Archiv für den Monat April 2009

Bücher auf Eis

Dienstag, 28. April 2009

 

Dass man einen Gefrierschrank nicht unnötig lange geöffnet lassen sollte, um so Energiekosten zu sparen, ist den meisten Menschen ja bekannt. Aber was hat dieser Haushaltstipp jetzt in einem Buch-Blog zu suchen?

Na ja, je voller ein Gefrierfach ist, desto weniger Luft kann entweichen. Und durch ihre rechteckige Form sind Bücher als Platzfüller für leere Gefrierschränke gerade zu perfekt. Durch das Einfrieren von Büchern lassen sich also Energiekosten einsparen. Diesen Tipp verbreitete zumindest die Siemens GmbH & Co. KG 2007 auf ihrer Homepage und in Zeitschriften als Teil einer Anzeigenkampagne.

Wer seine Bücher nach dem Einfrieren allerdings noch lesen will, sollte sie vorher sorgfältig in Folie einpacken, damit sie nicht beschädigt werden.

So abwegig wie es im ersten Moment scheint, ist das Schockfrosten von Büchern aber überhaupt nicht: Diese Methode wird zum Beispiel bei Schädlingsbefall oder der Zwischenlagerung beschädigter Bücher verwendet. So wurden  nach dem Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar tausende Bücher gerettet.

Franziska

Kein Buch ohne Schrift: Die Karolingische Minuskel

Samstag, 25. April 2009

 

Als Karolingische Minuskel bezeichnet man heute eine Schriftart, die im 8. Jahrhundert im Umfeld Karls des Großen entwickelt wurde. So sollte eine einheitliche Verwaltungsschrift für Frankreich geschaffen werden, denn fast jede Schreiberschule des Reiches hatte eine eigene Schrift entwickelt. Die Karolingische Minuskel ersetzte die bis dahin übliche Majuskel-Schrift, die nur aus Großbuchstaben bestand.

Ab dem 9. Jahrhundert verbreitet sie sich rasch im gesamten Karolingerreich, wurde aber rund 300 Jahre später von der frühgotischen Minuskel verdrängt. Aus ihr entwickelten sich später die gotische und die humanistische Minuskel.

Kennzeichnend für die Karolingische Minuskel ist ihr einheitliches, gleichmäßiges Minuskelalphabet, in dem jeder Buchstabe selbstständig für sich steht und das fast ohne Ligaturen auskommt.

Die Karolingische Minuskel wurde während des Humanismus von italienischen Antike-Forscher wieder entdeckt, da die ersten Überlieferungen antiker Werke in dieser Schriftart vorlagen. Eine Imitation dieser Karolingischen Minuskel wurde dann auch für den Buchdruck verwendet und so bildet diese Schriftart die Grundlage unser heutigen Groß- und Kleinbuchstaben.

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Im Rekordtempo zum Bestseller

Donnerstag, 23. April 2009

 

Heute vor sechs Jahren, am Welttag des Buches 2003, wurde in Mainz von der Stiftung Lesen ein ganz besonderes Buch heraus gebracht:

Es hat einen Umfang von 96 Seiten, kostet 20 Euro und erschien in einer einmaligen Auflage von 1.000 Exemplaren. Soweit ist daran noch nichts ungewöhnliches, aber dieses Buch ist auch an seinem Erscheinungstag, dem 23.04.03, entstanden. Innerhalb von nur 12 Stunden wurden Texte geschrieben, lektoriert und das Ganze schließlich in Druck gegeben.

Der Erlös wurde übrigens zur Erhaltung wertvoller Bücher gespendet.

Hier der straffe Zeitplan der Beteiligten:

  • 7:45 – Bekanntgabe des Themas
  • 8:00 bis 10:00 – Schreibzeit
  • 10:00 bis 12:00 – Lektorat
  • ab ca. 11:00 – Layout
  • 8:00 bis 12:00 – Vorbereitungsarbeiten der Produktion
  • 12:00 bis 15:00 – Druck
  • 13:00 bis 19:00 – Buchbinderei

Obwohl das Hauptanliegen der Stiftung Lesen sicher die Werbung fürs Lesen war, lässt sich über die Qualität dieses literarischen Schnellschusses vermutlich streiten.

 

Franziska

Keine Zeit zum Lesen?

Dienstag, 21. April 2009

 

Es geht doch vielen Menschen so, mir übrigens auch, dass sie gerne mehr lesen würden, ihnen dazu aber einfach die Zeit fehlt. Winston Churchill hatte da einen Vorschlag, wie man seine Bücher trotzdem nicht vernachlässigt:

„Wenn du nicht all deine Bücher lesen kannst, dann nehme sie wenigstens zur Hand, streichle ein wenig über sie, schau‘ etwas hinein, lasse sie irgendwo auffallen und lese die ersten Sätze, auf die dein Auge fällt, stelle sie selbst auf’s Bord zurück, ordne sie nach deinen Vorstellungen so, daß du wenigstens weißt, wo sie sind. Laß‘ sie deine Freunde sein; lasse sie auf alle Fälle deine Bekannten sein.“ Winston Churchill

Franziska

Ein Tag für Bücher

Sonntag, 19. April 2009

 

Nächste Woche, am 23.04.09, ist Welttag des Buches. Dieser wurde 1995 von der UNESCO als ein weltweiter Feiertag des Lesens eingerichtet.

Aber warum ausgerechnet am 23. April?

Das Datum geht auf den Georgstag (Namenstag des spanischen Volksheiligen St. Georg) zurück, an dem man sich nach katalanischer Tradition Bücher und Rosen schenkte.

Weiterhin gilt der 23.04 als Geburtstag, sowie Sterbetag eines der berühmtesten Autoren der Welt, William Shakespeare.

In diesem Jahr steht der Welttag des Buches unter dem Motto „Hier. Und überall“. An vielen Orten finden Lesungen und andere Aktionen statt.

 

Mehr Informationen gibt es hier: http://www.welttag-des-buches.de

Franziska

Ein Buch voller Geheimnisse

Donnerstag, 16. April 2009

Das wohl geheimnisvollste Buch der Welt ist das so genannte Voynich Manuskript. Es wurde 1912 von Wilfried M. Voynich, einem Sammler alter Schriftstücke, in der Villa Mondragone, Frascati (Italien) gefunden. Seit den 60er Jahren ist es im Besitz der Yale Universität.

Doch was macht das Voynich Manuskript zum wohl geheimnisvollsten Buch der Welt?
Das Manuskript ist ein illustrierter, handgeschriebener 232-seitiger Band mit einer Breite von 17,8 cm und einer Höhe von 25,4 cm. Es ist in einer unbekannten Schrift verfasst, in einer unbekannten Sprache geschrieben und die Abbildungen geben den Forschern Rätsel auf. Auch das Alter, der Autor und die Herkunft sind bis heute nicht zu ermitteln. Man weiß nicht einmal in welchem Land es entstanden ist. Einige Forscher vermuteten mittlerweile, dass das Voynich Manuskript im Mittelalter, um 1500, entstanden ist, aber eine Datierung mit der Radiokarbonmethode wurde bislang nicht vorgenommen.

Niemand weiß welche Informationen im Voynich Manuskript stecken. Eine Angabe zur Gliederung des Buches ist nur durch die rätselhaften Abbildungen möglich. Demnach unterteilt sich das Werk in einen pflanzenkundlichen, kosmologischen, astrologischen, pharmazeutischen, biologischen und einen abschließenden Teil.

 

Hier eine Abbildung der Schrift, das so genannte Voynich-Alphabet:

 

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Franziska

 

Nothing/Nichts

Dienstag, 14. April 2009

 

Es gibt viele kuriose Bücher: Eines davon ist „Nothing“. Es besteht aus 192 Seiten, auf denen, wie der Titel schon verrät, überhaupt nichts steht. Trotz seines ‚Inhaltes’ wurde es recht häufig verkauft. Der ‚Autor’ von „Nothing“ ist aber logischerweise unbekannt.

Ein ähnliches Buch aus den USA hat den Titel „Wits and Wisdom of Spiro Agnew“. Das Büchlein bestand ebenfalls nur aus unbedruckten Seiten. Spiro Agnew, dessen Klugheit das Buch ‚behandelt’, war übrigens Vizepräsident der Vereinigten Staaten unter Richard Nixon.

Auch in Deutschland gibt es ein vergleichbares Buch: Ein Kölner Verlag brachte 2005 ein leeres Buch mit dem Titel „Alles was man über Düsseldorf wissen muss“ heraus und spielt so auf die bekannte Rivalität beider Städte an.

Franziska

Von Esels- und Hundeohren

Mittwoch, 08. April 2009

 

Ein Eselsohr, das ist die eingeknickte Ecke einer Buchseite.

Entweder wurde die Ecke absichtlich eingeknickt und dient so als eine Art Lesezeichen und Markierung, oder sie stammt von einer ungewollten Beschädigung des Buches.

Aber wo kommt diese Bezeichnung her und was hat ein Esel eigentlich mit dem Knick einer Buchseite zu tun?

Der Begriff Eselsohr ist schon ungefähr 350 Jahre alt, er stammt aus dem 17. Jahrhundert und geht auf den Dichter Andreas Gryphius (1616-1664) zurück, der ihn erstmals in einem seiner Verse benutzte und neben anderen Lesezeichen aufzählte.

Der Name kommt wohl von der Form des Knickes, die generell einem Ohr ähnelt, aber komischerweise nicht einem richtigen Eselsohr: Das Ohr eines Esels hat in der Regel überhaupt keinen Knick.

Also warum dann ausgerechnet Eselsohr?

Eigentlich ganz einfach: Der Esel hat hier die Bedeutung eines Schimpfwortes.

Ein Knick in einem vor 350 Jahren noch sehr wertvollem Buch war nämlich zu dieser Zeit verständlicherweise schonmal etwas, über das man schimpfen konnte.

 

In England heißt so ein Knick in der Seite übrigens dog-ear (Hundeohr).

Franziska