Der Bucheinband in der Geschichte: Renaissance

Ebenso wie die Kunst der gesamten Epoche, war auch die Einbandverzierung in der Renaissance geprägt von Neuerungen und Vorbildern aus der Antike.  Die bisher üblichen Holzdecke als Bucheinbandl wurden langsam von Pappdeckeln abgelöst, was kleinere Formate ermöglichte und die Vergoldung als Schmuck der Buchdeckel trat gleichwertig neben den bisher vorherrschenden Blinddruck hervor.

Deutsche Buchbinder verhielten sich den neuen Einflüssen gegenüber zunächst sehr zurückhaltend. Der Blinddruck als dominierende Schmuckform und auch Holzdeckel hielten sich bis in die Spätrenaissance. Den in den Zunftordnungen verwurzelten Handwerkern fiel es schwer, sich von den einfachen und zeitsparenden Techniken der wieder zu lösen. In den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts begannen langsam graphische Elemente der Renaissance in die deutschen Motivschätze einzudringen. Figürliche Motive wie biblische Gestalten und Themen, aber auch Porträts und Wappen prägten nun die verzierten Buchdeckel. Langsam begann man aber auch in Deutschland  man Gold- und Blinddruck parallel zu verwenden. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts wurden dann schließlich auch ornamentale Renaissancemotive in Deutschland heimisch. Besonders südliche Städte wie Augsburg und München ließen sich von den italienischen und französischen Vorbildern beeinflussen.

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