Kein Buch ohne Schrift: Die Karolingische Minuskel

 

Als Karolingische Minuskel bezeichnet man heute eine Schriftart, die im 8. Jahrhundert im Umfeld Karls des Großen entwickelt wurde. So sollte eine einheitliche Verwaltungsschrift für Frankreich geschaffen werden, denn fast jede Schreiberschule des Reiches hatte eine eigene Schrift entwickelt. Die Karolingische Minuskel ersetzte die bis dahin übliche Majuskel-Schrift, die nur aus Großbuchstaben bestand.

Ab dem 9. Jahrhundert verbreitet sie sich rasch im gesamten Karolingerreich, wurde aber rund 300 Jahre später von der frühgotischen Minuskel verdrängt. Aus ihr entwickelten sich später die gotische und die humanistische Minuskel.

Kennzeichnend für die Karolingische Minuskel ist ihr einheitliches, gleichmäßiges Minuskelalphabet, in dem jeder Buchstabe selbstständig für sich steht und das fast ohne Ligaturen auskommt.

Die Karolingische Minuskel wurde während des Humanismus von italienischen Antike-Forscher wieder entdeckt, da die ersten Überlieferungen antiker Werke in dieser Schriftart vorlagen. Eine Imitation dieser Karolingischen Minuskel wurde dann auch für den Buchdruck verwendet und so bildet diese Schriftart die Grundlage unser heutigen Groß- und Kleinbuchstaben.

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