130 Jahre deutsches Telefonbuch

14. Juli 2011

Das Telefonbuch wird ständig aktualisiert und einmal im Jahr herausgegeben. Zu finden sind in ihm alphabetisch nach dem Nachnamen sortierte Telefonnummern und Adressen von all denen, die der Veröffentlichung ihrer Daten zugestimmt. Es kann sich aber auch für eine ausschließliche Auflistung im “Internettelefonbuch” oder auf der Telefonbuch-CD entschieden werden. Diese Freiwilligkeit ist jedoch nicht schon immer gegeben, denn vor der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes gab es in vielen Regionen eine Eintragungspflicht.

Das erste deutsche Telefonbuch erschien am 14. Juli 1881 in Berlin, nachdem vier Jahre zuvor Heinrich von Stephan und Generaltelegraphendirektor Buddes erste Übertragungsversuche durchführten und schließlich ein erstes deutsches Telefonnetz aufbauten. In diesem ersten Telefonbuch mit dem Titel “Verzeichniss der bei der Fernsprecheinrichtung Betheiligten“ waren 185 Einträge zu finden, welche in vier Spalten für die Nummer, den Namen oder Firmennamen, die Bezeichnung des Standes oder Geschäftszweiges, und die Adresse der Wohnung oder des Geschäftslokals, aufgeteilt wurden. Trotz der ausführlichen Angaben, die so heute nur noch teilweise zu finden sind, war das erste Telefonbuch doch eher ein Heftchen und hat mit unseren Vorstellungen von einem Telefonbuch kaum noch etwas zu tun.

Auch die Berliner selbst glaubten zunächst nicht an den Erfolg des Telefons und verspotteten das Telefonbuch und die darin aufgelisteten Personen, in dem sie es das  “Buch der 99 Narren“ nannten. Aber nur weitere vier Jahre später, nämlich 1889 waren bereits 10.000 Telefonanschlüsse in Deutschland gelegt und heute kann sich keiner mehr ein Leben ohne Telefon vorstellen. Zur Zeit gibt es 125 regionale Ausgaben des Telefonbuches, welches erst seit den 1980er- Jahren unter diesem Namen zu erhalten ist (vorher “Amtliches Fernsprecherbuch”), und erlangt eine Gesamtauflage von 32 Mio. Exemplaren.

 

Ein atemloses Meisterwerk der Literatur, oder doch nur heiße Luft? Eine Rezension zu Helene Hegemanns „Axolotl Roadkill“

05. Juli 2011

Axolotl – eine aquatil lebende Schwanzlurchart, die nie die Metamorphose durchläuft und somit ein Leben lang im Larvenstadium verweilt.

Aber warum genau wählt die äußerst junge Autorin Helene Hegemann ausgerechnet dieses seltsam anmutende Geschöpf als Haustier für ihre Protagonistin und misst ihm sogar die bedeutende Rolle des Titelträgers des Romans bei? Gibt sie einfach nur ein Beispiel für die ewige Jugend, oder  protestiert sie vielleicht doch gegen die Welt der Erwachsenen, oder vielmehr gegen deren typischen Verhaltens- und Sichtweisen?

Die 16-jährige Mifti hat schlechte Erfahrungen mit ihr nahestehenden erwachsenen Menschen gemacht und verachtet nunmehr alle die, die das Jugendalter zumindest geistig hinter sich gelassen haben. „Zwischenwelten sind mein einziger Bezug zur Wirklichkeit, zur Wahrheit will ich fast sagen, ach, und nach jahrelangen Duldungsphasen der absolute Zugriff aufs Leben“(S.33), sagt sie selbst und erklärt somit ihre häufigen Ausflüchte in die Welt, in der wilde Partys mit jeder Menge Alkohol, fast schon tierische Züge annehmendem Sex, und heftigen Drogenexzessen, bis hin zum totalen Realitätsverlust, die Hauptrolle spielen. Dabei sieht sie sich selbst als Opfer. Aber auch das ist sie natürlich nicht selbst Schuld, denn sie sagt: „Dieser Planet ist so gemacht, dass es nur noch Platz für Opfer gibt. Die Menschen haben es verlernt zu leiden.“(S.41). Sie, die so viel Gesellschaftskritik übt, gesteht sich mit dieser Aussage ein, selbst ein Teil eben dieser zu sein und nicht herauszustechen, obwohl sie versucht dieses mit allen Mitteln zu erreichen. Dies ist nur einer der Widersprüche die im Roman und speziell bei der Protagonistin zu finden sind. Die sehr vulgäre und wohl jugendliche Sprache wird immer wieder von spezifischen Fachvokabular und kompliziert verschachtelten Sätzen durchkreuzt, sodass man nicht so ganz glauben kann, dass diese von einem jungen Mädchen stammen, welches die Schule verweigert und sich auch ansonsten gegen das erwachsenwerde sträubt. Der bewundernde Ausruf Ophelias: „Wie du immer mal wieder <<sozusagen>> am Satzende anbaust, überhaupt dieser Trick, mit Füllwörtern intellektuelle Sätze verworren und atemlos zu machen – beeindruckend, Mifti!“ (S. 43) könnte genauso auch an Helene Hegemann selbst gerichtet werden. Aber auch wenn diese sprachliche Eigenschaft die der Protagonisten zugesprochen wird auf den ersten Blick beeindruckend wird, wirkt sie mit der Zeit eher aufgesetzt und künstlich. Und wie zur Bestätigung dieses Eindruckes äußert sich auch Mifti dahingehend, dass diese Sprache nichts mit ihrer Persönlichkeit zu tun hat. Sie spricht von einer Sprache, die ihr einverleibt wurde und nicht die Ihrige ist (vgl. S. 47).

So fragt man sich auch; Ist das Helene Hegemanns Sprache, oder versucht sie mit aller Gewalt eine Sprache zu konstruieren, mit der sie im wirklichen Leben nicht konfrontiert wird? Denn die junge Autorin lässt sich nicht von ihrem direkten Umfeld inspirieren, sondern von einem Blogger aus dem Internet. Ist es möglich von einem aufsteigenden Stern am deutschen Literaturhimmel zu sprechen, wenn dieser passagenweise Wort für Wort zitiert, ohne dies kenntlich zu machen? In dem strittigen Werk selbst stellt Hegemann in einem Gespräch zwischen Mifti und ihrem Bruder eine mögliche Sichtweise auf die Thematik dar. „Ich bediene mich überall, wo ich Inspiration finde und beflügelt werde, Mifti.“, antwortet der Bruder auf die Frage, ob ein bestimmter Slogan von ihm sei. „(…) weil meine Arbeit und mein Diebstahl authentisch werden, sobald etwas meine Seele berührt. Es ist egal, woher ich die Dinge nehme, wichtig ist, wohin ich sie trage. Es ist also nicht von dir? Nein. Von so´ nem Blogger.“ (S. 13).

Helene Hegemanns Roman wirkt trotz vulgärer und Ausdrucksweise und Jugendjargon sehr intellektuell, wobei ähnlich wie bei der Hauptfigur Mifti, häufig zwischen Realität und Fiktion und Schein und Sein unterschieden werden muss.

 

Jean Paul:

30. Juni 2011

“Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne.”

Die Lyrik der Gegenwart

30. Juni 2011

Die Lyrik der Gegenwart ist nur schwer zu definieren und in der Eingrenzung sehr problematisch. Etablierte Dichter wie Günter Grass oder Wolf Biermann veröffentlichen nach wie vor neue Gedichte und bringen sogar Lyrikbände auf den Markt. Aber sind diese „alten Herren“ auch Vertreter der Gegenwartslyrik? Viele, vor allem jüngere Poeten grenzen sich von diesen ab und schaffen somit eine junge Lyrikszene. Dies geht sogar soweit, dass in Anthologien oder Literaturzeitschriften Altersgrenzen für die Autoren der gegenwärtigen Lyrik festgesetzt werden. Diese sind zwar nicht unbedingt bindend, suggerieren aber dennoch eine gewisse Exklusivität. In den meisten Fällen liegt diese fiktive Altersgrenze bei den Geburtsjahrgängen zwischen 1970 und 1975.

Allerdings scheint der Markt für moderne Lyrik nur klein zu sein. Vermutungen gehen soweit, dass es wohl mehr Verfasser von Gedichten gibt als Leser. Dies zwingt die Autoren dazu sich eine neue Form der Vermittlung ihrer Gedichte zu suchen. Mit der Integration des Internets in unseren Alltag und den etwa 2000 beginnenden Erfolg dessen, gelang es den Dichtern sich besser zu vernetzen undsich über ihr Schaffen in ausgewählten Foren auszutauschen. So wurde beispielsweise die 2005 gegründete Seite “poetenladen.de” zu einer der einflussreichsten Institutionen. Hier können junge Nachwuchsautoren ihre Gedichte einreichen und auf eine Veröffentlichung und Aufnahme in den Feuilleton für moderne Lyrik hoffen.

Viele Lyriker veröffentlichen ihre Werke zwar nicht mehr mittels Lyrikbänden, aber dennoch in gedruckter Form  in Literaturzeitschriften, von denen einige in den letzten zehn Jahren gegründet wurden. Hier zu nennen sind die 2001 gegründete ‘Bella triste’, das 2005 ins Leben gerufenen ‘poet mag’, oder die seit 2009 bestehende Hamburger ‘randnummer’. Auch auf moderne Literatur, insbesondere moderne Lyrik spezialisierte Verlage wie kookbooks und yedermann haben sich in jüngster Zeit gegründet.

In den letzten Jahren entstanden zudem diverse Anthologien die sich an einer Bestandsaufnahme zur modernen Lyrik versuchten. Charakteristisch für diese sind die bereits erwähnte Altersgrenze und der Umstand, dass die meisten Anthologien von ebenfalls jungen Dichtern herausgegeben wurden. Nennenswert sind etwa „Lyrik von Jetzt 1 & 2“ (2003/2008, DuMont und Berlin Verlag, herausgegeben von Jan Wagner und Björn Kuhligk), oder „Neubuch. Neue junge Lyrik“ (2008 im yedermann Verlag erschienen und von Ron Winkler herausgegeben).

 

Münchener Bücherschau 2011

29. Juni 2011

Vom 10. bis 27. November 2011 findet die 52. Münchener Bücherschau statt. In diesen 18 Tagen können  sich Literatur- und Buchinteressierte täglich von 8.00 bis 23.00 Uhr kostenlos auf der Ausstellung umschauen und in Büchern schmökern. In den Anfängen der Bücherschau, wurden ausschließlich die Erzeugnisse bayrischer Verlage im Münchener Stadtmuseum am Jakobsplatz ausgestellt. Doch bald schon wurde das Interesse und der Besucherandrang so groß, dass die Ausstellung zunächst ins Haus der Kunst und schließlich in ihren aktuellen Standort, das Kulturzentrum am Gasteig, verlagert wurde. Die Besucherzahl wächst stetig weiter und so wurden aus den anfänglich 20.000 Besuchern inzwischen mehr als 150.000 Besuchern jährlich. Diese Entwicklung fand nicht zuletzt aufgrund der Aktionen die auf der Bücherschau in München angeboten werden. So gibt es beispielsweise Vorlesewettbewerbe zwischen Großmüttern oder verschiedenen Dialekten des gesamten deutschen Sprachraums.

Auch diesen Herbst wird den Besuchern wieder einiges geboten. Rund 300 Verlage präsentieren ihre ca. 20.000 Titel aus sämtlichen Sparten. Dabei werden Romane  genauso ausgestellt wie Kinder- und Jugendliteratur, Sachbücher, Kochbücher, oder Reiseliteratur. Auch Hörbücher finden seit 1998 in der sogenannten “Hörbar” ihre Aufmerksamkeit. Außerdem wird ein interessantes Rahmenprogramm mit Lesungen bekannter Autorinnen und Autoren, sowie zahlreichen Podiumsdiskussionen geplant.

 



Hermann Hesse:

29. Juni 2011

„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“

Auf dem Weg zur Schrift: Höhlenmalerei

28. Juni 2011

Bereits 50.000 vor Christus bemalten Menschen die Wände ihrer Höhlen und lieferten somit der Nachwelt Zeugnis ihrer Gegenwart. Im Mittelpunkt dieser Zeichnungen, und wohl auch im Alltag der Künstler, stand meist die Beziehung zwischen Mensch und Tier, sprich zwischen Jäger und Gejagtem. Vor allem Pferde und Büffel fanden häufig den Weg auf die Wand. Neben diesen bildhaften Darstellungen sind immer wieder unbestimmte Zeichen und Linien zu finden, welche vermutlich schon damals die Aussage der Zeichnung unterstützen sollten. Bis heute ist deren genaue Bedeutung jedoch noch nicht entschlüsselt, was zur Folge hat, dass die Zeichnungen nicht eindeutig  als Kommunikationsmittel verstanden werden können.

Gefunden wurden die Höhlenmalereien sowohl in Europa, als auch in Afrika und auf anderen Kontinenten. Die meisten Malereien Europas wurden in Frankreich (150 Fundorte) entdeckt, außerdem gibt es 128 Fundorte in Spanien und 21 Fundorte in Italien.

Österreichische Nationalbibliothek: Der Prunksaal

27. Juni 2011

 

Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek

Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek

Der Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek wurde von 1723 bis 1726 nach Plänen des bekannten Hofarchitekten Johann Bernhard Fischer von Erlach und dessen Sohn Joseph Emanuel erbaut, misst eine Länge von ca. 80 Metern und wird von einem Kuppeldach gedeckt. Dieses ist mit zahlreichen Fresken  des Hofmaler Daniel Gran prunkvoll verziert und bis 1730 fertiggestellt, sodass der Saal seinen Namen wahrhaft verdient. Die Fresken sind thematisch gegliedert. Im Eingangsbereich befinden sich Malereien mit weltlichen und kriegerischen Motiven, im hinteren Bereich  sind hingegen allegorische Darstellungen des Himmels und des Friedens zu bestaunen. In der Mitte der Kuppel und in einer Höhe von etwa 30 Metern wird dem Bauherrn der Hofbibliothek, Karl VI, mit einer prachtvollen Darstellung dessen Apotheose, gedacht. Zudem befindet sich im Zentrum des Prunksaales eine von Antonio Corradini gestaltete Statue Karls des VI. als Römisch-Deutschen Kaiser.

Im Mitteloval des Prunksaales sind vier Prunkgloben Vincenzo Coron-

Einer der vier Prunkgloben Vincenzo Coronellis

ellis aufgestellt, welche einen Durchmesser von jeweils über einem Meter haben. Zusammen mit Marmorstandbildern und zahlreichen, zum Teil raumhohen, Bücherschränken aus Nussholz bilden diese ein authentisches Abbild einer barocken Bibliothek und gilt sogar als diegrößte Barock-Bi bliothek Europas.

Besucher können heute mehr als 200.000 gesammelte Bände  bestaunen. Darunter befinden sich beispielsweise die 15.000 Werke umfassende Bibliothek des Prinzen Eugen von Savoyen, sowie eine der größten Sammlungen von Reformationsschriften Martin Luthers. Auch Ausstellungen finden immer wieder im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek statt. Zur Zeit (6. Mai – 30. Oktober 2011) wird zu einer geschichtlichen Bilderreise mit dem Titel “Altösterreich. Menschen, Länder und Völker in der Habsburgermonarchie” geladen.

 

 

Wohin mit gebrauchten Büchern?

20. Juni 2011

Bücher werden von vielen Menschen geliebt. Sie werden gekauft, gelesen und anschließend in einem Regal abgestellt. Dort verweilen sie oft Jahre lang und werden keines Blickes gewürdigt. Wenn das Regal nun vollgestellt ist, müssen einige Bücher weichen und landen entweder im Altpapier, oder aber, in großen Kisten verstaut, auf dem Dachboden. Welche alternativen Handlungsmöglichkeiten gibt es jedoch für den Umgang mit gelesenen und nicht mehr gebrauchten Büchern?

Für dieses Problem gibt es zahlreiche Lösungen. Sie können zum Beispiel verschenkt werden, auf dem Flohmarkt verkauft, oder in einem Antiquariat abgegeben werden. Im Zeitalter des Internets gibt es weitere Möglichkeiten die verborgenen Schätze an den Mann zu bringen. So können einzelne Exemplare oder Sammlungen bei ebay versteigert, oder direkt an einen Internethandel verkauft werden. Die wohl bekanntesten Websites hierfür sind momox.de (http://www.momox.de) und reBuy.de (http://www.rebuy.de). Beide funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip. In eine Suchmaske wird die ISBN-Nummer des zum Verkauf stehenden Buches eingegeben. Anschließend wird dem potentiellen Verkäufer ein von der Firma festgelegter Kaufpreis für das entsprehende Werk angezeigt. Nun muss entschieden werden, ob der Artikel zu diesem Angebot abgegeben werden soll; wenn ja, wird er mit einem Klick in den Verkaufskorb gelegt. Wurden alle Nummern eingegeben muss nur noch der Paketaufkleber für den kostenlosen Versand ausgedruckt und aufgeklebt werden. Ab einer gewissen Anzahl verkaufter Bücher, bei momox.de beispielsweise ab 6 Büchern, wird das Paket direkt an der Haustür abgeholt und zum Firmenssitz transportiert. Unbedingt zu empfehlen ist jedoch die Angebote zu vergleichen, da diese sehr unterschiedlich ausfallen können, und sich schließlich für das Beste zu entscheiden.

 

Stephen King:

31. Mai 2011

„Bücher sind einzigartige, tragbare Magie.“