Der Litografiestein

Jedes Druckverfahren benötigt eine Vorlage, also ein Medium, das die zu druckenden Texte, Zeichnungen und Bilder enthält. Beim Steindruck wird dazu der Lithografiestein eingesetzt. Im Handel werden Lithografiesteine in unterschiedlichen Stärken zwischen 5 und 10 cm dick angeboten; die ergiebigsten Vorkommen werden außerhalb Deutschlands bis heute in Frankreich bei Dijon und in Solothurn in der Schweiz abgebaut. In Deutschland kommen vergleichbare Qualitäten nur im Altmühltal vor. Solnhofer Plattenkalk aus den Steinbrüchen gilt bis heute als das weltweit beste Material für lithografische Druckplatten. Das Qualitätsmerkmal eines Steins ist sein Farbton. Ein gelber Stein ist von minderwertiger Qualität, der viel Wasser aufgrund seiner molekular offenen Struktur aufnehmen kann und keinen guten Druck zulässt. Ein grauer Stein dagegen ist von dichterer Struktur und liefert bessere Druckergebnisse. Der beste Stein zum Drucken jedoch hat eine graublaue Färbung und kommt ausschließlich Solnhofen vor.


Der Lithografiestein wird vor dem Gebrauch zunächst immer geschliffen. Oft handelt es sich auch um gebrauchte Steine und das alte Druckbild muss abgeschliffen werden. Je nach der vorgesehenen Zeichentechnik wird der Stein glatt geschliffen.Außerdem müssen die Steine eine vorgegebene Stärke oder Höhe besitzen, damit sie unter dem Druck der Steindruckpresse nicht zerbrechen. Um die benötigte Stärke von rund 8 – 10 cm zu erreichen, wird der Stein häufig auf einen zweiten von minderer Qualität geklebt. Entscheidend dabei ist, dass der Stein überall die gleiche Stärke aufweist. Trotzdem kommt es manchmal vor, dass der Stein beim Drucken zerbricht.

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