Zum 90. Geburtstag von Anne Frank

12. Juni 2019

Anne Frank schrieb eines der bekanntesten Tagebücher während sie und sieben weitere Menschen sich mehr als zwei Jahre in einem Haus in Amsterdam vor den Nazis versteckt halten mussten.
Anne Frank wäre am 12. Juni 90 Jahre alt geworden.
Ihr schreckliches Schicksal hat die Menschen bewegt. Nachdem die jüdische Familie 1933 nach Amsterdam emigrierte, konnten sie dort in den ersten Jahren ein normales Leben führen. Doch 1940 besetzte die deutsche Wehrmacht die Niederlande und ab 1942 mussten alle Juden einen gelben „Judenstern“ sichtbar tragen. Für Juden wurde das Leben immer mehr zur Gefahr, weshalb die Familie im selben Jahr beschloss unterzutauchen. Anne war zu diesem Zeitpunkt 13 Jahre alt. Das Versteck befand sich im Dachgeschoss der Firma von Annes Vater Otto Frank, von wo aus sie das Tagebuch schrieb.

Heute ist es ein Museum, das jährlich mehr als 1,2 Millionen Menschen besuchen. Anne gilt als Symbol gegen Rassismus und Unterdrückung. 2009 wurde das Tagebuch von der UNESCO in das Weltdokumentenerbe aufgenommen.

Die zwei Tagebücher der Anne Frank

Was viele aber vermutlich nicht wissen ist, dass es zwei Fassungen von Anne Franks Tagebuch gibt. Beide Fassungen wurden von ihr selbst geschrieben und von ihrem Vater nach dem Krieg veröffentlicht, der als einziger aus der Familie den Holocaust überlebte.Anne wollte neben dem privaten Tagebuch auch eines für eine mögliche Veröffentlichung bereitstellen, weswegen sie Überarbeitungen in der Erstfassung vornahm. Doch konnte sie diese aufgrund der Verhaftung der Familie nicht abschließen. Während die privaten Aufzeichnungen bis zum 1. August 1944 datiert sind, endet die Neufassung am 29. März 1944.
Die bis heute gültige Leseausgabe entstand 1991 und ist eine Mischung aus beiden Fassungen. Beide Tagebücher können unter dem Titel „Das Hinterhaus/Het Achterhuis. Die Tagebücher von Anne Frank“ vollständig gelesen werden.

Walt Whitman: Dichter, Essayist und Journalist

07. Juni 2019

Walt Whitman (1819-1892) gilt als einer der einflussreichsten US-amerikanischen Lyriker des 19. Jahrhunderts. Mit seinen Gedichten lehnte er sich die konventionelle Reimform und überschritt auch inhaltlich sowie formal Grenzen. Durch seine vorzugsweise freien Verse und durch den Verzicht auf Reime machte er auf Themen wie Solidarität und Mitmenschlichkeit aufmerksam.
Zu seinem Hauptwerk zählt die Gedichtsammlung Leaves of Grass, an der er von 1855 bis 1892 arbeitete und es stetig bis zu seinem Tod erweiterte. Im Vorwort von 1855 feiert er das „gewöhnliche Volk“ als Manifestation des „Genius der Vereinigten Staaten“.
Eines seiner bekanntesten Gedichte ist O Captain! My Captain!, das er dem ermordeten Präsidenten Abraham Lincoln widmete.

O Captain! my Captain! our fearful trip is done;
The ship has weather’d every rack, the prize we sought is won;
The port is near, the bells I hear, the people all exulting,
While follow eyes the steady keel, the vessel grim and daring:
But O heart! heart! heart!
O the bleeding drops of red,
Where on the deck my Captain lies,
Fallen cold and dead.

O Captain! my Captain! rise up and hear the bells;
Rise up—for you the flag is flung—for you the bugle trills;
For you bouquets and ribbon’d wreaths—for you the shores a-crowding;
For you they call, the swaying mass, their eager faces turning;
Here Captain! dear father!
This arm beneath your head;
It is some dream that on the deck,
You’ve fallen cold and dead.

My Captain does not answer, his lips are pale and still;
My father does not feel my arm, he has no pulse nor will;
The ship is anchor’d safe and sound, its voyage closed and done;
From fearful trip, the victor ship, comes in with object won;
Exult, O shores, and ring, O bells!
But I, with mournful tread,
Walk the deck my Captain lies,
Fallen cold and dead.

Whitman beeinflusste nicht nur spätere Lyriker und Lyrikerinnen, sondern auch Musiker der Blue-Grass-Bewegung oder der Countrymusik.

Quartalsbericht zum E-Book

02. Juni 2019

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat in Kooperation mit GfK Entertainment die Zahlen des ersten Quartals für den E-Book-Marktes in 2019 herausgegeben. Aufgrund des späten Osterfestes fallen diese allerdings schwächer aus als im Vorjahr. Absatz, Umsatz und Kaufintensität von E-Books sind am Publikumsmarkt gesunken.

Der Absatz am Publikumsmarkt ging um 7,1 Prozent zurück und der Umsatz liegt mit 1,4 Prozent unter dem Vorjahresquartal. Konstant hingegen bleibt der Umsatzanteil mit 5,7 Prozent, was damit zu begründen ist, dass der Gesamtmarkt aufgrund der zeitlichen Verschiebung von Ostern im ersten Quartal.
Insgesamt kauften 1,9 Millionen KundenInnen ein E-Book, im Vorjahreszeitraum waren es noch 2,1 Millionen. Gleichzeitig stieg der Durchschnittspreis für ein E-Book um 6,1 Prozent an.

Für die Umfrage wurden die Daten von 20.000 Personen erhoben. Sie sind repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab zehn Jahren, für insgesamt 67,4 Mio. Menschen. Erfasst werden alle Käufe einzelner E-Books ab einem Verkaufspreis von 0,49 Euro.

Die Quartalszahlen finden Sie als Infografiken auch unter www.boersenverein.de/ebook-markt

Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: Juni

28. Mai 2019

5.6., 19.30 Uhr: LiBeraturpreis 2019

LiBeraturpreis 2019 Kick Off Event
Acht Nominierte – Ihre Wahl: Der Publikumspreis für Weltliteratur von Frauen
Mit: Stéphane Bittoun (Schauspieler) und der Weltempfänger-Jury: Katharina Borchardt, Anita Djafari, Andreas Fanizadeh, Claudia Kramatschek, Ulrich Noller, Ruthard Stäblein und Thomas Wörtche 
Ort: Haus am Dom
Eintritt: 5,- / 4,- (Anmeldung: litprom@book-fair.com)

Der LiBeraturpreis wird seit 1988 jährlich an eine Autorin aus Afrika, Asien, Lateinamerika oder der arabischen Welt vergeben. Nominiert sind alle Autorinnen, deren Bücher im Vorjahr auf die von Litprom herausgegebene Weltempfänger-Bestenliste gewählt wurden. Welche Autorin den Preis erhält, entscheidet das Publikum: Alle Interessierten können ab dem 5. Juni online abstimmen. Zur Eröffnung des Voting-Zeitraums stellt die Weltempfänger-Jury die nominierten Bücher vor und Stéphane Bittoun liest daraus. Dieses Jahr stammen die Nominierten aus Japan, Chile, Argentinien, Uruguay, Mexiko, Syrien, Pakistan und der Dominikanischen Republik. Ihre Bücher erzählen von Beziehungen und Familie, Krieg und Trauma, Gegenwart und Zukunft. Mehr Informationen gibt es auf der Webseite von Litprom.

5.6., 19.30 Uhr: Frankfurter Hausgespräche 2019: Freiheit

Mit Deniz Yücel und Doris Akrap
Moderation: Martin B. Wiesmann
Ort: Literaturhaus Frankfurt
Eintritt: nach Anmeldung frei (ausgebucht / Audioübertragung ins Foyer)

Freiheit ist etwas, das man tut
Deniz Yücel ist Journalist. Und freier Autor, der über die Dinge schreibt, die er erfährt und erlebt. Als Türkei-Korrespondent der WELT wurde seine Arbeit nach dem Putschversuch immer schwieriger. Gegen Yücel wurde ermittelt und im Februar 2017 wurde er schließlich verhaftet, ins Hochsicherheitsgefängnis gesteckt. Ohne Anklage. Aber auch im Gefängnis schrieb er, berichtete und gab Texte an seine Freundin und Kollegin Doris Akrap weiter, die sie in dem Buch „Wir sind ja nicht zum Spaß hier“ (Edition Nautilus) veröffentlichte. Akrap hatte die #freedeniz-Bewegung gegründet und sich unermüdlich für seine Freilassung eingesetzt. Als Yücel nach einem Jahr aus der Haft entlassen wurde, kam er umgehend zurück nach Deutschland, wo er wie ein Star gefeiert wurde. Im Gespräch mit Doris Akrap und Moderator Martin B. Wiesmann erzählt er von seinen Erlebnissen und wie er sich auch im Gefängnis seine Autonomie bewahrte. Der Eintritt ist nach Anmeldung im Online-Kartenshop des Literaturhauses frei (www.literaturhaus-frankfurt.de).

Eine Veranstaltung im Rahmen der Frankfurter HausGespräche. Der Abend im Literaturhaus findet in Kooperation mit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und der Karl-Hermann-Flach-Stiftung statt. 

13.6., 20 Uhr: Lesung Ann Cotten

Ann Cotten „Lyophilia“
Moderation: Malte Kleinjung
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,- / 4,- (VVK) // 8,- / 5,- (AK)

Dieser Erzählband katapultiert uns ein Stück weit in die Zukunft. Ein Ewigjugendlicher wird zusammen mit seiner Geliebten, einer slowenischen Erfolgspolitikerin mit zwei Kindern, in ein Paralleluniversum exportiert, in dem jede Überlegung Realität wird. Indessen halten sich die alternden Bewohnernnnie des kurz nach Eröffnung bankrott erklärten Siedlungsasteroiden Amore an Klischees und Running Gags fest, um einen Halt gegen die Trauer zu finden, die eine größere Gefahr darstellt als Internetlosigkeit, kosmische Strahlung und humanitäre Instantnudeln zusammen. Eine antigoneische Mission rettet die Helden vor der Versumpfung im eigenen Überleben. Was Ann Cotten die letzten Jahre etwas hochstaplerisch als „Science Fiction auf Hegelbasis“ angekündigt hat, ist jetzt gekommen. Lyophilia erinnert an Tarkowskijs Special Effects: eine Formulierung, vor eine Wirklichkeit gehalten, und plötzlich wird präzise, was sonst in der Form eines dumpfen Ahnens herumvegetiert. Und wo der mögliche Realismus aufhört, fließt heiß und pochend Emotion heraus.

Ann Cotten wurde 1982 in Iowa geboren und wuchs in Wien auf. Nach ihrem Debüt als Lyrikerin weitete sich ihr Schreiben mehr und mehr auf das Gebiet der Prosa und Literaturtheorie aus. Sie wirkt damit auch in andere Kunstbereiche hinein. Zuletzt wurden ihr der Klopstock-Preis und der Hugo-Ball-Preis verliehen. Ann Cotten lebt in Wien und Berlin.

28.6., 20 Uhr: Frankfurter Molotow Slam Show

Best of Poetry Slam
Moderation: Flo Cieslik
Ort: Die Fabrik
Eintritt: 10,-

Der Veranstalter verspricht: „Ihr wollt explosiven Stoff? Ihr kriegt explosiven Stoff! Texte, die umhauen, begeistern, Party machen. Die Frankfurter Molotow Slam Show holt sie alle, die heißesten Performer des Landes. Radikal, überraschend, schockierend, originell. Inmitten des flammenden Infernos.“ Für Zündstoff sorgen Flo Cieslik und seine Gäste: Marvin Suckut (Konstanz), Marvin Weinstein (Berlin), Hank M. Flemming (Tübingen). 

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

Die Gewinner des Literaturpreises der Europäischen Union

23. Mai 2019

Insgesamt wurden 14 Gewinner mit dem European Union Prize for Literature 2019 aus 36 Ländern gekürt. Der Preis wird vom Programm Creative Europe der Europäischen Kommission finanziert und ist mit 5000 Euro dotiert.
Am 22. Mai wurden sie von Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Jugend, Sport und Kultur, und dem rumänische Minister für Kultur und nationale Identität, Valer-Daniel Breaz bekannt gegeben. Die Verleihung findet allerdings erst am 2. Oktober in Brüssel statt.

Die Gewinner sind:

  • Laura Fredenthaler (Österreich)
  • Piia Leino (Finnland)
  • Sophie Daull (Frankreich)
  • Réka Mán-Várhegyi (Ungarn) 
  • Beqa Adamashvili (Georgien)
  • Nikos Chryssos (Griechenland) 
  • Jan Carson (Irland) 
  • Giovanni Dozzini (Italien) 
  • Daina Opolskaite (Litauen) 
  • Marta Dzido (Polen)
  • Tatiana Țîbuleac (Rumänien) 
  • Ivana Dobrakovová (Slovwakei) 
  • Halya Shyyan (Ukraine) 
  • Melissa Harrison (Großbritannien) 

Alle weiteren Informationen zu dem Preis finden Sie hier.

Das Dschungelbuch feiert 125. Jubiläum

18. Mai 2019

Rudyard Kipling (1865-1936), der britische Schriftsteller und Dichter, veröffentlichte im Jahr 1894 die Geschichte von dem Findelkind Mogli, das in der Wildnis von Tieren groß gezogen wird. 1967 folgte der 19. Walt Disney-Zeichentrickfilm „The Jungle Book“, der einen großen Erfolg erzielte. Fast jeder kennt die lustige Verfilmung des Dschungelbuchs, doch wer kennt eigentlich die Originalgeschichte von Mogli, die Kipling verfasste? Dieser Frage geht Deutschlandfunk Kultur in dem Beitrag „125 Jahre „Dschungelbuch“ – Ein tapferes Herz und eine höfliche Zunge“ nach.

Den schönen Beitrag zum Anhören finden Sie hier.

Zu gedenken an Max Frisch

15. Mai 2019

Heute, am 15. Mai, wäre der Schweizer Schriftsteller der Nachkriegszeit Max Frisch 108 Jahre alt geworden. Bekannt geworden ist er durch Romane wie Stiller (1954), Homo Faber (1957) und Mein Name sei Gantenbein (1964), aber auch durch seine Theaterstücke wie Andorra (1961).

Das Studium und die Anfänge

Der in Zürich geborene Max Rudolf Frisch schrieb bereits während der Schulzeit seine ersten Theaterstücke, die aber unaufgeführt blieben und die er später vernichtete.
Im Jahr 1930 begann Frisch das Germanistik-Studium in Zürich und veröffentlichte im Mai 1931 seinen ersten Beitrag in der Neuen Zürcher Zeitung. Er fokussierte sich in den darauffolgenden Jahren vermehrt auf die journalistische und literarische Arbeit und es entstanden über 100 Texte, die sich sich überwiegend mit der autobiografischen Selbsterforschung und der Verarbeitung privater Erlebnisse auseinandersetzten. Doch hatte er das Gefühl, mit dem Germanistik-Studium keinen echten Beruf erlernt zu haben, weshalb er 1936 begann Architektur zu studieren. Ermöglicht wurde ihm dies unter anderem durch ein Stipendium.
1937 wurde Frischs zweiter Roman Antwort aus der Stille veröffentlicht. Doch nur kurze Zeit später ließ er die Berufsbezeichnung „Schriftsteller“ aus seinem Pass streichen und verbrannte alle bisherigen Schriften. Doch hielt diese Phase nicht allzu lange an.

Während des Zweiten Weltkrieges verarbeitete er die Kriegserlebnisse in seinen Notizen, die 1939 unter dem Titel Aus dem Tagebuch eines Soldaten in der Zeitschrift Atlantis herausbracht wurden. Zudem gewann er 1938 den Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis. Noch vor Kriegsende entstand sein erstes Theaterstück Santa Cruz.

Die Kehrtwende nach Erfolg seines Weltromans Stiller

Nachdem sein Roman Stiller eine größere Aufmerksamkeit erlangte, entschied er sich endgültig für das Schreiben und verlässt sein Architekturbüro. Dieser Zwiespalt in dem er sich befand, das Leben als Künstler und die Entscheidung, ein bürgerliches Leben zu führen, wirkte sich auch auf sein literarisches Schaffen aus. Es ist die Auseinandersetzung mit der Identität des Individuums und der Gestaltung des eigenen Lebenswegs, die seine Werke immer wieder mit sich tragen. Darüber hinaus behandelte er auch Themen wie die Geschlechterrollen und deren Auflösung und der Frage nach der eigentlichen Aussagekraft von Sprache.

Die Bedeutung von Max Frisch

Max Frisch war ein Dramatiker und Erzähler. Er trug neben Dürenmatt dazu bei, dass die deutschsprachige Literatur des 20. Jahrhunderts wieder an internationalen Ansehen gewann. Seine Werke gehören so gut wie in jeden Schulplan und haben Weltruhm erlangt.

Er verstarb im April 1991 an Krebs.

Neuer Fontane-Literaturpreis geht an Peggy Mädler

08. Mai 2019

Dieses Jahr wird der 200. Geburtstag des Dichters und Schriftstellers Theodor Fontane zelebriert. In diesem Rahmen finden unter dem Titel „fontane.200“ landesweit über 400 Veranstaltungen statt. Im Zentrum steht dabei der neugestaltete Fontane-Literaturpreis, der erstmals gemeinsam von der Fontanestadt Neuruppin und dem Land Brandenburg vergeben wird. Auch in Zukunft sollen mit dem Preis alle zwei Jahre Autoren und Autorinnen künstlerischer Literatur gefördert werden.
Der Literaturpreis ist mit 40.000 Euro dotiert und wird am 31. Mai anlässlich der Eröffnung der Fontane-Festspiele verliehen.

Die erste Preisträgerin ist Peggy Mädler (*1976) mit ihrem Roman „Wohin wir gehen“. Die in Dresden geborene Autorin hat Theater-, Erziehungs- und Kulturwissenschaften in Berlin studiert und anschließend in Kulturwissenschaften promoviert. Ihr erster Roman „Legende vom Glück der Menschen“ erschien 2011 und 2019 folgte nun ihr neuer Roman. Die externe Jury begründete ihre Entscheidung mit der Aussage, dass Peggy Mädler sich in „Wohin wir gehen“ auf eine Reise durch die Zeiten und Landschaften begeben hätte. „In literarischer Perfektion beschreibt sie Land und Leute, ihre Seele und ihre Sehnsüchte, ihre Prägungen und ihr Scheitern – ganz in der Tradition Theodor Fontanes. Sie braucht dabei nur wenige knappe Striche, um erzählerische Wucht zu entfalten.“

Lesereise der Preisträgerin

Das Brandenburgische Literaturbüro organisiert in diesem Jahr mehrere Lesungen mit Peggy Mädler:

  • 1. Juni, 15 Uhr: Altes Gymnasium, Am Alten Gymnasium 1-3, Neuruppin (im Rahmen der Fontane-Festspiele)
  • 4. August, 18 Uhr: Golzow (im Rahmen des „Golzower Literatursommers“)
  • 1. September, 11 Uhr: Villa Quandt, Große Weinmeisterstr. 46/47, 14469 Potsdam
  • 4. September, 19 Uhr: Kleist-Museum, Faberstr. 6-7, Frankfurt (Oder)
  • 5. September, 19.30 Uhr: Bibliothek, Kirchplatz 7, Zossen
  • 19. September, 19 Uhr: Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund, In den Ministergärten 3, Berlin


Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: Mai

03. Mai 2019

4. – 18.5.: 10 Jahre Frankfurt liest ein Buch

10 Jahre Frankfurt liest ein Buch – Die Jubiläumsausstellung
Ausstellungseröffnung: Samstag, 4. Mai, 17.30 Uhr
Grußworte: Sabine Fikau-Haver, Stadtbücherei Frankfurt, Sabine Baumann, Frankfurt liest ein Buch e.V.
Ort: Zentralbibliothek
Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10-19 Uhr, Sa 11-17 Uhr
Eintritt: frei

Rund 115.000 Besucher, 1.000 Veranstaltungen und 4.859 gelesene Seiten – Frankfurts Lesefest feiert sein zehntes Jahr.
Grund genug, um zurückzublicken auf die erste Idee und die Anfänge, die Macher und Schauplätze, natürlich auf die Bücher und ihre Autoren: Welche Schriftstellerin sagte später, es sei die schönste Zeit ihres Lebens gewesen? Welcher Autor tauchte tatsächlich noch einmal in seine eigene Vergangenheit ein? Patinnen und Paten aus der Stadtgesellschaft stellen ihre Highlights der letzten zehn Jahre vor. Persönliche Gegenstände, emotionale Erinnerungen sowie Film- und Tonmaterial vermitteln, was Frankfurt liest ein Buch ausmacht. Wie 10 Jahre Lesefest klingen, kann man an den Hörstationen von hr2-kultur akustisch nacherleben. Die Ausstellung will zudem nach vorn schauen: Besucherinnen und Besucher werden eingeladen, ihre Ideen und Vorstellungen mit einzubringen. Für Schüler/innen gibt es ein Quiz mit attraktiven Preisen.

Veranstalter: Frankfurt liest ein Buch e.V. in Kooperation mit der Stadtbücherei Frankfurt, hr2-kultur und der Frankfurt University of Applied Sciences/Lothar Eichhorn

4.5., 20 Uhr: Pulse of Europe

Slam about Europe – ein Poetry Slam mit, über, wegen, gegen, weil Europa
Ort: Romanfabrik
Eintritt: 10,- / 7,-

Die politische Diskussion zu Europa ist ernst und einseitig? Das darf nicht so bleiben. Daher zeigt der „Poetry Slam mit, über, wegen, gegen, weil Europa“ die unterhaltsamen Seiten der europäischen Gemeinschaft. Drei Wochen vor der Europawahl geben einige professionelle und Hobby-Slamer Denkanstöße, motivieren, wecken auf und zeigen: Europa macht vor allem eines, nämlich Spaß! Mit dabei sind unter anderem Jan Cönig, Jacqueline Schauer und Martin Weyrauch. Im Anschluss küren die Zuschauer den besten Vortrag zwischen Weltpolitik, Städtereisen und Erasmus-Liebe. Organisiert wird der Abend von der Bürgerinitiative „Pulse of Europe“.

9.5., 19.30 Uhr: Gelebtes Leben. Denker der Freiheit im Porträt: Friedrich August von Hayek

Mit Franziska Augstein und Jens Hacke
Moderation: Rainer Hank (F.A.Z.)
Ort: Literaturhaus Frankfurt
Eintritt: 9,- / 6,-

Freiheit braucht Vorbilder. Die Idee von ihr bleibt abstrakt, wenn sie nicht im gelebten Leben verankert werden kann. Die Reihe „Gelebtes Leben. Denker der Freiheit im Porträt“ porträtiert herausragende Gestalten des Liberalismus: eingebunden in ihre Zeit, ausgesetzt den vielfältigen Versuchungen der Unfreiheit. Die Leitfrage dabei lautet: Können wir heute mit den Ahnen des Liberalismus noch etwas anfangen? Der Ökonom und Sozialphilosoph Friedrich August von Hayek (1899 – 1992) gilt als wichtiger Denker des Wirtschaftsliberalismus im 20. Jahrhundert. „Die Verfassung der Freiheit“ beeinflusste über Jahrzehnte hinweg Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Die Journalistin Franziska Augstein, Süddeutsche Zeitung, und Jens Hacke, Professor am Lehrstuhl für Politische Theorie und Ideengeschichte der Universität Greifswald, werden sich mit Leben und Werk Hayeks auseinandersetzen. Der Frankfurter Publizist Rainer Hank (F.A.Z.) kuratiert und moderiert die Reihe.

„Gelebtes Leben“ ist eine Gastveranstaltung der Karl-Hermann-Flach-Stiftung und der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.

13.5., 19.30 Uhr: Auf Sendung. Wie ein Hörspiel entsteht

Mit Agnieszka Lessmann (Autorin), Felicitas Ott (Regie) 
Ort: Alte Textilfabrik, Taunusstraße 19, Frankfurt 
Eintritt: frei (Anmeldung unter jubel(at)verlagderautoren.de) 

Präsentiert werden längere Ausschnitte aus dem SWR-Hörspiel Einstiegskurs von Agnieszka Lessmann und Felicitas Ott: Es erzählt von einer 50-jährigen, die als Quereinsteigerin Deutschunterricht für Zugewanderte gibt und sich dabei mit ihrer eigenen Migrationsgeschichte konfrontiert sieht. Wir diskutieren mit der Autorin und der Regisseurin die besonderen Herausforderungen bei der Entstehung und Umsetzung dieses Hörspiels – und geben Einblicke hinter die Kulissen einer „unsichtbaren“ Gattung. 

23.5., 20 Uhr: Lesung Julia Rothenburg

Julia Rothenburg „hell/dunkel“
Moderation: Björn Jager
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,- / 4,- (VVK) // 8,- / 5,- (AK)

Der Geruch von Camel-Zigaretten in der Wohnung ist Valerie vertraut. Womit sie nicht gerechnet hat, ist derjenige, der sie raucht. Nach einem Marburger Intermezzo hat Robert den Weg nach Berlin zurückgefunden, zu seiner vier Jahre jüngeren Halbschwester und ihrer gemeinsamen Mutter. Von großer Wiedersehensfreude aber keine Spur. Am selben Tag kommt die Mutter mit schlechter Prognose ins Krankenhaus. Gemeinsam stehen die Halbgeschwister nun vor Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt: Wie umgehen mit einem Abschied, mit all den Gefühlen, die kein Ventil finden? Valerie und Robert suchen Halt aneinander. Doch die Nähe zwischen ihnen hat viele Gesichter: zart und schmerzlich – und nicht zuletzt gefährlich. Hatte sich Julia Rothenburgs viel gelobtes Debüt um die kafkaesken Abläufe innerhalb eines Krankenhauses gedreht, erzählt ihr neuer Roman hell/dunkel von der Beziehung zwischen zwei Halbgeschwistern, die zum Zuschauen verdammt sind. Ohne die Mutter beginnen aber die Konventionen in der Familie zu bröckeln.

Julia Rothenburg, 1990 in Berlin geboren, studierte Soziologie und Politikwissenschaft und war Stipendiatin der Schreibwerkstatt der Jürgen Ponto-Stiftung. Ihr Debüt Koslik ist krank (2017) wurde mit dem Retzhof-Preis für junge Literatur und dem Landesstipendium für Literatur des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Die Autorin lebt in Berlin und arbeitet als Buchhändlerin bei »ocelot, not just another bookstore«.

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.




Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Buchhandel 2018 gesunken

28. April 2019


Die Ausbildungszahlen in der Buchbranche sind laut der Statistik des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DHIK) leicht gesunken. Im vergangenen Jahr wurden 429 neue Ausbildungsverhältnisse „Buchhändler/in“ abgeschlossen – 2017 waren es noch 480. Die Ausbildung zum/r „Medienkaufmann/-frau Digital und Print“ wurde insgesamt 633 begonnen (2017: 675).

„Nach einem starken Ausbildungsjahr 2017 haben sich die Ausbildungszahlen im letzten Jahr wieder auf das Niveau von 2016 eingependelt. 2017 hatten Hugendubel und andere größere Filialisten Ausbildungsinitiativen gestartet, die zu einem deutlichen Anstieg der Ausbildungszahlen beitrugen. Es ist erfreulich, dass die Zahl der Auszubildenden im Buchhandel gerade auch im Vergleich mit anderen Einzelhandelsbranchen auf diesem Niveau bleiben, denn die Unternehmen beklagen branchenübergreifend einen immer härteren Wettbewerb um junge Menschen. sagt Monika Kolb-Klausch, Bildungsdirektorin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.
Die Buchbranche habe verstanden, dass man dem Nachwuchs ein flexibles Ausbildungsangebot machen müsse, wozu neben der klassischen Ausbildung zum Buchhändler oder zur Buchhändlerin auch neue Ausbildungsangebote wie das Abiturientenmodell ‚Handelsfachwirt‘, die Ausbildung ‚E-Commerce-Kaufmann/-frau‘, duale Studiengänge oder Fachwirtformate zählten, so Kolb-Klausch weiter.

Im vergangenen Jahr blieben zudem laut der Industrie- und Handelskammer (IHK) viele Ausbildungsplätze unbesetzt. Bei der Agentur für Arbeit waren 58.000 Ausbildungsplätze bei Unternehmen gemeldet, die nicht besetzt wurden. Das sind so viele wie in den letzten 20 Jahren nicht mehr. Das Börsenblatt schreibt, dass fast jedes zehnte IHK-Unternehmen keine einzige Bewerbung mehr erhalten hätte und dass es besonders schwer für die kleinen Unternehmen sei, Auszubildende zu finden.