Archiv für den Monat Dezember 2009

Google Urteil in Frankreich

Dienstag, 22. Dezember 2009

Während das endgültige Urteil über das Google Book Settlement aus New York noch auf sich warten lässt, hat ein pariser Gericht schon ein erstes Urteil gefällt:

Google muss 300.000 Euro Schadenersatz bezahlen und mit dem Digitalisieren von Büchern, die unter dem Urheberrecht stehen, aufhören. Gegen Google geklagt hat der Verlag La Martinière, zu dem auch Le Seuil und verschiedene weitere Filialen gehören. Mit dem Verleger hatten der Verlegerverband und eine Autorengewerkschaft geklagt.

Gegen den ausdrücklichen Willen des Verlages hatte Google Hunderte von Büchern aus seinen Katalogen digitalisiert und zumindest Auszüge über Google Books zugänglich gemacht – das seien „Zitate“, und die seien erlaubt, lautete die Rechtfertigung. Das sah das Gericht jetzt anders.

Schon gewusst?

Montag, 21. Dezember 2009

Die „Kinder- und Hausmärchen“ der Gebrüder Grimm, erstmals herausgegeben 1812, sind nach der Bibel das zweithäufigst verkaufte und übersetzte Buch der Welt.

Wie man Märchen erfindet

Montag, 14. Dezember 2009

Überall auf der Welt gibt es Märchen, aber keine Sammlung, abgesehen von den Erzählungen aus Tausendundeiner Nacht, ist so berühmt geworden wie die Kinder- und Hausmärchen von Jacob und Wilhelm Grimm. Schon bald nach ihrem ersten Erscheinen 1812 wurden sie in ganz Europa übersetzt. Ende des 19. Jahrhunderts gelangten sie nach Japan, in die USA, und heute sind sie der Inbegriff dessen, was man Märchen nennt.

Diese anheimelnd unheimliche Bilderwelt halten wir, vielleicht gar mit einem gewissen Stolz, für typisch deutsch, wir neigen zu der Annahme, es handele sich dabei um ganz ursprüngliche, aus der Tiefe der Volksseele stammende Geschichten. Deshalb trennen wir ja auch die anonymen »Volksmärchen«, wie sie nicht allein die Grimms, sondern auch viele andere gesammelt haben, von den literarischen »Kunstmärchen« eines E.T.A. Hoffmann oder Hans Christian Andersen.

Jacob und Wilhelm waren keine fahrenden Feldforscher, sondern Bibliothekare, lange Zeit in Kassel, später in Göttingen, dann lehrten sie als Professoren in Berlin. Sie verließen ihre Studierstube nur, wenn es sein musste, und an die Märchen kamen sie über Mittelsleute, die sie aus ihrem Bekanntenkreis gewannen. Zumeist waren das Frauen mit gebildetem Hintergrund, etwa die Schwestern Hassenpflug in Kassel, deren Mutter hugenottischer Herkunft war. Zu Hause sprach man Französisch, und es ist offenkundig, dass die Märchen, die dort erzählt wurden, in ihrer Mehrzahl aus dem Umkreis der berühmten Sammlung von Charles Perrault stammten (1697). Jedenfalls haben scheinbar urdeutsche Märchen allesamt französische Vorbilder. Was wiederum nicht heißt, sie wären »urfranzösisch«. Die Überlieferungswege liegen meist im Dunklen, manche führen zurück bis in die Antike, andere nach Persien, von da nach Indien.

Nobelpreisverleihung

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Heute wird in Stockholm der Literaturnobelpreis an Herta Müller verliehen.

„Jedes Wort weiß etwas vom Teufelskreis“ hat Herta Müller die Rede überschrieben, die sie jetzt zum Auftakt der Nobelpreiswoche hielt. In ihrer berührenden Ansprache kam das Wesen ihrer Poetik zum Ausdruck. Um den Teufelskreis aus Unterdrückung und Angst, jenes von der Diktatur erzeugte Urmisstrauen, zu durchbrechen, so die Autorin, habe ihre Sprache ein geradezu pantomimisches Eigenleben entwickelt. Mit ihrem Vokabular setzt Herta Müller die unheilbar kaputte Welt neu zusammen. Ihre neu erfundene Wirklichkeit setzt dem allgegenwärtigen Verrat eine poetische Wahrheit entgegen. So bringen die Wörter „dem Gelebten Hals über Kopf eine Art verwunschene Logik bei“.

Bücher unterm Weihnachtsbaum

Samstag, 05. Dezember 2009

Bücher gehören seit ewigen Zeiten zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken des Nation. Unter fast jedem Weihnachtsbaum liegt mindestens ein Buch. Doch ist ein Buch auch wirklich immer ein gutes Geschenk?

Ich würde sagen ja und verschenke selbst natürlich auch mindestens eins, allerdings nie solche, die ich nicht selbst gelesen und für gut befunden habe. Ich bekomme aber meist keine Bücher, aus einem einfachen Grund: Ich besitze so viele, dass meine Verwandten und Freunde immer Gefahr laufen mir eines zu schenken, dass ich schon habe. Ich muss dementsprechend immer konkrete Buchwünsche äußern.

Ganz schön gewichtig

Dienstag, 01. Dezember 2009

Das schwerste Buch der Welt ist „Das Buch der Apokalypse“, ein zwischen 1958 und 1961 mit der Beteiligung von Salvador Dali entstandenes Kunstwerk. Es wiegt 210 Kilogramm, der Großteil dieses Gewichts geht zu Lasten der 300 Seiten, die aus großformatigem Pergament bestehen.