Unnützes Wissen: Fakten zum Buch, die im Gedächtnis bleiben

13. Juli 2018

 

  1. Die älteste erhaltene Schriftrolle stammt aus Korea und ist 2700 Jahre alt. Schon für dieses Druckwerk schnitzte man Schriftzeichen zur Vervielfältigung in einen Holzblock.
    Wir erinnern uns: in Europa erfand Johannes Gutenberg den Druck mit beweglichen Lettern erst um 1445 in Mainz.
  2. Um 1445 entstand auch die erste gedruckte Bibel.
  3. Die größte Bibel der Welt ist zweieinhalb Meter dick und 8048 meterhohe Seiten. Ein Tischler aus den USA fertigte die Bibel aus Holz an, weshalb die Seiten aus 0,3 mm dünnen Holzfurnieren angefertigt sind, in die die Buchstaben geprägt sind. Insgesamt wiegt das „Buch“ 547 Kg.
  4. Das größte Buch der Welt ist hingegen 3,07 m x 3,42 m groß. Es handelt sich dabei um einen Bildband des Autoherstellers Mazda
  5. Das kleinste Buch der Welt ist 0,75 mm groß. Man benötigt eine Lupe, um den Inhalt lesen zu können. Erhältlich ist das Buch inkl. Lupe in Tokio und kostet 235€.
  6. Die längste Ausleihdauer für ein Buch betrug 145 Jahre und es sammelte sich eine Leihgebühr von 23.000 Dollar an. Doch Richard Dodd, der das Buch in seiner Erbschaft entdeckte, hatte Glück. Die Bibliothek verzichtete auf den offen stehenden Betrag.
  7. München ist nicht nur bekannt für sein Oktoberfest. Für alle, die es noch nicht wussten: In München befindet sich auch die größte Sammlung von Kinder- und Jugendbüchern weltweit. Die Internationale Jugendbibliothek hat einen Bestand von über 600.00 Büchern in 150 Sprachen.
  8. Das teuerste Buch der Welt  kostet 8.802.500,- $. Bei einer Auktion im Jahr 2000 erzielte die vierbändige Subskriptionsausgabe von Audubons „The birds of America“ (1826) diese Rekordsumme.

Künstliche Intelligenz im Buchhandel?

08. Juli 2018

Mit dieser Frage beschäftigt sich Heike Scholz, die Gründerin des Onlinemagazins „mobile zeitgeist“  und Beraterin für Digitalisierung im stationären Handel.

In einem Interview mit dem Portal boresenblatt.net erklärt sie, welche Vorteile die Künstliche Intelligenz dem Buchhandel bringen könnte: mehr Kundennähe, mehr verkaufte Bücher, mehr Profit.

So erzählt sie, dass viele Händler bereits Künstliche Intelligenz (KI) erfolgreich einsetzen. Dabei handelt es sich um die sogenannte schwache KI, die in Form von Algorithmen das menschenähnliche Verhalten nachbilden. Sie nimmt dem Menschen komplexe Rechenaufgaben ab und übernimmt Aufgaben, wie die automatische Textgenerierung. Aber die schwache KI findet auch Eingang bei Bestell- und Bezahlungsvorgängen, dynamischen Preisanpassungen, Sprachassistenten etc. Und das soll erst der Anfang sein.

Aber was bedeutet das für den Buchhandel?

Heike Scholz sagt dazu: „Für Buchhändler und Verleger gibt es eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten für KI, die je nach den eigenen Zielsetzungen und Ressourcen überprüft werden sollten. Von der Strukturierung und Auswertung der in unterschiedlichen Silos schlummernder Datenbestände, der Automatisierung von Bestellprozessen, über die automatische Textgenerierung, die Vorsortierung von Manuskripten für das Lektorat bis hin zu Einkaufshelfern und virtuellen Beratern für die Kunden oder Logistiklösungen reicht die Bandbreite. Profitieren tun immer die, die diese Chancen effizient nutzen.“

Das ganze Interview finden Sie zum Nachlesen hier.

Die Buchpreisblogger 2018

02. Juli 2018

Am 14. August ist es wieder so weit: sechs Blogger stellen zwanzig Bücher vor. Aber nicht irgendwelche Bücher, sondern die nominierten Titel des Deutschen Buchpreises. Im Rahmen der Veranstaltung werden die Romane der Longlist kritisch diskutiert und die Blogger setzen sich dabei mit Hintergrundartikeln auseinander.

Neu in der Blogger-Redaktion sind das Bloggerteam Juliane Noßack und Stefan Diezmann (Poesierausch), der Instagrammer und Gewinner des Sonderpreises des Buchblog-Awards 2017 Florian Valerius (literarischernerd) sowie die Booktuberin Mona Salzbrunn (Bücherwunder). Sandro Abbate (novelero) und Frank Rudkoffsky (Frank O. Rudkoffsky) sind im zweiten Jahr als Buchpreis-Blogger dabei.

Die Blogger und Bloggerinnen stellen sich in den kommenden Wochen auf ihren Kanälen vor, die ihr unter folgenden Links erreichen könnt:

Die Original-Posts veröffentlichen die Influencer weiterhin unter dem Hashtag #dbp18 über ihre eigenen Kanäle. Die Beiträge der Bloggenden werden zudem auf der Facebook-Seite des Deutschen Buchpreises zusammengeführt.

Wie jedes Jahr kürt der Börsenverein des Deutschen Buchhandel mit dem Deutschen Buchpreis den deutschsprachigen „Roman des Jahres“. Die Verleihung dient ebenso als Auftakt der Frankfurter Buchmesse am 8. Oktober. Für das Jahr 2018 wurden 165 Romane von 105 unterschiedlichen Verlagen eingereicht.

Sonderausstellung im Gutenberg-Museum in Mainz

26. Juni 2018

Das Gutenberg-Museum in Mainz ist eines der ältesten Museen für Buch-, Druck- und Schriftgeschichte aller Kulturen. Mit der aktuellen Sonderausstellung „Präsentation des Deutschen Hardcover Awards 2018 und des Internationalen Jugendleistungswettbewerbs des Buchbinderhandwerks“ leistet es wieder einmal einen Beitrag für den Erhalt des Handwerks. Für alle Interessierten lohnt sich daher ein Ausflug nach Mainz.

Vom 11. Mai bis zum 12. August werden in der Ausstellung des Bundes Deutscher Buchbinder (BDBI) die Ergebnisse des internationalen Jugenleistungswettbewerbes des Buchbinderhandwerks und zum anderen die ausgezeichneten Entwürfe des Deutschen Hardcover Awards 2018 gezeigt.

Bei dem 17. Jugendleistungswettbewerb beteiligten sich insgesamt 58 angehende Buchbinder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Aufgabe bestand darin, einen Entwurf für das Buchcover des Krimis „Erstbezug“ von dem Autor Stefan Peters zu gestalten. Dabei konnten die Teilnehmer frei über das Material und die Technik entscheiden. Bewertet wurde von der Jury die technische Ausführung des Entwurfs und die Umsetzung der gestalterischen Idee.
Fünf der eingereichten Cover erhielten eine Auszeichnung.

Zudem wurde am 11. Mai der Deutsche Hardcover Award im Gutenberg-Museum verliehen. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung vom Bund Deutscher Buchbinder (BDBI), der Fachzeitschrift „bindreport“ und dem Hamburger Unternehmen Schmedt.
Im Rahmen des Deutschen Hardcover Awards werden Entwürfe aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus den vergangenen beiden Jahren ausgezeichnet, die hinsichtlich ihrer künstlerischen und funktionalen Gestaltung sowie der Verwendung ausgewählter Materialien innovative Lösungen im Bereich der Buchbindetechnik beweisen.

 

© Gutenberg-Museum Mainz

 

 

 

Steinmeier eröffnet Thomas-Mann-Haus in Kalifornien

20. Juni 2018

Der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist nach Los Angeles gereist, um dort das Thomas-Mann-Haus zu eröffnen, in dem der Schriftsteller Thomas Mann während des NS-Regimes im Exil lebte. Die Villa soll ein Zentrum des Dialogs werden. Mann bezog die Villa im Jahr 1942 und damals schon wurde sie zum Treffpunkt vieler Intellektueller, wie der Philosoph Theodor Ardorno, der Wissenschaftler Albert Einstein und der Schriftsteller Bertolt Brecht.

Thomas Mann als Schriftsteller

Thomas Mann wurde 1875 in Lübeck geboren und zählt zu den bedeutendsten Erzähler des 20. Jahrhunderts. Sein erster Roman Buddenbrooks erschien im Jahr 1901 und erzählt von dem Verfall einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie, der sich über vier Generationen hinweg vollzieht.
1929 erhält mann für seinen ersten Roman den Literaturnobelpreis. Es folgen weitere Novellen und Erzählungen wie Tristan, Der Zauberberg oder Doktor Faustus.
Neben dem Veröffentlichen von Büchern, beschäftigt sich Thomas Mann auch mit aktuellen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Fragen. Er war ein überzeugter Verteidiger der Weimarer Republik und emigrierte bereits 1933 in die Schweiz, bevor er 1938 in die USA floh.

„Appell an die Vernunft“

Mann beobachtete den Stimmenzuwachs der NSDAP bei der Reichtagswahl 1930 mit Skepsis. Seine Rede Appell an die Vernunft vom 17. Oktober 1930 in Berlin ging als „Deutsche Ansprache“ in die Geschichte ein. Er nannte den Nationalsozialismus „eine Riesenwelle exzentrischer Barbarei und primitiv-massendemokratischer Jahrmarktsrohheit“ mit „Massenkrampf, Budengeläut, Halleluja und derwischmäßigem Wiederholen monotoner Schlagworte, bis alles Schaum vor dem Munde hat“. Er fragte, ob das deutsch sei und ob „das Wunschbild einer primitiven, blutreinen, herzens- und verstandesschlichten, hackenzusammenschlagenden, blauäugig gehorsamen und strammen Biederkeit, diese vollkommene nationale Simplizität in einem reifen, vielerfahrenen Kulturvolk wie dem deutschen“ überhaupt verwirklicht werden könne. Thomas Mann gilt als einer der wichtigsten prominenten Gegnern des Nationalsozialismus.

Auch im Exil kämpfte er, als späterer Freund der Demokratie, weiter für eine demokratische Gesellschaft, gegen das von Adolf Hitler verbreitete Gedankengut und für die Erhaltung der deutschen Kulturnation.
Nachdem er im Jahr 1944 die amerikanische Staatsbürgerschaft annahm, kehrte er 1952 in die Schweiz zurück, wo er 1955 verstarb.

Thomas-Mann-Haus als Begegnungsstätte

Im Jahr 2016 kaufte die Bundesregierung das Haus und rettete es damit vor dem womöglichen Abriss. Für Steinmeier soll es ein alternatives Weißes Haus sein, in dem vorausgedacht und diskutiert wird. In ihm werden Fellows wohnen und arbeiten, die das Haus zu einer Begegnungsstätte werden lassen sollen. Die ersten vier sind der Schauspieler Burghart Klaussner, der Literaturwissenschaftler und große Thomas-Mann-Kenner Heinrich Detering, die Soziologin Jutta Allmendinger und ein Professor für Mikroelektronik namens Yiannos Manoli.

Johann Wolfgang von Goethe

17. Juni 2018

„Die Druckerkunst war schon über hundert Jahre erfunden; dem ungeachtet erschien ein Buch noch als ein Heiliges, wie wir aus dem damaligen Einbande sehen, und so war es dem edlen Dichter lieb und ehrenwert; wir aber broschieren jetzt alles und haben weder vor dem Einbande noch seinem Inhalte Respekt.“

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

TYPO-Fans aufgepasst!

11. Juni 2018

Ihr interessiert euch für Typografie und Plakatgestaltung? Dann solltet ihr euch auf den Weg nach Berlin machen und die Sonderausstellungshalle des Kulturforums am Potsdamer Platz besuchen. Dort findet vom 15. Juni bis zum 8. Juli 2018 die Ausstellung „100 beste Plakate“ statt, in der die von einer internationalen Jury Ende Februar ausgewählten besten Plakate des Jahres 2017 aus dem deutschsprachigen Raum präsentiert werden. Der Verein 100 Beste Plakate e.V. präsentiert die Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin.

Es werden verschieden Kategorien, wie Auftragsarbeiten, Autorengrafik und studentische Projektaufträge zu sehen sein, die die hohe Qualität des aktuellen Grafikdesigns unter Beweis stellen.

Solltet ihr es nicht in die Hauptstadt schaffen, könnt ihr die Plakate auch im Jahrbuch „100 beste Plakate 17 Deutschland, Österreich, Schweiz“ bewundern.

Gestaltung: Jakob Mayr und Kilian Wittmann
mit Texten von Jens Müller, Götz Gramlich und Josh Schaub
Verlag: Verlag Kettler
Sprache: deutsch / englisch
Format: 16,5 × 24 cm
Umfang: 288 Seiten
Softcover mit allen 100 Gewinnerplakaten und weiteren Abbildungen
ISBN: 978-3-86206-629-2
Preis: 29,90 €

Das Buch ist im Shop erhältlich.

Den Wettbewerb gibt es bereits seit 50 Jahren und wurde in der DDR entwickelt. Seit 1989 wird er als gesamtdeutscher Wettbewerb durchgeführt und seit 17 Jahren sind auch die Länder Österreich und die Schweiz daran beteiligt.

Die Wanderausstellung wird anschließend noch in Wien, Nürnberg, La Chaux-de-Fonds, Luzern, Essen, Lausanne, Zürich und Genf gezeigt.

Verleihung des ersten Hessischen Verlagspreis

07. Juni 2018

Heute wurden die Sieger des ersten Hessischen Verlagspreis durch den Kunst- und Kulturminister Boris Rhein bekannt gegeben. Der Hauptpreisträger ist der Verlag für grafisches Erzählen ROTOPOL aus Kassel, während der Nachwuchspreis für Gründer an den Büchner-Verlag in Marburg geht.

In Zusammenarbeit hat das Land Hessen mit dem Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins den Preis zum ersten Mal ins Leben gerufen. Dotiert ist der Hessische Verlagspreis mit 20.000 Euro: Der Hauptpreisträger erhält 15.000 Euro, der Gründerpreis 5.000 Euro.

Boris Rhein sagt dazu: „Uns haben viele Bewerbungen von Verlagen mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten und Konzepten erreicht. ROTOPOL und der Büchner-Verlag konnten die Jury von sich überzeugen. Ich gratuliere den Preisträgern zu diesem Erfolg und bin sicher, dass der Preis dazu beiträgt, die vielversprechende Arbeit der Verlage noch weiter auszubauen.“

Für die Auszeichnung konnten sich alle unabhängigen Verlage bewerben, die ihren Firmensitz in Hessen haben. Hinzu kam die Anforderung, dass der jährliche Umsatz unter 2 Millionen Euro liegt. Jedoch wurde bei den Verlagssparten keine Einschränkungen vorgenommen.

Die Jurybegründung

In der Jurybegründung zum Hauptpreis heißt es: „Mit Rotopol aus Kassel ehrt die Jury einen Verlag mit einer ganz besonderen Ausrichtung, einer außerordentlich klaren Vorstellung vom eigenen Tun und bemerkenswertem Durchhaltevermögen. Das vor zwölf Jahren gegründete und seit elf Jahren an der Kasseler Friedrich-Ebert-Straße ansässige Unternehmen setzt auf grafische Erzählformen und bringt Bücher zwischen Comic und Illustration heraus. Sein ungewöhnliches Geschäftsmodell kreist um die Werkstatt und Ladengalerie des Verlags, setzt auf eine möglichst enge Zusammenarbeit mit den Autoren und sucht mit regelmäßigen Veranstaltungen die Nähe zum Kunden. Rotopol verbindet Verlegerisches, Künstlerisches und Marketing in gekonnter Weise. Die Konsequenz, mit der die beiden derzeitigen Leiterinnen des Unternehmens am einmal eingeschlagenen Weg festhalten, ist beispielhaft für den Umgang mit den Herausforderungen, denen sich die Buchbranche zurzeit gegenübersieht. Rotopol reagiert auf die Veränderungen im Geschäft mit Büchern mit einer Kombination aus Einfallsreichtum, sorgfältiger Arbeit und persönlichem Engagement, die die Branche in Zukunft immer stärker prägen wird. Dieser Verlag will neue Wege gehen und sich und seine Leser überraschen. Es gelingt ihm: Seine Titel sind eine Liebeserklärung an das, was die Künste und die Buchbranche können.“

Die Top Ten der besten Krimis im Juni

03. Juni 2018

Ihr sucht noch nach einem passenden Buch für die warmen Sommertage am See? Deutschlandfunk Kultur präsentiert die zehn besten Krimis für den Juni. Eine Jury aus Kritikern und Kritikerinnen wählt die Bücher mithilfe eines Punktesystems aus, wobei die Titel nicht älter als zwölf Monate sein dürfen. Ebenso fallen Wiederauflagen, Sammelbände oder Anthologien aus der Liste raus.

1. (2) Denise Mina: Blut Salz Wasser
Aus dem Englischen von Zoë Beck
Ariadne im Argument-Verlag, 368 Seiten, 19 Euro

Glasgow, Helensburgh. Wer nimmt den Drogenhändlern ihre Millionen ab – Police Scotland Police oder Metropolitan Police? Das ist der Grund, warum DI Alex Morrow die verschwundene Roxanne sucht. Und auf Frauenleichen stößt. Alex lässt sich nicht beirren, nicht von Bossen, nicht von Gangstern.

2. (-) Dan Chaon: Der Wille zum Bösen
Aus dem Englischen von Kristian Lutze
Heyne, 622 Seiten, 14,99 Euro

Cleveland, Ohio. 1983 werden zwei Elternpaare umgebracht. Der als Mörder verurteilte Rusty wird 2012 freigelassen. Unschuldig. Bruder Dustin, der ihn denunziert hatte, traut seinen Erinnerungen nicht. Hat er selbst gemordet, waren es Satanisten? Faszinierend: Die Welt als Krimi und Wahnvorstellung.

3. (4) Aidan Truhen: Fuck You Very Much
Aus dem Englischen von Sven Koch und Andrea Stumpf
Suhrkamp, 350 Seiten, 14,95 Euro

London. Mit Poltergeist navigiert sich’s prima: Jack Price liefert gänzlich gefahrlos besten Stoff. Bis er auf der Abschussliste der übelsten Killer der Welt landet. Price muss die „Seven Demons“ totquatschen oder umbringen. Irgendwie gelingt ihm beides brillant. Krimi im Wortrausch.

4. (-) Douglas E. Winter: Run
Aus dem Englischen von Peter Mehler
Luzifer, 434 Seiten, 13,95 Euro

Washington, D.C. Burdon Lane ist Abteilungsleiter im Waffengeschäft. Illegales wird mit Legalem getarnt. Bis die Belieferung zweier Gangs in Harlem zum Attentat auf einen schwarzen Prediger genutzt wird. Von da an heißt es „Run“! Alle Freunde sind jetzt Feinde. Höllentripp mit üblen Überraschungen.

5. (10) Graeme Macrae Burnet: Der Unfall auf der A 35
Aus dem Englischen von Claudia Feldmann
Europa, 304 Seiten, 17,90 Euro

Saint-Louis, Dreyecksland, 1982. Ein gewöhnlicher Autounfall. Nur: Dort wo Anwalt Berthelme fuhr, sollte er nicht sein. Sohn Raymond und Kommissar Gorski stöbern im Zwielicht unklarer Abstammungen, im Ungefähren der Geschlechterrollen. Tod als Adoleszenzerfahrung in einer kleinen Stadt.

6. (-) Dominique Manotti: Kesseltreiben
Aus dem Französischen von Iris Konopik
Ariadne bei Argument, 400 Seiten, 20 Euro

Paris, New York, Montreal. Schlaue, ohnmächtige Ermittler. Dumm oder inkompetent: die Regierung in Paris. Der US-Konzern PE will die französische Orstam übernehmen. Die unfairen Mittel des Giganten: Erpressung, Bestechung, Mord. Assistiert von CIA und Justiz. Böses Lehrstück, mit langer Halbwertzeit.

7. (1) Hideo Yokoyama: 64
Aus dem Englischen von Sabine Roth und Nikolaus Stingl
Atrium, 768 Seiten, 28 Euro

„Präfektur D“, 1989, 2002. Vor dreizehn Jahren wurde die siebenjährige Shoko ermordet. Kurz vor der Verjährung soll der Fall noch aufgeklärt werden. Polizeipressechef Mikami kämpft eingeklemmt zwischen Mordermittlern und Bürokraten um Wahrheit und Mitleid. Große Klasse. Nobelpreis für Kriminalliteratur!

8. (9) Philip Kerr: Kalter Frieden
Aus dem Englischen von Axel Merz
Wunderlich, 398 Seiten, 22,95 Euro

Cap Ferrat, Riviera, 1956. Bernie Gunther, Concierge, und Somerset Maugham, weltberühmt, im Malstrom der Geheimdienste. Sexfotos, Erpressungen. KGB, Stasi, MI5 und MI6, Schachzüge und Bridgepartien: Gibt es noch einen Maulwurf bei den Briten? Kerrs Hommage an die britische Spionageliteratur.

9. (-) Joyce Carol Oates: Pik-Bube
Aus dem Englischen von Frauke Czwikla
Droemer, 208 Seiten, 19,99 Euro

Harbourton, New Jersey. Andy Rush sonnt sich: Schönes Haus, engagierte Frau, dickes Auto, Millionen. Bis der „Stephen King für Bildungsbürger“ des Plagiats beschuldigt wird und sich sein garstiges Zweit-Ich, der Pik-Bube, daran macht, den braven Andy zu übernehmen. Spießer-Ego auf Rasierklinge.

10. (-) Friedemann Hahn: Foresta Nera
Polar, 212 Seiten, 16 Euro

Schwarzwald, Rheinufer, Anfang der sechziger Jahre. Schlachtfest, blutwarme Albträume. Wehrmacht, Fremdenlegion, Morden, Wunden – das haben sie hinter sich. Jetzt sind sie neu uniformiert: LKA, BGS, Wehrsportgruppe. Einer nimmt Rache. Andere quälen Frauen. Die Kriege sind nicht zu Ende.

Unwetter in Marburg setzt neue Unibibliothek unter Wasser

31. Mai 2018

Am Dienstag zog ein Unwetter über Mittelhessen und verschonte auch die neue Philipps-Universität in Marburg nicht mit seinen Folgen. Das Wasser drang durch die Lichtschächte, die eigentlich bei einem Brand als Rauchabzug dienen sollen, in das Untergeschoss ein und stand dort etwa zwei Zentimeter hoch. Insgesamt standen 4.500 Quadratmeter unter Wasser.

Am 30. April wurde die 120 Millionen teure Universitätsbibliothek offiziell eröffnet. Das in der Innenstadt liegende Gebäude misst eine Fläche von 18.500 Quadratmetern und umfasst die Zusammenlegung der Bestände von neun geistes- und sozialwissenschaftlichen Bereichsbibliotheken sowie der Universitätsbibliothek.

Facebook-Appell der Universität

Über Facebook wurden Bürger und Bürgerinnen von der Universität aufgerufen, sich bei den Aufräumungsarbeiten zu beteiligen. Gesucht wurden vor allem Helfer mit Wassersaugern und Nass-Trockensaugern. Zum Glück folgten dem Appell zahlreiche Freiwillige, sodass bis 3.30 Uhr das Wasser mit Hilfe der Feuerwehr entfernt werden konnte. Auch wenn noch nicht alle Aufzüge wieder voll betriebsfähig waren, wurde die Bibliothek am nächsten Morgen um 10 Uhr mit entsprechenden Einschränkungen geöffnet.

Es werde noch etwas dauern, bis der Normalbetrieb wieder aufgenommen werden kann, erklärte Gabriele Neumann, die Sprecherin der Universität. Vorerst wurden die Ränder der Lichtschächte mit Sandsäcken geschlossen und es werde geprüft, wie man in Zukunft solche Fälle vermeiden könne.

Durch das Wasser wurden vor allem Zeitschriften und Zeitungen beschädigt, wobei der Schaden nur geringfügig sei. Um diese vor einem weiteren Verfall zu schützen, wurden sie eingefroren.

 

Das Atrium der Bibliothek. (Foto: Brigida Gonzalez (c))