Archiv für den Monat Oktober 2010

Library of Congress Washington

Sonntag, 31. Oktober 2010

Mit über 138 Millionen Titeln, darunter 31 Millionen Bücher und 50 Millionen Handschriften, verfügt die amerikanische Nationalbibliothek in Washington über den größten Bücherbestand der Welt.

Gegründet wurde sie im April 1800 als Forschungsbibliothek des Kongresses. Im 19. Jahrhundert wurde die Bibliothek durch Brände mehrfach komplett zerstört, jedoch immer wieder aufgebaut und mit neuen Werken bestückt, die zum Teil auf Privatsammlungen, wie von Thomas Jefferson, aufgekauft wurden.

Mittlerweile besteht die Bibliothek aus drei Gebäuden: Das Thomas Jefferson Building im italienischen Stil der Renaissance wurde 1897 eingeweiht und war lange Zeit das Hauptgebäude der Bibliothek.  In dem Gebäude liegen der Hauptlesesaal mit seiner imposanten Kuppel, sowie weitere Speziallesesäle und sogar ein Konzertsaal. Das John Adams Building wurde 40 Jahre später bezogen und birgt heute das Buchmagazin der Kongressbibliothek und einen weiteren großen Lesesaal. Das James Madison Memorial Building, 1980 eingeweiht, ist ein nüchterner sechsgeschossiger Bau, der die Zeitschriftenabteilung, die Verwaltung, die Computerabteilung und verschiedene Spezialabteilungen beherbergt. In den Gebäuden arbeiten mehr als 4000 Mitarbeiter, darunter sowohl professionelle Bibliothekare als auch Wissenschaftler in ihren Spezialgebieten. Weitere große Magazine außerhalb der Stadt gehören ebenfalls zur Bibliothek.

Die erste Buchmesse

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Dass die erste Frankfurter Buchmesse 1949 statt fand, zählt zu den populärsten Irrtümern der Buchmesse, denn tatsächlich war die Frankfurter Buchmesse im Herbst 1949 der „Auftakt zu einer neuen Phase des deutschen Buchhandels“, wie das „Börsenblatt“ vom 23. September 1949 berichtete, und zu Recht beginnt die Zählung der Nachkriegsbuchmessen mit diesem Jahr. Aber die allererste Frankfurter Buchmesse nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war nicht die von 1949. Sie hatte einen Vorgänger, der in der Branche völlig in Vergessenheit geraten ist.

Schon im Mai 1948 – ziemlich genau drei Jahre nach Kriegsende – fand in der Frankfurter Paulskirche die Ausstellung „Bücherplatz Frankfurt“ statt, veranstaltet vom Hessischen Buchhändlerverband. Anlaß waren die Feierlichkeiten zum 100jährigen Jubiläum der Deutschen Nationalversammlung in der nach Kriegszerstörung wieder aufgebauten Paulskirche. Die Frankfurter hofften damals, daß ihre Stadt Bundeshauptstadt werden und der Deutsche Bundestag seinen Sitz in der Paulskirche nehmen könne.

Offensichtlich hatte die Ausstellung Erfolg und ermutigte im Folgejahr 1949 in die Paulskirche zur ersten Buchmesse einzuladen. 205 Aussteller kamen, 14.000 Messebesucher wurden gezählt. Da entschloß sich der Börsenverein, die Buchmesse zu übernehmen und sie 1950 in der Paulskirche und den benachbarten Römerhallen stattfinden zu lassen. 1951 kamen schon so viel Aussteller, daß die Messe auf das Messegelände verlegt werden mußte. Die Paulskirche bekam gleichsam zur Entschädigung die Friedenspreisverleihung übertragen.

Literaturnobelpreis 2010

Sonntag, 17. Oktober 2010

Mario Vargas Llosa wurde mit dem Nobelpreis für Literatur 2010 ausgezeichnet. Wie die schwedische Akademie bekannt gab, erhalte er die Auszeichnung für seine „Kartographie der Machtstrukturen und seine scharfen Bilder des Widerstands, der Revolte und der Niederlage des Einzelnen“.
Vargas Llosa, geboren am 28. März 1936 in Südperu, wuchs in Bolivien, Nordperu und Lima auf. In Lima und Madrid studierte er Geistes- und Rechtswissenschaften und veröffentlichte in dieser Zeit erste Erzählungen.

Mario Vargas Llosa wurde in Deutschland in den sechziger Jahren einem kleinen Publikum erstmals mit seinem Werk „Die Stadt und die Hunde“ bekannt.

Buchmesse Bilanz 2010

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Insgesamt zählte die Frankfurter Buchmesse 2010 7.539 Aussteller aus 111 Ländern. Rund 3.000 Veranstaltungen zogen insgesamt 279.325 Besuchern an, rund 300 davon widmeten sich dem Gastland Argentinien. Es waren 2010 zwar rund 10.000 Besucher weniger als im letzten Jahr, was vermutlich nicht zuletzt am schönen Wetter der beiden Publikumstage lag, aber dadurch war die Messe nicht so überfüllt wie im letzten Jahr.

Deutscher Buchpreis 2010

Freitag, 08. Oktober 2010

Die Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2010 ist Melinda Nadj Abonji. Sie erhält die Auszeichnung für ihren Roman „Tauben fliegen auf“ (Jung und Jung Verlag). Melinda Nadj Abonji erzählt dort, aus der Perspektive der Tochter Ildiko, die Geschichte einer ungarischen Familie aus der serbischen Vojvodina, die sich eine Existenz in der Schweizer Gastronomie gründet.

Der Jury für den Deutschen Buchpreis 2010 gehören an: Jobst-Ulrich Brand (Focus), Thomas Geiger (Literarisches Colloquium Berlin), Ulrich Greiner (Die ZEIT), Burkhard Müller (Süddeutsche Zeitung), Ulrike Sander (Osiandersche Buchhand-lung, Tübingen), Cornelia Zetzsche (Bayerischer Rundfunk) und Jury-Sprecherin Julia Encke (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung).