Archiv für den Monat Mai 2009

Dem Leser auf der Spur

Samstag, 30. Mai 2009

 

Wer oder was ist eigentlich ein Leser?

Ein Leser (vom Verb ‚lesen’) ist nach einer allgemeinen Definition derjenige der ein literarisches Werk aufnimmt und die dort schriftlich niedergelegten Gedanken im besten Fall auch versteht. Hier spricht man von der Rezeption des Buches. Die Leser in der Gemeinschaft bilden schließlich das anonyme, aber einflussreiche Publikum, an das die Literatur adressiert ist. Als Konsument bestimmt er große teile des Buchhandels mit.

Die Literaturwissenschaft nimmt aber noch eine Unterscheidung zwischen zwei Typen von Lesern vor:

1)      Der reale Leser, der in seiner Freizeit ein Buch liest und sich seine eigenen Gedanken dazu macht.

2)      Der intendierte Leser, den sich der Autor beim Schreiben des Buches vorstellt: Er ‚denkt’ beim Lesen genau das, was der Autor auch beabsichtigt. Er ist der idealtypische Leser, den der Autor mit seinen Geschichten erreichen will.

Franziska

Bücher fürs Ohr

Mittwoch, 27. Mai 2009

 

 

Nicht jedes Buch muss man lesen, seit einigen Jahren werden Hörbücher immer erfolgreicher.

Ein Hörbuch ist nach einer allgemeinen Definition eine auf einen Tonträger aufgenommene Lesung. Die Bezeichnung Hörbuch geht auf die 1954 in Marburg gegründete Blindenhörbücherei zurück.

Doch erst über 40 Jahre später, 1990, gelang dem Rowohlt Verlag und WDR der Durchbruch in Sachen Hörbuch mit einer Krimi-Reihe. Von da an stiegen die Verkaufszahlen stetig an. 1993 gründeten einige deutsche Verlage, unter anderem Rowohlt und Suhrkamp, aufgrund des wachsenden Erfolgs den Deutschen Hörbuch Verlag (DHV).

Ab Mitte der Neunziger Jahre löste die CD das Medium der Kassette ab. Heute, knapp 15 Jahre später, bieten viele Verlagen und ganze Internetportale schon den Service des Downloads eines Hörbuches auf den eigenen MP3-Player an.

Durch das Hörbuch hat das Vorlesen also einen völlig neuen Stellenwert erhalten, beziehungsweise eine Renaissance erlebt.

Franziska

Die Papierherstellung

Sonntag, 24. Mai 2009

Die Grundzutaten für Papier sind von jeher Faserstoffe (pflanzliche und/oder textile) und Wasser. Schon das von den Chinesen um 105 n. Chr. erfundene, erste Papier bestand aus zerstampfen Maulbeerbaum- und Chinagrasfasern, Baumwolle und alten Lumpen, die mit einem Sieb aus einem Wasserbottich geschöpft wurden. Spätere Generationen von Papiermachern verfeinerten und variierten dieses Rezept nur noch, indem sie weitere ‚Zutaten’ hinzufügten (wie z. B. Leime und Füllstoffe), Veredelungsverfahren entwickelten (z. B. die Oberflächenbehandlung) und die Herstellungsmethoden perfektionierten (durch die Erfindung von Holzschliff, Zellstoff, mechanischen Sieben etc.). Heute enthält jedes Papier im Wesentlichen Holzfasern, Altpapier, Füllstoffe zur Strukturverbesserung, wie z. B. Farbstoffe und Leime (die die Saugfähigkeit des Papiers bestimmen) und Wasser. Lumpen finden nur noch in wenigen Sonderfällen Verwendung, z. B. für Banknoten. Die Vielfalt der fertigen Papiere und die qualitativen Unterschiede entstehen durch die Auswahl, Abstimmung und Art der Verarbeitung dieser Grundzutaten. Generell umfasst die Papierherstellung um die 60 Arbeitsschritte und ist damit ein sehr komplexer Vorgang.

Franziska

Tierisch

Mittwoch, 20. Mai 2009

 

„Ein Buch, wenn es so zugeklappt daliegt, ist ein gebundenes, schlafendes,
harmloses Tierchen, welches keinem was zuleide tut. Wer ihm die Nase nicht
gerade zwischen die Kiefern steckt, den beißt es auch nicht.“
Wilhelm Busch

Bücher über Bücher

Sonntag, 17. Mai 2009

 

 

Viele Bücher haben mittlerweile sich selbst zum Gegenstand. Hier mal ein nicht ganz neues aber sehr bekanntes und schönes Beispielzitat aus „Die Unendliche Geschichte“ von Michael Ende:

“Wer niemals ganze Nachmittage lang mit glühenden Ohren und verstrubbeltem Haar über einem Buch saß und las und las und die Welt um sich her vergaß, nicht mehr merkte, dass er hungrig wurde oder fror-
Wer niemals heimlich beim Schein der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen hat, weil Vater oder Mutter oder sonst irgendeine besorgte Person einem das Licht ausknipste mit der gut gemeinten Begründung, man müsse jetzt schlafen, da man doch morgen früh aus den Federn sollte-
Wer niemals offen oder im geheimen bitterliche Tränen vergossen hat, weil eine wunderbare Geschichte zu Ende ging und man Abschied nehmen musste von den Gestalten, mit denen man gemeinsam so viele Abenteuer erlebt hatte, die man liebte und bewunderte, um die man gebangt und für die man gehofft hatte, und ohne deren Gesellschaft einem das Leben leer und sinnlos schien-
Wer nichts von alledem aus eigener Erfahrung kennt, nun, der wird wahrscheinlich nicht begreifen können, was Bastian jetzt tat.“

Die Initiale

Donnerstag, 14. Mai 2009

 

Eine Initiale ist der schmückende Anfangsbuchstabe eines Buches, Kapitels oder Absatzes. In der Vergangenheit wurden die Initialen häufig reich und farbenfroh verziert, 424px-psac582terz_florianski1-medium1heute sind es meist nur leicht vergrößerte, in der Schriftart veränderte Buchstaben, die im Text nicht mehr sonderlich auffallen. Früher war das anders: 

Im Mittelalter wurden die Initialen in kostbaren Büchern immer viel reicher ausgeschmückt als heute. Einige wurden thematisch zu den folgenden Textinhalten gestaltet und enthielten kleine Bilder, andere waren aus ein prachtvollen, bunten Schriftarten. Je nach ihrer Platzierung werde sie in freistehende, eingebaute, überhängende, angesetzte und Kassetteninitialen unterschieden.

 Franziska

 

Unsere Lieblingsbücher?!

Montag, 11. Mai 2009

 

Eine Umfrage des ZDF 2004 ergab die 10 beliebtesten Bücher der Deutschen.

Sind Ihre auch dabei?

1. Herr der Ringe (vom britischen Autor J. R. Tolkien)

2. Die Bibel

3. Die Säulen der Erde (vom britischen Autor Ken Follett)

4. Das Parfüm (vom deutschen Autor Patrick Süskind)

5. Der kleine Prinz (vom französischen Autor Antoine de Saint-Exupery)

6. Die Buddenbrooks (vom deutschen Autor Thomas Mann)

7. Der Medicus (vom US-Autor Noah Gordon)

8. Der Alchimist (vom brasilianischen Autor Paulo Coelho)

9. Harry Potter und der Stein der Weisen (von der britischen Autorin J. K. Rowling)

10. Die Päpstin (von der US-Autorin Donna W. Cross)

Ein Rekord fehlt

Samstag, 09. Mai 2009

 

Es gibt so einige Weltrekorde rund ums Buch, das größte Buch, das kleinste Buch, das teuerste Buch usw. aber eine Rekord fehlt: Das dünnste Buch der Welt gibt es einfach nicht. Jetzt werden sich viele sicher denken: ‚Ist doch klar, weniger als eine Seite kann ein Buch auch nicht haben.’ Aber das ist so nicht ganz richtig:

Laut UNESCO wird ein Buch nämlich erst ab einem Mindestumfang von 49 Seiten als Solches bezeichnet. Demnach sind alle Bücher mit genau 49 Seiten die Dünnsten der Welt und davon gibt es sicher einige.

Alles was im Umfang darunter liegt wird schon nicht mehr als Buch, sondern wohl eher als Heft bezeichnet.

Franziska

Der Kodex

Mittwoch, 06. Mai 2009

 

Der Kodex ist neben der Schriftrolle die zweite antike Vorform des heutigen Buches.

Beide existierten bis zum 4. Jahrhundert nebeneinander, bevor der Kodex die Schriftrolle schließlich verdrängte. Warum dies geschah ist bis heute nicht eindeutig geklärt.

In der Antike bestand ein Kodex aus beweglich verbundenen Schrifttafeln aus Holz. Das Material gab dieser Vorform unseres heutigen Buches auch seinen Namen: Im Lateinischen bedeutet ‚codex’ nämlich Baumstamm oder gespaltenes Holz.

Im Mittelalter war der Kodex die übliche Erscheinungsform des handgeschriebenen oder gedruckten Buches. Zu dieser Zeit wurden Pergament- oder Papierblätter mit einem Faden zusammengeheftet und von einem festen Einband geschützt. Dieser Einband war oft aus fester Pappe oder dünnem Holz, welches noch mal in Leder eingeschlagen wurde.

 

Übrigens: In der Antike hatten Gesetzestexte immer die Form eines Kodexes, daher stammen auch heute noch die Begriffe ‚Ehrenkodex‘ und ‚Verhaltenskodex‘.

Franziska

Ein blinder Text

Montag, 04. Mai 2009

 

Blindtext nennt man einen Text, der bei der Gestaltung von Publikationen benutzt wird, bevor der eigentliche Text vorliegt. Der Blindtext ist eine sinnlose Abfolge von Wörter, Silben und Buchstaben, der nur dazu dient das spätere Layout der Seiten und den gewählten Schrifttyp vorab zu beurteilen.

Franziska