Archiv für den Monat Juli 2009

Canetti über Bücher

Mittwoch, 29. Juli 2009

Elias Canetti (1905-1994) war Schriftsteller spanisch-jüdischer Herkunft, Büchner-Preisträger sowie Literatur-Nobelpreisträger (1981) und hat so einiges treffendes zum Thema Buch und Lesen gesagt, bzw. geschrieben. Hier zwei Beispiele:

Wie wenig du gelesen hast, wie wenig du kennst – aber vom Zufall des Gelesenen hängt es ab, was du bist.

Das Vielsinnige des Lesens: Die Buchstaben sind wie Ameisen und haben ihren eigenen geheimen Staat.

Bildschirm statt Blätter

Sonntag, 26. Juli 2009

Das E-Book, die Zukunft der Buchbranche?

Seit das E-Book vor einem Jahr vorgestellt wurde, wird darüber diskutiert, ob so die literarische Zukunft aussieht. Unzählige Bücher auf einen Bildschirm laden und anstatt eine Seite weiter zu blättern, einfach auf eine Taste drücken. Aber muss das Buch überhaupt elektronisiert werden? Gut, ein E-Book braucht nicht so viel Platz im Bücherregal und ein Buchdownload ist vermutlich auch günstiger als die Druckversion. Nur kann man mit diesem kleinen Bildschirm nicht einfach mal so durch die Seiten blättern und seine Lieblingsstellen erneut lesen. Auch damit abends auf der Couch zu sitzen, stelle ich mir nicht so gemütlich vor. Und was ist, wenn an der spannendsten Stelle plötzlich die Batterie leer ist?

Also ich für meinen Teil hoffe, dass sich die elektronische Revolution des Lesens noch sehr lange hinauszögert.

In der Buchhandlung

Freitag, 24. Juli 2009

Ich war in dieser Woche, wie so viele bibliophile Menschen, mal wieder in der Buchhandlung zum stöbern. Dort könnte ich Stunden verbringen. Nur eins fällt mir immer schwer: die Auswahl. Oft weiß ich zwischen den hunderten von büchern gar nicht mehr, was ich eigentlich lesen möchte und alle kaufen kann ich ja nun auch nicht, obwohl ich das natürlich gerne möchte.

Aufgefallen ist mir dann an der Kasse noch ein sehr schöner Spruch, der gerahmt an der Wand hing: 

Ein Buch lesen, ist wie denken mit einem anderen Kopf.

Orte zum Lesen

Dienstag, 21. Juli 2009

Dieser Blog hat sich schon mit so einigen Themen rund ums Buch befasst, aber noch nie mit der Frage, wo wir denn unsere geliebten Bücher lesen?

Die beliebtesten Orte dafür sind wohl Sofa und Bett. Abends vor dem Schlafen gehen gehört es für viele einfach dazu noch ein paar Seiten zu lesen. Andere nutzen wiederum die Zeit auf dem Weg zur Arbeit in Bus und Bahn um ein Buch zu lesen. Im Sommer setzen sich wieder andere raus ins Freie, auf den Balkon oder in den Park, und geben sich dort dem geschriebenen Wort hin. Und einige Lesen einfach überall, sobald sie nur ein wenig Zeit dazu finden.

Wo lesen Sie?

Erst „Lesen“ jetzt „Die Vorleser“

Samstag, 18. Juli 2009

Amelie Fried und Ijoma Mangold sollten die Nachfolger von Elke Heidenreich werden, deren Sendung nach einem Disput mit dem Zdf abgesetzt wurde. In ihrer ersten Sendung versuchten beide das Kunststück acht Buchbesprechungen, einen Gast und noch ein paar kleine Filmchen in 30 Minuten zu quetschen. Wie man sich schon hier denken kann, erlebten beide damit eine Bauchlandung. Sie wurden aus dem Off-abgewürgt und mussten drei der acht Bücher in Rekordzeit durchsprechen: Das war keine schöne Sendung über Bücher und Lesen, das war ein Rezensionssprint, bei dem der Zuschauer gar nicht mehr so recht mitkam.

Man darf gespannt sein, wie lange es diese Sendung noch geben wird.

Noch 3 Monate

Donnerstag, 16. Juli 2009

In drei Monaten ist es wieder soweit, die Pflichtveranstaltung für alle Bibliophilen und Leseratten findet vom 14. bis 18. Oktober statt: Die 61. Frankfurter Buchmesse.

Unzählige Veranstaltungen und rund 7300 Aussteller aus über 100 Länder warten auf ungefähr 300.000 Besucher. Der Ehrengast in diesem Jahr ist China.

Der Kanon

Sonntag, 12. Juli 2009

Wie entsteht eigentlich so ein Literaturkanon der wichtigen, bedeutenden Werke, die man mal gelesen haben sollte?

Die wichtigste Rolle spielt hier wohl die Literaturwissenschaft. Sie rezipiert, kritisiert und beurteilt Werke und bestimmt so, welche in einen Kanon, zum Beispiel für den Schulunterricht, aufgenommen werden. Zur Literaturwissenschaft gehört hier auch die Literaturkritik, die mit ihren Urteilen maßgeblich beeinflusst, welche Werke gelesen werden. Dies gilt natürlich auch für die moderne Literatur. Aber im Gegensatz zu der Literatur aus den vergangenen Epochen, spiel heute auch das Verlagsmarketing beim Einzug in einen Kanon eine entscheidende Rolle: Je stärker und besser ein Buch beworben wird, desto eher wird es gelesen und landet natürlich auf den Bestsellerlisten des Landes. Und von diesen Listen meist direkt im Kanon bekannter und lesenswerter Bücher der heutigen Zeit.

Klassiker

Donnerstag, 09. Juli 2009

Es gibt einen bestimmten Kanon von Büchern, die der literarisch gebildete Mensch gelesen hat, oder gelesen haben sollte: Die Klassiker. Schon in der Schule kommt man mit ihnen in Berührung und auf der Universität gibt es schließlich seitenlange Listen der Bücher von Goethe, Schiller, Heine und co., die der Student eigentlich kennen sollte. Aber nicht jeder dieser Klassiker ist ein Lesevergnügen.

Wie Ernest Hemingway schon bemerkte: Ein klassischen Buch ist ein Werk, das die Menschen loben, aber nie lesen.

Leser aus Parallelwelten

Montag, 06. Juli 2009

Viele Jugend- und auch Erwachsenenbüchern handeln momentan von Lesern aus fiktiven Welten oder auch Tieren aus unserer Welt, die sich das Lesen beigebracht haben.

Da gibt es zum Beispiel die Ratte Firmin aus einem Roman von Sam Savage, die im Keller einer alten Buchhandlung in Boston geboren wird und sich selbst das Lesen beibringt. Sie frisst später sogar die Bücher und kann sich an alle Inhalte exakt erinnern, da ihr Gehirn viel größer ist, als das einer normalen Ratte.

Außerdem gibt es noch die „Stadt der träumenden Bücher“ von Walter Moers, in der sich wirklich alles nur um Literatur dreht, Fabelwesen leben und Drachen zu Dichtern werden. Dort gibt es Bücherjäger die nach bibliophilen, antiquarischen Schätzen gieren und nach ihnen ein unterirdisches Ladyrinth durchsuchen, genauso wie Touristen die sich in den tausenden von Antiquariaten tummeln.

Von Cornelia Funke gibt es weiterhin die ‚Tinten-Triologie‘ in der sich die Menschen einfach so, mit einer magischen Zunge, in die Geschichten der Bücher lesen können, oder Gestalten aus ihnen in die eigene Welt holen können.

Diese magischen Bücher über das Lesen und über etwas ungewöhnliche Leser liegen gerade voll im Trend und zeigen die Faszination, die das Lesen für einige Menschen ausmacht.

Selbst ein Buch schreiben

Freitag, 03. Juli 2009

Viele Leute haben noch das ambitionierte Ziel selbst mal ein Buch zu schreiben und dann auch zu veröffentlichen. Mal davon abgesehen, dass dies eine Menge Arbeit bedeutet und dementsprechend umheimlich viel Zeit kostet, ist es meist finanziell gar nicht mehr so rentabel. Ein Jungautor kann durchschnittlich nur ca. 2000Euro mit seinem Werk verdienen. Es sei denn es wird ein Bestseller.

Aber dies hält die meisten nicht vom Schreiben ab, denn das Gefühl und die Aussicht, das eigene Buch im Regal eines Buchladens stehen zu sehen, ist wohl einfach zu verlockend.

Mark Twain sah das, obwohl selbst Autor, doch sehr pragmatisch: „Es ist idiotisch, sieben oder acht Monate an einem Roman zu schreiben, wenn man in jedem Buchladen für zwei Dollar einen kaufen kann.“

Franziska