Buches auch sein eigener Buchbinder, der sich sein Wissen und seine Fähigkeiten hierzu selbstständig erwerben musste.

Die Buchbinder-Zunft

Mittwoch, 05. Januar 2011

Ehe sich das Buchwesen in einem größeren Masstab zu entwickeln begann, war der Zusammenschluss zu Zünften, wie im Spätmittelalters üblich, schon im wesentlichen zum Abschluss gelangt.
Daher dauerte der Prozess der Eingliederung des Buchbindewesens in die Zünfte etwas länger, zumal die Grenzen der einzelnen Buchgewerbe nicht scharf genug getrennt werden konnten. Solange die Arbeitsteilung im Buchgewerbe aber nicht feststand, so lange weigerten sich die Städte, das noch freie und ungeschützte Gewerbe in ein gebundenes und bevorrechtigtes umzuwandeln.
In diesen Auseinandersetzungen geriet der Buchbinder zeitweise in Gefahr, zum Lohnabhängigen des Verlegers oder Druckers zu werden, die fertig gebundene Bücher auf den Markt bringen wollten.

Waren die Buchbinder vorher gegebenenfalls in andere Gilden eingegliedert, wie zum Beispiel in Paris und London ( zusammen mit den Händlern, Schreibern und Illuminatoren) so vollzog sich die Entwicklung des Buchbinders zu einem zünftigen Beruf im 16. Jahrhundert. Oft genug ging dabei die Initiative von den Handwerkern selbst aus. Diese wollten ihre gewerbliche Eigenverwaltung erhalten, gegen wirtschaftliche Konkurrenz vorgehen, und hatten Sorge, als unzünftiges Handwerk nicht genug Gesellen zu erhalten.
Ab Mitte des 16. Jahrhunderts werden die Buchbinderzünfte im deutschsprachigen Raum häufiger und im Laufe des 17. Jahrhunderts sind schließlich fast alle Buchbinder zünftig eingebunden.