Archiv für den Monat August 2010

Bodleian Bibliothek Oxford

Dienstag, 31. August 2010

Die Bodleian Library (Bodleiana) ist die Hauptbibliothek der Universität Oxford. Sie ist eine von insgesamt 30 Bibliotheken der Universität. Sie zählt zu den fünf Pflichtexemplarbibliotheken im Vereinten Königreich, bei denen nach den Regeln des Legal deposit jedes im Land gedruckte Werk hinterlegt werden muss.

Die Bibliothek umfasst zurzeit rund 9 Millionen Einheiten auf 176 Regalkilometern, davon mehr als 6 Millionen Bände. Damit ist sie die zweitgrößte Bibliothek des Landes. 2 500 Leser finden in ihr gleichzeitig einen Leseplatz. Gegründet wurde sie 1602 mit einer Sammlung von 2000 Büchern. Ihr Katalog aus dem Jahr 1605 ist der älteste gedruckte Bibliothekskatalog in England.

Nationalbibliothek Wien

Mittwoch, 25. August 2010

Die Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB) in Wien ist die zentrale wissenschaftliche Bibliothek in Österreich. Die Bibliothek ist in der Wiener Hofburg untergebracht, das Hauptgebäude ist die Neue Hofburg am Heldenplatz. Die historischen Sammlungen und die Verwaltung sind vom benachbarten Josefsplatz zugänglich; weitere Abteilungen befinden sich in anderen Teilen der Hofburg.

Als Nationalbibliothek sammelt sie unter anderem die Pflichtexemplare aller in Österreich verlegten Druckwerke. Darunter sind auch alle von den österreichischen Universitäten approbierten Dissertationen. Seit Juli 2000 wurde die Sammlung von Pflichtexemplaren auch auf elektronische Medien ausgeweitet, es werden auch historische Zeitungen gescannt und im Internet online angeboten.

Im Habsburger Kaiserreich war sie bis zum Ende des Ersten Weltkrieges als Wiener Hofbibliothek eine der umfangreichsten Universalbibliotheken der Welt. Heute liegt der Schwerpunkt der Sammlung im geisteswissenschaftlichen Bereich.

Bibliotheken: Trinity College Library Dublin

Samstag, 21. August 2010

Die Bibliothek des Trinity College in Dublin zählt zu den beudeutensden Forschungsbibliotheken der Welt und besitzt die größte Sammlung von Handschriften und Büchern in Irland. Sie hat einen Bestand von nahezu 3 Millionen Büchern, die in 8 Gebäuden untergebracht sind. Die Bibliothek besteht, seitdem das College 1592 gegründet wurde. Die ältesten noch erhaltenen Gebäude stammen aus dem Jahre 1712.

Die Hauptkammer der Old Library, der Long Room, ist fast 65 Meter lang und beherbergt rund 200 000 der ältesten Bücher der Bibliothek. Eigentlich als flacher Raum erbaut wurde, nachdem 1850 alle Regale voll waren, die Decke gehoben und das gegenwärtige Tonnengewölbe erbaut.

Der Litografiestein

Freitag, 13. August 2010

Jedes Druckverfahren benötigt eine Vorlage, also ein Medium, das die zu druckenden Texte, Zeichnungen und Bilder enthält. Beim Steindruck wird dazu der Lithografiestein eingesetzt. Im Handel werden Lithografiesteine in unterschiedlichen Stärken zwischen 5 und 10 cm dick angeboten; die ergiebigsten Vorkommen werden außerhalb Deutschlands bis heute in Frankreich bei Dijon und in Solothurn in der Schweiz abgebaut. In Deutschland kommen vergleichbare Qualitäten nur im Altmühltal vor. Solnhofer Plattenkalk aus den Steinbrüchen gilt bis heute als das weltweit beste Material für lithografische Druckplatten. Das Qualitätsmerkmal eines Steins ist sein Farbton. Ein gelber Stein ist von minderwertiger Qualität, der viel Wasser aufgrund seiner molekular offenen Struktur aufnehmen kann und keinen guten Druck zulässt. Ein grauer Stein dagegen ist von dichterer Struktur und liefert bessere Druckergebnisse. Der beste Stein zum Drucken jedoch hat eine graublaue Färbung und kommt ausschließlich Solnhofen vor.


Der Lithografiestein wird vor dem Gebrauch zunächst immer geschliffen. Oft handelt es sich auch um gebrauchte Steine und das alte Druckbild muss abgeschliffen werden. Je nach der vorgesehenen Zeichentechnik wird der Stein glatt geschliffen.Außerdem müssen die Steine eine vorgegebene Stärke oder Höhe besitzen, damit sie unter dem Druck der Steindruckpresse nicht zerbrechen. Um die benötigte Stärke von rund 8 – 10 cm zu erreichen, wird der Stein häufig auf einen zweiten von minderer Qualität geklebt. Entscheidend dabei ist, dass der Stein überall die gleiche Stärke aufweist. Trotzdem kommt es manchmal vor, dass der Stein beim Drucken zerbricht.

Georg Büchner Preis vergeben

Sonntag, 08. August 2010

Der 57-Jährige Berliner Schriftsteller Reinhard Jirgl erhält den Georg-Büchner-Preis. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Freitag in Darmstadt mit. Der mit 40.000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. Jirgl habe in einem Romanwerk „von epischer Fülle und sinnlicher Anschaulichkeit ein eindringliches, oft verstörend suggestives Panorama der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert entfaltet“, heißt es in der Begründung. „Mit großer erzählerischer Sensibilität und Leidenschaft  geschützt durch den Firnis eines avantgardistischen Schreibgestus“ erzähle der 1953 in Ost-Berlin geborene Jirgl von den Aufbrüchen und Katastrophen, den Kriegen und Vertreibungen, den Zeiten der Teilung und der schwierigen Vereinigung.

Der „Neue“ von Daniel Kehlmann

Montag, 02. August 2010

Daniel Kehlmann schreibt nicht nur Romane und Erzählungen. Er schreibt seit Jahren auch Essays und Literaturkritiken. Gerade ist im Rowohlt-Verlag ein neuer Band erschienen, „Lob – Über Literatur“, welcher, neben Kehlmanns Poetikvorlesung in Göttingen, den Dankesreden zum Thomas-Mann-Preis und zum Kleist-Preis und seiner umstrittenen Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele im vergangenen Jahr, zahlreiche Texte versammelt, die der Autor für die großen Tageszeitungen, darunter auch die Frankfurter Allgemeine, über die Werke seiner Schriftstellerkollegen geschrieben hat. Es ist nicht das erste Kehlmann-Buch dieser Art: „Lob“ ist gewissermaßen der Nachfolgeband zu „Wo ist Carlos Montúfar? Über Bücher“, der vor fünf Jahren, kurz nach der „Vermessung der Welt“, erschien; darin ging es um Voltaire, Stendhal, Sacher-Masoch, Hamsun, Tolkien, Céline, Updike und auch Helmut Krausser. Jetzt sind Thomas Bernhard, Truman Capote, Coetzee, Stephen King, Beckett und Roberto Bolaño dran.

Die „Süddeutsche Zeitung“ hat dem 35-jährigen Autor einmal attestiert, in seinen Texten über Literatur als „grandioser Überblicker“ ganze Epochen und Werke zu beleuchten. Das stimmt. Daniel Kehlmann ist belesen. Er ist nicht zuletzt Literaturwissenschaftler.