Archiv für den Monat Januar 2010

Suhrkamp ist angekommen

Sonntag, 31. Januar 2010

Alle Kisten sind wohl sicher noch nicht ausgepackt, aber das schlimmste ist vorbei. Der Suhrkamp Verlag scheint in seiner neuen Heimat Berlin, genauer gesagt im Bezirk Prenzlauer Berg, angekommen zu sein.

Letzte Woche fand eine große Eröffnungsfeier mit rund 500 Mitarbeitern, Autoren und prominenten Gästen, wie Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit, statt. Alle konnten die neuen Verlagsräume besichtigen. Schon äußerlich hebt sich der Verlag von seiner neuen Umgebung ab, die Besucher werden von Zitaten der beühmten Autoren empfangen und das Suhrkamp-blau sieht man bereits von weitem.

Und auch die Einsicht scheint mit nach Berlin gereist zu sein, schließlich gab Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz zu, mit dem öffentlichen Umzug und dem Gerichtsstreit, einen Fehler gemacht zu haben.

Erbstreitigkeiten

Samstag, 23. Januar 2010

Dass die Weltöffentlichkeit an einem Prozess über Ester Hoffes Nachlass Anteil nimmt, liegt wohl einzig daran, dass sie im Besitz einiger Kafka-Autographen war, die ihr Max Brod überlassen hatte. Franz Kafka hatte diese noch zu Lebzeiten Brod geschenkt. Dass es sich hierbei um Ester Hoffes Eigentum handelte, erkannte 1974 sogar ein israelisches Gericht an. Sie verkaufte daraufhin – ihr gutes Recht – die wertvollsten Stücke aus dem Kafka-Konvolut, darunter das  „Prozess“-Manuskript.

Obwohl sich Israel jahrzehntelang nicht für den Brod-Nachlass interessierte oder gar Kaufinteresse gezeigt hätte, beruft man sich nun auf einen Passus in Brods Testament, das dieser Zeitung vorliegt, wonach die Manuskripte, Briefe und Papiere „der Bibliothek der Hebräischen Universität Jerusalem oder der Staatlichen Bibliothek Tel Aviv oder einem anderen öffentlichen Archiv im Inland oder Ausland zur Aufbewahrung übergeben werden sollen“.

Inzwischen scheinen sogar die Kulturbeziehungen zwischen Deutschland und Israel gefährdet. Der Direktor der Israelischen Nationalbibliothek, Schmuel Har Noy, verstieg sich vor drei Monaten zu der Forderung, das Literaturarchiv Marbach solle das 1988 ganz legal für knapp zwei Millionen Euro bei Sotheby’s ersteigerte Kafka-Manuskript des „Prozess“ an Israel herausgeben. Dabei war Har Noy möglicherweise nicht bewusst, dass die Bundesrepublik der Käufer des Autographs war, das lediglich als Depositum des Bundes nach Marbach gelangte. Hätte Deutschland Israel also um Kulturgut gebracht? Und muss das Deutsche Literaturarchiv nun vor Israel einknicken?

Vampir-Boom auf dem Buchmarkt

Montag, 18. Januar 2010

Das Jahr steckt noch in der Aufwärmphase, da ist das nächste Bestsellerphänomen bereits durchgestartet. Von null auf Platz vier ist „Gezeichnet“, erst vor knapp zehn Tagen im S. Fischer Verlag erschienen, auf der aktuellen „Spiegel“-Bestsellerliste eingestiegen. Dass es sich dabei lediglich um den ersten Band einer derzeit auf zwölf Titel angelegten neuen Vampirserie namens „House of Night“ handelt, war wohl unvermeidlich: Wer einmal Blut geleckt hat, so will es das Gesetz des Genres, braucht schnellen Nachschub.

Nicht nur, was den Erfolg – in Amerika liegt die Auflage der bisher erschienenen sechs „House of Night“-Bände bei über acht Millionen, die erste Verfilmung soll im Laufe des Jahres in die Kinos kommen -, sondern auch, was die ungenierte Ballung von Klischees, das schlichte Strickmuster des Plots (Handlung wäre zu viel versprochen) und die Scherenschnitte angeht, die als Charaktere ausgegeben werden, kann die neue Reihe tatsächlich als jene „legitime Nachfolgeserie der Bis(s)-Romane“ gelten, als die sie sich selbst bejubelt.

Aber „House of Night“ ist nur eine von vielen Vampir-Reihen, die wie Pilze auf den Marlt schießen, seit der letzte Twilight-Band veröffentlicht wurde.

Suhrkamp setzt auf Klassiker

Mittwoch, 13. Januar 2010

Das neue Programm des Suhrkamp Verlags versammelt auf beeindruckende Weise Leuchttürme der Suhrkamp-Kultur in Neuausgaben und Nachlassfunden – Brecht und Joyce, Koeppen und Nelly Sachs, Ingeborg Bachmanns „Kriegstagebuch“ und Max Frischs „Tagebuch 3“, Foucaults späte Vorlesungen, Luhmanns „Politische Soziologie“, Unbekanntes von Blumenberg, Aufsätze von Koselleck und Hacks. Hier läuft die Geistmaschine Suhrkamp auf Hochtouren. Nur die Qualität der Neuerscheinungen kann da leider nicht mithalten. Aber Suhrkamp will sich wohl nach dem umstrittenen Umzug nach Berlin erstmal auf Bewährtes konzentrieren.

Welches Buch ist das richtige für mich?

Montag, 04. Januar 2010

Wie findet Ihr zum richtigen Buch? Ich suche immer wieder nach neuen und alten Büchern, die mein zugegebener Maßen weites Geschmacksspektrum abdecken. Ich hab verschiedene Methoden Bücher zu finden.

Zum einen gehe ich einfach in den Buchladen meines Vertrauens und stöbere, oder frage die Buchhändlerinnen um Rat. Oft lese ich auch einfach Bücher, wo ich die Autoren schon kenne und gut finde. Damit ist man dann meist auf der sicheren Seite. Gar nicht lese ich Bücher, von denen ich bereits die Verfilmung gesehen habe, dass nimmt mir einfach jegliche Spannung. Auch die verfilmungen mir bereits bekannter Bücher sehe ich mir nicht an, oft sind sie nur enttäuschend.

Meistens jedoch durchstöbere ich Amazon und suche nach Querverweise, klicke mich durch, vergleiche und finde dann schließlich passendes Buchwerk. Zuweilen kommt es auch vor, dass mich auch einfach nur ein Cover anspricht und ich mich dann, beflügelt durch einen lustigen Titel zum Kauf verleiten lasse.

Was gibt es da noch für Möglichkeiten, dass man seinem Geschmack entsprechende Texte findet?

2010

Freitag, 01. Januar 2010

Nicht nur ein neues Jahr, sondern gleich ein neues Jahrzehnt hat heute begonnen. Was wird es für die Welt der Bücher bringen?

Darf Google nun doch alles einscannen, was sich gerade so auf dem Buchmarkt befindet, oder wird dieser Piraterie bald in New York der Riegel vorgeschoben. Wirken sich Krise und E-Book stark auf den Markt aus, oder bleibt alles beim Alten. Sind vielleicht sogar große Insolvenzen, wie in anderen Branchen, zu erwarten?

Das alles wird sich in der nächsten 365 Tagen zeigen.

Frohes neues Jahr.