Lieblingsbuch des Deutschschweizer Buchhandels 2019 ist „Ich komme mit“

23. April 2019

Buchhändler und Buchhändlerinnen konnten mit ihrer Stimme durch die „Lieblingsbuch“-Aktion ihren Favoriten des Deutschschweizer Buchhandels 2019 wählen. Als Gewinnerin ging die die Schweizerin Angelika Waldis mit ihrem Buch „Ich komme mit“ hervor. Vom 21. März bis zum 11. April konnte die BuchhändlerInnen über die nominierten Titel abstimmen, wobei Waldis sich knapp gegen ihre KonkurrentenInnen durchsetzen konnten. Auf der Shortlist 2019 standen:

• Usama Al Shahmani: „In der Fremde sprechen die Bäume arabisch“ (Limmat Verlag)
• Wolf Haas: „Junger Mann“ (Hoffmann und Campe)
• Sarah Kuttner: „Kurt“ (S. Fischer)
• Minna Rytisalo: „Lempi, das heisst Liebe“ (Hanser)
• Angelika Waldis: „Ich komme mit“ (Wunderraum Verlag)

Initiiert wurde die Aktion durch den Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband (SBVV) und unterstützt vom Bücherblog www.lesefieber.ch sowie dem Schweizer Bücherbon.

Literarische Veranstaltungen in Marburg

21. April 2019

Mi., 24.4.: Anja Rützel Liest Aus „Lieber Allein Als Gar Keine Freunde“

19:00 – 21:00 Uhr // TTZ Marburg
Eintritt: 6 € / ermäßigt 3 €
Mitveranstalter: Marburger Literaturforum e.V. 

Anja Rützel ist gerne alleine – und steht damit ziemlich einsam da. Aber warum ist das Leben als Einzelmensch eigentlich so negativ belegt? Braucht die Einsamkeit vielleicht einfach nur einen guten Imageberater? Anja Rützel forscht nach, was hinter dem menschlichen Drang zum Zusammenglucken steckt, und lernt, ihr Solo-Leben richtig zu lieben (und dass es nicht immer eine gute Idee ist, ausgerechnet in einem Jodelkurs neue Freunde finden zu wollen).
Mit ihrem unvergleichlichen Sinn für Hintergründiges, Zwischenmenschliches und Abstruses nähert sie sich einem ernsten Thema von einer ganz neuen Seite.

Ein feinfühliger, urkomischer Appell für ein positives Einsamkeitsgefühl

Die Autorin: Anja Rützel, Jahrgang 1973, Journalistin und bekennender Trash-TV-Fan, ist sich selbst oft genug. Sie arbeitet als freie Autorin u. a. für Spiegel Online, Die Zeit und das SZ-Magazin. Mit ihrem Hund Juri lebt sie in Berlin.
Veranstalter:
Marburger Literaturforum e.V.
Kulturelle Aktion Marburg – Strömungen e.V.
Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Marburg

Mi., 22.05.: Lesung Karen Duve Liest Aus „Fräulein Nettes Kurzer Sommer“

20:00 – 22:00 Uhr // Universitätsbibliothek Marburg Vortragsraum
Eintritt: 12 € / ermäßigt 6 €
Mitveranstalter: Marburger Literaturforum e.V., Universitätsbibliothek Marburg, Marburger Haus der Romantik 

„Fräulein Nettes kurzer Sommer“ ist ein ebenso lakonischer wie gnadenlos sezierender Roman über die junge Dichterin Annette von Droste-Hülshoff und die Welt der letzten Romantiker, die deutsche Märchen sammelten, während die gute alte Ordnung um sie herum zerfiel. Das Porträt einer jungen Frau in einer Welt, in der nichts so blieb, wie es war.
Historisch genau, gnadenlos entlarvend und so trocken-lakonisch und bitter-ironisch geschrieben, wie es nur Karen Duve kann.

Karen Duve, 1961 in Hamburg geboren, lebt in der Märkischen Schweiz. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ihre Romane »Regenroman« (1999), »Dies ist kein Liebeslied« (2005), »Die entführte Prinzessin« (2005), »Taxi« (2008) und »Macht« (2016) waren Bestseller und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt

Kartenvorverkauf ab 01.04.19 in der Buchhandlung
Inge Jakobi Steinweg 45, 35037 Marburg

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

UNESCO-Welttag des Buches und des Urheberrechts am 23. April

14. April 2019

Am 23. April wird wieder in über 100 Ländern das Lesen gefeiert. Und auch in Deutschland nehmen Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken, Schulen und alle interessierten Lesefans an dem Fest teil. Bereits 1995 erklärte die UNESCO den 23. April zum „Welttag des Buches“, dem weltweiten Feiertag für das Lesen, für Bücher und die Rechte der Autoren. Zurückzuführen ist der Anlass auf einen katalanischen Brauch, bei dem zum Namenstag des Volksheiligen St. Georg Rosen und Bücher verschenkt werden. Zudem ist der 23. April der Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes.
Koordiniert wird der Welttag des Buches in Deutschland von dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und der Stiftung Lesen sowie weiteren Partnern, wie dem ZDF und der Deutschen Post.

„Wenn wir lesen, entfernen wir uns nicht von der Welt, wir nähern uns ihr an. Mit Hörbüchern können wir uns auch in schlaflosen Nachtstunden oder erzwungener Zeit im Stau entspannt den Erfahrungen öffnen, die andere für uns gemacht haben. Lesen und Zuhören sind die einträglichsten Akte des Widerstands gegen das geschäftige Rauschen der Gegenwart“, sagt Dr. Roland Bernecker, Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission.

„Der Welttag des Buches ist ein großartiger Anlass, Bücher zu verschenken, Geschichten zu teilen und für das Lesen zu begeistern. Bücher machen uns neugierig auf die Welt, eröffnen uns neue Perspektiven und wecken Interesse für Unbekanntes. Die Aktionen rund um den 23. April fördern neben der Begeisterung für Geschichten unsere Wissbegierde und unserer Interesse am Anderen. Eigenschaften, die unabdingbar sind für unsere persönliche Entwicklung und die die Grundlage schaffen für eine lebendige und vielfältige Gemeinschaft“, sagt Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Im Rahmen des Welttages finden verschiedene Aktionen statt, wie „Buch-Geschenk für 1 Millionen Kinder“, „Literarische Überraschung an der Haustüre“ oder „Bücher an Fremde verschenken“ (www.jetzteinbuch.de). Alle Informationen zu den einzelnen Aktionen finden Sie hier.

Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen sagt:„Lesen ist die Grundlage von Bildung und persönlicher Entwicklung. Wer regelmäßig liest, ist besser in der Schule, versteht Zusammenhänge und hat einen breiten Wortschatz. Darum setzen wir uns gemeinsam mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Deutschen Post, dem cbj Verlag und dem ZDF seit mehr als 20 Jahren mit der Aktion ‚Ich schenk dir eine Geschichte‘ dafür ein, dass Kinder mit spannenden Geschichten fürs Lesen begeistert werden. Jedes Jahr erreichen wir mit einem eigens geschriebenen Roman und Comic mehr als die Hälfte aller Viert- und Fünftklässler. Ihnen gilt unser Versprechen: Lesen macht Spaß und bringt euch weiter.“

Jubiläum der Leipziger Typotage

11. April 2019

Am 11. Mai 2019 finden die 25. Leipziger Typotage mit dem Thema „Typografie und Zeitgeist“ im Museum für Druckkunst Leipzig statt. Dahinter steht die Annahme, dass Schrift und Typografie eng an gesellschaftliche, technische, geografische und politische Kontexte gekoppelt sind und diese durch den jeweiligen Zeitgeist in Form von Kunst, Architektur und Gestaltung sichtbar werden.
Im Zentrum der Konferenz stehen das zeitgenössische Geschehen in Schriftgestaltung, Typografie und Grafikdesign. Im Zeichen des Bauhaus-Jahres werden auch historische Aspekte thematisiert, wie etwa die Wirkmächtigkeit des Bauhauses. Dazu werden Dr. Annette Ludwig (Gutenberg-Museum Mainz) und Andreas Weber (Stan Hema, Berlin, Entwicklung des CI für bauhaus100) Vorträge halten.
Zum Zeitgeist der Gegenwart werden unter anderem die Schriftstellerin Inga Plönnings, der Interface-Designer Frank Rausch und Marc Schütz (Leiter des Instituts für Schriftgestaltung in Offenbach) ihre Ansichten und Erfahrungen teilen. Auch Positionen der Buchgestaltung werden dort vertreten sein.

Weitere Informationen und das Programm vom 10.-12.5.19 finden Sie hier.

Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: April

01. April 2019

2.4., 19.30 Uhr: Frankfurter Premieren

Monika Rinck „Champagner für die Pferde“
Moderation: Moritz Baßler
Ort: AusstellungsHalle 1A
Eintritt: 7,- / 5,- / 3,- (Karten gibt es eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn. Reservierung unter Tel.: 069-212 38818 oder per E-Mail an julia.steiner@stadt-frankfurt.de)

Monika Rinck ist eine der renommiertesten Lyrikerinnen der Gegenwart. „Champagner für die Pferde ‒ Ein Lesebuch“ präsentiert erstmals eine umfassende Auswahl ihrer poetologischen Essays, Kurzprosa und Gedichte aus den letzten 20 Jahren. Eindrücklich zeigt sich dabei, wie ihre dichterische Arbeit und ihr Nachdenken über das eigene Tun sich gegenseitig beeinflussen und ineinander übergehen.

Monika Rinck ist Lyrikerin, Essayistin und Vizepräsidentin der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. 2015 wurde sie mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet. Gerade kuratierte sie gemeinsam mit Tristan Marquardt den Frankfurter Festivalkongress Fokus Lyrik.

Prof. Moritz Baßler ist Germanist und Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster.

Die Reihe Frankfurter Premieren stellt jüngst erschienene Romane von Frankfurter Autorinnen und Autoren oder Novitäten aus Frankfurter Verlagen vor. Sie gibt einen Eindruck von dem, was in Frankfurt an literarischen Werken geschrieben und publiziert wird. Die Veranstaltungen finden entweder in den Räumen der Historischen Villa Metzler oder der AusstellungsHalle 1A statt. Im Anschluss an die einstündige Lesung kann und soll bei einem Glas Wein das Gehörte diskutiert werden, dieser Saloncharakter ist integraler Bestandteil der Frankfurter Premieren. Dass der Schwerpunkt auf Neuerscheinungen aus Frankfurt liegt, schließt interessante Ausnahmen von der Regel nicht aus.

Eine Veranstaltung des Kulturamts Frankfurt am Main in Kooperation mit der Ausstellungshalle 1a

3.4., 19.30 Uhr: „Untertauchen – Neue Gedichte“

Lesung mit Heinrich Detering
Ort: Haus am Dom
Eintritt: 10,- / 7,-

Die neuen Gedichte von Heinrich Detering sprechen vom Untertauchen in der Zeit. Sie legen die Spuren vergessener Geschichten frei, treffen auf Gespenster und Märchenhelden, balancieren zwischen Wahrheitssuche und Lügengeschichten.

6. & 7.4., 11-17 Uhr: 069. Frankfurter Verlagsschau

Ort: Evangelische Akademie Frankfurt
Eintritt: frei

Bücher aus, für und in Frankfurt bei Kaffee und Kuchen entdecken, lesen und erwerben.

Samstag, 11 Uhr: Eröffnung
Markus Frank, Stadtrat und Dezernent für Wirtschaft, Sport, Sicherheit und Feuerwehr

Samstag und Sonntag, im Stundentakt: Verlegergespräche
Die Verleger/innen stellen in kurzen Vorträgen (15 Min.) ihre Verlage und drei Lieblingsbücher auf der Empore vor – und stellen sich den Fragen des Publikums.

Austellende Verlage:
360 Grad Verlag*
axel dielmann – verlag
Büchergilde Gutenberg
editionfaust
Elster & Salis*
Societäts-Verlag
Frankfurter Verlagsanstalt
GABAL Verlag
Größenwahn Verlag
Guggolz Verlag*
gutleut verlag
Henrich Editionen
mainbook
Matthes & Seitz*
MeterMorphosen
Moritz Verlag
Querverlag*
Reprodukt*
Schöffling & Co.
Secession Verlag*
S. Fischer Verlage
steinbach sprechende bücher
Wallstein Verlag*
weissbooks.w
Westend Verlag
*zu Gast in Frankfurt#

9.4., 19.30 Uhr: Lesung Siri Hustvedt

Siri Hustvedt „Damals“
Moderation (dt./engl.): Alf Mentzer (hr2-kultur)
Deutscher Text: Ellen Schulz-Krandick
Ort: Literaturhaus Frankfurt und Hessisches Literaturforum im Schauspiel Frankfurt
Eintritt: 26,- / 12,- (Karten ab 10.12. unter www.schauspielfrankfurt.de)

S.H. heißt die junge Frau aus der Provinz, die 1979 ein winziges Zimmerchen im schmuddeligen aufregenden New York bezieht. Alles Neue saugt S.H. begierig auf. Auch, was in der Nachbarwohnung geschieht, wo Lucy Brite singt und klagt und eines Nachts durch ein dramatisches Ereignis in ihrem Appartment steht. 40 Jahre nach diesem Ereignis erzählt die gealterte S.H., inzwischen eine anerkannte Schriftstellerin und Wissenschaftlerin, was davor und danach geschah. „Damals“ erscheint im Rowohlt Verlag und ist ein Roman über Frauensolidarität und Männerwahn, über Liebe und Geschlechterkampf, über Gewalt und Versöhnung. Das Gespräch mit der Autorin führt Alf Mentzer (hr2-kultur) in englischer und deutscher Sprache. Die deutschen Passagen liest Ellen Schulz-Krandick. 

Eine Veranstaltung des Literaturhaus Frankfurt und des Hessischen Literaturforum im Mousonturm in Kooperation mit dem Schauspiel Frankfurt.

26.4., 20 Uhr: Frankfurt Molotow Slam Spezial

Moderation: Philipp Scharrenberg
Ort: Die Fabrik
Eintritt: 10,-

Best of Poetry Slam | Philipp Scharrenberg ist ein feinsinniger Reimwerker. Wenn der verirrte Germanist und mehrfache Deutschsprachige Poetry Slam Champion die Bühne entert und zur Reime-Kanone greift, nutzt er die Gelegenheit, sich in allen Genres auszutoben: Slam Poetry, Songs, Raps, Hörspiele, Kurzgeschichten – Scharrenberg macht Narrenwerk und schickt sicherheitshalber die eigene Interpretation voraus. 

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.



Herzlichen Glückwunsch, Patrick Süskind

26. März 2019

Der Schriftsteller und Drehbuchautor Patrick Süskind wird heute 70 Jahre alt.
Süskind schrieb 1985 seinen einzigen Roman, mit dem er Weltruhm erlangte: Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders. Es handelt von dem Außenseiter Jean-Baptiste Grenouille, der zwar einen außergewöhnlichen Geruchssinn besitzt, aber keinen Eigengeruch hat. Er ist besessen davon, das beste Parfüm herzustellen. Dazu konserviert er die Gerüche von 26 Jungfrauen, die er für die Prozedur der Herstellung umbringt. Das Buch wurde in 48 Sprachen übersetzt und mehr als 20 Millionen mal verkauft. Es zählt zu den größten Bucherfolgen unter den deutschsprachigen Romanen des 20. Jahrhunderts – ganze neun Jahre hielt es sich in der Spiegel-Bestsellerliste. 2006 erschien der gleichnamige Film Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders unter der Regie von Tom Tykwer, der ebenfalls kommerziell sehr erfolgreich war. Seit letztem Jahr läuft auch die Thriller-Serie Parfum im ZDFneo, die sich den Roman als Inspirationsquelle für die Story zu eigen gemacht hat.

Süskind wuchs in Bayern auf und studierte in München Mittelalterliche Geschichte und Neuere Geschichte. Neben diesen Fächern belegte er auch in Kurse in Englisch, Spanisch, Latein, Griechisch, Politik, Kunst und Theologie. Sein Studium brach er aber 1974 ab. Süskind gilt als scheuer Autor. Er lehnte auch verschiedene Auszeichnungen ab, unter anderem den FAZ-Literaturpreis von 1987. Seit Jahren ist er nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten und persönliche Interviews werden von ihm ebenfalls abgelehnt. „Sechzig Minuten zu schweigen, wäre für ein Gespräch zwischen zwei Personen, die eng befreundet waren, nicht üblich, wenn eine der Personen nicht Patrick Süskind hieße“, schrieb der 2015 gestorbene Regisseur Helmut Dietl in seinen Erinnerungen „A bissel was geht immer“ über seinen engen Freund. „Er verfügte über etliche Varianten der stummen Anwesenheit, die für den Kenner eine gesteigerte Art von Abwesenheit signalisierten.“ Oft, so schrieb es Dietl, denke Süskind dann ans Kochen und Essen.

Sein letztes veröffentliches literarisches Werk ist das Essay Über die Liebe und Tod aus dem Jahr 2006. Darin heißt es unter anderem: „Wieso gibt es beispielsweise unzählige Gedichte, die die Liebe verherrlichen? Aber niemals wird über den Gang zur Toilette geschrieben. Nicht in einem Buch kommt er vor! Sind die Nahrungsaufnahme und die täglichen humanen Bedürfnisse etwa zu gewöhnlich, um erwähnt zu werden? Die Liebe ist doch genauso jeden Tag vorhanden!“

Die Leipziger Buchmesse

22. März 2019

Seit Donnerstag, den 21. März, findet in Leipzig die alljährliche Buchmesse statt. Bis Sonntag haben die Besucher Zeit, die Hallen zu durchstöbern und die neusten Buchtrends kennenzulernen.
Auch unter dem Themenbereich „Buchkunst und Grafik“ steht für alle Interessierten das ästhetisch ansprechende, gut gestaltetete Buch im Mittelpunkt. Zu diesen Büchern zählen Künstlerbücher, Graphiken, Handpressendrucke sowie künstlerische Buchprojekte. Zu den Ausstellern gehören zudem Studenten der Kunsthochschulen und auf dem „Marktplatz Druckgrafik“ finden die Besucher originale Druckgrafiken von Galerien, Druckwerkstätten und Künstlern.

Preis der Leipziger Buchmesse

Zur Eröffnung wurde der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen. In drei Kategorien wurden die Bücher des Frühjahrs ausgezeichnet. Dotiert ist der Preis mit 60.000 Euro. 
Gewinnern des Preises in der Kategorie „Belletristik“ ist die Autorin Anke Stelling mit ihrem Roman „Schäfchen im Trockenen“, das im Verbrecher Verlag aus Berlin erschienen ist. Er erzählt die Geschichte von Resi, einer Schriftstellerin, die mit ihrer Lebenssituation unzufrieden ist und mit allem ins Gericht geht.
Die Jury bezeichnet „Schäfchen im Trockenen“ als ein „scharfkantiger, harscher Roman, der wehtun will und wehtun muss“.

In der Kategorie „Sachbuch/Essayistik“ ging der Preis an Harald Jähner für sein Buch „Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945-1955“. Der Journalist war bis 2015 als Feuilletonchef der Berliner Zeitung tätig. Für die Jury vereint Jähners Buch „Anschaulichkeit, dramaturgisches Gespür und Eloquenz“

In der Kategorie „Übersetzung“ ging die Auszeichnung an Eva Ruth Wemme, die den Roman „Verlornener Morgen“ von Gabriela Adamesteanu aus dem Rumänischen ins Deutsche übersetzte. Der Roman ist bereits 1983 erschienen. Die Jury lobte Wemme dafür, „mit großem Gespür für den lästerlichen Ton seiner Erzählerin Vica übersetzt“ zu haben.

19. lit.COLOGNE

16. März 2019

Vom 19.3.-30.3.2019 findet in Köln zum 19.Mal die lit.COLOGNE statt. Mit eingebunden in Europas größten Literaturfest ist auch die lit.kid.COLOGNE für die kleinen Leser.
Das Festival hat es sich zum Ziel gemacht, Autoren mit der Veranstaltung zu würdigen. Sie setze ganz auf die Autoren und behandle diese wie Stars. Die Grundidee des Literaturfestivals ist nach Rainer Osnowski, einer der beiden Gründer, „die Begegnung großer Autoren mit Schauspielern, Künstlern.“

Das Programm bietet eine vielfältige Veranstaltungsreihe, zu der unter anderem die Gala zur Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises 2019 oder die Lesung des englisch Booker-Preisträgers Julian Barnes sowie Lesungen von Bestseller-Autorinnen und -Autoren gehört. Insgesamt werden 193 Veranstaltungen angeboten. Spannend sind nicht nur die Inhalte, die vorgestellt und diskutiert werden, sondern auch die Orte, an denen sie präsentiert werden. Dazu zählen Kirchen, Hotels, Museen, Kinos oder das Polizeipräsidium.

Den Auftakt des Literaturfests bietet dieses Jahr die Autorin Annie Ernaux mit einer Lesung aus ihrem Buch „Der Platz“, in dem sie Erinnerungen an ihren Vater verarbeitet. Die Veranstaltung am 20. März ist bereits ausgebucht. Das gesamte Programm finden Sie hier.

Die „Schönsten Bücher aus aller Welt“ 2019

10. März 2019

Der internationale Buchgestaltungswettbewerb „Schönste Bücher aus aller Welt“ / „Best Book Design from all over the World“ wurde auch dieses Jahr wieder in der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig ausgetragen. Insgesamt wurden über 600 Einsendungen aus 34 Ländern von einer Jury ausgewertet und schließlich die Gewinner nominiert. Alle eingereichten Bücher waren zuvor in ihren Herkunftsländern durch nationale Wettbewerbe ausgezeichnet. Insgesamt wurden 13 Bücher aus den Niederlanden, Österreich, China, Polen, Tschechien, Deutschland, Schweden, Japan, der Ukraine und Russland prämiert.

Goldene Letter 2019
Die höchste Auszeichnung, der „Goldene Letter“, gewann die Publikation Amsterdam Stuff aus den Niederlanden. Die Jury sagte zu der Vergabe des Preises:» So steht im Kapitel Nahrungsmittelzubereitung und Verzehr die Forke aus der Zeit um 1800 auf derselben Doppelseite wie die Pommesgabel aus dem ausgehenden 20. Jahrhundert. Für seine 600 Seiten ist der Foliant dank des Dünndruckpapiers gut handhabbar. Das Durchscheinen des Papiers hat Charme: Es erinnert an das Prinzip der Schichten, die der Archäologe während der Ausgrabung identifiziert. Minutiös freigestellte Abbildungen werden gattungsweise in einen Bildspiegel von 5 mal 7 Quadraten pro Seite eingestellt. Je nach Form darf ein Objekt auch mehr Raum beanspruchen. So entstehen perfekt sortierte Schautafeln eines faszinierenden Sammelsuriums. (…).«

Goldmedaille
Die Goldmedaille ging in diesem Jahr ebenfalls in die Niederlande. Das Buch Robert F. Kennedy Funeral Train – The People’s View von dem Fotografen Rein Jelle Terpstra gewann die begehrte Auszeichnung. Für das Design des Buches war Jeremy Jansen verantwortlich. (ISBN: 978-94-90119-60-7) Wie es der Titel bereits vorwegnimmt, dokumentiert das Buch das Ereignis des Trauerzuges mit dem Leichnam des ermordeten Präsidentschaftskandidaten Robert F. Kennedy am 6. Juni 1968 von New York nach Washington. Rein Jelle Terpsta geht mithilfe von alten Fotografien und Filmen der Frage nach, wie die Menschen den Zug wahrgenommen haben. Der Blick auf den Zug wird mit chronologisch angeordneten Bildmaterial nachgestellt, wobei alle Seiten als Doppelblätter angelegt sind, mit dem Falz nach außen. Auf der Internetseite stiftung-buchkunst.de heißt es: „So können Bilder auch um die Vorderkante herum laufen. Das bewirkt – wenn man durch die Seiten blättert – einen gewissen Schub, was mit dem Vorbeiziehen des Trauerzuges korrespondiert. Auf schwarzem Papier stehen in Einzelbilder zerlegte Filmausschnitte. Diese eher unscharfen Bilder, zumal ja spontan von Laien aufgenommen, wären ohne Kenntnis der Umstände nicht zu verstehen, wirkten banal.“

Silbermedaille
Die zwei Silbermedaillen wurden jeweils an Bücher aus Österreich und den Niederlande verliehen. In Österreich überzeugten Stella Rollig und Sabine Fellner mit dem Ausstellungskatalog Die Kraft des Alters/Aging Pride mit dem Design von Willi Schmid die Jury. (ISBN: 978-3-903228-23-8)
In den Niederlanden erhielt der Katalog Anne Frank House herausgegeben von Elias van der Pflicht und designt von Irma Boom Office die begehrte Auszeichnung. (ISBN: 9789086670833)

Bronzemedaille
Insgesamt wurden sechs Bronzemedaillen verliehen.
In Tschechien gewann der Ausstellungskatalog Bonjour, Monsieur, Gaugin die Medaille. (ISBN: 978-80-7035-659-3), in Schweden die Publikation Paris des Fotografen Ola Rinadel (ISBN: 9789198022582), in den Niederlanden das Buch The Migrant von Anaïs López (ISBN: 9789082076127), in Deutschland das Buch Nichtsein von Katharina Schwarz in co-operation mit Ellen von den Driesch und in der Ukraine das Kinderbuch Art Studio Agrafka (ISBN: 978-617-679-480-6)

Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: März

04. März 2019

Eine kleine Auswahl des literarischen Veranstaltungskalender in Frankfurt mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr….

6.3., 19.30 Uhr: Lesung Jagoda Marinic

Jagoda Marinić „Sheroes: Neue Held*innen braucht das Land“
Moderation: Nadja Erb & Viktor Funk (Frankfurter Rundschau)
Ort: Literaturhaus Frankfurt
Eintritt: 7,- / 4,-

Das weltweite Phänomen #MeToo hat gezeigt, wie notwendig es ist, über Männer und Frauen, über Rollenbilder und Macht zu reden. Jagoda Marinić fordert Frauen und Männer gleichermaßen auf, sich selbst neu zu definieren und vor allem gemeinsam in den gesamtgesellschaftlichen Diskurs über Geschlechterrollen einzusteigen. Denn um Machtmissbrauch künftig zu verhindern, müssen alle an einem Strang ziehen. Die Perspektiven dafür liefert Marinić mit ihrem bei S. Fischer erscheinenden Buch „Sheroes“. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin und Kulturmanagerin ist Kolumnistin bei der Süddeutschen Zeitung, der taz und der Deutschen Welle; sie hat bereits Theaterstücke, Romane und Essays geschrieben. Bei ihrer Buchpremiere im Literaturhaus diskutiert sie ihre Thesen mit den Journalisten Nadja Erb und Viktor Funk von der Frankfurter Rundschau.

7. – 10.3.: Fokus Lyrik

Informationen und Programm zu dem Festivalkongress auf www.fokuslyrik.de

10.3., 14 Uhr: Goethe war ein Egoist!?

Literaturspaziergang „Goethe ungeschminkt“
Goethe war ein Egoist!? Der etwas andere Literaturspaziergang zu Frankfurts Dichterfürsten
Start: Gutenberg-Denkmal, Roßmarkt
Teilnahmegebühr: 12 Euro
Veranstalter: Literaturbetrieb e.V. 

Der Literaturbetrieb e.V. lädt zu einem Literaturspaziergang durch die Frankfurter Innenstadt auf den Spuren von Goethes ein. War Goethe ein „leichter Lebemensch“, ein „Aristokratenknecht“ oder gar ein „Egoist in ungewöhnlichem Grade“? Auf dem Spaziergang beleuchten kritische Stimmen von Heinrich Heine über Thomas Mann bis zu zeitgenössischen Autoren die Schattenseiten Goethes. So entsteht auf dem Weg durch die Innenstadt durch Briefe, Gedichte und Geschichten ein völlig neues Bild von Frankfurts berühmtem „Dichterfürsten“.

Der Verein Literaturbetrieb e.V. ist eine Initiative von Studierenden und Alumni der Goethe-Universität und wurde 2006 gegründet. Er veranstaltet außergewöhnliche Lesungen sowie Hörbuchabende, Literatur-Reisen und literarische Spaziergänge. Zum Angebot gehören auch der „Bühnentrieb“, eine offene Bühne für Literatur und Musik, und die Lesungsreihe „Literatur à la carte“. Außerdem ist der Verein Mitveranstalter des „Langen Tags der Bücher“.

13.3., 20 Uhr: Electronic Germany

Christian Arndt: ELECTRONIC GERMANY
mit DJ Eastenders und den Special Guests Chris Liebing und Ralf Hildenbeutel
Ort: Musikbibliothek
Eintritt: frei

Multimedia-Lesung: ELECTRONIC GERMANY ist die erste‚ illustrierte Geschichte der Technokultur in Deutschland. Arndt zeichnet die Entwicklung der elektronischen Tanzmusik von den Anfängen bis heute nach. Jahrelang recherchierte er und führte Interviews mit Stars wie Sven Väth, Monika Kruse, Westbam, Paul Kalkbrenner u. v. a.

21.3., 19.30 Uhr: Schriftsteller in Zeiten des Faschismus

„Wir sind durchs Rote Meer gekommen, wir werden auch durch die braune Scheiße kommen“
Mit Birgit Lahann, Journalistin und Autorin
Ort: Haus am Dom
Eintritt: 5,- / 4,-

Am 10. Mai 1933 schreibt Oskar Maria Graf: „Verbrennt die Werke des deutschen Geistes! Er selbst wird unauslöschlich sein wie eure Schmach!“ Birgit Lahann beschreibt eine Anatomie der deutschen Literaturelite, die sich im Strudel von Erstem Weltkrieg, Antidemokraten und Nazibarbarei entscheiden musste, wo sie stehen will. Sie erzählt vom Aufstieg der braunen Machthaber, vom Exodus des deutschen Geistes und von dessen Verführbarkeit im Angesicht Hitlers.

28.3., 20.30 Uhr: „Hilfe? Hilfe! – Wege aus der globalen Krise“

Lesung und Gespräch mit Thomas Gebauer (Medico International)
Ort: Buchladen Land in Sicht

Das Buch von Thomas Gebauer und Ilija Trojanow widmet sich in Essays und Reportagen ausführlich der Krise der Hilfe. Zum trostlosen Zustand gegenwärtigen Politik gehört, dass sie immer wieder erstaunt auf Missstände reagiert, die sie zuvor selbst befördert hat. Der Klimawandel, die Finanzkrise, der Hunger, die dramatisch wachsende soziale Ungleichheit, aber auch die vielen kriegerischen Konflikte, die heute allerorten für Verheerungen sorgen, sind nur einige Beispiele des multiplen Krisengeschehens der heutigen Zeit. Die Politik der „Ent-Politisierung“ wie der französische Soziologe Pierre Bourdieu es beschrieb, ruft an die Stelle von gesellschaftlicher Verantwortung die Eigenverantwortung des einzeln und den Einsatz von Hilfsorganisationen auf den Plan. Zeit also, den Hilfsbegriff kritisch in den Blick zu nehmen.

Thomas Gebauer, Psychologe und *ehemaliger* Geschäftsführer von medico international und der Autor und Schriftsteller Ilija Trojanow hinterfragen in ihrem Buch die vielen Facetten der Wohltätigkeit, von den Aktivitäten der Superreichen über die staatlichen Hilfen bis hin zu lokalen Initiativen. Ausgehend von konkreten Beispielen aus der ganzen Welt, die in Reportagen u.a. aus Sierra Leone, Pakistan oder Guatemala beschrieben werden, durchdenken sie das ganze System des Helfens und zeigen, was funktioniert und was nicht. Denn eines tut Not: ein kritischer Hilfsbegriff, der zur Selbsthilfe animiert und dennoch grundsätzliche Veränderungen ermöglicht.

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.