Franz Kafka

15. Februar 2018

„Ich glaube, man sollte überhaupt nur noch solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch? […] Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.“

Franz Kafka (1883-1924)

Wettbewerb: „Die Schönsten deutschen Bücher 2018“

11. Februar 2018

Und noch ein kleiner Aufruf für alle begeisterten Buchgestalter: Noch bis zum 31. März 2018 habt ihr die Möglichkeit an den Wettbewerben „Die Schönsten deutschen Bücher 2018“ und „Förderpreis für junge Buchgestaltung 2018“ teilzunehmen.

Initiator der Wettbewerbe ist die Stiftung Buchkunst, die ihren Sitz sowohl in Frankfurt am Main als auch in Leipzig hat. Ihr Ziel ist es, die Qualität des Buchs in technischer und künstlerischer Hinsicht zu fördern. Die Gewinner werden von einer Fachjury auserwählt, wobei sich die Kriterien für die Entscheidung an Gestaltung, Konzeption, Satz, Druck, Bild und Einband orientieren. Insgesamt werden 25 Bücher für „Die Schönsten deutschen Bücher 2018“ ausgezeichnet – das allerschönste deutsche Buch kann ein Preisgeld von 10.000 Euro gewinnen .
Teilnehmen können Verlage, Buchgestalter und produzierende Betriebe mit Büchern, die im Zeitraum vom 1.04.2017 bis 31.03.2018 erschienen sind.

Der „Förderpreis für junge Buchgestaltung“ wird seit 1989 in Kooperation mit der BKM (Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien) vergeben. Sein Ziel ist es außergewöhnliche, neue Ideen zu gedruckten Büchern oder hybriden Buchformen zu fördern und somit Buchimpulse für morgen und Qualitätskonzepte sichtbar zu machen. Dafür werden drei Preisträger ernannt und mit jeweils 2.000 Euro ausgezeichnet.

Für alle Interessierten gibt es hier die Anmeldeformulare und weitere Informationen.

Der 8. Buchbinder Kongress startet im März

06. Februar 2018

Vom 16.03. – 17.03.2018 finden in Karlsruhe die Buchbindertage statt. Teilnehmen können alle Interessierten, die sich mit der Branche der Buchbinderei beschäftigen – Industrie- und Verlagsbuchbindereien, Sonderfertiger sowie Maschinenhersteller und Materiallieferanten. Die Anmeldung läuft noch bis zum 14. Februar.

Der zweitätige Kongress wird von dem Buchbindernetzwerk Bindnet veranstaltet. Die diesjährige Organisation und Durchführung übernimmt die Joseph Spinner Buchbinderei GmbH.

Die Agenda 

Insgesamt werden an den zwei Tagen acht Themenkomplexe vorgestellt, diskutiert und zur Anregung zum Austausch vorgestellt. So hält der Geschäftsführer Bernd Sauter von Müller Martini an dem Freitag einen Vortrag zu dem Thema „Müller Martini und Kolbs stellende Weichen für die Zukunft“. Aber es geht auch um Themen wie Energieoptimierung und die Einführung in das Lean Management.

Der zweite Schwerpunkt wird der Generation Y gewidmet. Die Referentin Frau Dr. Steffi Burkhart wird einen Vortrag zur „Generation Y – Was Sie bewegt“ halten. Sie beantwortet Fragen, wie „Wie arbeitet diese Generation? Was ist zu beachten? Worauf legen Sie Wert?“.

 

Weitere Informationen zur Anmeldung und die gesamte Themenübersicht finden Sie hier.

Eine Bibliothek ohne Bücher?

02. Februar 2018

Erst vor kurzem haben wir über den Umzug der Universitätsbibliothek in Marburg berichtet. Insgesamt wandern dort 56 Regalkilometer Bücher an den neuen Standpunkt neben den Alten Botanischen Garten. Doch gibt es auch andere Szenerien, die alte Bibliotheksbücher in der heutigen Zeit miterleben müssen. Die Digitalisierung ist inzwischen weit verbreitet und es werden Kontroversen laut, die sich mit der Frage beschäftigen, ob in der Zukunft auch Bibliotheken ohne Bücher vorstellbar seien?

Kaum einer kann sich das tatsächlich vorstellen, doch ist der Gedanke so absurd?

Deutschlandfunk Kultur spricht in dem Beitrag „Eine Datei ersetzt kein Buch“ mit dem Bibliothekar Michael Knoche, der vor einer Bibliothek ohne Bücher und dem Trend zur Digitalisierung warnt. In dem Interview sagt er: „Die Mehrheit der bibliothekarischen Gemeinschaft ist im Moment ganz auf der Digitalschiene. Mein Anliegen ist, nochmal zum Nachdenken anzuregen und zu sagen: Natürlich ist die Zukunft der Bibliotheken auch digital, aber wir dürfen den Medienmix, den wir vorhalten, nicht vergessen.“

Den Beitrag von Deutschlandfunk Kultur zum Nachlesen und Hören finden Sie hier.

Fahrad Showgi erhält Peter-Huchel-Preis 2018

29. Januar 2018

Bereits seit 1983 wird der Peter-Huchel-Preis vom Land Baden-Württemberg und dem Südwestrundfunk für herausragende lyrische Werke verliehen. Zudem soll auch das Interesse der Öffentlichkeit für die lyrische Gattung geweckt werden. Der Preis ist benannt nach dem Lyriker und Chefredakteur der Kulturzeitschrift „Sinn und Form“ und ist mit 10.000 Euro dotiert. Er wird von einer aus sieben unabhängigen Literaturkritikern und -wissenschaftlern sowie Autoren bestehenden Jury vergeben.

Für seine Neuerscheinung „Wolkenflug spielt Zerreißprobe“ aus dem Jahr 2017 wird nun Fahrad Showgi mit dem Peter-Huchel-Preis geehrt. Der in Prag geborene Lyriker und Mediziner, der heute in Hamburg lebt, überzeugte die Jury mit seinem Gedichtband. Bei diesen handle es sich um „poetische Beobachtungen, die immer wieder am Anfang beginnen, um zu einem neuen Infinitiv zu gelangen – einer neuen Vorstellung von Landschaft zwischen den Himmelsrichtungen“, fasst die Presseinformation zusammen.

 

Das Zimmer 4

Die Wände sind kühl. Müde liegen wir dazwischen, die
Knie gegen die Wüste gerichtet, gegen das grobe Korn der
Fasertapete.
Wer öffnet das Fenster?
Wehe dem Mond
strengt sich an stehenzubleiben
wie jetzt das Schweigen
wir liegen hier
soweit die Augen tragen

(Fahrad Showgi)

Papier selber herstellen

27. Januar 2018

Ihr wollt mal etwas Neues ausprobieren? Wie wäre es mit der eigenen Herstellung von Papier ganz nach euren Vorstellungen und Wünschen? In Deutschland werden jährlich mehr als 10 Millionen Tonnen Altpapier recycelt und auch ihr könnt eure Zeitungen, Pappkartons etc. sinnvoll wiederverwerten.

Neben einen selbstgebauten Schöpfrahmen braucht ihr zum Schöpfen nur ein paar Küchengeräte, die man in der Regel auch schon zu Hause hat.

Geolino hat eine schöne Anleitung auf der Website veröffentlicht, die die einzelnen Arbeitsschritte anhand von Bildern erläutert.

Literarische Veranstaltungen in Frankfurt: Februar

22. Januar 2018

Eine kleine Auswahl des literarischen Veranstaltungskalender in Frankfurt mit Lesungen, Vorträgen und vielem mehr….

 

2.2., 19.30 Uhr: „Astrid Lindgren. Ihr Leben“

Ulrich Sonnenberg „Astrid Lindgren. Ihr Leben“
Ort:
Stadtteilbibliothek Rödelheim
Eintritt:
6,- / 3,-

Vor etwas mehr als siebzig Jahren erblickte Pippi Langstrumpf das Licht der literarischen Welt. Es folgten viele weitere Bücher, die die Kinderliteratur revolutionierten und ihre Autorin schon zu Lebzeiten zu einer Legende werden ließen. Drei aktuelle Bücher erzählen nun die Geschichte ihres Lebens neu, beleuchten ihre Kriegstagebücher und den Briefwechsel mit Louise Hartung. Sonnenberg, Übersetzer einer der neuen Biographien, stellt die unbekannte Lindgren vor.

6.2., 20 Uhr: Berlin, mon amour?

Mit Leander Steinkopf und Julia Zange
Moderation: Malte Kleinjung
Ort: Hessisches Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,- / 4,- (Vorverkauf) // 8,- / 5,- (Abendkasse)

Dieser Pop-Roman schreit nach Punkrock. Im Laufe von Julia Zanges „Realitätsgewitter“ möchte man am liebsten mit Kraftklub „Ich will nicht nach Berlin“ anstimmen. Wo sich Kreative aller Länder vereinigen, ist Oberfläche alles. Schöne, hippe Menschen gehen in Clubs, nehmen Drogen und reden über Kunst. Mittendrin: Marla, Anfang zwanzig und ohne Plan. Um der Einsamkeit zu entgehen, lässt sie sich treiben – einer von 1675 Facebook-Freunden weiß immer, wo was los ist. Dem namenlosen jungen Mann, der durch Leander Steinkopfs „Stadt der Feen und der Wünsche“ flaniert, würde Marla auf der Straße sicherlich auffallen. Zu genau beobachtet er sein Umfeld, die Menschen in Berlin. Seinem scharfen Urteil entgeht keiner: weder die „Unterschichtsscheuche“ im Wedding noch die „Berlin-Mitte-Existenzen“. Als Dandy auf Achse kartiert er die Stadt und sortiert ihre Bewohner, ein Sammelsurium von Sehnsüchten, die er längst aufgegeben hat. Was er wohl über Marla denken würde?

Leander Steinkopf, geboren 1985, ist promovierter Psychologie. Wenn er nicht als freier Journalist für die FAZ oder F.A.S. schreibt, verfasst er Komödien fürs Theater oder Essays, die im „Merkur“ veröffentlicht werden. Nach Stationen in Mannheim, Berlin und Sarajevo lebt und arbeitet Leander Steinkopf heute in München. „Stadt der Feen und der Wünsche“ ist sein literarisches Debüt.

Julia Zange wurde 1983 in Darmstadt geboren. Sie studierte Gesellschafts – und Wirtschaftskommunikation in Berlin. 2006 gewann sie den open mike, 2008 veröffentlichte sie ihren Debütroman „Die Anstalt der besseren Mädchen“. Es folgten eine Reihe von Kurzgeschichten sowie Auftritte in Kinofilmen und Serien (u.a. im Tatort). Julia Zange lebt und arbeitet in Berlin.

18.2., 11-21 Uhr: Langer Tag der Bücher

JUBILÄUMSVERANSTALTUNG 15 JAHRE LANGER TAG DER BÜCHER
Lesungen mit Hilmar Hoffmann, Britta Boerdner, Susanne Kaloff, Slammer Jay Jay Glünderling u.a.
Lesung aus Texten von Clemens Brentano, Franz Kafka und Jakob Arjouni
Gleichzeitig der 10. Frankfurter Bouquinistenmarkt
Ort: Haus am Dom
Eintritt: frei

Seit 2004 laden die literarischen Verlage der Stadt Frankfurt an einem Sonntag im Frühjahr alle Buchfreunde zu einem konzertierten Lesetag. Von 11 bis 21 Uhr präsentieren Schriftsteller im Gespräch mit Moderatoren, Lektoren und Verlegern ihre Werke, signieren die Bücher und stehen bereit zur Begegnung mit den Lesern. Der Lange Tag der Bücher bietet die Gelegenheit, das vielseitige Haus am Dom zu erforschen: Neben dem „Novitäten-Balkon“ und einem großen Büchertisch gibt es auch den beliebten Bouquinistenmarkt mit gebrauchten Büchern.

Das Programm finden Sie hier.

24.2., 19.30 Uhr: Das Hörspiel des Jahres 2017

Die Jury – die Preisverleihung – die Präsentation
Ort:
Literaturhaus Frankfurt
Eintritt:
frei

Seit 1977 wird aus dem Angebot der ARD die gelungenste neue Produktion zum „Hörspiel des Monats“ gewählt. Die Jury dafür wird von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste für jeweils ein Jahr berufen. Seit 30 Jahren wählt die Jury zusätzlich aus den zwölf Hörspielen des Monats das „Hörspiel des Jahres“. Diese Auszeichnung gilt als einer der begehrtesten Medienpreise. Es ist Tradition, dass das preisgekrönte Werk im Literaturhaus Frankfurt öffentlich vorgestellt wird. Die Jury gibt dazu einen Rückblick auf das vergangene Hörspieljahr. Das anwesende Publikum kann die mit dem Preis geehrten Künstler und Dramaturgen bei einem Glas Wein befragen.

Die Jury des Jubiläumsjahres 2017:
Heiko Daniels (Digital Developer)
Eva Maria Lenz (Medienkritikerin)
Bernd Leukert (Komponist und Journalist)

Der Preisträger und weitere Infos ab Ende Januar unter www.darstellendekuenste.de/id-2017.html

 

Die Texte, Informationen und weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

Umzug von 56 Regalkilometer Bücher

18. Januar 2018

Es ist so weit: der Umzug der Universitätsbibliothek und den zehn Bereichsbibliotheken in Marburg hat begonnen. Insgesamt werden in den kommenden drei Monaten 56 Regalkilometer Bücher ihren alten Stellplatz verlassen und in den Neubau umziehen. Bereits am ersten Tag wurden 630 Buchmeter mit Wagen einer Spezialfirma für Bibliotheksumzüge transportiert. Auch mehr als 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden im Laufe der Zeit ihren neuen Arbeitsplätze in dem Gebäude einnehmen.

Eine große logistische Aufgabe, die eine besondere Herausforderung darstellt! Durch die neue Bibliothek soll die Universität enger zusammengeführt werden.

Viele historische Bücher mussten außerdem vor dem Transport umfangreich konservatorisch vorbehandelt werden. Teils wurden sie mit speziellen „Buchstaubsaugern“ gereinigt und wertvolle oder beschädigte Exemplare wurden in Schutzkartons verpackt. Etwa um die 8000 Bände wurden auf diese Weise von der UB-Restaurierungswerkstatt vorbereitet.

Die Papierindustrie in Zahlen

15. Januar 2018

Die Papierindustrie verfolgt eine lange Tradition und hat für unsere Kultur und Gesellschaft eine hohe Bedeutungswert. Deutschland ist dabei auf Platz 4 der größten Papierproduktion mit jährlich 22.630 Mio. Tonnen Papier (Stand 2016). Auf Platz 1 ist China mit 109.193 Mio. Tonnen –  es folgen die Vereinigten Staaten (72.671 Mio. Tonnen, 2015) und Japan (26.227 Mio. Tonnen, 2015).

Weltweit werden jährlich etwa 400 Mio. Tonnen Papier, Karton und Pappe hergestellt. Europa deckt etwa 26% der weltweiten Papierindustrie ab.

Einer der größten Papierhersteller ist die chinesische Nine Dragons Paper Holding. Ihre Kapazität umfasst 13,1 Mio. Tonnen und sie beschäftigen 18.000 Mitarbeiter.

In Deutschland wird die Produktion durch vier Hauptsortengruppen differenziert:

•50,3 % Verpackungspapiere und -karton

•37 % grafische Papiere

•6,7 % Hygienepapiere

•6 % das breite Spektrum der technischen- und Spezialpapiere

Ingeborg Bachmann: Erklär mir, Liebe

12. Januar 2018

Erklär mir, Liebe

Dein Hut lüftet sich leis, grüßt, schwebt im Wind,
dein unbedeckter Kopf hat’s Wolken angetan,
dein Herz hat anderswo zu tun,
dein Mund verleibt sich neue Sprachen ein,
das Zittergras im Land nimmt überhand,
Sternblumen bläst der Sommer an und aus,
von Flocken blind erhebst du dein Gesicht,
du lachst und weinst und gehst an dir zugrund,
was soll dir noch geschehen –

Erklär mir, Liebe!

Der Pfau, in feierlichem Staunen, schlägt sein Rad,
die Taube schlägt den Federkragen hoch,
vom Gurren überfüllt, dehnt sich die Luft,
der Entrich schreit, vom wilden Honig nimmt
das ganze Land, auch im gesetzten Park
hat jedes Beet ein goldner Staub umsäumt.

Der Fisch errötet, überholt den Schwarm
und stürzt durch Grotten ins Korallenbett.
Zur Silbersandmusik tanzt scheu der Skorpion.
Der Käfer riecht die Herrlichste von weit;
hätt ich nur seinen Sinn, ich fühlte auch,
daß Flügel unter ihrem Panzer schimmern,
und nähm den Weg zum fernen Erdbeerstrauch!

Erklär mir, Liebe!

Wasser weiß zu reden,
die Welle nimmt die Welle an der Hand,
im Weinberg schwillt die Traube, springt und fällt.
So arglos tritt die Schnecke aus dem Haus!

Ein Stein weiß einen andern zu erweichen!

Erklär mir, Liebe, was ich nicht erklären kann:
sollt ich die kurze schauerliche Zeit
nur mit Gedanken Umgang haben und allein
nichts Liebes kennen und nichts Liebes tun?
Muß einer denken? Wird er nicht vermißt?

Du sagst: es zählt ein andrer Geist auf ihn …
Erklär mir nichts. Ich seh den Salamander
durch jedes Feuer gehen.
Kein Schauer jagt ihn, und es schmerzt ihn nichts.

 

Die Welt hat einen interessanten Beitrag über „Die vielen Lieben der Ingeborg Bachmann“ veröffentlicht, den Sie hier zum Nachlesen finden.